Mir ist aufgefallen, dass jetzt zur Vorweihnachtsstress-Einkaufszeit Frauen mit Kinderwagen sich viel mehr darüber freuen, wenn man ihnen die Tür aufhält, als im restlichen Jahr, wo sie eher so „Ich komme, Platz da!“-mäßig unterwegs sind. Alleine die letzten Tage habe ich unzähligen Müttern nebst Kinderwagen die Türe aufgehalten und erntete jedes Mal ein geradezu überschwängliches Dankeschön, das vom Tonfall her suggerierte, wie erstaunt man über diese völlig unerwartete Hilfe sei. Ich bin ja nun wirklich kein Gutmensch oder gar Menschenfreund, aber zu solch einer Tat bedarf es doch gerade mal ein Mindestmaß an Anstand, wieso also sind die Damen erstaunt über meine Hilfestellung? Aber gut, es freut mich ja, dass sich jemand freut. Ein paar Punkte mehr auf meinem Karma-Konto.
Ansonsten ist es nun nicht so, dass ich Frauen mit Kinderwagen vorbehaltslos gut fände. Ehrlich gesagt gibt es Momente, in denen ich mich durchaus frage, warum man im noch so kleinsten Tante Emma-Laden einen mit Zwillingen und älterem Geschwisterkind vollbeladenen Monsterbuggy durch einen nichtmal 1 m breiten Gang schieben muss. Da hilft manchmal nur der Sprung aufs Regal, wenn man jemanden durchlassen soll. Warum lassen die nicht einfach ihre Kinder zu Hause?! Aber gut, ich weiß, ich weiß, nicht jeder hat daheim Großeltern oder ne Nanny sitzen, also packt man die Kleinen eben ein und nimmt sie mit. Nachdem ich erst vor Kurzem Tante geworden bin, weiß ich so indirekt, dass man sich auch als kinderwagenschiebende Mutter nicht ganz wohl bei der Sache und als Störenfried im Supermarkt fühlen kann. Tja, sag ich da nur, das ist wohl der Preis, den die Menschheit für ununterbrochene Fortpflanzung zahlen muss. Menschheit, da musst du durch!
Nicht dass ich es gut finde, dass sich die Spezies Mensch fortwährend vermehrt, nein – es wäre durchaus auch ok, damit mal langsam aufzuhören, das Kapitel „Menschheit“ einfach mal ruhig und gemütlich ausklingen und wieder die Dinos und andere Tiere über die Erde herrschen lassen. Immerhin sind Menschen schlimmer als Kakerlaken. Wir sind nicht nur fähig, einen Atomkrieg zu überleben, nein, wir sind in der Regel auch die Initiatoren von so einem Scheiß!
Apropos Kakerlaken, ich habe mal ein paar Monate in einem kakerlakenverseuchten Appartement gelebt, und die Viecher haben sich weder mit mir unterhalten noch was gesungen wie bei „Joes Apartment – Das große Krabbeln“. Die haben sich einfach nur den ganzen Tag auf alles gesetzt, was sich in der Wohnung befand – vorzugsweise auf was Essbares – und sahen eklig aus, mehr nicht. Selbst die Sprühattacken meinerseits mit hochgiftigem Killerspray wurden größtenteils lediglich ungerührt zur Kenntnis genommen, während ich mich damit fast selbst ins Jenseits befördert hätte. Blödes Pack!
Wie kam ich denn jetzt von Frauen mit Kinderwagen zu Kakerlaken? Tss…
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