20. Dezember 2010

Zwei bei Kallwass oder: Warum ich keine Psychologin wurde

Ich gebe es zu: Ich mag Angelika Kallwass bzw. ihre Show, die da heißt "Zwei bei Kallwass". Ganz heißer TV-Tipp von mir an alle Arbeitslosen, Studenten, Senioren, arbeitslose Seniorstudenten und anderes Fußvolk, das sich nachmittags um 14 Uhr vor einen Fernseher setzen kann. Wegen Frau Dr. Kallwass habe ich es sogar mittlerweile des Öfteren bereut, nicht Psychologie studiert zu haben. Andererseits hätte ich sicherlich niemals das Format einer Frau Kallwass erreicht, und deshalb ist es wohl besser so, denn das hätte mich nur gefrustet.

Lange Zeit musste ich mich nun mit Wiederholungen zufrieden geben. Und bevor ihr denkt, ich sei ein faules Stück - ich hatte auch lange lange Zeit gar keine Zeit, um 14 Uhr vorm TV zu hocken. Umso schlimmer fand ich es, wenn ich mal um kurz vor 2 nach Hause gehechtet bin und mich auf ein schönes Stündchen Kalli gefreut habe. Und dann stellte sich heraus - die Folge kenne ich doch schon! Heul, zeter, das Leben hass!!!

Was mir nun allerdings wirklich ganz extrem in den letzten Wochen aufgefallen ist - bei Kalli werden ganz schön viele Schauspieler mehrfach verwurschtelt. Ich kenn bald die ganze Besetzung auswendig! Ist ja klar, dass alles nur gestellt ist, aber so geht das nicht! Ein kleines bisschen Realität muss doch noch irgendwie erhalten bleiben, und wie soll das gehen, wenn die junge Frau mit dem Baby, das sie weggegeben hat, weil sie drogenabhängig ist, einen Tag später als schicke Geschäftsfrau nicht versteht, warum ihre 14jährige Tochter magersüchtig ist. Oder das tyrannische Familienoberhaupt, das seinen Sohn in den Suizid und den Rest der Familie zur Psychotante getrieben hat, und das eine Woche später weinend zusammenbricht, weil ihn der Sohn nie besuchen kommt. Ja, aber der hat sich doch letzte Woche umgebracht? Hä?!

Außerdem wechselt Kalli ihre Assistenten wie andere ihre Unterhosen - alle 2 Wochen oder so! Mein Favorit ist und bleibt der Martin. Martin hat einfach alles, was man als Assistent braucht! Er sieht gut aus, er ist nett, er sieht gut aus,... ja, das war so das Wichtigste. Hatte ich erwähnt, dass er auch gut aussieht? Und er ist nett! Das ist ja auch nicht unwichtig.

Hm, dass ich so viel über die Kallwass-Show schreibe, macht mich stutzig. Vielleicht sollte ich mich mal anmelden für das Thema "Hilfe, ich bin Kallwass-Show-süchtig!". Und falls Angelika Kallwass zufällig auf meinen Blog stößt: "Frau Kallwass, ich liebe Sie!!!"

17. Dezember 2010

Kinderwagen und Kakerlaken


Mir ist aufgefallen, dass jetzt zur Vorweihnachtsstress-Einkaufszeit Frauen mit Kinderwagen sich viel mehr darüber freuen, wenn man ihnen die Tür aufhält, als im restlichen Jahr, wo sie eher so „Ich komme, Platz da!“-mäßig unterwegs sind. Alleine die letzten Tage habe ich unzähligen Müttern nebst Kinderwagen die Türe aufgehalten und erntete jedes Mal ein geradezu überschwängliches Dankeschön, das vom Tonfall her suggerierte, wie erstaunt man über diese völlig unerwartete Hilfe sei. Ich bin ja nun wirklich kein Gutmensch oder gar Menschenfreund, aber zu solch einer Tat bedarf es doch gerade mal ein Mindestmaß an Anstand, wieso also sind die Damen erstaunt über meine Hilfestellung? Aber gut, es freut mich ja, dass sich jemand freut. Ein paar Punkte mehr auf meinem Karma-Konto. 

Ansonsten ist es nun nicht so, dass ich Frauen mit Kinderwagen vorbehaltslos gut fände. Ehrlich gesagt gibt es Momente, in denen ich mich durchaus frage, warum man im noch so kleinsten Tante Emma-Laden einen mit Zwillingen und älterem Geschwisterkind vollbeladenen Monsterbuggy durch einen nichtmal 1 m breiten Gang schieben muss. Da hilft manchmal nur der Sprung aufs Regal, wenn man jemanden durchlassen soll. Warum lassen die nicht einfach ihre Kinder zu Hause?! Aber gut, ich weiß, ich weiß, nicht jeder hat daheim Großeltern oder ne Nanny sitzen, also packt man die Kleinen eben ein und nimmt sie mit. Nachdem ich erst vor Kurzem Tante geworden bin, weiß ich so indirekt, dass man sich auch als kinderwagenschiebende Mutter nicht ganz wohl bei der Sache und als Störenfried im Supermarkt fühlen kann. Tja, sag ich da nur, das ist wohl der Preis, den die Menschheit für ununterbrochene Fortpflanzung zahlen muss. Menschheit, da musst du durch! 

Nicht dass ich es gut finde, dass sich die Spezies Mensch fortwährend vermehrt, nein – es wäre durchaus auch ok, damit mal langsam aufzuhören, das Kapitel „Menschheit“ einfach mal ruhig und gemütlich ausklingen und wieder die Dinos und andere Tiere über die Erde herrschen lassen. Immerhin sind Menschen schlimmer als Kakerlaken. Wir sind nicht nur fähig, einen Atomkrieg zu überleben, nein, wir sind in der Regel auch die Initiatoren von so einem Scheiß! 

Apropos Kakerlaken, ich habe mal ein paar Monate in einem kakerlakenverseuchten Appartement gelebt, und die Viecher haben sich weder mit mir unterhalten noch was gesungen wie bei „Joes Apartment – Das große Krabbeln“. Die haben sich einfach nur den ganzen Tag auf alles gesetzt, was sich in der Wohnung befand – vorzugsweise auf was Essbares – und sahen eklig aus, mehr nicht. Selbst die Sprühattacken meinerseits mit hochgiftigem Killerspray wurden größtenteils lediglich ungerührt zur Kenntnis genommen, während ich mich damit fast selbst ins Jenseits befördert hätte. Blödes Pack!

Wie kam ich denn jetzt von Frauen mit Kinderwagen zu Kakerlaken? Tss…

Willkommen! oder: Was soll dieser Quatsch hier?!

So! Jetzt hab ich auch endlich einen Blog. In einer Zeit, wo doch wirklich jeder einen hat! Wobei ich eigentlich wenige Leute kennen, die bloggen. Insofern klappt das doch nicht so mit dem "mit dem Strom schwimmen"-Argument. Aber egal, jetzt hab ich ihn, und ich schwöre, ich werde ihn auch verwenden!

Ihr, geschätzte Leser, seid nun also rein zufällig auf diese Seite gestoßen. Denn dieser Blog soll anonym laufen, d. h. ich gebe die URL keinem meiner Freunde raus, he he. Das macht viel mehr Spaß, weil ich mich vor niemandem dafür verantworten muss, über wen oder was ich schreibe. Deshalb kann es gut möglich sein, dass diesen Blog absolut kein Aas liest. Aber das ist mir auch schnurz, denn irgendwo muss ich doch meine geistigen Ergüsse lassen! Und wenn ihr hier mal reinlest und merkt, das ist nichts für euch - ja, wie oft verschwendet man mal 10 Minuten für sinnloses Zeug?! Ich fühle mich nicht dafür verantwortlich, wenn euch Zeit geraubt wurde, also wird hier ganz auf eigene Gefahr gelesen!

Was ich über mich verraten kann: Ich bin eine Frau, die stark auf die 30 zurennt. Damit hat sich der Kreis der Verdächtigen schonmal auf eine Handvoll Millionen Einwohnerinnen der Bundesrepublik Deutschland reduziert, falls das bei Bedarf weiterhilft.

Warum dieser Titel "Der freundliche Misanthrop"? Joah, einfach so, weil ich einen Titel brauchte, und weil ich nunmal ein kleiner Misanthrop bin - aber ein freundlicher. Quasi so wie "Casper, der freundliche Geist".

Was habt ihr hier zu erwarten? Keine Ahnung! Ich werde einfach munter drauflosbloggen, mal mehr, mal weniger. Über Themen aus allen Bereichen, über alles, was mir gerade durch den Kopf schießt. Eines vorweg: Ich bin weder Germanistin, noch Künstler, noch Mitglied der High Society. Man kann also von mir weder überragende Eloquenz noch ein Feuerwerk an Spritzigkeiten erwarten. Ich habe selbst keine Ahnung, in welche Richtung dieser Blog laufen wird. Aber packen wir es einfach mal an!