Auf Grund eines Kommentars zum letzten Thread habe ich mich etwas ausführlicher über den Geschenketerror zu Weihnachten ausgelassen als Antwort auf den Kommentar, aber ich dachte mir, das könnte ich auch nochmal hier als Extra-Thread wiederholen:
Ich bin ja selbst kinderlos, aber habe durch Familie, Verwandtschaft und Freunde Folgendes mitgekriegt: Heutzutage kriegen die Kinder so derbe viele Sachen geschenkt, dass sie total überfordert sind oder zu fordernd werden. Oder noch schlimmer: Sich über nichts mehr richtig freuen können.
Bei meinem Neffen hielt es sich in Grenzen, er ist ja noch sehr klein und versteht das alles nicht so. Er bekam zwar klar mehr Geschenke als wir Erwachsenen, zumal wir uns gegenseitig eigentlich nicht mehr groß beschenken, aber es war ein überschaubarer Haufen. Mein Neffe hat auch viele Spielsachen, da 1. Enkel, einziges Kleinkind weit und breit usw., da wird man halt verwöhnt. Aber wir haben festgestellt, dass er am liebsten mit den einfachen Dingen spielt, die man bei Oma im Küchenschrank findet (z. B. Töpfe). Seitdem bekommt er von mir keine Spielsachen mehr, sondern nützliche Dinge wie Kleidung oder Geld, was ich vorher bei seiner Mama nachfrage.
Aber die 5jährige Nichte meines Freundes z. B. kriegt am Heiligabend locker 20 Geschenke oder mehr, und das wird dann auch noch so zelebriert, dass sie ALLE Geschenke einzeln verteilen darf (In der Familie wird gewichtelt, so dass jeder Erwachsene nur von einem Familienmitglied beschenkt wird.), und wenn sie dann eins für sich in Händen hält, was im Schnitt bei jedem 0,5. Geschenk vorkommt, muss man erstmal zusehen, wie sie alles einzeln auspackt und ausgiebigst begutachtet, bevor man sein eigenes erhält. Somit dauert allein das Geschenkeverteilen an Heiligabend zwei Stunden oder so. Das ist sooo nervig! (Ich war dieses Jahr zum Glück nicht dabei.)
Die beiden anderen Niffen meines Männchens, die nun schon im Teenageralter sind, können sich schon gar nicht mehr richtig über irgendwas freuen. Da wird ein Wunschzettel gemacht, die Familie kauft brav alles runter vom Zettel und das wird auch irgendwie erwartet. Die kriegen und haben wirklich ALLES.
Mein bester Freund hat erzählt, dass die Geschenke für seine beiden Nichten auf mehrere Tage verteilt werden, weil es sonst zu viel ist. Die Kids ertrinken doch regelrecht in Spielsachen und werden so Jahr für Jahr zu Geschenketerroristen erzogen. Es ist natürlich schön, wenn man ihnen eine Freude macht und ihnen schöne Dinge kauft, aber wenn ich das so sehe, ist das doch der totale Irrsinn.
Das mit dem Ungleichgewicht beim Geben und Nehmen ist auch so eine Sache. Oft hat man das Gefühl, dass man sich beim Schenken viel mehr Mühe gegeben hat als die Anderen. Wobei ich mich dieses Jahr nicht beschweren kann, da ich die Schenkerei im Freundeskreis bis auf eine Person abgeschafft habe. Das hat verschiedene Gründe: Bei ein paar Freunden ist es so, dass sie mittlerweile woanders wohnen und man sich eh nicht sieht, und Sachen für 10 € in einem Paket herumzuschicken, das allein 6,90 € Porto kostet, ist irgendwie dämlich. Auf Dauer portogünstige Sachen verschicken (Bücher, DVDs, Gutscheine) ist auch langweilig. Im Endeffekt ist das nur ein Güteraustausch per Post, z. B. passierte es mir mit zwei Freundinnen, das wir uns der Einfachheit halber einfach 10 €-Gutscheine für dieses und jenes hin- und herschickten. Das macht keinen Spaß, ich möchte es den Leuten gerne selbst geben und vielleicht im Idealfall auch zusehen, wie sie die Sachen auspacken und sich freuen.
Dann allgemein bei anderen Freunden haben wir uns darauf geeinigt, dass wir ja momentan alle gerade nichts oder nur wenig verdienen und einfach unser Geld zusammenhalten. Scheint mir auch vernünftig. Wenn ich mal richtig Geld verdiene, dann kaufe ich gerne Sachen, auch gerne jemandem, der gerade nichts verdient und mir deshalb nichts zurückschenkt. Ich bin eh ein großer Freund von kleinen Aufmerksamkeiten und schenke auch gerne Dinge einfach so ohne Anlass. IdR. kriege ich von den Leuten auch meist nichts zurück, da ich so gut wie keine Aufmerksamkeitenschenker im Freundeskreis habe, aber wenn sich die Beschenkten ehrlich freuen, freut es mich auch.
Ärgern tun mich Geschenke, wo man einfach sieht, dass der Schenker sich null Gedanken gemacht hat, was einem gefallen könnte. Wenn man mal daneben greift, aber man den guten Willen erkennt, ist das völlig in Ordnung, denn der Wille zählt ja! Aber bei manchen Leuten sieht man einfach, dass sie sich keinen Deut darum scheren, ob man sich drüber freut, Hauptsache schnell was gekauft. Ich finde so etwas respektlos. Dann lieber gar nichts schenken. Ich habe jemanden im Freundeskreis, der mich seit fast 10 Jahren kennt und mir wirklich IMMER irgendeinen Scheiß schenkt, den ich gar nicht mag, so als beschenke er eine Fremde. Und das auch noch, obwohl ich sogar eine ausführliche Amazon-Wunschliste online stehen habe, von der er weiß. Das ist zwar auch unromantisch, wenn man nach Vorgabe kauft, aber bevor ich doch irgendeinen Schrott auf gut blöd kaufe, tobe ich mich auf der Liste aus. V. a. wenn die Beschenkte sich die Sachen selbst nicht leisten kann/will mangels Verdienst und der Schenker im Geld schwimmt wie in unserem Fall...
Und ich ertappe mich leider selbst auch einfach zu oft dabei, wie ich beim Auspacken eines Geschenkes manchmal abwäge, ob die Person denn auch ungefähr so viel ausgegeben hat wie ich. Oder wie ich mich ärgere oder enttäuscht bin, wenn es etwas ist, das ich mir nicht gewünscht habe und mit dem ich nichts anfangen kann. Dann komme ich mir auch meist schäbig vor, dass ich diesen Automatismus in mir habe. Denn dann weiß ich: Ich bin mittendrin im Geschenketerror, zu dem Weihnachten leider mittlerweile verkommen ist, und keinen Deut besser als die Anderen.
Ach, die guten alten Zeiten, wo das mit dem Schenken noch irgendwie maßvoller war und man sich damals als Kind noch über ein paar wenige Sachen gefreut hat, mit denen man dann stundenlang unterm Weihnachtsbaum gespielt hat.
29. Dezember 2011
26. Dezember 2011
Mein Heiligabend - Fortsetzung
Also, das Schlafplatzproblem: Als ich meine Eltern ein paar Tage vor Weihnachten frage, ob ihnen schon aufgefallen ist, dass es kein Bett für mich gäbe, kommt von meiner Mutter erstmal: "Ach, du willst hier schlafen?!" Hallo? Das tue ich jedes Jahr! Und bislang gab es auch immer ein Bett für mich. Doch jetzt hat mein Neffe ein eigenes Zimmer bekommen und mein altes Bett dazu. Ich bin ja froh, dass er keins dieser Kinder ist, die noch mit 5 im Elternbett schlafen und sich nicht umstimmen lassen, ins Kinderzimmer umzuziehen. Aber für mich ist es eben ungünstig, da es nun kein Gästebett mehr gibt. Prinzipiell kein Ding, da ich ja nur 25 km von hier habe und bei Besuchen immer heimfahre. Aber an Weihnachten finde ich es irgendwie doof, dann noch so spät in meine leere Wohnung zu fahren.
Meine Eltern machten mir folgenden Vorschlag: "Papa schläft auf der Couch (Die nicht ausziehbar und deshalb viel zu ungemütlich und klein ist.) und du bei mir im Ehebett." Mein Kommentar: "Vergiss es, du schnarchst wie Sau!" (Kommentar mein Freund: "Statt dass du das Argument bringst, dass du deinem Vater keine Unannehmlichkeiten bereiten willst..." ;-)) Meine Mutter: "Na gut, dann schlaf halt ich auf der Couch und du mit Papa im Ehebett." Woraufhin ich: "Der schnarcht noch viel lauter als du!" Für mich war das Thema "Schlafen im Ehebett" damit erledigt. Äh, und natürlich möchte ich meinen Eltern keine Unannehmlichkeiten bereiten! ;-)
Deshalb habe ich mir von einer Freundin eine Luxusluftmatratze ausgeliehen. Das Monsterteil passt gerade mal so ins Wohnzimmer und ist locker einen halben Meter hoch. Da ich noch nicht müde bin, lümmle ich am Heiligabend auf dem Ding herum und schaue aus der Not heraus "Siegfried" mit Tom Gerhard. Schon nach 5 Min. merke ich, dass der Film weniger Niveau als der Protagonist selbst hat, aber ich bleibe dran, um auch dieses Kleinod deutscher Filmkunst auf meiner To-Do-Liste abhaken zu können. Erst 10 Min. vor Filmschluss fällt mir auf, dass ich den Film bereits komplett gesehen habe und mir die letzten 1,5h hätte sparen können. Toll...
Anschließend lese ich noch ein bisschen und lege mich dann schlafen. Doch schon nach kurzer Zeit wache ich wieder auf. Meine Blase meldet sich, was bei mir völlig normal ist, das Wort "durchschlafen" gibt es in meinem Leben nicht. Doch diese Nacht muss ich alle 1-2h auf Toilette, was selbst für mich ungewöhnlich und äußerst nervenzehrend ist. Irgendwann bekomme ich von der Luftmatratze Rückenschmerzen und bin nur noch am Rotieren, um irgendeine bequeme Stellung zu finden. Um ca. 4 Uhr fängt mein Neffe an zu brüllen, aber das legt sich zum Glück nach 15 Minuten wieder. Im Gegensatz zu meinem Harndrang...
Um 5:59 Uhr liege ich gerade nach dem gefühlten 81. nächtlichen Klogang mit Rückenschmerzen wach, als plötzlich die Festbeleuchtung im Wohnzimmer dank Zeitschaltuhr angeht. Überall leuchtet und blinkt es, und auch durch die geschlossenen Augenlider kann ich alles sehen. Ich stehe auf und ziehe die diversen Stecker aus den Steckdosen, bis es endlich wieder dunkel ist. Wenn ich schonmal stehe, beschließe ich spontan, mein Bettzeug auf die Couch zu verfrachten, wo ich 1,5h halbherzig vor mich hindöse, bevor mein Neffe aufwacht und schon wieder einen lauten Heulanfall hat. Zitat mein Vater: "Normalerweise steht er auf und lacht." Tja, da habe ich wohl Pech gehabt, wenn ich einmal im Jahr hier schlafe...
Meine Eltern sind nun auch wach, das Ehebett ist frei, und ich ziehe übermüdet und wortlos an ihnen vorbei ins elterliche Schlafzimmer. Mein Vater sagt noch zu mir: "Jetzt kannst du bis 12 schlafen... ich geh jetzt auch nicht mehr ins Bett." Ich liege also im Ehebett, da kommt mein Vater reingeschlichen und legt sich wieder auf seine Seite. Nanu, hat der nicht noch eben gesagt, er geht nicht mehr ins Bett zurück?! Im Halbschlaf murmle ich in seine Richtung: "Wenn du anfängst zu schnarchen, werde ich dich töten." Ja, ich kann sehr ungemütlich werden, wenn ich unter Schlafmangel leide! Nach 15 Minuten steht er wieder auf, es ist ihm wohl doch zu riskant, neben mir einzuschlafen.
Es gelingt mir, ein bisschen ins Reich der Träume abzusinken, bevor sich wieder mein jetzt gut gelaunter Neffe vor der Zimmertüre herumtreibt und auffordernd meinen Namen ruft. Um 11 Uhr stehe ich völlig erledigt auf. Meine Eltern sind fast schon beleidigt, als ich ihnen verkünde, dass ich keine weitere Nacht hier verbringen werde. Aber mein Schlaf ist mir nunmal heilig! Deshalb bin ich abends wieder in meine Wohnung gefahren und werde heute nochmal, diesmal mit dem von meinen Eltern heißgeliebten Männchen im Schlepptau, zum Abendessen wieder aufgeschlagen.
Für nächstes Jahr habe ich meinem Freund vorgeschlagen, Weihnachten zu zweit zu verbringen. Am Besten am Strand... ;-)
NACHTRAG:
Alles in Allem ist es nicht nur die Schuld meiner Familie, dass der Heiligabend in meinen Augen ein Desaster war. Ich bin auch momentan in einer ziemlich negativen, ja regelrecht aggressiven Grundstimmung. Mein momentaner Lebensstandard mit den fehlenden Zukunftsperspektiven gefällt mir nicht so gut... Und ein Ende meiner Zwangslage ist nicht abzusehen. Dazu kommt, dass ich schon seit Wochen ständig latent krank bin. Auch seit gestern habe ich wieder Ohrenschmerzen, und ach ja, ich fürchte, demnächst wird eine Wurzelbehandlung fällig, die ich schon viel zu lange aufgeschoben habe. An Weihnachten wird irgendwie erwartet, dass alles toll, harmonisch, friedlich, festlich zugeht. Ich hatte einfach zu hohe Erwartungen, die vermutlich nur die perfekte Familie hätte erfüllen können. Im Großen und Ganzen ist meine Familie schon wirklich nicht verkehrt, auch wenn ich nun erstmal einen negativen Eindruck von ihnen hier im Blog hinterlassen habe. :-/ Aber ihr kennt das ja, die Familie kann einen ganz leicht in den Wahnsinn treiben, egal, wie lieb man sie hat!
Meine Eltern machten mir folgenden Vorschlag: "Papa schläft auf der Couch (Die nicht ausziehbar und deshalb viel zu ungemütlich und klein ist.) und du bei mir im Ehebett." Mein Kommentar: "Vergiss es, du schnarchst wie Sau!" (Kommentar mein Freund: "Statt dass du das Argument bringst, dass du deinem Vater keine Unannehmlichkeiten bereiten willst..." ;-)) Meine Mutter: "Na gut, dann schlaf halt ich auf der Couch und du mit Papa im Ehebett." Woraufhin ich: "Der schnarcht noch viel lauter als du!" Für mich war das Thema "Schlafen im Ehebett" damit erledigt. Äh, und natürlich möchte ich meinen Eltern keine Unannehmlichkeiten bereiten! ;-)
Deshalb habe ich mir von einer Freundin eine Luxusluftmatratze ausgeliehen. Das Monsterteil passt gerade mal so ins Wohnzimmer und ist locker einen halben Meter hoch. Da ich noch nicht müde bin, lümmle ich am Heiligabend auf dem Ding herum und schaue aus der Not heraus "Siegfried" mit Tom Gerhard. Schon nach 5 Min. merke ich, dass der Film weniger Niveau als der Protagonist selbst hat, aber ich bleibe dran, um auch dieses Kleinod deutscher Filmkunst auf meiner To-Do-Liste abhaken zu können. Erst 10 Min. vor Filmschluss fällt mir auf, dass ich den Film bereits komplett gesehen habe und mir die letzten 1,5h hätte sparen können. Toll...
Anschließend lese ich noch ein bisschen und lege mich dann schlafen. Doch schon nach kurzer Zeit wache ich wieder auf. Meine Blase meldet sich, was bei mir völlig normal ist, das Wort "durchschlafen" gibt es in meinem Leben nicht. Doch diese Nacht muss ich alle 1-2h auf Toilette, was selbst für mich ungewöhnlich und äußerst nervenzehrend ist. Irgendwann bekomme ich von der Luftmatratze Rückenschmerzen und bin nur noch am Rotieren, um irgendeine bequeme Stellung zu finden. Um ca. 4 Uhr fängt mein Neffe an zu brüllen, aber das legt sich zum Glück nach 15 Minuten wieder. Im Gegensatz zu meinem Harndrang...
Um 5:59 Uhr liege ich gerade nach dem gefühlten 81. nächtlichen Klogang mit Rückenschmerzen wach, als plötzlich die Festbeleuchtung im Wohnzimmer dank Zeitschaltuhr angeht. Überall leuchtet und blinkt es, und auch durch die geschlossenen Augenlider kann ich alles sehen. Ich stehe auf und ziehe die diversen Stecker aus den Steckdosen, bis es endlich wieder dunkel ist. Wenn ich schonmal stehe, beschließe ich spontan, mein Bettzeug auf die Couch zu verfrachten, wo ich 1,5h halbherzig vor mich hindöse, bevor mein Neffe aufwacht und schon wieder einen lauten Heulanfall hat. Zitat mein Vater: "Normalerweise steht er auf und lacht." Tja, da habe ich wohl Pech gehabt, wenn ich einmal im Jahr hier schlafe...
Meine Eltern sind nun auch wach, das Ehebett ist frei, und ich ziehe übermüdet und wortlos an ihnen vorbei ins elterliche Schlafzimmer. Mein Vater sagt noch zu mir: "Jetzt kannst du bis 12 schlafen... ich geh jetzt auch nicht mehr ins Bett." Ich liege also im Ehebett, da kommt mein Vater reingeschlichen und legt sich wieder auf seine Seite. Nanu, hat der nicht noch eben gesagt, er geht nicht mehr ins Bett zurück?! Im Halbschlaf murmle ich in seine Richtung: "Wenn du anfängst zu schnarchen, werde ich dich töten." Ja, ich kann sehr ungemütlich werden, wenn ich unter Schlafmangel leide! Nach 15 Minuten steht er wieder auf, es ist ihm wohl doch zu riskant, neben mir einzuschlafen.
Es gelingt mir, ein bisschen ins Reich der Träume abzusinken, bevor sich wieder mein jetzt gut gelaunter Neffe vor der Zimmertüre herumtreibt und auffordernd meinen Namen ruft. Um 11 Uhr stehe ich völlig erledigt auf. Meine Eltern sind fast schon beleidigt, als ich ihnen verkünde, dass ich keine weitere Nacht hier verbringen werde. Aber mein Schlaf ist mir nunmal heilig! Deshalb bin ich abends wieder in meine Wohnung gefahren und werde heute nochmal, diesmal mit dem von meinen Eltern heißgeliebten Männchen im Schlepptau, zum Abendessen wieder aufgeschlagen.
Für nächstes Jahr habe ich meinem Freund vorgeschlagen, Weihnachten zu zweit zu verbringen. Am Besten am Strand... ;-)
NACHTRAG:
Alles in Allem ist es nicht nur die Schuld meiner Familie, dass der Heiligabend in meinen Augen ein Desaster war. Ich bin auch momentan in einer ziemlich negativen, ja regelrecht aggressiven Grundstimmung. Mein momentaner Lebensstandard mit den fehlenden Zukunftsperspektiven gefällt mir nicht so gut... Und ein Ende meiner Zwangslage ist nicht abzusehen. Dazu kommt, dass ich schon seit Wochen ständig latent krank bin. Auch seit gestern habe ich wieder Ohrenschmerzen, und ach ja, ich fürchte, demnächst wird eine Wurzelbehandlung fällig, die ich schon viel zu lange aufgeschoben habe. An Weihnachten wird irgendwie erwartet, dass alles toll, harmonisch, friedlich, festlich zugeht. Ich hatte einfach zu hohe Erwartungen, die vermutlich nur die perfekte Familie hätte erfüllen können. Im Großen und Ganzen ist meine Familie schon wirklich nicht verkehrt, auch wenn ich nun erstmal einen negativen Eindruck von ihnen hier im Blog hinterlassen habe. :-/ Aber ihr kennt das ja, die Familie kann einen ganz leicht in den Wahnsinn treiben, egal, wie lieb man sie hat!
25. Dezember 2011
Mein Heiligabend
Ich weiß nicht, warum ich ihn jedes Jahr aufs Neue erwarte und er jedes Jahr aufs Neue niemals eintrifft: der feierliche, bsinnliche Heiligabend.
Meine Eltern sind sowieso, seit ich mich erinnern kann, komplett unfähig, in feierliche Stimmung zu verfallen. Selbst wenn wir mal Gäste haben, was außerordentlich selten ist, sind sie nur am Rumrennen und Kochen und Sich-Verziehen. Eine Unart meiner Erzeuger, die mich mittlerweile zur Weißglut treibt!
Dieses Weihnachten feiere ich mal wieder getrennt von meinem Männchen. Dieser Umstand hat aber eine eigene Geschichte verdient. Nur soviel: Pünktlich kurz vor Weihnachten beginne ich jedes Jahr, meine Schwiegerfamilie, mit der ich mich eigentlich gut verstehe, zu hassen. Weihnachten ist ja auch das Fest des Hasses und der Aggressionen - oder hab ich da was falsch verstanden?!
Mein Heiligabend jedenfalls lief so ab:
Mittags wurde ich mangels Auto von meiner Schwester in der Wohnung abgeholt. Zuhause angekommen, erwarte ich eigentlich eine liebevolle Begrüßung seitens meiner Eltern. Die sitzen gerade am Mittagstisch und schauen nur gelangweilt auf, als ich in die Küche trete. Gut, man sieht sich eh regelmäßig, aber es ist Weihnachten, verdammt nochmal!
Der Rest des Nachmittages ist recht unspektakulär. Ich lese ein bisschen, mache mich ein bisschen fein (Wofür eigentlich?) und lasse mich von meinem 2jährigen Neffen triezen. Irgendwann kommt jemand auf die Idee, man könnte mit dem Kleinen ja in die Kindermette gehen. Die findet allerdings zu einem Zeitpunkt statt, zu dem er gerade den Zenit seiner guten Laune erreicht hat und nur am Rumflippen ist. Meine Schwester, Tante 2, findet die Idee trotzdem amüsant. Die Kirche befindet sich von meinen Eltern ca. 10 Schritte entfernt, also entscheidet man spontan. Mir ist jetzt schon klar, dass das nix wird, aber ich gehe mit, ich will mir das nicht entgehen lassen. Und anfangs scheint es auch zu klappen. Ehrfürchtig verstummt der Kleine, als wir in die vollbesetzte Kirche eintreten. So viele Kinder, und der Gesang! Dann aklimatisiert er sich jedoch recht schnell und fängt an, herumzulaufen, sich zu fremden Leuten in die Bank zu setzen, kleine Mädchen anzugraben und auf der Bank herumzuklettern. Das alles nicht ohne mein beherztes Eingreifen, aber spätestens als er sich vor mich hinstellt, laut meinen Namen blökt, immer und immer wieder, und dabei mit dem Mund feuchte Furzgeräusche imitiert, weiß ich mir nicht mehr zu helfen, und wir beiden Tanten beschließen, dass es genug war und verlassen unter den mittlerweile nicht mehr ganz so freundlichen Blicken der Anderen verschämt die Kirche. Immerhin: 10 Minuten!
Irgendwann nähert sich dann der Abend. Freudig erregt legen wir die Geschenke unter den 40 cm hohen Plastikbaum, den ich mittlerweile wirklich hasse, weil echt jede blöde Familie einen riesigen Baum im Wohnzimmer stehen hat, nur wir nicht, weil meine Eltern im Wohnzimmer keinen Platz haben, was seit wenigen Jahren jedes Jahr aufs Neue das Trauma in mir zum Vorschein bringt, nie unter einem großen Weihnachtsbaum gefeiert zu haben. Während des Geschenke-Anrichtens soll mein Schwager das Kind ablenken, damit es nichts mitkriegt. Kurz bevor wir zur Bescherung blasen wollen, bekommt mein Neffe aus völlig unerfindlichen Gründen einen derartigen Tobsuchtsanfall, dass er hochrot anläuft und fast vor lauter Garstigkeit erstickt. Er heult, er schreit, er kreischt und schlägt um sich. Sowas tut er normalerweise nicht. Na ja, zumindest selten. Wir führen ihn vor seine Geschenke, doch die interessieren ihn nicht, er ist jetzt voll in Fahrt. Der Lärm geht mir auf den Keks und ich denke mir trotz inniger Zuneigung zu diesem Blag, dass es ohne Kleinkind zuweilen irgendwie doch schöner war...
Schließlich beruhigt er sich ein bisschen, als er das Mini-Putzset von meinen Eltern erspäht. Man muss wissen: Meine Schwester, also seine Mutter, ist passionierte Hausfrau mit Putzwahn, was auf das arme Kind bereits abgefärbt hat. Er nimmt den Besen und kehrt erstmal ein bisschen in der Küche herum. Das scheint ihn zu beruhigen, was mich wiederum beunruhigt... Anschließend sieht er meine Plüschkatze, die er wohlwollend zur Kenntnis nimmt, bevor er wieder dem Putzwahn fröhnt. Als wir ihn auf die anderen, noch unberührten Geschenke hinweisen, ist er plötzlich überfordert und setzt zum nächsten Schreikrampf an. Daraufhin zischt mir meine Mutter zu: "Gib ihm die Katze, schnell, du dumme Henne!" Ich gebe ihm die Katze (Was nichts bringt...) und verliere vollends die Beherrschung, indem ich meine Mutter anschnauze, wie sehr es mich ankotzt, dass es in dieser Familie wirklich NIE feierlich oder friedlich zugeht und dass ich mich hier auch noch beschimpfen lassen muss während der Bescherung, obwohl ich nichts getan habe. Meine Mutter, die immer nur Stress und Hektik und schlechte Laune und unflätige Flüche verbreitet, guckt plötzlich völlig unschuldig drein und behauptet ungewöhnlich ruhig, dass das doch nicht wahr sei und mich hier niemand beschimpft hätte. Woraufhin ich ihre nette Bezeichnung wiederhole, die sie zwar erst vor einer Minute ausgesprochen hat, an die sie sich aber partout nicht mehr erinnern könne, neiiiin! Man muss dazu sagen, dass meine Mutter so oft flucht und in Erzählungen die Worte "blöd", "dumm", "Arschloch", "Wichser" und viele schöne weitere Dinge einbaut, dass sie es vermutlich selbst nicht merkt, wenn sie jemanden mal wieder völlig grundlos beschimpft...
Irgendwann wird der Kleine ins Bett gesteckt und wir kommen langsam zur Ruhe. Mein Vater erntet bei der Frage, wer mit ihm in die Nachtmette geht, nur betretenes Schweigen. Dabei nehme ich mir schon seit Jahren vor, es mal wieder zu versuchen. Aber die Gefahr, dass ein ambitionierter Pfaffe dieses Event auf 2h ausdehnt, ist mir zu groß, denn ich werde langsam müde. Nur dumm, dass jetzt mein Neffe mein ehemaliges Kinderzimmer hat und es seit diesem Jahr kein Bett mehr für mich gibt...
TO BE CONTINUED. (Denn lange Einträge liest ja wieder keiner.)
Meine Eltern sind sowieso, seit ich mich erinnern kann, komplett unfähig, in feierliche Stimmung zu verfallen. Selbst wenn wir mal Gäste haben, was außerordentlich selten ist, sind sie nur am Rumrennen und Kochen und Sich-Verziehen. Eine Unart meiner Erzeuger, die mich mittlerweile zur Weißglut treibt!
Dieses Weihnachten feiere ich mal wieder getrennt von meinem Männchen. Dieser Umstand hat aber eine eigene Geschichte verdient. Nur soviel: Pünktlich kurz vor Weihnachten beginne ich jedes Jahr, meine Schwiegerfamilie, mit der ich mich eigentlich gut verstehe, zu hassen. Weihnachten ist ja auch das Fest des Hasses und der Aggressionen - oder hab ich da was falsch verstanden?!
Mein Heiligabend jedenfalls lief so ab:
Mittags wurde ich mangels Auto von meiner Schwester in der Wohnung abgeholt. Zuhause angekommen, erwarte ich eigentlich eine liebevolle Begrüßung seitens meiner Eltern. Die sitzen gerade am Mittagstisch und schauen nur gelangweilt auf, als ich in die Küche trete. Gut, man sieht sich eh regelmäßig, aber es ist Weihnachten, verdammt nochmal!
Der Rest des Nachmittages ist recht unspektakulär. Ich lese ein bisschen, mache mich ein bisschen fein (Wofür eigentlich?) und lasse mich von meinem 2jährigen Neffen triezen. Irgendwann kommt jemand auf die Idee, man könnte mit dem Kleinen ja in die Kindermette gehen. Die findet allerdings zu einem Zeitpunkt statt, zu dem er gerade den Zenit seiner guten Laune erreicht hat und nur am Rumflippen ist. Meine Schwester, Tante 2, findet die Idee trotzdem amüsant. Die Kirche befindet sich von meinen Eltern ca. 10 Schritte entfernt, also entscheidet man spontan. Mir ist jetzt schon klar, dass das nix wird, aber ich gehe mit, ich will mir das nicht entgehen lassen. Und anfangs scheint es auch zu klappen. Ehrfürchtig verstummt der Kleine, als wir in die vollbesetzte Kirche eintreten. So viele Kinder, und der Gesang! Dann aklimatisiert er sich jedoch recht schnell und fängt an, herumzulaufen, sich zu fremden Leuten in die Bank zu setzen, kleine Mädchen anzugraben und auf der Bank herumzuklettern. Das alles nicht ohne mein beherztes Eingreifen, aber spätestens als er sich vor mich hinstellt, laut meinen Namen blökt, immer und immer wieder, und dabei mit dem Mund feuchte Furzgeräusche imitiert, weiß ich mir nicht mehr zu helfen, und wir beiden Tanten beschließen, dass es genug war und verlassen unter den mittlerweile nicht mehr ganz so freundlichen Blicken der Anderen verschämt die Kirche. Immerhin: 10 Minuten!
Irgendwann nähert sich dann der Abend. Freudig erregt legen wir die Geschenke unter den 40 cm hohen Plastikbaum, den ich mittlerweile wirklich hasse, weil echt jede blöde Familie einen riesigen Baum im Wohnzimmer stehen hat, nur wir nicht, weil meine Eltern im Wohnzimmer keinen Platz haben, was seit wenigen Jahren jedes Jahr aufs Neue das Trauma in mir zum Vorschein bringt, nie unter einem großen Weihnachtsbaum gefeiert zu haben. Während des Geschenke-Anrichtens soll mein Schwager das Kind ablenken, damit es nichts mitkriegt. Kurz bevor wir zur Bescherung blasen wollen, bekommt mein Neffe aus völlig unerfindlichen Gründen einen derartigen Tobsuchtsanfall, dass er hochrot anläuft und fast vor lauter Garstigkeit erstickt. Er heult, er schreit, er kreischt und schlägt um sich. Sowas tut er normalerweise nicht. Na ja, zumindest selten. Wir führen ihn vor seine Geschenke, doch die interessieren ihn nicht, er ist jetzt voll in Fahrt. Der Lärm geht mir auf den Keks und ich denke mir trotz inniger Zuneigung zu diesem Blag, dass es ohne Kleinkind zuweilen irgendwie doch schöner war...
Schließlich beruhigt er sich ein bisschen, als er das Mini-Putzset von meinen Eltern erspäht. Man muss wissen: Meine Schwester, also seine Mutter, ist passionierte Hausfrau mit Putzwahn, was auf das arme Kind bereits abgefärbt hat. Er nimmt den Besen und kehrt erstmal ein bisschen in der Küche herum. Das scheint ihn zu beruhigen, was mich wiederum beunruhigt... Anschließend sieht er meine Plüschkatze, die er wohlwollend zur Kenntnis nimmt, bevor er wieder dem Putzwahn fröhnt. Als wir ihn auf die anderen, noch unberührten Geschenke hinweisen, ist er plötzlich überfordert und setzt zum nächsten Schreikrampf an. Daraufhin zischt mir meine Mutter zu: "Gib ihm die Katze, schnell, du dumme Henne!" Ich gebe ihm die Katze (Was nichts bringt...) und verliere vollends die Beherrschung, indem ich meine Mutter anschnauze, wie sehr es mich ankotzt, dass es in dieser Familie wirklich NIE feierlich oder friedlich zugeht und dass ich mich hier auch noch beschimpfen lassen muss während der Bescherung, obwohl ich nichts getan habe. Meine Mutter, die immer nur Stress und Hektik und schlechte Laune und unflätige Flüche verbreitet, guckt plötzlich völlig unschuldig drein und behauptet ungewöhnlich ruhig, dass das doch nicht wahr sei und mich hier niemand beschimpft hätte. Woraufhin ich ihre nette Bezeichnung wiederhole, die sie zwar erst vor einer Minute ausgesprochen hat, an die sie sich aber partout nicht mehr erinnern könne, neiiiin! Man muss dazu sagen, dass meine Mutter so oft flucht und in Erzählungen die Worte "blöd", "dumm", "Arschloch", "Wichser" und viele schöne weitere Dinge einbaut, dass sie es vermutlich selbst nicht merkt, wenn sie jemanden mal wieder völlig grundlos beschimpft...
Irgendwann wird der Kleine ins Bett gesteckt und wir kommen langsam zur Ruhe. Mein Vater erntet bei der Frage, wer mit ihm in die Nachtmette geht, nur betretenes Schweigen. Dabei nehme ich mir schon seit Jahren vor, es mal wieder zu versuchen. Aber die Gefahr, dass ein ambitionierter Pfaffe dieses Event auf 2h ausdehnt, ist mir zu groß, denn ich werde langsam müde. Nur dumm, dass jetzt mein Neffe mein ehemaliges Kinderzimmer hat und es seit diesem Jahr kein Bett mehr für mich gibt...
TO BE CONTINUED. (Denn lange Einträge liest ja wieder keiner.)
22. Dezember 2011
Brief an die liebe Post
Schon seit langem nervt mich die Art und Weise, wie unser Postbote/unsere Postboten(?) die Briefe in die Briefkästen reinquetscht/en. Ja, wir haben nur diese blöden kleinen Briefkästen mit dem relativ engen Schlitz, wo nicht so viel reingeht. Aber trotzdem - ich bilde mir ein, man kann die Sachen auch etwas freundlicher reinschieben und nicht so, dass alles kaputt geht. Zudem habe ich ja schonmal fassungslos mit angesehen, wie genau der Postbote die Teile reinhaut (siehe unten). Ich glaube auch, dass unser Postbote absichtlich erst die kleinen Sachen, also Briefe und Postkarten, reinwirft, und dann mit Gewalt die großen Sachen wie Magazine oder Maxibriefe hinterherschiebt, so dass die kleineren Sachen danach total verknickt sind. Das nervt mich so derbe, das könnt ihr gar nicht glauben!
Wieso macht der das? Gönnt er einem die Post nicht, hasst er seinen Job? Das erinnert mich an das Video, das neulich im TV gezeigt wurde: Ein DHL-Mitarbeiter schmeißt, nein, sorry, wirft im hohen Bogen die Pakete in seinen Wagen. Das gleiche Schauspiel durfte ich schonmal am Flughafen mit unseren Koffern erleben. Die Koffer wurden ganz absichtlich direkt über dem Förderband fallen gelassen. Und ich frage nochmal: Aus welchem garstigen Grund tut man sowas mit dem Besitz anderer Menschen?!
Heute habe ich doch letztendlich eine Beschwerde verschickt:
Guten Tag,
ich möchte mich nun doch endlich mal beschweren, nachdem ich schon lange überlege, ob ich dies tun soll. Vor einiger Zeit habe ich gesehen, dass unser Postbote die Briefe so garstig als möglich in unsere Briefkästen schiebt. Und zwar biegt er den Brief in der Mitte mit seinen Fingerspitzen um, so dass dieser zusammengefaltet ist, und schiebt ihn dann mit Karacho in den Briefschlitz. Das Resultat: verknickte oder verwellte Briefe. Vielleicht kein Problem bei Werbungen, aber bei Briefen sehr unschön. Leider habe ich den Postboten damals nicht direkt angesprochen, da ich aufgrund dieser Dreistigkeit sprachlos war. Seitdem habe ich ihn nicht mehr gesehen. Noch schlimmer heute: Ich habe als Geschenk Klebetattoos bestellt, die in einem DIN A5-Umschlag geliefert wurden. Angekommen sind Tattoos, die alle an der gleichen Stelle einen hässlichen Knick drinhaben, der das Tattoo somit an dieser Stelle zerstört hat! Ich habe für diese Tattoos Geld bezahlt! Dementsprechend erwarte ich, dass mit meiner Post pfleglich umgegangen wird. Zudem schiebt er Maxibriefe oder kleine Päckchen nur so in den Schlitz, dass sie mit einer sehr kleinen Ecke drinhängen und der Rest des Gewichts das Päckchen von außen nach unten zieht. Das macht keinen Sinn, dann kann man es gleich auf den Boden legen, dann ist wenigstens nicht im blödesten Fall der Inhalt beschädigt, weil die Ecke umbiegt bzw. das Päckchen irgendwann auf den Boden fällt. Klauen kann es so oder so jeder... So etwas passiert bei uns im Haus ständig, und gelinde gesagt kotzt es mich langsam an, und das heute mit den Tattoos hat mich veranlasst, mich endlich mal bei Ihnen zu beschweren! Dass Zeitschriften am Titelblatt total zerfleddert im Briefkasten ankommen, weil sie mit roher Gewalt und Hast reingequetscht werden, muss ich nicht noch extra erwähnen. Ich weiß nicht, ob es nur 1 Postbote ist, aber auch bei kl. Briefkästen sollte ein besserer Service möglich sein!
MfG
Leider waren die Zeichen dann auch schon zu Ende, ich hätte mich noch viel mehr austoben können. Ich hoffe, dass der Postbote eine Rüge bekommt. Soweit ich weiß, ist der Mann zwar ziemlich freundlich, aber das geht so einfach nicht. Das ist wieder so typisch " Ist mir doch wurscht, wie die Sachen ankommen!". Mir aber nicht, denn teilweise zahle ich auch für diese Sachen! Und dann will ich verdammt nochmal, dass die nicht halbkaputt hier ankommen, egal, ob die gestresst sind oder nicht. Ich darf mir in meinem Job ja auch keine Schnitzer erlauben!
Ich könnte dem Mann auflauern und ihn selbst höflich bitten, das anders zu gestalten. Aber ich lebe - ohne Scheiß! - in einer Region, in der 30jährige Frauen von älteren Herren automatisch geduzt werden und keinerlei Respekt erhalten. Der würde sich von mir eh nix sagen lassen. Außerdem muss ich gestehen, dass ich absolut unfähig bin, Leute direkt von Angesicht zu Angesicht zu kritisieren, da fühle ich mich immer mies und lasse mich total schnell unterbuttern. Ja, ich bin schwach...
Und bei den Tattoos hat es mich wirklich angefuckt, denn die sind ein Geschenk für meine Fast-Schwiegermutter. Die hatte vor Kurzem Krebs und ihr wurde eine Brust amputiert. Sie hat gesagt, sie würde gerne, wenn sie z. B. in die Sauna geht, ab und zu Tattoos hinmachen an die amputierte Stelle, damit es schöner aussieht und um zu zeigen, dass sie dazu steht. Ich fand die Idee klasse und wollte sie mit diesen Tattoos darin unterstützen und ihr eine Freude machen, da ich weiß, dass sie nicht von alleine herausfindet, wo man sowas findet. (In einem Online-Shop in Österreiche wurde ich fündig, denn man will ja keine 08/15-Tattoos, die man in jeder Bravo-Ausgabe kriegt.) Deshalb kotzt mich das echt an!
Wieso macht der das? Gönnt er einem die Post nicht, hasst er seinen Job? Das erinnert mich an das Video, das neulich im TV gezeigt wurde: Ein DHL-Mitarbeiter schmeißt, nein, sorry, wirft im hohen Bogen die Pakete in seinen Wagen. Das gleiche Schauspiel durfte ich schonmal am Flughafen mit unseren Koffern erleben. Die Koffer wurden ganz absichtlich direkt über dem Förderband fallen gelassen. Und ich frage nochmal: Aus welchem garstigen Grund tut man sowas mit dem Besitz anderer Menschen?!
Heute habe ich doch letztendlich eine Beschwerde verschickt:
Guten Tag,
ich möchte mich nun doch endlich mal beschweren, nachdem ich schon lange überlege, ob ich dies tun soll. Vor einiger Zeit habe ich gesehen, dass unser Postbote die Briefe so garstig als möglich in unsere Briefkästen schiebt. Und zwar biegt er den Brief in der Mitte mit seinen Fingerspitzen um, so dass dieser zusammengefaltet ist, und schiebt ihn dann mit Karacho in den Briefschlitz. Das Resultat: verknickte oder verwellte Briefe. Vielleicht kein Problem bei Werbungen, aber bei Briefen sehr unschön. Leider habe ich den Postboten damals nicht direkt angesprochen, da ich aufgrund dieser Dreistigkeit sprachlos war. Seitdem habe ich ihn nicht mehr gesehen. Noch schlimmer heute: Ich habe als Geschenk Klebetattoos bestellt, die in einem DIN A5-Umschlag geliefert wurden. Angekommen sind Tattoos, die alle an der gleichen Stelle einen hässlichen Knick drinhaben, der das Tattoo somit an dieser Stelle zerstört hat! Ich habe für diese Tattoos Geld bezahlt! Dementsprechend erwarte ich, dass mit meiner Post pfleglich umgegangen wird. Zudem schiebt er Maxibriefe oder kleine Päckchen nur so in den Schlitz, dass sie mit einer sehr kleinen Ecke drinhängen und der Rest des Gewichts das Päckchen von außen nach unten zieht. Das macht keinen Sinn, dann kann man es gleich auf den Boden legen, dann ist wenigstens nicht im blödesten Fall der Inhalt beschädigt, weil die Ecke umbiegt bzw. das Päckchen irgendwann auf den Boden fällt. Klauen kann es so oder so jeder... So etwas passiert bei uns im Haus ständig, und gelinde gesagt kotzt es mich langsam an, und das heute mit den Tattoos hat mich veranlasst, mich endlich mal bei Ihnen zu beschweren! Dass Zeitschriften am Titelblatt total zerfleddert im Briefkasten ankommen, weil sie mit roher Gewalt und Hast reingequetscht werden, muss ich nicht noch extra erwähnen. Ich weiß nicht, ob es nur 1 Postbote ist, aber auch bei kl. Briefkästen sollte ein besserer Service möglich sein!
MfG
Leider waren die Zeichen dann auch schon zu Ende, ich hätte mich noch viel mehr austoben können. Ich hoffe, dass der Postbote eine Rüge bekommt. Soweit ich weiß, ist der Mann zwar ziemlich freundlich, aber das geht so einfach nicht. Das ist wieder so typisch " Ist mir doch wurscht, wie die Sachen ankommen!". Mir aber nicht, denn teilweise zahle ich auch für diese Sachen! Und dann will ich verdammt nochmal, dass die nicht halbkaputt hier ankommen, egal, ob die gestresst sind oder nicht. Ich darf mir in meinem Job ja auch keine Schnitzer erlauben!
Ich könnte dem Mann auflauern und ihn selbst höflich bitten, das anders zu gestalten. Aber ich lebe - ohne Scheiß! - in einer Region, in der 30jährige Frauen von älteren Herren automatisch geduzt werden und keinerlei Respekt erhalten. Der würde sich von mir eh nix sagen lassen. Außerdem muss ich gestehen, dass ich absolut unfähig bin, Leute direkt von Angesicht zu Angesicht zu kritisieren, da fühle ich mich immer mies und lasse mich total schnell unterbuttern. Ja, ich bin schwach...
Und bei den Tattoos hat es mich wirklich angefuckt, denn die sind ein Geschenk für meine Fast-Schwiegermutter. Die hatte vor Kurzem Krebs und ihr wurde eine Brust amputiert. Sie hat gesagt, sie würde gerne, wenn sie z. B. in die Sauna geht, ab und zu Tattoos hinmachen an die amputierte Stelle, damit es schöner aussieht und um zu zeigen, dass sie dazu steht. Ich fand die Idee klasse und wollte sie mit diesen Tattoos darin unterstützen und ihr eine Freude machen, da ich weiß, dass sie nicht von alleine herausfindet, wo man sowas findet. (In einem Online-Shop in Österreiche wurde ich fündig, denn man will ja keine 08/15-Tattoos, die man in jeder Bravo-Ausgabe kriegt.) Deshalb kotzt mich das echt an!
21. Dezember 2011
Prominenz im Bollywoodkurs
Wie der geschätzte Leser bereits weiß, betreibe ich Bollywood-Tanz zusammen mit Emily Howards. Es ist etwas schwierig, sich auf das indische Gejaule zu konzentrieren, wenn im Kopf ständig "Ich bin eine Lady!" widerhallt.
Heute ist mir auch endlich eingefallen, an wen mich die Lehrerin erinnert. Ihr wisst schon, die ca. 60jährige Birgit, äh, Zanna. Nämlich an Ingrid von "Ingrids Woche und Klaus" bei "TV total!"!
Außerdem ist noch eine dabei, die aussieht wie eine (ehemalige) Schauspielerin aus dem "Großstadtrevier". Hab mir grad die Finger wundgegoogelt und sie sogar gefunden: Ann-Cathrin Sudhoff. Die ist auch noch schwanger, da würde ICH mir sowas ja nicht antun, aber jeder nach seiner Fassong, nä?
Ihr seht also, ich bin umzingelt von C-Promi-Doubles. Wer kann das schon von sich behaupten?
Tja, was soll ich zum Thema "Choreo" sagen? Jedes Mal, wenn wir Fortschritte machen, kommen neue Schrittfolgen dazu und alles ist wieder im Arsch. Das Kacklied geht 5 Minuten, und ihr ahnt nicht, wie viele beschissene Schritte, Handgriffe, Bewegungen, Hüftschwünge, Schulterzucker und Bewegungen von Muskeln, die ich vorher nicht kannte, man in 5 Minuten einbauen kann. Und der Rummelplatzspiegel, in dem ich aussehe wie die Mutter von Gilbert Grape, trägt nicht gerade zu einer besseren Stimmung bei. Habe allerdings festgestellt, dass der separate, schlanke Spiegel, der etwas abseits steht, mindestens fünf Kilo wegschummelt, und seitdem tanze ich gerne vorne rechts, hehe.
Übrigens an alle, die mich deshalb gerügt haben: Ich bin nicht die Einzige, die konsequent mit Turnschuhen tanzt! Aber wenn es euch beruhigt - bei der Vorführung (Die ganz bestimmt sehr peinlich werden wird.) müssen wir barfuß tanzen. Ich freu mich jetzt schon drauf, vor allen Leuten auf die Fresse zu fliegen...
Heute ist mir auch endlich eingefallen, an wen mich die Lehrerin erinnert. Ihr wisst schon, die ca. 60jährige Birgit, äh, Zanna. Nämlich an Ingrid von "Ingrids Woche und Klaus" bei "TV total!"!
Außerdem ist noch eine dabei, die aussieht wie eine (ehemalige) Schauspielerin aus dem "Großstadtrevier". Hab mir grad die Finger wundgegoogelt und sie sogar gefunden: Ann-Cathrin Sudhoff. Die ist auch noch schwanger, da würde ICH mir sowas ja nicht antun, aber jeder nach seiner Fassong, nä?
Ihr seht also, ich bin umzingelt von C-Promi-Doubles. Wer kann das schon von sich behaupten?
Tja, was soll ich zum Thema "Choreo" sagen? Jedes Mal, wenn wir Fortschritte machen, kommen neue Schrittfolgen dazu und alles ist wieder im Arsch. Das Kacklied geht 5 Minuten, und ihr ahnt nicht, wie viele beschissene Schritte, Handgriffe, Bewegungen, Hüftschwünge, Schulterzucker und Bewegungen von Muskeln, die ich vorher nicht kannte, man in 5 Minuten einbauen kann. Und der Rummelplatzspiegel, in dem ich aussehe wie die Mutter von Gilbert Grape, trägt nicht gerade zu einer besseren Stimmung bei. Habe allerdings festgestellt, dass der separate, schlanke Spiegel, der etwas abseits steht, mindestens fünf Kilo wegschummelt, und seitdem tanze ich gerne vorne rechts, hehe.
Übrigens an alle, die mich deshalb gerügt haben: Ich bin nicht die Einzige, die konsequent mit Turnschuhen tanzt! Aber wenn es euch beruhigt - bei der Vorführung (Die ganz bestimmt sehr peinlich werden wird.) müssen wir barfuß tanzen. Ich freu mich jetzt schon drauf, vor allen Leuten auf die Fresse zu fliegen...
18. Dezember 2011
Taquile oder: Die Insel der strickenden Männer
Taquile - noch nie gehört, dieses Wort? Dann geht's euch so wie mir. Bis vor Kurzem wusste ich nicht, dass es sich bei Taquile um eine Insel in Peru, direkt am Titicaca-See, handelt. Ich bin eigentlich nicht so sehr an Südamerika interessiert, mein Interessengebiet liegt woanders. Aber diese kleine Insel möchte ich euch nicht vorenthalten.
Ich hatte ja schonmal kurz erwähnt, dass ich vor ein paar Monaten anfing, im hiesigen Weltladen mitzuarbeiten, um mich nicht so unnütz zu fühlen. Neulich war eine Einführung für die neusten Zugänge. Dort erfuhren wir u. a., wie sich der Weltladen eigentlich organisiert, wie es zu den Projekten kommt, wie Fair Trade funktioniert usw. Nach diesem offiziellen Teil fragte uns der Referent noch, ob wir Lust hätten, seine Fotos aus Peru anzuschauen. Dort war er zusammen mit einem Kollegen, um u. a. ein Projekt mit Einheimischen auf die Beine zu stellen.
U. a. verschlug es ihn dafür auch auf die Insel Taquile. Und was uns Frauen - die wir im Laden in der Überzahl sind - natürlich am meisten interessierte und faszinierte: Die strickenden Männer!
In Taquile ist das wichtigste Handwerk Stricken und Weben. Während das Weben ausschließlich von den Frauen erledigt wird, ist Stricken reine Männersache. Das Wissen um die Strickkunst wird vom Vater an den Sohn weitergegeben.
Und wir fanden das natürlich alle total putzig! :-)
Im Übrigen ist die Insel auch noch anderweitig einen Besuch wert - ich denke, die Bilder sprechen für sich...
Habt ihr auch grad so richtig Bock darauf, in Urlaub zu fahren?!
Ich hatte ja schonmal kurz erwähnt, dass ich vor ein paar Monaten anfing, im hiesigen Weltladen mitzuarbeiten, um mich nicht so unnütz zu fühlen. Neulich war eine Einführung für die neusten Zugänge. Dort erfuhren wir u. a., wie sich der Weltladen eigentlich organisiert, wie es zu den Projekten kommt, wie Fair Trade funktioniert usw. Nach diesem offiziellen Teil fragte uns der Referent noch, ob wir Lust hätten, seine Fotos aus Peru anzuschauen. Dort war er zusammen mit einem Kollegen, um u. a. ein Projekt mit Einheimischen auf die Beine zu stellen.
U. a. verschlug es ihn dafür auch auf die Insel Taquile. Und was uns Frauen - die wir im Laden in der Überzahl sind - natürlich am meisten interessierte und faszinierte: Die strickenden Männer!
In Taquile ist das wichtigste Handwerk Stricken und Weben. Während das Weben ausschließlich von den Frauen erledigt wird, ist Stricken reine Männersache. Das Wissen um die Strickkunst wird vom Vater an den Sohn weitergegeben.
Und wir fanden das natürlich alle total putzig! :-)
![]() | ||
| Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Knitter_of_Taquile.jpg?uselang=de |
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| Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Taquilenos_knitting.jpg?uselang=de |
Im Übrigen ist die Insel auch noch anderweitig einen Besuch wert - ich denke, die Bilder sprechen für sich...
| Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:05._Isla_de_Taquile_%2831%29.JPG?uselang=de |
| Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lake_of_Titicaca1.JPG?uselang=de |
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| Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Taquile_Island.jpg?uselang=de |
| Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Taquile_Inselfest_Frauen.JPG?uselang=de |
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| Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Panorama_Lac_Titicaca_-_D%C3%A9cembre_2006.jpg |
Habt ihr auch grad so richtig Bock darauf, in Urlaub zu fahren?!
17. Dezember 2011
Mir reicht's, dass ich weiß, dass ich könnte...
Weihnachten ist eh die Zeit des Müßiggangs. Aber seit dem Ende meines Studiums, seit ich so ein bisschen herumdümple, weder Fisch noch Fleisch bin, nicht genau weiß, was ich erreichen will und v. a. erreichen kann, wo ich im Leben steht, da denke ich mir doch immer öfter, ich bin eine faule Sau und ich könnte eigentlich viel effektiver sein. Früher aufstehen, mehr lernen, mehr leisten, Sport treiben, abnehmen etc.pp.
Eine sehr gute Freundin ist das Gegenteil von mir: Um 7 steht sie auf, egal, ob Wochentag oder Wochenende (Ja, ihr Lieben, hier widersprechen wir dem gängigen Klischee des Landschläferstudenten!), sie belegt 3x so viele Kurse, wie sie müsste, sie bastelt, kocht, backt, schreibt Kurzgeschichten, geht shoppen etc.pp. Einziger Trost: Sie ist viel dicker als ich, denn das mit dem Sport und Abnehmen klappt auch nicht bei ihr, he he. Ihr letzter Facebookstatus:
3 Tage Bunny-Sitten und sie leben noch - check! Alle Weihnachtsgeschenke gekauft - check! Das letzte Referat vor den Ferien erledigt - check! Plätzchen gebacken - check! Endlich mal wieder ein neues Kapitel online gestellt - check! Kaffee und gebrannte Mandeln vor mir aufm Tisch - check!
Sowas nervt mich, aber ich kenne sie ja nun auch schon seit 7 Jahren und denke mir meinen Teil. Sie braucht die Bestätigung und Anerkennung der Anderen, wie toll und fleißig sie doch ist. Und dann bin ich über ein Lied gestolpert, das ganz genau auf den Punkt bringt, wieso ich nicht so übereifrig bin wie sie:
Eine sehr gute Freundin ist das Gegenteil von mir: Um 7 steht sie auf, egal, ob Wochentag oder Wochenende (Ja, ihr Lieben, hier widersprechen wir dem gängigen Klischee des Landschläferstudenten!), sie belegt 3x so viele Kurse, wie sie müsste, sie bastelt, kocht, backt, schreibt Kurzgeschichten, geht shoppen etc.pp. Einziger Trost: Sie ist viel dicker als ich, denn das mit dem Sport und Abnehmen klappt auch nicht bei ihr, he he. Ihr letzter Facebookstatus:
3 Tage Bunny-Sitten und sie leben noch - check! Alle Weihnachtsgeschenke gekauft - check! Das letzte Referat vor den Ferien erledigt - check! Plätzchen gebacken - check! Endlich mal wieder ein neues Kapitel online gestellt - check! Kaffee und gebrannte Mandeln vor mir aufm Tisch - check!
Sowas nervt mich, aber ich kenne sie ja nun auch schon seit 7 Jahren und denke mir meinen Teil. Sie braucht die Bestätigung und Anerkennung der Anderen, wie toll und fleißig sie doch ist. Und dann bin ich über ein Lied gestolpert, das ganz genau auf den Punkt bringt, wieso ich nicht so übereifrig bin wie sie:
15. Dezember 2011
Ausbeutung mal ganz legal
Also bei vielen Jobanzeigen läuft's einem eiskalt den Rücken runter. Da soll man die eierlegende Wollmilchsau sein, dabei noch super aussehen (Ein Unding ist das mit der Foto-Pflicht bei Bewerbungen an deutschen Firmen, selbst als Putzfrau muss man ein Bild mitschicken!) und am Besten noch selbst zahlen aus Dankbarkeit dafür, dass man überhaupt mal was arbeiten darf.
Am Tollsten sind die so genannten "Praktika", bei denen man einfach nur eine kostenlose Arbeitskraft braucht, natürlich am Besten für mind. 6 Monate bei einer eigentlich total anspruchslosen Tätigkeit, bei der man nicht wirklich viel lernt.
Nur ein Beispiel:
Eine Orga, die jedes Jahr Open Air-Kino an einer Burg organisiert, sucht - ich zitiere - "motivierte Praktikanten! Zeitraum: Ab sofort, etwa einen Monat lang (Na das geht ja noch.), 20h pro Woche für die ersten Planungen (Das geht ja auch noch, da kann man noch nebenbei studieren oder Geld verdienen.) und dann im nächsten Sommer von Mai bis Juli fulltime! Du hast Spaß am Organisieren, Planen und Gestalten - dann melde dich."
Ähm, joah... Ich will jetzt mal nicht behaupten, dass man bei sowas gar nichts lernt. Aber allein 3 Monate Vollzeit Praktikum machen (Mitten im Semester, wohlgemerkt!) bei einer Mini-Orga, die halt Open Air-Kino macht - ich glaube nicht, dass sich diese Zeitinvestition irgendwie rechnet. Solche Sachen werden in diesem Fall meist von Freiwilligen übernommen. Das Ganze noch als Praktikum zu verkaufen, bei dem man sich 3 Monate lang Vollzeit abrackern soll, finde ich etwas übertrieben. Wird momentan öfter gepostet, haben sich wohl noch nicht genug Leute gemeldet. Nanu?!
Mein Favorit ist ja der Lego-Mann. "Ich bin Student, selbstständig und verkaufe Lego-Teile. Diese müssen sortiert werden. Wenn ihr bei mir arbeiten wollt (Es gibt 5 €/h.), dann meldet euch. Ihr müsst erstmal 2 Wochen lang kostenlos arbeiten, damit ich sehe, ob ihr die Tätigkeit auch beherrscht. (Es geht wie gesagt darum, Legosteine zu sortieren!) Bewerbung bitte nur mit Bild! (Damit die Legosteine auch was zu gucken haben!)"
Jetzt zwar nicht kostenlos, aber im Endeffekt glaube ich - auch nachdem diese Anzeige wirklich ständig gepostet wird - dass der gute Mann einfach nur die Leute zum kostenlosen Probearbeiten herzitiert und sich somit vermutlich über Monate hinweg Arbeitskräfte sichert, ohne einen Cent zu bezahlen. Und ich glaube nicht, dass man für eine Tätigkeit wie Legosteine sortieren groß angelernt werden muss.
Versteht mich nicht falsch - mal eine Zeitlang für schlechte oder gar keine Bezahlung in einem Unternehmen arbeiten, wo man dann ein ordentliches Praktikumszeugnis in Händen hält und auch wirklich was Gescheites gelernt hat, DAS würde ich auch machen. Aber sowas wie da oben? Das ist doch die reinste Verarsche, oder?!
Leute, was ist denn bitte mit dem deutschen Arbeitsmarkt los?! Sind potentielle Arbeitskräfte mittlerweile echt so wenig wert?
Am Tollsten sind die so genannten "Praktika", bei denen man einfach nur eine kostenlose Arbeitskraft braucht, natürlich am Besten für mind. 6 Monate bei einer eigentlich total anspruchslosen Tätigkeit, bei der man nicht wirklich viel lernt.
Nur ein Beispiel:
Eine Orga, die jedes Jahr Open Air-Kino an einer Burg organisiert, sucht - ich zitiere - "motivierte Praktikanten! Zeitraum: Ab sofort, etwa einen Monat lang (Na das geht ja noch.), 20h pro Woche für die ersten Planungen (Das geht ja auch noch, da kann man noch nebenbei studieren oder Geld verdienen.) und dann im nächsten Sommer von Mai bis Juli fulltime! Du hast Spaß am Organisieren, Planen und Gestalten - dann melde dich."
Ähm, joah... Ich will jetzt mal nicht behaupten, dass man bei sowas gar nichts lernt. Aber allein 3 Monate Vollzeit Praktikum machen (Mitten im Semester, wohlgemerkt!) bei einer Mini-Orga, die halt Open Air-Kino macht - ich glaube nicht, dass sich diese Zeitinvestition irgendwie rechnet. Solche Sachen werden in diesem Fall meist von Freiwilligen übernommen. Das Ganze noch als Praktikum zu verkaufen, bei dem man sich 3 Monate lang Vollzeit abrackern soll, finde ich etwas übertrieben. Wird momentan öfter gepostet, haben sich wohl noch nicht genug Leute gemeldet. Nanu?!
Mein Favorit ist ja der Lego-Mann. "Ich bin Student, selbstständig und verkaufe Lego-Teile. Diese müssen sortiert werden. Wenn ihr bei mir arbeiten wollt (Es gibt 5 €/h.), dann meldet euch. Ihr müsst erstmal 2 Wochen lang kostenlos arbeiten, damit ich sehe, ob ihr die Tätigkeit auch beherrscht. (Es geht wie gesagt darum, Legosteine zu sortieren!) Bewerbung bitte nur mit Bild! (Damit die Legosteine auch was zu gucken haben!)"
Jetzt zwar nicht kostenlos, aber im Endeffekt glaube ich - auch nachdem diese Anzeige wirklich ständig gepostet wird - dass der gute Mann einfach nur die Leute zum kostenlosen Probearbeiten herzitiert und sich somit vermutlich über Monate hinweg Arbeitskräfte sichert, ohne einen Cent zu bezahlen. Und ich glaube nicht, dass man für eine Tätigkeit wie Legosteine sortieren groß angelernt werden muss.
Versteht mich nicht falsch - mal eine Zeitlang für schlechte oder gar keine Bezahlung in einem Unternehmen arbeiten, wo man dann ein ordentliches Praktikumszeugnis in Händen hält und auch wirklich was Gescheites gelernt hat, DAS würde ich auch machen. Aber sowas wie da oben? Das ist doch die reinste Verarsche, oder?!
Leute, was ist denn bitte mit dem deutschen Arbeitsmarkt los?! Sind potentielle Arbeitskräfte mittlerweile echt so wenig wert?
14. Dezember 2011
Das DHL-Dilemma - Fortsetzung
Ich hatte 3 Artikel auf einmal bei Amazon bestellt, die alle zeitgleich verschickt wurden. Allerdings in 2 Paketen... Da das Paket relativ groß werden würde, habe ich es diesmal in eine andere Packstation schicken lassen, die mein Männchen nach der Arbeit mit dem Auto anfährt. Ergebnis: Paket 1 kam in diese Packstation, Paket 2 wurde in eine dämliche Filiale in der Nähe dieser PS geliefert. Zwar nicht wirklich weit zu Fuß, aber trotzdem nervig, denn ich wollte ja, dass das Männchen die Sachen mit dem Auto holt, nur geht das bei Paket 2 natürlich nicht, da er nicht vor 18 Uhr in den Laden kommt. Also muss ich hinschlappen.
2 weitere Päckchen ließ ich in meine Stamm-Packstation liefern. Das gleiche Ergebnis: Paket 1 kam in die PS, Paket 2 wurde in die Filiale umgeleitet.
Jetzt darf ich also auch noch in 2 Filialen latschen, die sich in entgegengesetzten Richtungen befinden. Ganz tolle Nummer! Aber wenn ich die Sachen direkt nach Hause schicken lasse, verwette ich meinen fetten Arsch drauf, dass grad keiner da ist und die Pakete wieder in 'ner ganz anderen Filiale landen. Bei den Wegen, die ich für die umgeleiteten Päckchen zurücklegen darf, kann ich die Sachen demnächst auch gleich persönlich beim Absender abholen...
2 weitere Päckchen ließ ich in meine Stamm-Packstation liefern. Das gleiche Ergebnis: Paket 1 kam in die PS, Paket 2 wurde in die Filiale umgeleitet.
Jetzt darf ich also auch noch in 2 Filialen latschen, die sich in entgegengesetzten Richtungen befinden. Ganz tolle Nummer! Aber wenn ich die Sachen direkt nach Hause schicken lasse, verwette ich meinen fetten Arsch drauf, dass grad keiner da ist und die Pakete wieder in 'ner ganz anderen Filiale landen. Bei den Wegen, die ich für die umgeleiteten Päckchen zurücklegen darf, kann ich die Sachen demnächst auch gleich persönlich beim Absender abholen...
12. Dezember 2011
Das DHL-Dilemma
Mit der Post ist das ja im Winter genauso wie mit der Bahn bezüglich des Wetters: Sobald es auf Weihnachten zugeht, läuft gar nichts mehr rund in dem Laden.
Ich bin überzeugte Packstation-Nutzerin. Da ich idR nie daheim bin, wenn ein Paket kommt, und unsere alte Frau Müller nicht jedes Paket entgegennehmen kann. (Dabei dachte ich eigentlich, dass sie nie die Wohnung verlässt. Hm...)
Hier mal eine kleine Erfolgsbilanz der letzten Wochen:
Paket 1-3: An Packstation gesendet, aber in Filiale umgeleitet, weil Packstation voll. So macht das natürlich keinen Sinn mit der Packstation, wenn man dann doch während der Öffnungszeiten in den Laden gehen und sich in die Warteschlange einreihen muss.
Paket 4: Konnte nicht an eine Packstation geliefert werden, also notgedrungen an meine Wohnadresse. Natürlich war ich nicht anwesend und natürlich war auch sonst niemand im Haus, der das Paket annehmen konnte. 2. Zustellversuch ist ja eh nicht drin, das Paket geht auch nicht an die Poststelle, an der ich idR vorbeikomme, wenn ich in die Stadt gehe, sondern an die am Bahnhof, wo ich extra hinfahren muss. Auf meine Frage, ob man da nicht irgendwie beantragen könnte, dass Pakete an die andere Filiale (ca. 200 m weiter Luftlinie, aber für mich näher) umgeleitet werden könnte, meint der Postmitarbeiter: "Ich hab keine Ahnung, was die von DHL so treiben, wir kriegen ja nichts mit, uns sagt man ja nichts." Ok, da kann man wohl nix erwarten. Ich werde mal einen freundlichen Zettel an den Briefkasten hängen und gucken, ob das funktioniert.
Paket 5: An die gewünschte Packstation gesendet, juhu!!!
Paket 6: In Packstation 111 am Bahnhof eingeliefert statt in Packstation 101 bei meiner Stammpostfiliale. Wieso denn das? Hat sich der Absender vielleicht verschrieben? Nein, hat er nicht. Der Postbote war einfach nur schlampig und hat das Päckchen in die falsche Packstation rein. Toll... zum Glück musste ich heute eh shoppen gehen und war in der Nähe des Bahnhofs. Trotzdem nervig.
Die nächsten Tage kriege ich mehrere Päckchen, ich bin gespannt, wie die weitere Statistik aussehen wird. Und ja, ich bin überzeugte Internetshopperin. Als Misanthropin wirft man sich nicht freiwillig in die Weihnachtseinkaufsschlacht.
Ich bin überzeugte Packstation-Nutzerin. Da ich idR nie daheim bin, wenn ein Paket kommt, und unsere alte Frau Müller nicht jedes Paket entgegennehmen kann. (Dabei dachte ich eigentlich, dass sie nie die Wohnung verlässt. Hm...)
Hier mal eine kleine Erfolgsbilanz der letzten Wochen:
Paket 1-3: An Packstation gesendet, aber in Filiale umgeleitet, weil Packstation voll. So macht das natürlich keinen Sinn mit der Packstation, wenn man dann doch während der Öffnungszeiten in den Laden gehen und sich in die Warteschlange einreihen muss.
Paket 4: Konnte nicht an eine Packstation geliefert werden, also notgedrungen an meine Wohnadresse. Natürlich war ich nicht anwesend und natürlich war auch sonst niemand im Haus, der das Paket annehmen konnte. 2. Zustellversuch ist ja eh nicht drin, das Paket geht auch nicht an die Poststelle, an der ich idR vorbeikomme, wenn ich in die Stadt gehe, sondern an die am Bahnhof, wo ich extra hinfahren muss. Auf meine Frage, ob man da nicht irgendwie beantragen könnte, dass Pakete an die andere Filiale (ca. 200 m weiter Luftlinie, aber für mich näher) umgeleitet werden könnte, meint der Postmitarbeiter: "Ich hab keine Ahnung, was die von DHL so treiben, wir kriegen ja nichts mit, uns sagt man ja nichts." Ok, da kann man wohl nix erwarten. Ich werde mal einen freundlichen Zettel an den Briefkasten hängen und gucken, ob das funktioniert.
Paket 5: An die gewünschte Packstation gesendet, juhu!!!
Paket 6: In Packstation 111 am Bahnhof eingeliefert statt in Packstation 101 bei meiner Stammpostfiliale. Wieso denn das? Hat sich der Absender vielleicht verschrieben? Nein, hat er nicht. Der Postbote war einfach nur schlampig und hat das Päckchen in die falsche Packstation rein. Toll... zum Glück musste ich heute eh shoppen gehen und war in der Nähe des Bahnhofs. Trotzdem nervig.
Die nächsten Tage kriege ich mehrere Päckchen, ich bin gespannt, wie die weitere Statistik aussehen wird. Und ja, ich bin überzeugte Internetshopperin. Als Misanthropin wirft man sich nicht freiwillig in die Weihnachtseinkaufsschlacht.
8. Dezember 2011
Adventskalender - Das Happy End!
Nachdem ich vor ein paar Tagen gejammert habe, dass ich schon wieder keinen Adventskalender bekommen habe, lag heute eine Paketbenachrichtigung im Briefkasten. Zum Glück musste ich nicht erst wieder mit dem Bus zum Bahnhof gondeln, um es dort abzuholen, sondern unsere sehr alte Hausbewohnerin Frau Müller nahm dankenswerterweise das Paket entgegen.
Und darin lag:
Juhu!!! :-) Jemand hat an mich gedacht und mir den Luxus-Ü-Eier-Kalender gekauft. Nicht, dass mein Arsch und auch sonst alles an mir eh schon zu voluminös wäre. Oder dass Ü-Eier furchtbar praktisch wären. Aber ich liebe Ü-Eier, seit ich klein war und uns meine Mama regelmäßig Ü-Eier aus dem Tante Emma-Laden mitbrachte. Wenn mich nicht damals als Kind unsere hinterhältige Postangestellte abgezogen hätte, indem sie mir für 20 Mark - viel Geld für ein einfaches Arbeiterkind - eine ganze Schachtel Ü-Eier-Figuren abluchste, die vermutlich mittlerweile das Doppelte, Dreifache und was weiß ich-fache wert sind, dann wäre ich jetzt bestimmt schon Mittelschicht! (Verflucht seist du, elendes Weib!)
Und nein, der Kalender kommt nicht von meinem Männchen, so aufmerksam ist der nicht, sondern von meinem besten Freund. Schwul, um das Klischee vollends zu bedienen. ;-) Und wie man sieht, auch ab und an richtig lieb zu mir. Das reib ich heute Abend dem Männchen richtig rein!
Und darin lag:
Juhu!!! :-) Jemand hat an mich gedacht und mir den Luxus-Ü-Eier-Kalender gekauft. Nicht, dass mein Arsch und auch sonst alles an mir eh schon zu voluminös wäre. Oder dass Ü-Eier furchtbar praktisch wären. Aber ich liebe Ü-Eier, seit ich klein war und uns meine Mama regelmäßig Ü-Eier aus dem Tante Emma-Laden mitbrachte. Wenn mich nicht damals als Kind unsere hinterhältige Postangestellte abgezogen hätte, indem sie mir für 20 Mark - viel Geld für ein einfaches Arbeiterkind - eine ganze Schachtel Ü-Eier-Figuren abluchste, die vermutlich mittlerweile das Doppelte, Dreifache und was weiß ich-fache wert sind, dann wäre ich jetzt bestimmt schon Mittelschicht! (Verflucht seist du, elendes Weib!)
Und nein, der Kalender kommt nicht von meinem Männchen, so aufmerksam ist der nicht, sondern von meinem besten Freund. Schwul, um das Klischee vollends zu bedienen. ;-) Und wie man sieht, auch ab und an richtig lieb zu mir. Das reib ich heute Abend dem Männchen richtig rein!
7. Dezember 2011
Versprecher
Männchen und ich kamen auf das Thema zu sprechen, dass manche Menschen, wenn sie an einer schweren Krankheit leiden, plötzlich Anhänger von anderen Religionen und Esoterik werden.
Ich: "Jürgens Mama ist ja dann damals, als sie Krebs hatte, auch nach Frankfurt gegangen, als Buddha zu Besuch kam."
Männchen: "Äh, ja, genau. Und neulich war Gott in Freiburg..."
:-/
Ich: "Jürgens Mama ist ja dann damals, als sie Krebs hatte, auch nach Frankfurt gegangen, als Buddha zu Besuch kam."
Männchen: "Äh, ja, genau. Und neulich war Gott in Freiburg..."
:-/
3. Dezember 2011
Adventskalender
Tja, der 3. Dezember ist schon so gut wie vorbei, und wieder bin ich dieses Jahr leer ausgegangen - kein Adventskalender für mich. :-(
Dabei kriegt mein Männchen schon seit 3 Jahren einen. Und ich gebe mir wirklich Mühe. Vor 3 Jahren habe ich ein komplettes Weihnachtsdorf gebastelt. Schon Wochen vorher habe ich allerlei Verpackungen, Schächtelchen, Kästchen gesammelt und zu Gebäuden umfunktioniert. Das sah dann so aus (inkl. Kunstschnee!):
Das war mein 1. und vorerst letzter selbstgebastelter Adventskalender. Denn ichhab keinen Bock mehr bin alles andere als ein Bastelfan, völlig unkreativ und unbegabt. Und teuer war's auch noch, man kann ja nicht nur Süßigkeiten reintun, was am Billigsten wäre, da schimpft ja das gertenschlanke Männchen, dass es fett wird...
Deshalb hat der undankbare Sack dieses Jahr nur einen großen 1 €-Filzweihnachtssack von Woolworth gekriegt. Hab ich an die Tür gehängt und befülle ich jeden Tag mit etwas Schönem. Hatte ich ihm aber auch angekündigt und geschwärmt, was es für tolle Adventskalender gibt. Z. B. den Ü-Eier-Adventskalender, den jede 30jährige mit Übergewicht dringend braucht!
Und was hab ich gekriegt? Nüschts! War ja klar. Bei dem Mann hat man diesbezüglich einfach nichts zu erwarten. Am Besten nimmt man sich da heimlich Geld aus seinem Geldbeutel und kauft sich selbst was Schönes. Jetzt verstehe ich auch meine Mutter so langsam, die das so macht...
Ich krieg NIE einen Adventskalender. Also mal abgesehen von den 1 €-Dingern, die mir meine Mutter früher immer gekauft hat und die schon am 15. von mir komplett erlegt waren. Aber so nen schönen selbstgemachten. Oder einen teuren (> 5 €) gekauften. Nö, nie! Doofe Adventszeit, echt jetzt...
Dabei kriegt mein Männchen schon seit 3 Jahren einen. Und ich gebe mir wirklich Mühe. Vor 3 Jahren habe ich ein komplettes Weihnachtsdorf gebastelt. Schon Wochen vorher habe ich allerlei Verpackungen, Schächtelchen, Kästchen gesammelt und zu Gebäuden umfunktioniert. Das sah dann so aus (inkl. Kunstschnee!):
Das war mein 1. und vorerst letzter selbstgebastelter Adventskalender. Denn ich
Deshalb hat der undankbare Sack dieses Jahr nur einen großen 1 €-Filzweihnachtssack von Woolworth gekriegt. Hab ich an die Tür gehängt und befülle ich jeden Tag mit etwas Schönem. Hatte ich ihm aber auch angekündigt und geschwärmt, was es für tolle Adventskalender gibt. Z. B. den Ü-Eier-Adventskalender, den jede 30jährige mit Übergewicht dringend braucht!
Und was hab ich gekriegt? Nüschts! War ja klar. Bei dem Mann hat man diesbezüglich einfach nichts zu erwarten. Am Besten nimmt man sich da heimlich Geld aus seinem Geldbeutel und kauft sich selbst was Schönes. Jetzt verstehe ich auch meine Mutter so langsam, die das so macht...
Ich krieg NIE einen Adventskalender. Also mal abgesehen von den 1 €-Dingern, die mir meine Mutter früher immer gekauft hat und die schon am 15. von mir komplett erlegt waren. Aber so nen schönen selbstgemachten. Oder einen teuren (> 5 €) gekauften. Nö, nie! Doofe Adventszeit, echt jetzt...
2. Dezember 2011
Gutes tun muss man büßen
So lautet der Titel eines Musicalsongs. Diese Erfahrung habe ich schon oft gemacht, aber heute traf sie mal wieder zu.
Um 8:21 Uhr rief mein Freund an. Ich ging fluchend ans Telefon mit dem Gedanken: "Welcher Penner ruft denn bitte so früh die Leute zu Hause an?!"
Er erzählte mir, dass er auf dem Weg zur Arbeit auf der vielbefahrenen Bundesstraße eine angefahrene Katze gesehen hätte. Er hielt an und versuchte, das Tier einzufangen, doch sie fauchte ihn an und haute ab. Da er sich aber sicher war, dass sie verletzt war, vermutlich ein Bein gebrochen, rief er die uns wohlbekannte Katzenhilfe an, dessen Nummer ich ihm geben sollte.
Danach hab ich erstmal 1,5h nichts mehr von ihm gehört. Ein Anruf war vergebens. Gerade kam eine SMS: Die Katze wurde gerettet und ist beim Tierarzt. Katzenhilfe und Tierheim waren bei der Aktion dabei, mein Freund hat natürlich mitgeholfen und abgewartet, bis er sicher sein konnte, dass das Kerlchen gut versorgt ist. Dafür springt nun sein Auto nicht mehr an und er wartet gerade auf den Pannendienst. Was geil ist, denn das Auto hat er vor ca. einem Monat erst gekauft. Zwar von privat, aber scheckheftgepflegt, und er ist noch zusammen mit dem Vorbesitzer zum TÜV, der keine Mängel feststellen konnte. Wieso das doofe Auto nun plötzlich seinen Geist aufgibt, wo er sowieso schon über eine Stunde zu spät ist für die Arbeit (Zum Glück haben die Vertrauensarbeitszeit oder wie man das nennt.), passt ja wirklich wie die Faust aufs Auge. Das ist also die Belohnung dafür, dass er nicht - wie der Penner, der die arme Mieze angefahren hat - einfach an einer verletzten Katze vorbeifährt und sie ihrem Schicksal überlässt. Und da frage ich mich mal wieder, wieso gute Taten eigentlich idR. ständig mit etwas Schlechtem "belohnt" werden?
NACHTRAG 18:15 Uhr:
Der Abschleppdienst hat Starthilfe gegeben und das Auto sprang wieder an. Morgen lassen wir mal checken, ob die Batterie ausgewechselt werden sollte.
Vorhin in der Tierklinik angerufen. Die arme Katze musste eingeschläfert werden, Schädelbruch. :-(((( Mensch, so ein Dreck!!!
Um 8:21 Uhr rief mein Freund an. Ich ging fluchend ans Telefon mit dem Gedanken: "Welcher Penner ruft denn bitte so früh die Leute zu Hause an?!"
Er erzählte mir, dass er auf dem Weg zur Arbeit auf der vielbefahrenen Bundesstraße eine angefahrene Katze gesehen hätte. Er hielt an und versuchte, das Tier einzufangen, doch sie fauchte ihn an und haute ab. Da er sich aber sicher war, dass sie verletzt war, vermutlich ein Bein gebrochen, rief er die uns wohlbekannte Katzenhilfe an, dessen Nummer ich ihm geben sollte.
Danach hab ich erstmal 1,5h nichts mehr von ihm gehört. Ein Anruf war vergebens. Gerade kam eine SMS: Die Katze wurde gerettet und ist beim Tierarzt. Katzenhilfe und Tierheim waren bei der Aktion dabei, mein Freund hat natürlich mitgeholfen und abgewartet, bis er sicher sein konnte, dass das Kerlchen gut versorgt ist. Dafür springt nun sein Auto nicht mehr an und er wartet gerade auf den Pannendienst. Was geil ist, denn das Auto hat er vor ca. einem Monat erst gekauft. Zwar von privat, aber scheckheftgepflegt, und er ist noch zusammen mit dem Vorbesitzer zum TÜV, der keine Mängel feststellen konnte. Wieso das doofe Auto nun plötzlich seinen Geist aufgibt, wo er sowieso schon über eine Stunde zu spät ist für die Arbeit (Zum Glück haben die Vertrauensarbeitszeit oder wie man das nennt.), passt ja wirklich wie die Faust aufs Auge. Das ist also die Belohnung dafür, dass er nicht - wie der Penner, der die arme Mieze angefahren hat - einfach an einer verletzten Katze vorbeifährt und sie ihrem Schicksal überlässt. Und da frage ich mich mal wieder, wieso gute Taten eigentlich idR. ständig mit etwas Schlechtem "belohnt" werden?
NACHTRAG 18:15 Uhr:
Der Abschleppdienst hat Starthilfe gegeben und das Auto sprang wieder an. Morgen lassen wir mal checken, ob die Batterie ausgewechselt werden sollte.
Vorhin in der Tierklinik angerufen. Die arme Katze musste eingeschläfert werden, Schädelbruch. :-(((( Mensch, so ein Dreck!!!
30. November 2011
Spaß mit dem Arbeitsamt
UPDATE (Erst den unteren Teil bitte lesen.):
Wahnsinn, ich bin endlich mal durchgekommen! Das Gespräch war megaergiebig... Ich bin einfach furchtbar naiv. Ich habe - Bitte festhalten! - doch tatsächlich geglaubt, dass man da zu einem Berater durchgestellt wird, der einen Termin mit einem vereinbart.
Ja, bitte lacht alle ganz laut und zeigt mit dem Finger auf mich und schreit "Naive Kuh!"
Erstmal hat mir die gute Dame am Telefon eine Studienberatung aufdrücken wollen, die man für Schüler anbietet, die sich nicht sicher sind, ob sie studieren oder eine Ausbildung machen sollen. Ähm, gute Frau, ich habe bereits einen akademischen Abschluss, DAS kommt definitiv zu spät. Ich bräuchte jemanden, der Leute berät mit akademischen Abschluss. Woraufhin die Frau meinte, dass die Berater keinen akademischen Abschluss hätten. Äh, hallo?! ICH habe einen, ich brauche nicht einen mit Abschluss, du dumme Kuh! Also nochmal: Ich brauche bitte einen Mitarbeiter, der mir mal so meine Möglichkeiten aufzeigt, so mit akademischem geisteswissenschaftlichen Abschluss PLUS fundierter kaufmännischer Berufsausbildung. Kann doch nämlich nicht sein, dass ich damit gar nichts machen kann. Außer im akademischen Bereich völlig unter- und im kaufmännischen Bereich überqualifiziert zu sein und deshalb niemals nie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden...
Dann meinte sie wieder, hm, da sind Sie falsch bei uns, wir machen keine Wischiwaschiberatungen, wir melden sie dann richtig arbeitssuchend. Oh, meinetwegen, ist mir langsam auch wurscht, Hauptsache ich krieg endlich mal einen Termin!!!
Am Ende habe ich den Schritt bereut. Nun kriege ich einen Brief, in dem ein Termin vorgeschlagen wird. EINER. Ohne mich zu fragen.
"Ähm, also, es ist so, ich sitze nicht den ganzen Tag daheim herum und kann zu jedem Zeitpunkt einfach zu Ihnen kommen. Wie ist das denn, wenn ich nicht kann?"
"Dann können Sie den Berater schon anrufen und schauen, dass Sie einen anderen Termin kriegen, aber der hat ja seine 300, 400 Leute, die er beraten muss, da sind die nicht flexibel."
Gut, was soll's, ich warte einfach diesen dummen Brief ab, und wenn ich nicht kann, sage ich ab und lass die Scheiße sein. Dann gehe ich eben mal im Januar auf gut blöd nochmal zu der doofen Uniberatungsstelle. Ich bin mir eh schon sicher, dass das alles nichts bringt. Das nächste Mal pfeife ich auf die Tipps vom Career Service. "Gehen Sie doch mal zur Hochschulberatung des Arbeitsamtes." Jaha, prima Idee!!!
Und eigentlich wollte ich ernsthaft fragen, ob die nicht jemanden dort brauchen, aber wenn mich der Affenzirkus schon als Außenstehende zur Weißglut treibt, möchte ich gar nicht wissen bzw. erleben, wie's da intern zugeht...
__________________________________________________________
Ich schreibe nicht "Spaß BEIM Arbeitsamt", denn vermutlich werde ich nie so weit kommen, einen verfickten Termin bei diesem Drecksladen zu bekommen...
Ich hab ja vor einiger Zeit mein Studium beendet und seitdem keinerlei Tätigkeit aufnehmen können, für die ich einen akademischen Abschluss hätte machen müssen. Sprich: Ich bin arbeitssuchende Akademikerin, die hofft, dass sie irgendwann mal nicht mehr das Gefühl hat, die ganzen Jahre und das ganze Geld für das Studium in die Tonne gekloppt zu haben.
Bislang habe ich mich alleine durchgeschlagen und mir den Weg zum Arbeitsamt gespart, da ich mich mit Nebenjobs über Wasser halte und es für meinen Berufszweig momentan überhaupt nichts gibt. Finanziell würde es sich null lohnen, da ja mein Freund einer Arbeit nachgeht und mich durchfüttern darf, wenn ich gar nichts mehr verdiene. Mit Akademikern, die etwas Exotisches studiert haben, sind diese Deppen eh überfordert. Wozu also der Aufwand, sich da hinzubequemen?
Nun wurde mir jedoch empfohlen, mich an das Hochschulteam des Arbeitsamtes zu wenden. Angeblich hätten die durchaus fähige Menschen, die ganz eventuell eine Idee, einen Tipp oder sonstwas hätten.
Unsere Uni bietet jeden 2. Dienstag im Studentenwerk von 10-14 Uhr die Beratung durch einen auf Akademiker spezialisierten Arbeitsamtmenschen an. Kein Termin erforderlich - geht ja auch gar nicht, denn es gibt keine Nummer, unter der man einen Termin ausmachen könnte...
Vor zwei Wochen stapfte ich dienstags in der klirrenden Kälte 20 Min. zum Studentenwerk. Gepasst hat mir das nicht wirklich, denn 1. habe ich am DI volles Programm und musste diesen Termin erstmal irgendwie einschieben, und 2. war ich seit dem Vortag ziemlich stark erkältet. Aber was tut man nicht alles... 20 sehr kalte Minuten und -zig Frostbeulen später stand ich völlig entgeistert vor dem fetten Schild "Die Beratung fällt heute wegen Krankheit aus." Mann, hab ich getobt! Diese blöden Affen haben sowohl eine Homepage als auch eine Facebookseite. Es ist wohl zu viel verlangt, den Leuten irgendwie mitzuteilen, dass man sich den Scheißweg sparen kann. Im Übrigen lag ich nach der Aktion bis zum WE komplett mit einer schweren Erkältung flach. Danke auch...
2 Wochen später, also gestern, habe ich mich wieder hinbequemt. Man kann ja nirgendwo anrufen und fragen, ob auch wirklich jemand da ist, das wäre viel zu viel Service. *bitter auflach* Als ich vor der Glastür stand, war ich erleichtert, denn das Licht war an und auf dem Tisch stand ein aufgeklappter Laptop. Nur ein Mensch dazu fehlte. Ich wartete. 5 Minuten. 10 Minuten. 15 Minuten.
Ich ging rüber zum Infoservice des Studentenwerks. "Ich hab keine Ahnung von diesen Beratungen, damit habe ich nichts zu tun." Nee, warum auch. Ist ja nur vom Studentenwerk organisiert, wieso sollte das Studentenwerk da Bescheid wissen?!
Immerhin konnte die gelangweilte doofe Kuh mir eine Dame im Gebäude nennen, die dafür zuständig sei. Ich wartete nochmal 10 Minuten. Vielleicht holt er sich gerade was zum Essen? Dann ging ich entnervt zu besagter Dame. Die meinte, sie weiß auch nicht, was da los sei, sie hätte alles hergerichtet für den externen Arbeitsamtmitarbeiter (Deshalb das Licht und der Laptop.), aber er sei bislang nicht aufgetaucht. Es war wohlgemerkt bereits 12:30 Uhr, der Arsch sollte seit 2,5h da sein!
Da ich bereits die 2. Person war, die sich wunderte und eine Beratung wünschte, rief sie im Arbeitsamt an. Dort wurde ihr mitgeteilt, dass der Mitarbeiter ans falsche Unigebäude gefahren war, sich wunderte, dass niemand käme, seinen Fehler erkannte, aber nicht einfach an den richtigen Ort fuhr, wo er immer noch ein paar Stunden abzusitzen hatte, sondern angeblich zu einem Termin.
Man gab ihr eine Hotlinenummer für mich, unter der ich ja einen Termin mit dem Hochschulteam ausmachen könnte. Tja, natürlich ist diese Nummer kostenpflichtig, das und dieser hirnlose Vollspack von Arbeitsamtidiot alleine ist aber nicht der Aufreger. Sondern ich habe auf dieser Nummer angerufen und kriege nur - nachdem ich mir die dumme Ansage anhören muss, die erstmal alles aufzählt, was man wählen kann - zu hören, dass die Leitungen alle belegt sind und ich während der Sevicezeiten wieder anrufen solle. Und ja, natürlich habe ich während der beschissenen Servicezeiten angerufen!!!
So, wenn jetzt noch jemand eine Idee hat, wie ich an eine verfickte Drecksberatung rankommen soll, möge er mir bitte einen Tipp geben! Und vor Weihnachten fallen die restlichen regulären Beratungstermine wohl auch alle aus, nächste Woche z. B., weil - ACHTUNG! - Nikolaus ist...
Ich werde auch direkt nachfragen, ob man im Arbeitsamt eine Stelle für mich frei hat. Für den Laden muss man ja eh nichts können.
Wahnsinn, ich bin endlich mal durchgekommen! Das Gespräch war megaergiebig... Ich bin einfach furchtbar naiv. Ich habe - Bitte festhalten! - doch tatsächlich geglaubt, dass man da zu einem Berater durchgestellt wird, der einen Termin mit einem vereinbart.
Ja, bitte lacht alle ganz laut und zeigt mit dem Finger auf mich und schreit "Naive Kuh!"
Erstmal hat mir die gute Dame am Telefon eine Studienberatung aufdrücken wollen, die man für Schüler anbietet, die sich nicht sicher sind, ob sie studieren oder eine Ausbildung machen sollen. Ähm, gute Frau, ich habe bereits einen akademischen Abschluss, DAS kommt definitiv zu spät. Ich bräuchte jemanden, der Leute berät mit akademischen Abschluss. Woraufhin die Frau meinte, dass die Berater keinen akademischen Abschluss hätten. Äh, hallo?! ICH habe einen, ich brauche nicht einen mit Abschluss, du dumme Kuh! Also nochmal: Ich brauche bitte einen Mitarbeiter, der mir mal so meine Möglichkeiten aufzeigt, so mit akademischem geisteswissenschaftlichen Abschluss PLUS fundierter kaufmännischer Berufsausbildung. Kann doch nämlich nicht sein, dass ich damit gar nichts machen kann. Außer im akademischen Bereich völlig unter- und im kaufmännischen Bereich überqualifiziert zu sein und deshalb niemals nie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden...
Dann meinte sie wieder, hm, da sind Sie falsch bei uns, wir machen keine Wischiwaschiberatungen, wir melden sie dann richtig arbeitssuchend. Oh, meinetwegen, ist mir langsam auch wurscht, Hauptsache ich krieg endlich mal einen Termin!!!
Am Ende habe ich den Schritt bereut. Nun kriege ich einen Brief, in dem ein Termin vorgeschlagen wird. EINER. Ohne mich zu fragen.
"Ähm, also, es ist so, ich sitze nicht den ganzen Tag daheim herum und kann zu jedem Zeitpunkt einfach zu Ihnen kommen. Wie ist das denn, wenn ich nicht kann?"
"Dann können Sie den Berater schon anrufen und schauen, dass Sie einen anderen Termin kriegen, aber der hat ja seine 300, 400 Leute, die er beraten muss, da sind die nicht flexibel."
Gut, was soll's, ich warte einfach diesen dummen Brief ab, und wenn ich nicht kann, sage ich ab und lass die Scheiße sein. Dann gehe ich eben mal im Januar auf gut blöd nochmal zu der doofen Uniberatungsstelle. Ich bin mir eh schon sicher, dass das alles nichts bringt. Das nächste Mal pfeife ich auf die Tipps vom Career Service. "Gehen Sie doch mal zur Hochschulberatung des Arbeitsamtes." Jaha, prima Idee!!!
Und eigentlich wollte ich ernsthaft fragen, ob die nicht jemanden dort brauchen, aber wenn mich der Affenzirkus schon als Außenstehende zur Weißglut treibt, möchte ich gar nicht wissen bzw. erleben, wie's da intern zugeht...
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Ich schreibe nicht "Spaß BEIM Arbeitsamt", denn vermutlich werde ich nie so weit kommen, einen verfickten Termin bei diesem Drecksladen zu bekommen...
Ich hab ja vor einiger Zeit mein Studium beendet und seitdem keinerlei Tätigkeit aufnehmen können, für die ich einen akademischen Abschluss hätte machen müssen. Sprich: Ich bin arbeitssuchende Akademikerin, die hofft, dass sie irgendwann mal nicht mehr das Gefühl hat, die ganzen Jahre und das ganze Geld für das Studium in die Tonne gekloppt zu haben.
Bislang habe ich mich alleine durchgeschlagen und mir den Weg zum Arbeitsamt gespart, da ich mich mit Nebenjobs über Wasser halte und es für meinen Berufszweig momentan überhaupt nichts gibt. Finanziell würde es sich null lohnen, da ja mein Freund einer Arbeit nachgeht und mich durchfüttern darf, wenn ich gar nichts mehr verdiene. Mit Akademikern, die etwas Exotisches studiert haben, sind diese Deppen eh überfordert. Wozu also der Aufwand, sich da hinzubequemen?
Nun wurde mir jedoch empfohlen, mich an das Hochschulteam des Arbeitsamtes zu wenden. Angeblich hätten die durchaus fähige Menschen, die ganz eventuell eine Idee, einen Tipp oder sonstwas hätten.
Unsere Uni bietet jeden 2. Dienstag im Studentenwerk von 10-14 Uhr die Beratung durch einen auf Akademiker spezialisierten Arbeitsamtmenschen an. Kein Termin erforderlich - geht ja auch gar nicht, denn es gibt keine Nummer, unter der man einen Termin ausmachen könnte...
Vor zwei Wochen stapfte ich dienstags in der klirrenden Kälte 20 Min. zum Studentenwerk. Gepasst hat mir das nicht wirklich, denn 1. habe ich am DI volles Programm und musste diesen Termin erstmal irgendwie einschieben, und 2. war ich seit dem Vortag ziemlich stark erkältet. Aber was tut man nicht alles... 20 sehr kalte Minuten und -zig Frostbeulen später stand ich völlig entgeistert vor dem fetten Schild "Die Beratung fällt heute wegen Krankheit aus." Mann, hab ich getobt! Diese blöden Affen haben sowohl eine Homepage als auch eine Facebookseite. Es ist wohl zu viel verlangt, den Leuten irgendwie mitzuteilen, dass man sich den Scheißweg sparen kann. Im Übrigen lag ich nach der Aktion bis zum WE komplett mit einer schweren Erkältung flach. Danke auch...
2 Wochen später, also gestern, habe ich mich wieder hinbequemt. Man kann ja nirgendwo anrufen und fragen, ob auch wirklich jemand da ist, das wäre viel zu viel Service. *bitter auflach* Als ich vor der Glastür stand, war ich erleichtert, denn das Licht war an und auf dem Tisch stand ein aufgeklappter Laptop. Nur ein Mensch dazu fehlte. Ich wartete. 5 Minuten. 10 Minuten. 15 Minuten.
Ich ging rüber zum Infoservice des Studentenwerks. "Ich hab keine Ahnung von diesen Beratungen, damit habe ich nichts zu tun." Nee, warum auch. Ist ja nur vom Studentenwerk organisiert, wieso sollte das Studentenwerk da Bescheid wissen?!
Immerhin konnte die gelangweilte doofe Kuh mir eine Dame im Gebäude nennen, die dafür zuständig sei. Ich wartete nochmal 10 Minuten. Vielleicht holt er sich gerade was zum Essen? Dann ging ich entnervt zu besagter Dame. Die meinte, sie weiß auch nicht, was da los sei, sie hätte alles hergerichtet für den externen Arbeitsamtmitarbeiter (Deshalb das Licht und der Laptop.), aber er sei bislang nicht aufgetaucht. Es war wohlgemerkt bereits 12:30 Uhr, der Arsch sollte seit 2,5h da sein!
Da ich bereits die 2. Person war, die sich wunderte und eine Beratung wünschte, rief sie im Arbeitsamt an. Dort wurde ihr mitgeteilt, dass der Mitarbeiter ans falsche Unigebäude gefahren war, sich wunderte, dass niemand käme, seinen Fehler erkannte, aber nicht einfach an den richtigen Ort fuhr, wo er immer noch ein paar Stunden abzusitzen hatte, sondern angeblich zu einem Termin.
Man gab ihr eine Hotlinenummer für mich, unter der ich ja einen Termin mit dem Hochschulteam ausmachen könnte. Tja, natürlich ist diese Nummer kostenpflichtig, das und dieser hirnlose Vollspack von Arbeitsamtidiot alleine ist aber nicht der Aufreger. Sondern ich habe auf dieser Nummer angerufen und kriege nur - nachdem ich mir die dumme Ansage anhören muss, die erstmal alles aufzählt, was man wählen kann - zu hören, dass die Leitungen alle belegt sind und ich während der Sevicezeiten wieder anrufen solle. Und ja, natürlich habe ich während der beschissenen Servicezeiten angerufen!!!
So, wenn jetzt noch jemand eine Idee hat, wie ich an eine verfickte Drecksberatung rankommen soll, möge er mir bitte einen Tipp geben! Und vor Weihnachten fallen die restlichen regulären Beratungstermine wohl auch alle aus, nächste Woche z. B., weil - ACHTUNG! - Nikolaus ist...
Ich werde auch direkt nachfragen, ob man im Arbeitsamt eine Stelle für mich frei hat. Für den Laden muss man ja eh nichts können.
28. November 2011
Die böse 3 ist da!
So, letzten Donnerstag war's so weit: Die böse 3 hat mich heimgesucht. Verabschiedet habe ich mich von der 2 und der 9 und ihr alles Gute gewünscht. Aber es ist ja sowieso einfacher, sich zu merken, dass man 30 ist. Habe ich schon die letzten Wochen geantwortet, wenn man mich nach meinem Alter gefragt hat. Kaufmännisches Aufrunden nennt man das.
Ich musste an diesen Sketch vom "Sechser-Pack" denken. Ich hätte ihn ja hier gepostet, aber ich finde ihn ums Verrecken nicht bei Youtube... Jedenfalls steigt da eine Geburtstagsparty für eine Frau, die um Mitternacht ihren 30. angeht. Sie sagt zu allen, dass es ihr ja überhaupt nichts ausmache, jetzt 30 zu werden, und dass alle schön Party machen sollen. Um Mitternacht zählen die Gäste den Countdown runter, und bei 0 schreit sie verzweifelt, sie sollen alle die Klappe halten, fängt an zu heulen und verzieht sich. Ich war gespannt, ob ich auch so ein kleines bisschen verzweifelt reagieren würde. Wobei ich den Vorteil hatte, dass meine Feier erst 3 Tage später stieg und der Großteil der Leute auch schon die magische 3 geknackt hatte, so dass ich mich nicht ganz so alt fühlen musste in deren Gegenwart.
Nun, was passierte also um Mitternacht, als ich realisieren musste, dass ich nun 30 bin? Oder wie ich es gerne ausdrücke: 20-J?Also eigentlich... nichts. Der Alterungsprozess ist ja eh schleichend, und so gesehen werde ich jede Minute älter.
Ich fühle mich auch nicht wie 30 und sehe auch eher aus wie 25. 30 klang für mich immer so furchtbar erwachsen und mit beiden Beinen fest im Leben stehend. Zeit für Familiengründung und so, die Uhr tickt. Jetzt, wo es selbst bei mir so weit ist, habe ich weder das Gefühl, furchtbar erwachsen und im Leben angekommen zu sein, noch verspüre ich trotz stabiler Beziehung seit 7 Jahren kein Deutchen den Wunsch, mich innerhalb der nächsten 5 Jahre fortzupflanzen.
Im Endeffekt ist es nur eine Zahl, und es kommt drauf an, wie alt man sich fühlt, nicht wie alt man ist. (Außer man ist so alt, dass die lebensnotwendigen Organe langsam versagen, natürlich...) Und mal fühle ich mich wie ne 3jährige, mal wie eine 80jährige, mal wieder wie, ja, eben wie eine 30jährige. Immerhin ist es eine leicht zu merkende Zahl, bei 29 hab ich immer kurz überlegen müssen...
Das Einzige, was mir etwas Sorgen macht, ist dass man in der Gesellschaft und vor Allem auf dem Arbeitsmarkt als Frau mit 30 durchaus schon zum alten Eisen gehören kann. Und ich habe ja das zweifelhafte Glück, noch immer nicht beruflich fest im Sattel zu sitzen. Jetzt bin ich in dem Alter, wo sich ein Arbeitgeber 2x überlegt, ob er eine Frau im besten Gebäralter überhaupt anstellen soll. Aber was soll's. Das denken sie vermutlich auch schon ab 25, und ab 40 bin ich dann eh zu alt für den deutschen Arbeitsmarkt. Insofern kann ich mittlerweile wohl eh kein Alter mehr erreichen, das ein Arbeitgeber als ideal betrachtet.
Was mir auch noch Sorgen macht, ist der Geisteszustand meiner Mutter: Zu meinem Geburtstag brachte ich einen Kalauer auf den Tisch, der doofer nicht hätte sein können. Ich erzählte jedem, dass die Gemeinde meines Geburtsortes mich angeschrieben hat, um sich zu entschuldigen. Man hätte in der Geburtsurkunde einen gravierenden Fehler gemacht, der jetzt erst bemerkt wurde. Statt 1981 müsste es bei meinem Geburtsdatum 1991 heißen. Was ich ja schon immer wusste! Reaktion meiner Mutter: "Wirklich?!" Also, wenn meine eigene Mutter mir so einen ausgemachten Schwachsinn abkauft, muss ich entweder wahnsinnig überzeugend lügen oder ich bin adoptiert... Allerdings gibt's im Familienalbum Fotos von mir als Neugeborenes, die aus dem Jahr 1981 stammen. Angeblich!!!
Nun denn, auf in eine neue Dekade! *seufz* Aber ein Gutes hatte es auch: Am Wochenende kamen sehr gute Freunde extra aus mehreren 100 Kilometer entfernten Städten, um mit mir in intimer Runde zu feiern. Für den 30. war ihnen diesmal kein Weg zu weit. :-)
Ich musste an diesen Sketch vom "Sechser-Pack" denken. Ich hätte ihn ja hier gepostet, aber ich finde ihn ums Verrecken nicht bei Youtube... Jedenfalls steigt da eine Geburtstagsparty für eine Frau, die um Mitternacht ihren 30. angeht. Sie sagt zu allen, dass es ihr ja überhaupt nichts ausmache, jetzt 30 zu werden, und dass alle schön Party machen sollen. Um Mitternacht zählen die Gäste den Countdown runter, und bei 0 schreit sie verzweifelt, sie sollen alle die Klappe halten, fängt an zu heulen und verzieht sich. Ich war gespannt, ob ich auch so ein kleines bisschen verzweifelt reagieren würde. Wobei ich den Vorteil hatte, dass meine Feier erst 3 Tage später stieg und der Großteil der Leute auch schon die magische 3 geknackt hatte, so dass ich mich nicht ganz so alt fühlen musste in deren Gegenwart.
Nun, was passierte also um Mitternacht, als ich realisieren musste, dass ich nun 30 bin? Oder wie ich es gerne ausdrücke: 20-J?Also eigentlich... nichts. Der Alterungsprozess ist ja eh schleichend, und so gesehen werde ich jede Minute älter.
Ich fühle mich auch nicht wie 30 und sehe auch eher aus wie 25. 30 klang für mich immer so furchtbar erwachsen und mit beiden Beinen fest im Leben stehend. Zeit für Familiengründung und so, die Uhr tickt. Jetzt, wo es selbst bei mir so weit ist, habe ich weder das Gefühl, furchtbar erwachsen und im Leben angekommen zu sein, noch verspüre ich trotz stabiler Beziehung seit 7 Jahren kein Deutchen den Wunsch, mich innerhalb der nächsten 5 Jahre fortzupflanzen.
Im Endeffekt ist es nur eine Zahl, und es kommt drauf an, wie alt man sich fühlt, nicht wie alt man ist. (Außer man ist so alt, dass die lebensnotwendigen Organe langsam versagen, natürlich...) Und mal fühle ich mich wie ne 3jährige, mal wie eine 80jährige, mal wieder wie, ja, eben wie eine 30jährige. Immerhin ist es eine leicht zu merkende Zahl, bei 29 hab ich immer kurz überlegen müssen...
Das Einzige, was mir etwas Sorgen macht, ist dass man in der Gesellschaft und vor Allem auf dem Arbeitsmarkt als Frau mit 30 durchaus schon zum alten Eisen gehören kann. Und ich habe ja das zweifelhafte Glück, noch immer nicht beruflich fest im Sattel zu sitzen. Jetzt bin ich in dem Alter, wo sich ein Arbeitgeber 2x überlegt, ob er eine Frau im besten Gebäralter überhaupt anstellen soll. Aber was soll's. Das denken sie vermutlich auch schon ab 25, und ab 40 bin ich dann eh zu alt für den deutschen Arbeitsmarkt. Insofern kann ich mittlerweile wohl eh kein Alter mehr erreichen, das ein Arbeitgeber als ideal betrachtet.
Was mir auch noch Sorgen macht, ist der Geisteszustand meiner Mutter: Zu meinem Geburtstag brachte ich einen Kalauer auf den Tisch, der doofer nicht hätte sein können. Ich erzählte jedem, dass die Gemeinde meines Geburtsortes mich angeschrieben hat, um sich zu entschuldigen. Man hätte in der Geburtsurkunde einen gravierenden Fehler gemacht, der jetzt erst bemerkt wurde. Statt 1981 müsste es bei meinem Geburtsdatum 1991 heißen. Was ich ja schon immer wusste! Reaktion meiner Mutter: "Wirklich?!" Also, wenn meine eigene Mutter mir so einen ausgemachten Schwachsinn abkauft, muss ich entweder wahnsinnig überzeugend lügen oder ich bin adoptiert... Allerdings gibt's im Familienalbum Fotos von mir als Neugeborenes, die aus dem Jahr 1981 stammen. Angeblich!!!
Nun denn, auf in eine neue Dekade! *seufz* Aber ein Gutes hatte es auch: Am Wochenende kamen sehr gute Freunde extra aus mehreren 100 Kilometer entfernten Städten, um mit mir in intimer Runde zu feiern. Für den 30. war ihnen diesmal kein Weg zu weit. :-)
24. November 2011
Ich bin eine Lady!
Heute war ich zum 2. Mal beim Bollywood-Kurs. Übrigens lacht mich jeder aus, wenn ich erwähne, dass ich in einem Bollywood-Tanzkurs bin. Wieso denn bloß?! Ist doch auch nicht affiger als Bauchtanz oder Zumba...
Jedenfalls musste ich ständig die eine Frau anglotzen, die auch mitmacht. An irgendwen erinnerte sie mich einfach. Und irgendwann fiel es mir wie Schuppen von den Haaren: Sie erinnert mich an Emily Howards!!!
Ihr kennt Emily Howards nicht? Na hört mal! Emily Howards ist eine Lady! Guckt ihr hier:
Die Haare meiner Tanzkollegin sind zwar nicht so wild, aber so vom äußerlichen Typ her - ja, doch, das passt! Und so dachte ich während des gesamten Kurses ständig: "Ich bin eine Lady!"
Übrigens wollte ich heute die erste halbe Stunde wutheulen, denn wir haben mit der Choreo weitergemacht, und das war so sackeschwer, dass ich meist nur blöd gaffend mitten in der 1. Bewegung stehen blieb und gar nichts peilte. So ging es aber dem gesamten Kurs, was mich immerhin beruhigte. Entweder ist es wirklich schwierig - und nachdem selbst Zanna-Birgit ständig beim Vortanzen Böcke reingehauen hat und betonte, wie schwierig die Schritte seien, ist das wahrscheinlich - oder wir sind einfach alle scheiße. Ich überlege gerade, ob ich mir für die Abschlussvorstellung eine schwere Krankheit einfallen lassen sollte. Einladen werde ich wohl definitiv keinen, aber man muss sich ja auch nicht vor Fremden blamieren...
Jedenfalls musste ich ständig die eine Frau anglotzen, die auch mitmacht. An irgendwen erinnerte sie mich einfach. Und irgendwann fiel es mir wie Schuppen von den Haaren: Sie erinnert mich an Emily Howards!!!
Ihr kennt Emily Howards nicht? Na hört mal! Emily Howards ist eine Lady! Guckt ihr hier:
Die Haare meiner Tanzkollegin sind zwar nicht so wild, aber so vom äußerlichen Typ her - ja, doch, das passt! Und so dachte ich während des gesamten Kurses ständig: "Ich bin eine Lady!"
Übrigens wollte ich heute die erste halbe Stunde wutheulen, denn wir haben mit der Choreo weitergemacht, und das war so sackeschwer, dass ich meist nur blöd gaffend mitten in der 1. Bewegung stehen blieb und gar nichts peilte. So ging es aber dem gesamten Kurs, was mich immerhin beruhigte. Entweder ist es wirklich schwierig - und nachdem selbst Zanna-Birgit ständig beim Vortanzen Böcke reingehauen hat und betonte, wie schwierig die Schritte seien, ist das wahrscheinlich - oder wir sind einfach alle scheiße. Ich überlege gerade, ob ich mir für die Abschlussvorstellung eine schwere Krankheit einfallen lassen sollte. Einladen werde ich wohl definitiv keinen, aber man muss sich ja auch nicht vor Fremden blamieren...
23. November 2011
Guten Morgen, ab jetzt kein Wasser mehr!
So wird man doch gerne geweckt... Ich liege gemütlich in die Kissen gekuschelt, zufrieden schmatzend und grunzend im Bett, das Männchen ist schon auf Arbeit, da kann ich mich breit machen, harr harr. Plötzlich ertönt von draußen eine Stimme durch ein Megaphon. Erst verstehe ich nichts, es dauert, bis ich das Reich der Lebenden wieder komplett inkl. Gehör erreicht habe. Zum Glück wird die Durchsage wiederholt:
"An die Bewohner der Blablastraße: Wegen eines Wasserrohrbruchs wird das Wasser bis auf unbestimmte Zeit abgestellt."
Hey, ich muss mich waschen und alles, wenn ich aufstehe, schießt es mir durch den Kopf. So flott stehe ich selten auf. Wie ein geölter Blitz schieße ich aus dem Bett raus und fange panisch an, Töpfe und Schüsseln mit Wasser zu füllen.
Mit einer Katzenwäsche starte ich in den Tag, Hauptsache nicht stinken... Die Haare sind zum Glück auch noch nicht sooo fettig. Die Klospülung wird sparsam eingesetzt. Ich überlege, was ich kochen könnte heute Mittag, ohne Wasser zu benutzen. Nudeln fallen wohl flach, aber hatte ich schon die letzten 2 Tage. Zu allem Unglück eine SMS vom Männchen: "Gieß doch bitte mal die Pflanzen, hab ich vergessen." Tja, da haben die Pflanzen Pech gehabt. Wasser ist nun bei uns in der Straße ein kostbares Gut geworden, und meine eisern gehorteten Reserven müssen für Notfälle bleiben.
Meine Fresse, ich fühle mich wie im Sommerhaus meiner Schwiegereltern in Finnland! Ich bin irre stolz auf meine Geistesgegenwart, ein paar Töpfe Wasser (sogar Warmes!) gehortet zu haben. Ich werde das irgendwie überleben, wär doch gelacht!
Irgendwann macht der Toilettenkasten beängstigende Geräusche und ich nehme schnell alles weg, was nicht nass werden darf, da ich Angst habe, das Teil explodiert mir gleich. Anschließend ist es wieder still, und als ich den Wasserhahn aufdrehe, fließt wieder das Wasser.
Die ganze Sache dauerte 10 Minuten... Blöde Panikmacher!
"An die Bewohner der Blablastraße: Wegen eines Wasserrohrbruchs wird das Wasser bis auf unbestimmte Zeit abgestellt."
Hey, ich muss mich waschen und alles, wenn ich aufstehe, schießt es mir durch den Kopf. So flott stehe ich selten auf. Wie ein geölter Blitz schieße ich aus dem Bett raus und fange panisch an, Töpfe und Schüsseln mit Wasser zu füllen.
Mit einer Katzenwäsche starte ich in den Tag, Hauptsache nicht stinken... Die Haare sind zum Glück auch noch nicht sooo fettig. Die Klospülung wird sparsam eingesetzt. Ich überlege, was ich kochen könnte heute Mittag, ohne Wasser zu benutzen. Nudeln fallen wohl flach, aber hatte ich schon die letzten 2 Tage. Zu allem Unglück eine SMS vom Männchen: "Gieß doch bitte mal die Pflanzen, hab ich vergessen." Tja, da haben die Pflanzen Pech gehabt. Wasser ist nun bei uns in der Straße ein kostbares Gut geworden, und meine eisern gehorteten Reserven müssen für Notfälle bleiben.
Meine Fresse, ich fühle mich wie im Sommerhaus meiner Schwiegereltern in Finnland! Ich bin irre stolz auf meine Geistesgegenwart, ein paar Töpfe Wasser (sogar Warmes!) gehortet zu haben. Ich werde das irgendwie überleben, wär doch gelacht!
Irgendwann macht der Toilettenkasten beängstigende Geräusche und ich nehme schnell alles weg, was nicht nass werden darf, da ich Angst habe, das Teil explodiert mir gleich. Anschließend ist es wieder still, und als ich den Wasserhahn aufdrehe, fließt wieder das Wasser.
Die ganze Sache dauerte 10 Minuten... Blöde Panikmacher!
19. November 2011
Geld verdienen im Internet? - Teil 3
So, heute komme ich zum letzten Teil meiner Miniserie "Geld verdienen im Internet". Man lernt ja auch irgendwann dazu, und deshalb habe ich wenigstens "nur" 3 Möglichkeiten ausprobiert. Reicht ja auch, ne? Im letzten Teil geht's nun also über:
Mingle
Eine der vielen vielen Meinungsplattformen, die es so im Internet gibt. Von Meinungsplattformen halte ich nicht so viel, da man idR ewig viel Zeit investieren muss, bevor man überhaupt mal was sieht. Und sich die investierte Zeit genauso wie bei Ciao und Jomondo einfach nicht auszahlt. Zu Mingle überredete mich diesmal eine Freundin. Es gibt bei Mingle kein Geld, sondern Punkte, die man dann in Prämien eintauschen kann, z. B. Gutscheine, die ja auch quasi wie Geld sind, wenn man mit den Shop was anfangen kann.
Meine Freundin versicherte mir, dass sie schon in kurzer Zeit 2x einen 20 €-Amazon-Gutschein bekam. Da ich gerne bei Amazon bestelle und das für mich so gut wie Bargeld ist, meldete ich mich also an. Um nach kurzer Zeit festzustellen, dass mich Mingle tierisch nervt.
Man kriegt schon sehr oft Umfragen, das ist ja generell gut. Wobei ich mal an manchen Tagen 2-3 Mails kriege und dann wieder eine Woche lang gar keine. Aber bei sagen wir mal 75% fliegt man nach wenigen Minuten wieder raus, weil man nicht zur Zielgruppe gehört. Der Witz dabei ist, dass man meist schon 5 Minuten lang Fragen beantwortet hat, bei denen man meiner Meinung nach durchaus schon brauchbare Daten liefert, bevor man fliegt. Z. B. habe ich mal 3 Min. lang angekreuzt, welche Marken ich bei Getränken kaufe, wie oft usw. Um dann mitgeteilt zu bekommen, dass ich nicht zur Zielgruppe gehöre. Da kam ich mir echt total verarscht vor und schrieb eine gepfefferte Mail an den Laden mit der Folge, dass ich ein kleines "Trostpflaster" in Form von ein paar Pünktchen (Nicht der Rede wert.) erhielt. Ich bin jetzt schon seit vielen Monaten dabei und brauche noch etliche Umfragen bis zum 20 €-Gutschein. (Und drunter gibt es nichts!). Als ich neulich meine Freundin fragte, wie es bitte sein kann, dass sie so oft die geforderte Punktezahl für den Gutschein erreichte, meinte sie nur lapidar: "Ach, ich klicke einfach immer das an, von dem ich denke, dass man das hören will. Z. B. behaupte ich dann einfach, ich hätte 3 Kinder (Sie ist kinderloser Single.) oder ich fahre einen Audi (Sie hat gar kein Auto.) oder solche Sachen." Na toll, da bin ich natürlich klar im Nachteil, weil ich nicht dreist durch die Gegend lüge. Außerdem dachte ich bis dato, dass man ja schon die meisten Daten im Profil hinterlegt hat und die ja auch nicht doof sind und sich wundern, wenn im Profil steht, dass ich keine Kinder habe, aber dann in der Umfrage plötzlich 5 Stück. Aber dem ist wohl nicht so.
Ich hoffe, dass ich diese doofe Punktzahl bald erreiche, denn meine jetzigen Punkte möchte ich nicht verfallen lassen. Dann werde ich den Gutschein anfordern und im Anschluss sofort mein Konto löschen. Und das Thema "Geldverdienen im Internet" ist für mich eine Sache gewesen, von der ich behaupten kann, ich habe sie probiert und für schlecht befunden. So scheiße geht's mir dann doch noch nicht, dass ich mich für einen Witzbetrag von diversen Ausbeutern verarschen lasse.
Mingle
Eine der vielen vielen Meinungsplattformen, die es so im Internet gibt. Von Meinungsplattformen halte ich nicht so viel, da man idR ewig viel Zeit investieren muss, bevor man überhaupt mal was sieht. Und sich die investierte Zeit genauso wie bei Ciao und Jomondo einfach nicht auszahlt. Zu Mingle überredete mich diesmal eine Freundin. Es gibt bei Mingle kein Geld, sondern Punkte, die man dann in Prämien eintauschen kann, z. B. Gutscheine, die ja auch quasi wie Geld sind, wenn man mit den Shop was anfangen kann.
Meine Freundin versicherte mir, dass sie schon in kurzer Zeit 2x einen 20 €-Amazon-Gutschein bekam. Da ich gerne bei Amazon bestelle und das für mich so gut wie Bargeld ist, meldete ich mich also an. Um nach kurzer Zeit festzustellen, dass mich Mingle tierisch nervt.
Man kriegt schon sehr oft Umfragen, das ist ja generell gut. Wobei ich mal an manchen Tagen 2-3 Mails kriege und dann wieder eine Woche lang gar keine. Aber bei sagen wir mal 75% fliegt man nach wenigen Minuten wieder raus, weil man nicht zur Zielgruppe gehört. Der Witz dabei ist, dass man meist schon 5 Minuten lang Fragen beantwortet hat, bei denen man meiner Meinung nach durchaus schon brauchbare Daten liefert, bevor man fliegt. Z. B. habe ich mal 3 Min. lang angekreuzt, welche Marken ich bei Getränken kaufe, wie oft usw. Um dann mitgeteilt zu bekommen, dass ich nicht zur Zielgruppe gehöre. Da kam ich mir echt total verarscht vor und schrieb eine gepfefferte Mail an den Laden mit der Folge, dass ich ein kleines "Trostpflaster" in Form von ein paar Pünktchen (Nicht der Rede wert.) erhielt. Ich bin jetzt schon seit vielen Monaten dabei und brauche noch etliche Umfragen bis zum 20 €-Gutschein. (Und drunter gibt es nichts!). Als ich neulich meine Freundin fragte, wie es bitte sein kann, dass sie so oft die geforderte Punktezahl für den Gutschein erreichte, meinte sie nur lapidar: "Ach, ich klicke einfach immer das an, von dem ich denke, dass man das hören will. Z. B. behaupte ich dann einfach, ich hätte 3 Kinder (Sie ist kinderloser Single.) oder ich fahre einen Audi (Sie hat gar kein Auto.) oder solche Sachen." Na toll, da bin ich natürlich klar im Nachteil, weil ich nicht dreist durch die Gegend lüge. Außerdem dachte ich bis dato, dass man ja schon die meisten Daten im Profil hinterlegt hat und die ja auch nicht doof sind und sich wundern, wenn im Profil steht, dass ich keine Kinder habe, aber dann in der Umfrage plötzlich 5 Stück. Aber dem ist wohl nicht so.
Ich hoffe, dass ich diese doofe Punktzahl bald erreiche, denn meine jetzigen Punkte möchte ich nicht verfallen lassen. Dann werde ich den Gutschein anfordern und im Anschluss sofort mein Konto löschen. Und das Thema "Geldverdienen im Internet" ist für mich eine Sache gewesen, von der ich behaupten kann, ich habe sie probiert und für schlecht befunden. So scheiße geht's mir dann doch noch nicht, dass ich mich für einen Witzbetrag von diversen Ausbeutern verarschen lasse.
17. November 2011
Misanthropin goes Bollywood-Star
Ich bin ja ein Sportmuffel. Nicht nur aus purer Faulheit, sondern auch, weil ich bislang noch nichts gefunden habe, was mir wirklich Spaß machte. Joggen - boah, nie wieder, da lag ich schon nach 10 Metern japsend im Gras (Vergessen zu atmen...). Chi Gong - viel zu langweilig. Wassergymnastik - viel zu nervig, mich immer für eine Stunde Sport zusammen mit fremden Menschen duschen zu müssen. Schwimmen - kann ich nicht weit, aber tief und habe ich nie richtig gelernt, ich schleiche im Wasser vorwärts wie eine Schnecke. (Wenn ich eine Bahn schwimme, kommt das Männchen ca. 4x an mir vorbei...) Pilates - ich steh nicht auf Schmerzen.
Nun habe ich endlich einen Kurs an der VHS belegt, den ich schon immer mal machen wollte: Bollywoodtanz!
Auch wenn mich einige meiner Freunde dafür auslachen, aber tanzen, ja, ich glaube, das könnte mir Spaß machen. Und ich bewundere es immer wieder, wie die Leute in Bollywood-Filmen sich bewegen. Das sieht einfach nur toll aus, elegant, anmutig, und macht immer Lust, gleich mitzuhüpfen.
Kann ich tanzen? Ich weiß es nicht. Ich dachte eigentlich schon, dass ich ein einigermaßen gutes Rhythmusgefühl habe. Bis zur 1. Stunde unseres Kurses letzte Woche...
Unsere Tanzlehrerin stellt sich mit den Worten vor: "Ich bin die Birgit, aber ihr könnt mich auch Zanna nennen." Hä?! Klar, klingt irgendwie besser als Birgit... Noch dazu ist sie keine Inderin, sondern eine Einheimische mit mind. mal 55 Jahren auf dem Buckel. Aber immerhin kann sie tanzen.
Schon beim Warmtanzen verpasse ich den Einsatz, weil ich noch meine Turnschuhe binde, während alle schon vor den Spiegel springen. So ein großer Tanzspiegel an der Stirnseite des Raums, wie man ihn aus coolen Tanzfilmen oder aus Shows mit Detlev D! Soost kennt. Nur dass unser Spiegel scheiße ist, denn den hat man wohl irgendeinem Rummelplatz abgekauft. Stehe ich in der Mitte, bin ich 5 m breit. Stehe ich ein bisschen weiter links, bin ich ganz dünn. Stehe ich sonstwo, bin ich verzerrt ohne Ende. Es gibt keinen Flecken an diesem Spiegel, an dem man auch nur annähernd normal aussieht. Somit kann man den Zweck dieses Scheißdings auch in die Tonne treten, denn bei solchen verzerrten Proportionen sieht kein Mensch, was die Tanzlehrerin von vorne treibt und ob man's richtig macht.
Birgit, äh, Zanna hat sich für unseren Kurs, der an 10 Abenden stattfinden wird, ein unbekanntes Bollywoodlied ausgesucht, dessen Choreo wir also nun einstudieren werden. Sie ging auch gleich in die Vollen und tanzte einfach vor, während wir hinterhersprangen. Was dabei rauskommt, sehen Freunde und Verwandte dann im Februar, wenn die Abschiedsshow (zusammen mit anderen Kursen, wir kriegen ja vermutlich nur 5 Min. Choreo bis dahin zu Stande) stattfindet. Ob ich tatsächlich jemanden einlade, lasse ich noch offen..
Jedenfalls ist DAS da ihr Plan:
Und so elegant und harmonisch tanzen wir ungefähr:
Und heute Abend ist wieder Bollywoodkurs, und ich bin krank. Schöne Scheiße! Habe mir aber vorgenommen, mich hinzuschleppen und einfach sitzend zuzugucken, was die treiben.
Nun habe ich endlich einen Kurs an der VHS belegt, den ich schon immer mal machen wollte: Bollywoodtanz!
Auch wenn mich einige meiner Freunde dafür auslachen, aber tanzen, ja, ich glaube, das könnte mir Spaß machen. Und ich bewundere es immer wieder, wie die Leute in Bollywood-Filmen sich bewegen. Das sieht einfach nur toll aus, elegant, anmutig, und macht immer Lust, gleich mitzuhüpfen.
Kann ich tanzen? Ich weiß es nicht. Ich dachte eigentlich schon, dass ich ein einigermaßen gutes Rhythmusgefühl habe. Bis zur 1. Stunde unseres Kurses letzte Woche...
Unsere Tanzlehrerin stellt sich mit den Worten vor: "Ich bin die Birgit, aber ihr könnt mich auch Zanna nennen." Hä?! Klar, klingt irgendwie besser als Birgit... Noch dazu ist sie keine Inderin, sondern eine Einheimische mit mind. mal 55 Jahren auf dem Buckel. Aber immerhin kann sie tanzen.
Schon beim Warmtanzen verpasse ich den Einsatz, weil ich noch meine Turnschuhe binde, während alle schon vor den Spiegel springen. So ein großer Tanzspiegel an der Stirnseite des Raums, wie man ihn aus coolen Tanzfilmen oder aus Shows mit Detlev D! Soost kennt. Nur dass unser Spiegel scheiße ist, denn den hat man wohl irgendeinem Rummelplatz abgekauft. Stehe ich in der Mitte, bin ich 5 m breit. Stehe ich ein bisschen weiter links, bin ich ganz dünn. Stehe ich sonstwo, bin ich verzerrt ohne Ende. Es gibt keinen Flecken an diesem Spiegel, an dem man auch nur annähernd normal aussieht. Somit kann man den Zweck dieses Scheißdings auch in die Tonne treten, denn bei solchen verzerrten Proportionen sieht kein Mensch, was die Tanzlehrerin von vorne treibt und ob man's richtig macht.
Birgit, äh, Zanna hat sich für unseren Kurs, der an 10 Abenden stattfinden wird, ein unbekanntes Bollywoodlied ausgesucht, dessen Choreo wir also nun einstudieren werden. Sie ging auch gleich in die Vollen und tanzte einfach vor, während wir hinterhersprangen. Was dabei rauskommt, sehen Freunde und Verwandte dann im Februar, wenn die Abschiedsshow (zusammen mit anderen Kursen, wir kriegen ja vermutlich nur 5 Min. Choreo bis dahin zu Stande) stattfindet. Ob ich tatsächlich jemanden einlade, lasse ich noch offen..
Jedenfalls ist DAS da ihr Plan:
Und so elegant und harmonisch tanzen wir ungefähr:
Und heute Abend ist wieder Bollywoodkurs, und ich bin krank. Schöne Scheiße! Habe mir aber vorgenommen, mich hinzuschleppen und einfach sitzend zuzugucken, was die treiben.
15. November 2011
Die eingebildete Kranke
Jeder kennt ja das gemeine Vorurteil, Männer seien unausstehliche Jammerlappen, wenn sie mal krank darniederliegen. Habt ihr selbst so ein Exemplar daheim rumpiensen oder seid ihr gar selbst ein eingebildeter Kranker?
Dann will ich euch was sagen: Ihr glaubt, euer Kerl ist ein Hypochonder? Pah! Lernt erstmal meinen Freund kennen!!!
... Der wird euch nämlich mal erzählen, dass es bei uns genau andersrum ist. Während sich Monsieur quasi niemals erkältet und bei einem Holzhack-Unfall nur müde die Schultern zuckt und weitermacht, ist er gesegnet mit einer Freundin (C'est moi!), die im kranken Zustand sehr sehr anstrengend werden kann.
Und nein, ich bin keine Hypochonderin, hey! Ich hab einfach nur ein beschissenes Immunsystem, das sich bei Wetterumschwüngen wie denen die letzten Tage gerne mal zum Urlauben in die Karibik verabschiedet und mich alleine lässt.
Gestern war gerade der perfide Plan ausgereift, dass ich die Chorprobe schwänze, weil kein Bock und schon den ganzen Tag auf den Beinen, da meinte es mein Körper gut mit mir und dachte sich. "Na, wenn sie wirklich krank wird, hat sie vielleicht kein schlechtes Gewissen mehr wegen der Schwänzerei." Sprach's, und schon kratzte mein Hals und die Nase lief. Nachdem es seit gestern schweinehundescheißkalt ist, war das mal wieder sooo klar! Danke, lieber, beschissener, Kackkörper!
Das Resultat: Ich legte mich um 23 Uhr ins Bett und rief folgende Dinge meinem Freund zu:
1. "Ich hab einen Herzinfarkt, aua aua. Doch, echt! Das Herz ist doch da unten rechts, oder?"
2. "Ich werde sterben, ich spüre es, bald ist es vorbei..."
3. "Ich sehe ein Licht, ein Licht!"
Männchen tat das natürlich kommentarlos ab, er isses ja schon gewöhnt. Auch nimmt er es mittlerweile schon nahezu stoisch zur Kenntnis, wenn ich ihm im Bett meine permanent arschkalten Füße gegen die Prostata schiebe, um mich aufzuwärmen. Im Sommer isses zwar lästig, aber im Winter sehr praktisch, einen Freund zu haben, der gefühlte 80° C Körpertemperatur hat.
Und hiermit stehe ich auf und verkünde feierlich in die Runde: "Mein Name ist Freundliche Misanthropin und ich bin eine Hypochonderin!"
Dann will ich euch was sagen: Ihr glaubt, euer Kerl ist ein Hypochonder? Pah! Lernt erstmal meinen Freund kennen!!!
... Der wird euch nämlich mal erzählen, dass es bei uns genau andersrum ist. Während sich Monsieur quasi niemals erkältet und bei einem Holzhack-Unfall nur müde die Schultern zuckt und weitermacht, ist er gesegnet mit einer Freundin (C'est moi!), die im kranken Zustand sehr sehr anstrengend werden kann.
Und nein, ich bin keine Hypochonderin, hey! Ich hab einfach nur ein beschissenes Immunsystem, das sich bei Wetterumschwüngen wie denen die letzten Tage gerne mal zum Urlauben in die Karibik verabschiedet und mich alleine lässt.
Gestern war gerade der perfide Plan ausgereift, dass ich die Chorprobe schwänze, weil kein Bock und schon den ganzen Tag auf den Beinen, da meinte es mein Körper gut mit mir und dachte sich. "Na, wenn sie wirklich krank wird, hat sie vielleicht kein schlechtes Gewissen mehr wegen der Schwänzerei." Sprach's, und schon kratzte mein Hals und die Nase lief. Nachdem es seit gestern schweinehundescheißkalt ist, war das mal wieder sooo klar! Danke, lieber, beschissener, Kackkörper!
Das Resultat: Ich legte mich um 23 Uhr ins Bett und rief folgende Dinge meinem Freund zu:
1. "Ich hab einen Herzinfarkt, aua aua. Doch, echt! Das Herz ist doch da unten rechts, oder?"
2. "Ich werde sterben, ich spüre es, bald ist es vorbei..."
3. "Ich sehe ein Licht, ein Licht!"
Männchen tat das natürlich kommentarlos ab, er isses ja schon gewöhnt. Auch nimmt er es mittlerweile schon nahezu stoisch zur Kenntnis, wenn ich ihm im Bett meine permanent arschkalten Füße gegen die Prostata schiebe, um mich aufzuwärmen. Im Sommer isses zwar lästig, aber im Winter sehr praktisch, einen Freund zu haben, der gefühlte 80° C Körpertemperatur hat.
Und hiermit stehe ich auf und verkünde feierlich in die Runde: "Mein Name ist Freundliche Misanthropin und ich bin eine Hypochonderin!"
14. November 2011
Geld verdienen im Internet? - Teil 2
So, heute geht es weiter mit dem Thema "Geld verdienen im Internet". Was habe ich also als Nächstes ausprobiert? Das hier:
Jomondo
Das ist ja mal echt der größte Scheiß! Da gibt es kleinere Jobs, auf die man sich bewerben kann. Anspruchslosere Sachen wie Adressen von Teilnahmekarten in ein Programm einpflegen oder leicht anspruchsvollere Dinge wie Blogberichte über ein bestimmtes Thema verfassen. Auf solche Jobs habe ich mich nie beworben, da ich mir denken konnte, dass die Bezahlung in keinem Verhältnis zum Aufwand steht. Außerdem wollten die tatsächlich eine richtige Bewerbung mit Bild und allem Pipapo. Für so einen Scheiß? Also bitte!
Bei diesen Adressen eintippen habe ich mal aus Spaß durchgerechnet, wie lange man so im Schnitt für das Tippen einer Adresse inkl. Telefonnummer und Geb.datum bräuchte. Und ich tippe sehr schnell, das könnt ihr mir glauben. Trotzdem wäre ich auf einen Stundenlohn von ca. 3 € gekommen. Meinetwegen kann man das ja machen, wenn man absolut gar nichts zu tun hat und nicht mehr weiß, wohin mit seiner Zeit und sich über jeden Cent freut. Aber für solch ein mickriges Ergebnis war mir meine Zeit dann auch zu schade. Ich glaube, wenn man Pfandflaschen sammeln geht, ist das lukrativer als die Jobs bei Jomondo.
Worauf ich allerdings - Asche auf mein Haupt - hereinfiel, war ein Job, bei dem jeder ohne Anmeldung mitmachen konnte. Und zwar sollte man Adressen von Firmen, die eröffnen oder schließen, in eine Eingabemaske eintragen. Quasi Geld verdienen mit Zeitung lesen. Je nachdem, ob die Daten ausreichend waren, bekam man zwischen 10 bis 60 Cent. Natürlich waren sie NIE ausreichend, denn man wollte Daten wissen, die idR nicht in der Anzeige oder auf der Homepage standen. Aber immerhin hatte ich nach einiger Zeit 3,90 € zusammen. Die verteilt immer so alle 2 Monate bezahlt werden sollten - im Schnitt bekam ich also so nach 4 Monaten mal endlich den ersten Euro. Bzw. bekam ihn NICHT, denn ich stellte erst bei Fälligkeit des ersten Euros fest, dass man das Geld nur über ein Paypal-Konto erhalten kann. Mir wurde das nie gesagt, es stand einfach da, dass die Zahlung angewiesen wurde - obwohl ich niemals irgendwelche Zahlungsdaten hinterlegt hatte. Jomondo gibt also noch nichtmal Bescheid, wenn das Geld irgendwo im Nirvana herumschwebt. Das Geld ist also einfach weg. Und für mich war der Tag gekommen, an dem ich meinen Account wieder löschte. Denn 1. hatte ich kein Paypalkonto und 2. würde ich auch keines zu diesem Zweck eröffnen, denn man zahlt als Empfänger von Zahlungen eine Gebühr und einen Prozentsatz, so dass mir bei 1 € Zahlungseingang effektiv nur 67 Cent geblieben wären. Wow...
Jomondo
Das ist ja mal echt der größte Scheiß! Da gibt es kleinere Jobs, auf die man sich bewerben kann. Anspruchslosere Sachen wie Adressen von Teilnahmekarten in ein Programm einpflegen oder leicht anspruchsvollere Dinge wie Blogberichte über ein bestimmtes Thema verfassen. Auf solche Jobs habe ich mich nie beworben, da ich mir denken konnte, dass die Bezahlung in keinem Verhältnis zum Aufwand steht. Außerdem wollten die tatsächlich eine richtige Bewerbung mit Bild und allem Pipapo. Für so einen Scheiß? Also bitte!
Bei diesen Adressen eintippen habe ich mal aus Spaß durchgerechnet, wie lange man so im Schnitt für das Tippen einer Adresse inkl. Telefonnummer und Geb.datum bräuchte. Und ich tippe sehr schnell, das könnt ihr mir glauben. Trotzdem wäre ich auf einen Stundenlohn von ca. 3 € gekommen. Meinetwegen kann man das ja machen, wenn man absolut gar nichts zu tun hat und nicht mehr weiß, wohin mit seiner Zeit und sich über jeden Cent freut. Aber für solch ein mickriges Ergebnis war mir meine Zeit dann auch zu schade. Ich glaube, wenn man Pfandflaschen sammeln geht, ist das lukrativer als die Jobs bei Jomondo.
Worauf ich allerdings - Asche auf mein Haupt - hereinfiel, war ein Job, bei dem jeder ohne Anmeldung mitmachen konnte. Und zwar sollte man Adressen von Firmen, die eröffnen oder schließen, in eine Eingabemaske eintragen. Quasi Geld verdienen mit Zeitung lesen. Je nachdem, ob die Daten ausreichend waren, bekam man zwischen 10 bis 60 Cent. Natürlich waren sie NIE ausreichend, denn man wollte Daten wissen, die idR nicht in der Anzeige oder auf der Homepage standen. Aber immerhin hatte ich nach einiger Zeit 3,90 € zusammen. Die verteilt immer so alle 2 Monate bezahlt werden sollten - im Schnitt bekam ich also so nach 4 Monaten mal endlich den ersten Euro. Bzw. bekam ihn NICHT, denn ich stellte erst bei Fälligkeit des ersten Euros fest, dass man das Geld nur über ein Paypal-Konto erhalten kann. Mir wurde das nie gesagt, es stand einfach da, dass die Zahlung angewiesen wurde - obwohl ich niemals irgendwelche Zahlungsdaten hinterlegt hatte. Jomondo gibt also noch nichtmal Bescheid, wenn das Geld irgendwo im Nirvana herumschwebt. Das Geld ist also einfach weg. Und für mich war der Tag gekommen, an dem ich meinen Account wieder löschte. Denn 1. hatte ich kein Paypalkonto und 2. würde ich auch keines zu diesem Zweck eröffnen, denn man zahlt als Empfänger von Zahlungen eine Gebühr und einen Prozentsatz, so dass mir bei 1 € Zahlungseingang effektiv nur 67 Cent geblieben wären. Wow...
11. November 2011
Pippa Kling
Sag mal, geht euch dieses Geschisse um die doofe Pippa Middleton auch so auf den - in meinem Fall anatomisch nicht vorhandenen - Sack?
Zugegeben: Der Arsch ist wohlgeformt und das Figürchen hätte ich auch gerne, muss ich anerkennen. (Wenngleich ich finde, man trägt als Trauzeugin bzw. Brautjungfer doch kein schneeweißes Kleid!) Aber wie können mehrere Nationen schier austicken, nur weil da jemand einen kleinen Hintern in die Kamera hält? Als ob man nicht jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde irgendwo in den Medien attraktive, perfekt geformte Menschen präsentiert bekommt.
Und was mich am meisten verstört: Ist eigentlich noch nie jemandem aufgefallen, dass Pippa Middleton die gleiche Hackfresse hat wie Anja Kling?
Zugegeben: Der Arsch ist wohlgeformt und das Figürchen hätte ich auch gerne, muss ich anerkennen. (Wenngleich ich finde, man trägt als Trauzeugin bzw. Brautjungfer doch kein schneeweißes Kleid!) Aber wie können mehrere Nationen schier austicken, nur weil da jemand einen kleinen Hintern in die Kamera hält? Als ob man nicht jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde irgendwo in den Medien attraktive, perfekt geformte Menschen präsentiert bekommt.
Und was mich am meisten verstört: Ist eigentlich noch nie jemandem aufgefallen, dass Pippa Middleton die gleiche Hackfresse hat wie Anja Kling?
10. November 2011
Geld verdienen im Internet? - Teil 1
Nachdem ich ja nicht 100%ig ausgelastet bin und jeden Cent gebrauchen kann, habe ich mal geschaut, wo man im Internet Geld verdienen könnte. Mir war eh schon klar, dass das Meiste entweder total unterbezahlt, unseriös oder beides ist. Trotzdem habe ich ein paar Sachen ausprobiert und möchte euch gerne an meinem Fazit teilhaben. Ich habe 3 Möglichkeiten ausprobiert und werde sie nach und nach statt auf einmal präsentieren, da die meisten vermutlich nicht gerne ellenlange Berichte lesen. ;-) Heute geht es um:
Ciao
Kennt vermutlich jeder. Dort schreibt man Testberichte bzw. Meinungen über die unterschiedlichsten Produkte, und jedes Mal, wenn ein anderes Ciao-Mitglied den eigenen Beitrag als mindestens "hilfreich" einstuft, bekommt man je nach Preisklasse 0,5-2 Cent. Klingt nach wenig, ist es auch.
Kann sich aber auch läppern. Da gibt's z. B. Leute, die schreiben sehr gerne z. B. über Lebensmittel. Solche Beiträge kann man relativ schnell und kurz verfassen. Dann machen sie sich in der Ciao-Community bekannt, so dass die Leute rein aus Gefälligkeit ihre Berichte bewerten. Ja, das kann durchaus lukrativ werden. Ist aber auch nur was Leute, die WIRKLICH viel Zeit haben und jeden Tag ein paar Berichte schreiben wollen/können.
Ich habe mich eher auf Dinge eingeschossen, die etwas umfangreicher zu bewerten waren. Z. B. Hotels oder Museen. Da saß ich an einem Bericht mal gut und gerne +/- 1 Stunde dran. Und wunderte mich, dass trotz Hochwertigkeit des Berichtes kaum Leute bewerteten, während bei XY der halbherzige, von Rechtschreibfehlern strotzende Bericht über irgendwelche Billigpkekse von Aldi 500 Lesungen hatte.
Bis ich herausfand, wie der Hase wirklich läuft. Geld verdient man v. a. mit so genannten "Leserunden". Jedes Mitglied hat ein Gästebuch, und da schreibt man dann einfach rein: "Hey, wenn du bei mir 50 Berichte liest und bewertest, mach ich das Gleiche bei dir." Sowas habe ich zugegebenermaßen auch öfter gemacht. Aber wenn man dann bedenkt, was am Ende dabei rauskommt - nämlich nur ein paar Cent - dafür, dass man sich ne halbe Stunde oder so durch irgendwelche uninteressanten Berichte klickt, lohnt sich das überhaupt nicht. Ich kann nicht meckern - während einer Mitgliedschaft von ca. 1 Jahr habe ich immerhin um die 40 € verdient. Hat sich aber auch nur ansatzweise rentiert, weil ich meist in den Monaten, in denen ich etwas geschrieben habe, noch einen von Ciao völlig willkürlich verteilten Monatsbonus von 2 € bekam. (Nachteil ist übrigens, dass man erst ab 10 € eine Auszahlung beantragen kann.) Aber wenn man den Aufwand dagegen stellt, lohnt es sich nicht. Und wenn man kein Interesse daran hat, sehr aktiv in der tollen Ciao-Community zu sein und sich die Leute anzulocken, die sich dann verpflichtet fühlen, jeden Beitrag von einem abzuklicken (Gegenseitiges Abo nennt man das.), lohnt es sich einfach nicht.
Falls ihr auch Erfahrungen damit gemacht habt, vielleicht sogar positive, könnt ihr gerne kommentieren. :-) (Oder auch einfach so natürlich!)
Ciao
Kennt vermutlich jeder. Dort schreibt man Testberichte bzw. Meinungen über die unterschiedlichsten Produkte, und jedes Mal, wenn ein anderes Ciao-Mitglied den eigenen Beitrag als mindestens "hilfreich" einstuft, bekommt man je nach Preisklasse 0,5-2 Cent. Klingt nach wenig, ist es auch.
Kann sich aber auch läppern. Da gibt's z. B. Leute, die schreiben sehr gerne z. B. über Lebensmittel. Solche Beiträge kann man relativ schnell und kurz verfassen. Dann machen sie sich in der Ciao-Community bekannt, so dass die Leute rein aus Gefälligkeit ihre Berichte bewerten. Ja, das kann durchaus lukrativ werden. Ist aber auch nur was Leute, die WIRKLICH viel Zeit haben und jeden Tag ein paar Berichte schreiben wollen/können.
Ich habe mich eher auf Dinge eingeschossen, die etwas umfangreicher zu bewerten waren. Z. B. Hotels oder Museen. Da saß ich an einem Bericht mal gut und gerne +/- 1 Stunde dran. Und wunderte mich, dass trotz Hochwertigkeit des Berichtes kaum Leute bewerteten, während bei XY der halbherzige, von Rechtschreibfehlern strotzende Bericht über irgendwelche Billigpkekse von Aldi 500 Lesungen hatte.
Bis ich herausfand, wie der Hase wirklich läuft. Geld verdient man v. a. mit so genannten "Leserunden". Jedes Mitglied hat ein Gästebuch, und da schreibt man dann einfach rein: "Hey, wenn du bei mir 50 Berichte liest und bewertest, mach ich das Gleiche bei dir." Sowas habe ich zugegebenermaßen auch öfter gemacht. Aber wenn man dann bedenkt, was am Ende dabei rauskommt - nämlich nur ein paar Cent - dafür, dass man sich ne halbe Stunde oder so durch irgendwelche uninteressanten Berichte klickt, lohnt sich das überhaupt nicht. Ich kann nicht meckern - während einer Mitgliedschaft von ca. 1 Jahr habe ich immerhin um die 40 € verdient. Hat sich aber auch nur ansatzweise rentiert, weil ich meist in den Monaten, in denen ich etwas geschrieben habe, noch einen von Ciao völlig willkürlich verteilten Monatsbonus von 2 € bekam. (Nachteil ist übrigens, dass man erst ab 10 € eine Auszahlung beantragen kann.) Aber wenn man den Aufwand dagegen stellt, lohnt es sich nicht. Und wenn man kein Interesse daran hat, sehr aktiv in der tollen Ciao-Community zu sein und sich die Leute anzulocken, die sich dann verpflichtet fühlen, jeden Beitrag von einem abzuklicken (Gegenseitiges Abo nennt man das.), lohnt es sich einfach nicht.
Falls ihr auch Erfahrungen damit gemacht habt, vielleicht sogar positive, könnt ihr gerne kommentieren. :-) (Oder auch einfach so natürlich!)
9. November 2011
Royales Briefmarkensammeln
Als Kind habe ich Briefmarken gesammelt. U. a. weil mir mein Vater ein paar Briefmarkenalben überreichte, die ich weiterführen sollte bei Interesse. Tat ich dann auch.
Dann wurde ich älter und irgendwie trat das Briefmarkensammeln in den Hintergrund. Ich hab's ja eh nie exzessiv betrieben, aber ich hab einfach aufgehört.
Neulich besuchte ich meinen Onkel im Ausland, der mir stolz seine Briefmarkensammlung zeigte. Er sammelt nicht, um damit mal später viel Geld zu verdienen, sondern weil es ihm Spaß macht und er sie sich einfach gerne anguckt. Und da hat es mich wieder gepackt, das Sammelfieber. Ich bin sowieso eine Sammlerin, sehr zum Leidwesen meines Freundes. Zum Glück reicht's noch nicht zum Messie aus. ;-)
Lange Rede, kurzer Sinn. Seit Neuestem kaufe ich mir also wieder die neuesten Briefmarkenerscheinungen, sogar 2x, die doppelten werden zu meinem Onkel geschickt. Aber nur die, die hübsch sind. ;-) Und da ich neulich eine Freundin besucht habe, die nur 5 km vom Schloss Langenburg weg wohnt, haben wir uns eben dieses Schloss angeguckt. Und da der Hohenloher Adel mit dem englischen Königshaus verwandt ist und u. a. auch bei der Hochzeit von Prinz William und Kate eingeladen war, kann man im Souvenirshop u. a. von Prinz Charles' Bienen hergestellten Honig und andere englische Dinge kaufen. Und als ich folgendes Schmuckstück für 5 Öcken sah, konnte ich nicht widerstehen:
Ich bin zwar kein Fan von den beiden, aber trotzdem: Schön, nee?!
Dann wurde ich älter und irgendwie trat das Briefmarkensammeln in den Hintergrund. Ich hab's ja eh nie exzessiv betrieben, aber ich hab einfach aufgehört.
Neulich besuchte ich meinen Onkel im Ausland, der mir stolz seine Briefmarkensammlung zeigte. Er sammelt nicht, um damit mal später viel Geld zu verdienen, sondern weil es ihm Spaß macht und er sie sich einfach gerne anguckt. Und da hat es mich wieder gepackt, das Sammelfieber. Ich bin sowieso eine Sammlerin, sehr zum Leidwesen meines Freundes. Zum Glück reicht's noch nicht zum Messie aus. ;-)
Lange Rede, kurzer Sinn. Seit Neuestem kaufe ich mir also wieder die neuesten Briefmarkenerscheinungen, sogar 2x, die doppelten werden zu meinem Onkel geschickt. Aber nur die, die hübsch sind. ;-) Und da ich neulich eine Freundin besucht habe, die nur 5 km vom Schloss Langenburg weg wohnt, haben wir uns eben dieses Schloss angeguckt. Und da der Hohenloher Adel mit dem englischen Königshaus verwandt ist und u. a. auch bei der Hochzeit von Prinz William und Kate eingeladen war, kann man im Souvenirshop u. a. von Prinz Charles' Bienen hergestellten Honig und andere englische Dinge kaufen. Und als ich folgendes Schmuckstück für 5 Öcken sah, konnte ich nicht widerstehen:
Ich bin zwar kein Fan von den beiden, aber trotzdem: Schön, nee?!
2. November 2011
Der misanthropische Musicalstar
Als Teenager war ich der totale Musicalfreak. Während Andere in meinem Alter damals -zig D-Mark (Ja, diese Währung, ihr Lieben, habe ich tatsächlich noch miterlebt!) jedes Wochenende für Allohol auf den Kopf hauten, trug ich mein hart verdientes Azubigehalt nach Stuttgart, Bremen, Duisburg und sonstwohin, um mir die tollen, großen, leider auch teuren Musicals anzugucken. Und während eines 10tägigen Aufenthaltes in London schaffte ich immerhin den Besuch von 8 Musicals (Da waren die Karten auch so herrlich günstig, hach!).
Irgendwann ging ich zwecks Abi back to school, dann uffe Uni, ergo war die Kohle knapp, mein Hobby nicht mehr in dem Maße finanzierbar, ich hatte zudem noch Anderes im Kopf, mit dem ich mich beschäftigen musste, und meine Leidenschaft blieb dabei irgendwie auf der Strecke. Mittlerweile kann ich sie auch nicht mehr reaktivieren, weil diese ganzen Musicaltheater so derart unverschämt schweinehammerteuer sind, dass ich mir das nicht leisten kann. Und wenn das hiesige Stadttheater mal alle 2 Jahre ne olle Broadway-Kamelle anbietet, ist das schon viel.
Als Teenager wollte ich zudem immer Musicaldarstellerin werden. Kein großer Star, das brauchte ich nicht, einfach nur ein netter Job, bei dem ich singen konnte, denn singen war schon immer meine große Passion. Und ich singe noch nichtmal schlecht. Ich hatte als Geld verdienender Azubi mal wenige Jahre lang privaten Gesangsunterricht bei einer russischen, abgehalfterten Opernsängerin, die nicht viel Geld dafür verlangte. Das Problem war nur, dass ich weder Noten lesen noch ein einziges Instrument spielen konnte. Meine Eltern hatten kein Geld für solche Kinkerlitzchen, da gab's kein Klavier, keine Geige, keine Musikschule. Insofern war ein Studium an der Musikhochschule eine unüberwindbare Hürde für mich. Noch nichtmal in einen blöden pseudoprofessionellen Chor schaffte ich es damals, weil ich beim Vorsingen kein mir unbekanntes Stück vom Blatt singen konnte und zudem zu viel Vibrato in meiner Stimme lag. Zu Deutsch: Ich konnte keine Noten lesen und vor lauter Aufregung war meine Stimme abgeschmiert. Und so endete meine Karriere als Musicalstar, noch bevor sie begann. *seufz*
Aber jetzt bin ich wieder da, ha ha!!! Denn neulich habe ich einen Aufruf gelesen von der Katholischen Hochschulgemeinde unserer Stadt. Man möchte das Musical "RENT" aufführen. Na prima, dachte ich mir, ihr wisst aber schon, dass da fast nur Aidskranke und Homos rumspringen? ICH finde das Stück ja super, ich liebe es, ich kann es fast auswendig. Aber ist das was für Katholiken?
Egal! Ich habe mich gemeldet und am 5.12. ist das Vortreffen. In der Infomail stand was von Vorsingen. Was, ich muss was vorsingen?! Aber... hatte ich bereits erwähnt, dass ich mich nicht traue, vor anderen Menschen zu singen? Könnte ganz eventuell ein klitzekleines Hürdchen auf meinem Weg zum Provinz-Musicalstar werden...
TO BE CONTINUED...
Irgendwann ging ich zwecks Abi back to school, dann uffe Uni, ergo war die Kohle knapp, mein Hobby nicht mehr in dem Maße finanzierbar, ich hatte zudem noch Anderes im Kopf, mit dem ich mich beschäftigen musste, und meine Leidenschaft blieb dabei irgendwie auf der Strecke. Mittlerweile kann ich sie auch nicht mehr reaktivieren, weil diese ganzen Musicaltheater so derart unverschämt schweinehammerteuer sind, dass ich mir das nicht leisten kann. Und wenn das hiesige Stadttheater mal alle 2 Jahre ne olle Broadway-Kamelle anbietet, ist das schon viel.
Als Teenager wollte ich zudem immer Musicaldarstellerin werden. Kein großer Star, das brauchte ich nicht, einfach nur ein netter Job, bei dem ich singen konnte, denn singen war schon immer meine große Passion. Und ich singe noch nichtmal schlecht. Ich hatte als Geld verdienender Azubi mal wenige Jahre lang privaten Gesangsunterricht bei einer russischen, abgehalfterten Opernsängerin, die nicht viel Geld dafür verlangte. Das Problem war nur, dass ich weder Noten lesen noch ein einziges Instrument spielen konnte. Meine Eltern hatten kein Geld für solche Kinkerlitzchen, da gab's kein Klavier, keine Geige, keine Musikschule. Insofern war ein Studium an der Musikhochschule eine unüberwindbare Hürde für mich. Noch nichtmal in einen blöden pseudoprofessionellen Chor schaffte ich es damals, weil ich beim Vorsingen kein mir unbekanntes Stück vom Blatt singen konnte und zudem zu viel Vibrato in meiner Stimme lag. Zu Deutsch: Ich konnte keine Noten lesen und vor lauter Aufregung war meine Stimme abgeschmiert. Und so endete meine Karriere als Musicalstar, noch bevor sie begann. *seufz*
Aber jetzt bin ich wieder da, ha ha!!! Denn neulich habe ich einen Aufruf gelesen von der Katholischen Hochschulgemeinde unserer Stadt. Man möchte das Musical "RENT" aufführen. Na prima, dachte ich mir, ihr wisst aber schon, dass da fast nur Aidskranke und Homos rumspringen? ICH finde das Stück ja super, ich liebe es, ich kann es fast auswendig. Aber ist das was für Katholiken?
Egal! Ich habe mich gemeldet und am 5.12. ist das Vortreffen. In der Infomail stand was von Vorsingen. Was, ich muss was vorsingen?! Aber... hatte ich bereits erwähnt, dass ich mich nicht traue, vor anderen Menschen zu singen? Könnte ganz eventuell ein klitzekleines Hürdchen auf meinem Weg zum Provinz-Musicalstar werden...
TO BE CONTINUED...
30. Oktober 2011
Ich bin ne alte Kuh!!!
Mann mann mann... so langsam fängt sie an, die Altersdepression. In nichtmal mehr einem Monat wird sie in mein Leben treten: Die dicke fette 3.
Und so prinzipiell habe ich nicht soooo das Problem damit. Gut, ich bin also bald 30 und habe im Endeffekt nichts erreicht. Zumindest nichts von Dauer. Ich habe keinen Job, keinen Doktortitel, kein Haus, keine Kinder, kein Vermögen, keinen Ehering,... also so ziemlich alles, was man sich so ganz grob als Lebensplan erdacht hatte bis zu seinem 30. Lebensjahr.
Aber was soll's, denn ich fühle mich nicht wie 30 und sehe auch eher aus wie 23, vermutlich dank meiner geringen Körpergröße. Aber wo ich immer wieder merke, dass ich steinalt bin:
Filme. Bzw. Schauspieler. Promis halt. Da guckt man sich so einen Film an und denkt sich so: "Oi, der Kerl da sieht aber knackig aus." Und da ich mich auch allgemein so für Promis interessiere, schaue ich dann oft im Internet nach, was das so für Leute sind. Und dann kommt immer das böse Erwachen: Die sind ja alle viel jünger als ich!? Shocking...
Nur so ein paar Beispiele:
- Gerade läuft "Twilight" auf Pro7. Ich zappe rein und da ist dieser "Tracker", ein gutaussehender, fieser Vampir. Geburtsjahr des Schauspielers: 1982. Toll. Ginge ja gerade noch, ein 1 Jahr jüngerer Partner. Aber trotzdem.
- Ich liebe "Glee". 90% der Cast ist weitaus jünger als ich. Ja, gut, die sollen ja auch Teenager verkörpern, aber trotzdem! Wenigstens ist der geile Lehrer 3 Jahre älter als ich, aber im echten Leben höchstwahrscheinlich schwul, denn welcher normale Mann kann gleichzeitig singen, tanzen und hat dabei eine rutschfeste Föhnfrisur?
- Der "Borgia"-Sechsteiler, der die letzten beiden Wochen auf ZDF kam. Da spielen verruchte Luder mit und eine Sexszene jagt die Andere. Wie alt sind diese Damen in Echt? 1989 und 1993 geboren. Um Himmels Willen! Sind die schon volljährig? *mal nachrechnen* Die kann man doch nicht nackt zeigen in solchen Stellungen! Das sind doch noch Kinder! Und die männlichen Schnitten sind auch alle jünger als ich.
So langsam entwickle ich also für gutaussehende Jünglinge also Muttergefühle. Statt mir zu denken: "Mensch, den würde ich nicht von der Bettkante schubsen.", denke ich mir immer öfter: "Wenn dein Sohn mal so aussieht, kannste zufrieden sein mit deinen Genen." Dabei will ich mindestens mal die nächsten 5 Jahre keine Kinder haben.
Ich bin eine alte Kuh!!! *heul*
Und so prinzipiell habe ich nicht soooo das Problem damit. Gut, ich bin also bald 30 und habe im Endeffekt nichts erreicht. Zumindest nichts von Dauer. Ich habe keinen Job, keinen Doktortitel, kein Haus, keine Kinder, kein Vermögen, keinen Ehering,... also so ziemlich alles, was man sich so ganz grob als Lebensplan erdacht hatte bis zu seinem 30. Lebensjahr.
Aber was soll's, denn ich fühle mich nicht wie 30 und sehe auch eher aus wie 23, vermutlich dank meiner geringen Körpergröße. Aber wo ich immer wieder merke, dass ich steinalt bin:
Filme. Bzw. Schauspieler. Promis halt. Da guckt man sich so einen Film an und denkt sich so: "Oi, der Kerl da sieht aber knackig aus." Und da ich mich auch allgemein so für Promis interessiere, schaue ich dann oft im Internet nach, was das so für Leute sind. Und dann kommt immer das böse Erwachen: Die sind ja alle viel jünger als ich!? Shocking...
Nur so ein paar Beispiele:
- Gerade läuft "Twilight" auf Pro7. Ich zappe rein und da ist dieser "Tracker", ein gutaussehender, fieser Vampir. Geburtsjahr des Schauspielers: 1982. Toll. Ginge ja gerade noch, ein 1 Jahr jüngerer Partner. Aber trotzdem.
- Ich liebe "Glee". 90% der Cast ist weitaus jünger als ich. Ja, gut, die sollen ja auch Teenager verkörpern, aber trotzdem! Wenigstens ist der geile Lehrer 3 Jahre älter als ich, aber im echten Leben höchstwahrscheinlich schwul, denn welcher normale Mann kann gleichzeitig singen, tanzen und hat dabei eine rutschfeste Föhnfrisur?
- Der "Borgia"-Sechsteiler, der die letzten beiden Wochen auf ZDF kam. Da spielen verruchte Luder mit und eine Sexszene jagt die Andere. Wie alt sind diese Damen in Echt? 1989 und 1993 geboren. Um Himmels Willen! Sind die schon volljährig? *mal nachrechnen* Die kann man doch nicht nackt zeigen in solchen Stellungen! Das sind doch noch Kinder! Und die männlichen Schnitten sind auch alle jünger als ich.
So langsam entwickle ich also für gutaussehende Jünglinge also Muttergefühle. Statt mir zu denken: "Mensch, den würde ich nicht von der Bettkante schubsen.", denke ich mir immer öfter: "Wenn dein Sohn mal so aussieht, kannste zufrieden sein mit deinen Genen." Dabei will ich mindestens mal die nächsten 5 Jahre keine Kinder haben.
Ich bin eine alte Kuh!!! *heul*
28. Oktober 2011
Ja Schatz...
Also manchmal, wenn ich so versuche, mich mit meinem Männchen zu unterhalten, ihm Fragen stelle und so ein gedehntes, abwesendes, leicht genervtes "Jahaaaaa..." zu hören kriege... nun, da habe ich ein bisschen den Verdacht, nach so ziemlich genau 7 Jahren Beziehung ist er bei Zeiten an diesem Punkt angelangt:
Und das Schlimmste: Zu seinem letzten Geburtstag habe ich ihm eine Axt geschenkt - wie konnte ich nur?! Die lag dann tatsächlich wochenlang im Schlafzimmer herum. Oh mein Gott, vermutlich bin ich nur noch am Leben, weil er Skrupel hatte!!!
Und das Schlimmste: Zu seinem letzten Geburtstag habe ich ihm eine Axt geschenkt - wie konnte ich nur?! Die lag dann tatsächlich wochenlang im Schlafzimmer herum. Oh mein Gott, vermutlich bin ich nur noch am Leben, weil er Skrupel hatte!!!
25. Oktober 2011
Eltern
Jedes Mal, wenn ich mit meinen Eltern telefoniere - egal ob mit Vater oder Mutter - dauert es ungefähr eine Minute, bis ich total genervt bin.
"Hast du schon was Warmes gegessen?"
"Ist es bei euch so kalt? Zieh bloß eine warme Jacke an! Du hast doch noch hier einen Wintermantel, nimm den mal das nächste Mal mit!"
"Du, wir haben da was von der Krankenversicherung bekommen, wir verstehen nicht, was wir da machen müssen."
"Hast du heute noch Uni, musst du heute noch lernen?" (Ich bin seit einem halben Jahr mit dem Studium fertig, Herrgottnochmal!!!)
"Du, der Müllers Adolf (Im Dorf meiner Eltern wird zuerst der Nachname genannt.) hat gesagt, dass es morgen hagelt, bleib in der Wohnung!"
"Hast du geputzt? Mensch, bei euch sieht's immer aus. Wenn du jeden Tag gleich alles, was du benutzt, sauber machst, musst du nicht alle paar Wochen einen Großputz machen." (Wat, wo is'n da die Logik?!)
Usw. usf.
Meine Reaktionen sind i.d.R.:
"Ja..."
"Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!!"
"Nein..."
"Nein!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!"
"Oh mann..."
"Ja, also ich hör dann mal wieder... ja, ich hör... neiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin!!!!!!!!!!!"
"Hast du schon was Warmes gegessen?"
"Ist es bei euch so kalt? Zieh bloß eine warme Jacke an! Du hast doch noch hier einen Wintermantel, nimm den mal das nächste Mal mit!"
"Du, wir haben da was von der Krankenversicherung bekommen, wir verstehen nicht, was wir da machen müssen."
"Hast du heute noch Uni, musst du heute noch lernen?" (Ich bin seit einem halben Jahr mit dem Studium fertig, Herrgottnochmal!!!)
"Du, der Müllers Adolf (Im Dorf meiner Eltern wird zuerst der Nachname genannt.) hat gesagt, dass es morgen hagelt, bleib in der Wohnung!"
"Hast du geputzt? Mensch, bei euch sieht's immer aus. Wenn du jeden Tag gleich alles, was du benutzt, sauber machst, musst du nicht alle paar Wochen einen Großputz machen." (Wat, wo is'n da die Logik?!)
Usw. usf.
Meine Reaktionen sind i.d.R.:
"Ja..."
"Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!!"
"Nein..."
"Nein!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!"
"Oh mann..."
"Ja, also ich hör dann mal wieder... ja, ich hör... neiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin!!!!!!!!!!!"
24. Oktober 2011
Ich sing den Blues
Eigentlich hätte ich ja wirklich genug zu tun. Ich müsste die Sachen für meine mittlerweile 3 Nebenjobs vorbereiten, aber wie das so ist, wenn man zeitlich total freie Hand und keinerlei Deadline hat - man schiebt alles vor sich her und macht's erst auf den letzten Drücker.
Ich müsste eine Führung vorbereiten, da ich bei einer neuen Ausstellung, die mein (Ex-)Prof angeleiert hat, Gruppen durchschleusen und was Sinnvolles und Unterhaltsames erzählen muss. Und ich sollte mich mal anstrengen, denn die 1. Führung ist in 2 Wochen und es ist meine allerallererste. *würgs* Was tut man nicht alles für den Lebenslauf. Ich stehe echt nicht gerne im Mittelpunkt und habe sowieso immer das Gefühl, alle Anderen wissen mehr als ich. Dabei hab ich zwei Abschlüsse in dem Fach - ich könnte echt mehr Selbstbewusstsein gebrauchen.
Eigentlich bin ich passionierte Langschläferin, und dank der Umstände seit einem halben Jahr kann ich fast immer werktags so lange pennen, wie ich will. Aber das macht einfach keinen Spaß mehr. Der rote Faden, der Sinn des Lebens, der Grund, früh aufzustehen und durchzustarten, fehlt mir einfach. Ich glaube, als Dauerarbeitslose eigne ich mich tatsächlich nicht... Jetzt habe ich schon extra meinen Pseudo-Doktorandenstatus verlängert, um weiterhin den Geist in Unikursen zu trainieren, für die ich damals während des Studiums keine Zeit hatte, aber alles findet abends statt.
Und einen schlauen Zeitplan aufstellen, um effektiv zu sein, das tue ich schon seit Monaten, aber so wirklich funzt das nicht. Ich bräuchte einen 9 to 5 job, wo ich morgens auf der Matte stehen muss, komme was wolle. Aber der deutsche Arbeitsmarkt will ja niemanden mit einer grundsoliden kaufmännischen Ausbildung inkl. Berufserfahrung und einem erfolgreich abgeschlossenen Geisteswissenschaftsstudium inkl. 2. Abschluss im Ausland (während alle Anderen nur zum Saufen weg sind). Danke deutscher Arbeitsmarkt, dass ich mich schon seit Monaten völlig wertlos fühle...
Ich müsste eine Führung vorbereiten, da ich bei einer neuen Ausstellung, die mein (Ex-)Prof angeleiert hat, Gruppen durchschleusen und was Sinnvolles und Unterhaltsames erzählen muss. Und ich sollte mich mal anstrengen, denn die 1. Führung ist in 2 Wochen und es ist meine allerallererste. *würgs* Was tut man nicht alles für den Lebenslauf. Ich stehe echt nicht gerne im Mittelpunkt und habe sowieso immer das Gefühl, alle Anderen wissen mehr als ich. Dabei hab ich zwei Abschlüsse in dem Fach - ich könnte echt mehr Selbstbewusstsein gebrauchen.
Eigentlich bin ich passionierte Langschläferin, und dank der Umstände seit einem halben Jahr kann ich fast immer werktags so lange pennen, wie ich will. Aber das macht einfach keinen Spaß mehr. Der rote Faden, der Sinn des Lebens, der Grund, früh aufzustehen und durchzustarten, fehlt mir einfach. Ich glaube, als Dauerarbeitslose eigne ich mich tatsächlich nicht... Jetzt habe ich schon extra meinen Pseudo-Doktorandenstatus verlängert, um weiterhin den Geist in Unikursen zu trainieren, für die ich damals während des Studiums keine Zeit hatte, aber alles findet abends statt.
Und einen schlauen Zeitplan aufstellen, um effektiv zu sein, das tue ich schon seit Monaten, aber so wirklich funzt das nicht. Ich bräuchte einen 9 to 5 job, wo ich morgens auf der Matte stehen muss, komme was wolle. Aber der deutsche Arbeitsmarkt will ja niemanden mit einer grundsoliden kaufmännischen Ausbildung inkl. Berufserfahrung und einem erfolgreich abgeschlossenen Geisteswissenschaftsstudium inkl. 2. Abschluss im Ausland (während alle Anderen nur zum Saufen weg sind). Danke deutscher Arbeitsmarkt, dass ich mich schon seit Monaten völlig wertlos fühle...
19. Oktober 2011
Snooze - if you wanna die!
Ich hab meinen Freund ja wirklich unglaublich gerne, so sollte es ja auch sein in einer Beziehung. Aber es gibt da ein paar Dinge, bei denen man meinen könnte, er bettle förmlich darum, von mir eins übergebraten zu bekommen.
Da wäre das morgendliche Aufstehen. Mein Freund hat einen vernünftigen Vollzeitjob, ich nicht. Ergo steht er morgens früh auf, wohingegen ich an den meisten Werktagen theoretisch so lange pennen könnte, wie ich möchte, da ich eher nachtaktiv bin.
Nun gut, das ist halt einfach so, er muss früh aufstehen, umunsere seine Brötchen zu verdienen, davor habe ich Respekt, und wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich mich auch um halb 7 aus dem Bett quälen, um mich dann über ein vierstelliges Nettogehalt am Monatsende freuen zu können. (So weit geht meine Erinnerung kaum zurück, wann ich das letzte Mal eine vierstellige Summe im Monat verdient habe. *seufz*)
Und man kann sich dann ja einfach umdrehen und weiterschlafen. Was ich auch mache. Männchen ist ja schon groß und kann sich alleine anziehen und füttern. Was mich allerdings jeden Morgen auf die Palme bringt, ist seine Snooze-Aktion.
Ich benutze NIEMALS Snooze. Wenn der Wecker klingelt, stehe ich auf. Das ist ganz einfach.
Beim Männchen ist das anders: Um 6:30 Uhr klingt der Wecker. Männchen brummt müde. Drückt auf Snooze und schläft sofort wieder ein. (Das kann ich gar nicht, da wird erstmal 30 Min. herumgewälzt!) ICH bin jetzt wach, klar. Liege im Bett und starre an die Decke und warte auf den nächsten Alarm. Ca. 5-8 Minuten später klingelt wieder der Wecker. Ich stöhne genervt auf und beginne damit, meine Füße gegen Männchens Unterleib zu drücken in der Hoffnung, ich bin endlich mal kräftig genug, diesen schlafenden Mehlsack aus dem Bett zu befördern. Nach einem Sturz wäre er ja sicherlich endlich mal richtig wach. Klappt aber nie, ich bin zu schwach und mein Gedrücke, das nach kurzer Zeit meist in ein Treten übergeht, wird noch nichtmal zur Kenntnis genommen.
Wenn es schlecht für mich läuft, klingelt der Wecker mal locker drei- bis viermal an einem Morgen, bis der Herr sich endlich aus dem Bett bequemt. Ich frage ihn öfter mal, wieso er nicht einfach den Wecker 15 oder 30 Minuten später stellt, dann muss er nicht snoozen, dann kann er einfach komplett länger pennen. Nein - snoozen muss einfach sein! Ich versteh's nicht und komme zu der Erkenntnis, dass Snoozen ein Beziehungskiller sein kann, wenn nur ein Partner davon überzeugt ist.
Da wäre das morgendliche Aufstehen. Mein Freund hat einen vernünftigen Vollzeitjob, ich nicht. Ergo steht er morgens früh auf, wohingegen ich an den meisten Werktagen theoretisch so lange pennen könnte, wie ich möchte, da ich eher nachtaktiv bin.
Nun gut, das ist halt einfach so, er muss früh aufstehen, um
Und man kann sich dann ja einfach umdrehen und weiterschlafen. Was ich auch mache. Männchen ist ja schon groß und kann sich alleine anziehen und füttern. Was mich allerdings jeden Morgen auf die Palme bringt, ist seine Snooze-Aktion.
Ich benutze NIEMALS Snooze. Wenn der Wecker klingelt, stehe ich auf. Das ist ganz einfach.
Beim Männchen ist das anders: Um 6:30 Uhr klingt der Wecker. Männchen brummt müde. Drückt auf Snooze und schläft sofort wieder ein. (Das kann ich gar nicht, da wird erstmal 30 Min. herumgewälzt!) ICH bin jetzt wach, klar. Liege im Bett und starre an die Decke und warte auf den nächsten Alarm. Ca. 5-8 Minuten später klingelt wieder der Wecker. Ich stöhne genervt auf und beginne damit, meine Füße gegen Männchens Unterleib zu drücken in der Hoffnung, ich bin endlich mal kräftig genug, diesen schlafenden Mehlsack aus dem Bett zu befördern. Nach einem Sturz wäre er ja sicherlich endlich mal richtig wach. Klappt aber nie, ich bin zu schwach und mein Gedrücke, das nach kurzer Zeit meist in ein Treten übergeht, wird noch nichtmal zur Kenntnis genommen.
Wenn es schlecht für mich läuft, klingelt der Wecker mal locker drei- bis viermal an einem Morgen, bis der Herr sich endlich aus dem Bett bequemt. Ich frage ihn öfter mal, wieso er nicht einfach den Wecker 15 oder 30 Minuten später stellt, dann muss er nicht snoozen, dann kann er einfach komplett länger pennen. Nein - snoozen muss einfach sein! Ich versteh's nicht und komme zu der Erkenntnis, dass Snoozen ein Beziehungskiller sein kann, wenn nur ein Partner davon überzeugt ist.
17. Oktober 2011
Das große Sterben
Zugegeben - ich habe in Bio nie wirklich aufgepasst und bin die totale Heimat- und Sachkunde-Null. Aber nachdem mir folgender Umstand erst jetzt, nach knapp 30 Jahren, zum 1. Mal auffällt, muss ich doch mal nachfragen, ob das normal ist. Nämlich das große Stubenfliegensterben, das bei uns stattfindet.
Jeden Tag surren irgendwelche Fliegen hier an unseren Fenstern herum. Rausjagen lassen sie sich nicht, hier ist es halt so schön warm, nicht so wie draußen. Brrr!
Gegen Nacht werden sie dann ruhiger, und morgens darf ich dann mind. eine tote Fliege zusammensammeln und ein Luftbegräbnis vollziehen (Fenster auf, Fliege raus). Die Leichen findet man auf dem Boden und/oder auf dem Fensterbrett.
Unsere Wohnung scheint sich super als Fliegenhospiz zu eignen. Ist das normal? Findet im Oktober etwa das große Fliegensterben statt? Ist das bei euch auch der Fall?
Fragen über Fragen. Und um mich herum surren schon wieder mindestens 3 weitere Todeskandidaten...
Jeden Tag surren irgendwelche Fliegen hier an unseren Fenstern herum. Rausjagen lassen sie sich nicht, hier ist es halt so schön warm, nicht so wie draußen. Brrr!
Gegen Nacht werden sie dann ruhiger, und morgens darf ich dann mind. eine tote Fliege zusammensammeln und ein Luftbegräbnis vollziehen (Fenster auf, Fliege raus). Die Leichen findet man auf dem Boden und/oder auf dem Fensterbrett.
Unsere Wohnung scheint sich super als Fliegenhospiz zu eignen. Ist das normal? Findet im Oktober etwa das große Fliegensterben statt? Ist das bei euch auch der Fall?
Fragen über Fragen. Und um mich herum surren schon wieder mindestens 3 weitere Todeskandidaten...
13. Oktober 2011
Gutes tun
... ist gar nicht mal so einfach!
Nachdem ich ja unfreiwillig viel Freizeit habe und irgendwann den Blues hatte von wegen, ich sei einfach nur nutzlos, suchte ich nach einer ehrenamtlichen Tätigkeit in der City (mangels Auto räumlich eingegrenzt). Natürlich hatte ich gewisse Ansprüche, da ich ja prinzipiell eher ein asozialer Zeitgenosse bin: Nichts mit Kindern, nichts mit pflegebedürftigen Menschen (Senioren, Kranke, Behinderte). Das klingt jetzt ganz furchtbar asozial, aber es gibt einfach Bereiche, die kann ich nicht, die will ich nicht machen. Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, und ich habe übelst Respekt vor Menschen, die in solchen Bereichen tätig sind! Aber für mich ist das nichts. Dann gibt es Tätigkeiten, die man nur mit Auto erreichen kann, die musste ich aus aussortieren. Und zu guter Letzt die Ehrenämter, bei denen eine gewisse Mindesteinsatzzeit von mehreren Monaten verlangt wird. (Besser gar keine Mitarbeit als nur Hilfe für 2 Monate oder was?), da ich ja nun nicht weiß, was mit mir wird, ich bewerbe mich ja auch und bin durchaus bereit, hier wegzuziehen. Deshalb fiel meine Wahl auf folgende Möglichkeiten:
1. Mobile Bibliothek der Stadtbücherei
Ein mobiler Bücherbringservice für Leute, die nicht selbst in die Bib gehen können. Ich liebe Bücher, das wär doch was für mich, dachte ich mir so. Also in die Bib geschlappt und gefragt, um von einer völlig unbegeisterten "Was wollen Sie denn von mir?! Ehrenamt? Pah!"-Mitarbeiterin die Nummer des Verantwortlichen zu bekommen mit dem Hinweis: "Aber der ist tooootal schwer erreichbar und außerdem haben wir sowieso genug Leute, glaub ich." Danke, man muss ja nicht gleich den Boden küssen, weil ich mein Gutmenschentum ausleben will, aber ein bisschen Freundlich-, vielleicht sogar Dankbarkeit? Ok... Später hab ich den Mann tatsächlich erwischt und er meinte, leider immer alles voll mit Ehrenamtlichen. Wieso steht ihr dann im Ehrenamtskatalog drin, wenn ihr eh keine Ehrenamtlichen mehr braucht, ihr Nasen?!
2. Hunde ausführen im Tierheim
Ich liiiebe Tiere, ich bin so traurig, dass wir hier keine Haustiere halten können, und ich würde gerne mehr in dem Bereich aktiv tun. Nur liegen alle Tierheime so in der Pampa, dass ich da ohne Auto, also auch nicht mit den Öffis, hinkomme. Trotzdem habe ich mal nachgefragt, wie's ausschaut mit Gassi gehen und so. Die Antwort war, dass ich dafür eine Mitgliedschaft für 70 Öcken abschließen müsse. Nun unterstütze ich ja gerne solche Orgas, aber wenn man kaum Geld verdient und es hinten und vorne nicht langt, dann sind 70 Euronen nunmal nicht gerade wenig. Ansonsten hielt sich auch hier die Begeisterung in Grenzen - Gassigeher habe man ja eigentlich genug. Ja, ich weiß, am Liebsten hättet ihr einfach eine vierstellige Geldspende, aber sorry, das kann ich halt nicht, ich habe nur meine nutzlose Arbeitskraft anzubieten...
3. Mobiler Bücherservice im Krankenhaus
"Dafür bin ich nicht zuständig, da müssen Sie die Ehrenamtlichen fragen, die das machen. Die kann man aber nur mit viel Glück dienstags zwischen 12 und 15 Uhr erwischen, falls sie mal zufällig in der Nähe der Verwaltung sind." Muss ich erwähnen, dass ich es auch nach Wochen nicht geschafft hatte, diese ominösen Wichtel zu erreichen? Ich hab's dann entnervt gelassen...
4. Weltladen
Wusstet ihr, dass in den Weltläden fast ausschließlich Ehrenamtliche arbeiten? Ich nicht! Als ich dort reinging und nachfragte, war man freundlich und sogar glücklich, dass sich gerade so ein junges Ding engagieren möchte. Ha, endlich mal reagierte jemand positiv auf mein Hilfsangebot! Nun arbeite ich schon seit ein paar Wochen in dem Laden, pro Woche eine Schicht à 2h. Klingt wenig, ne? Aber na ja, ich muss ja nebenbei auch Geld verdienen mit ein paar Nebenjöbbchen, um nicht zu verhungern. Außerdem kann man auch nicht mehr machen: In dem Laden gibt es über 50 Ehrenamtliche! Die meisten davon Ü50 - Arbeitslose, Rentner, Hausfrauen. Allesamt aber sehr nett, und es macht auch relativ viel Spaß. Ich bediene die Leute und fülle die Regale auf. Mehr macht man so als Neuling eh nicht. Die Schichten sind immer schon eine Woche vorher meist komplett vergeben, es mangelt einfach nicht an Helfern. Und wenn man dann zu zweit oder dritt (Momemtan stoße ich noch als Neuling zu den regulären Ehrenamtlichen dazu.) seine Schicht macht, kommen meist noch gelangweilte andere Ehrenamtliche vorbei, so dass da immer genug Arbeitskräfte zur Verfügung stehen.
Nun denke ich mir wieder: "Hätte ich mir nicht besser was suchen sollen, wo ich WIRKLICH gebraucht werde, weil es an Leuten mangelt?" Aber sei es drum. Falls ich in ein paar Monaten immer noch keinen festen Job habe, kann ich mir ja noch ein 2. Ehrenamt zulegen. Eigentlich will ich ja nichts machen, wo man direkt viel mit Menschen zu tun hat, aber ich könnte mir nun auch Arbeit mit Asylanten vorstellen.
Und ich frage mich, wieso mir das jetzt erst einfällt, ehrenamtlich tätig zu sein? Mal ehrlich, mein Studium war zwar sehr stressig, aber so prinzipiell hätte ich wirklich Zeit gehabt als Studentin, noch ein paar Stündchen in der Woche oder im Monat in sowas zu investieren. Ganz ehrlich, man denkt doch immer nur, die Leute in Afrika oder sonstwo brauchen Hilfe, aber ich hab mir einfach früher keine Gedanken gemacht, ob es auch hier, in meiner Stadt, Hilfsbedürftigkeit gibt. Jetzt fange ich erst nach fast 30 Jahren damit an - Asche auf mein Haupt...
Nachdem ich ja unfreiwillig viel Freizeit habe und irgendwann den Blues hatte von wegen, ich sei einfach nur nutzlos, suchte ich nach einer ehrenamtlichen Tätigkeit in der City (mangels Auto räumlich eingegrenzt). Natürlich hatte ich gewisse Ansprüche, da ich ja prinzipiell eher ein asozialer Zeitgenosse bin: Nichts mit Kindern, nichts mit pflegebedürftigen Menschen (Senioren, Kranke, Behinderte). Das klingt jetzt ganz furchtbar asozial, aber es gibt einfach Bereiche, die kann ich nicht, die will ich nicht machen. Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, und ich habe übelst Respekt vor Menschen, die in solchen Bereichen tätig sind! Aber für mich ist das nichts. Dann gibt es Tätigkeiten, die man nur mit Auto erreichen kann, die musste ich aus aussortieren. Und zu guter Letzt die Ehrenämter, bei denen eine gewisse Mindesteinsatzzeit von mehreren Monaten verlangt wird. (Besser gar keine Mitarbeit als nur Hilfe für 2 Monate oder was?), da ich ja nun nicht weiß, was mit mir wird, ich bewerbe mich ja auch und bin durchaus bereit, hier wegzuziehen. Deshalb fiel meine Wahl auf folgende Möglichkeiten:
1. Mobile Bibliothek der Stadtbücherei
Ein mobiler Bücherbringservice für Leute, die nicht selbst in die Bib gehen können. Ich liebe Bücher, das wär doch was für mich, dachte ich mir so. Also in die Bib geschlappt und gefragt, um von einer völlig unbegeisterten "Was wollen Sie denn von mir?! Ehrenamt? Pah!"-Mitarbeiterin die Nummer des Verantwortlichen zu bekommen mit dem Hinweis: "Aber der ist tooootal schwer erreichbar und außerdem haben wir sowieso genug Leute, glaub ich." Danke, man muss ja nicht gleich den Boden küssen, weil ich mein Gutmenschentum ausleben will, aber ein bisschen Freundlich-, vielleicht sogar Dankbarkeit? Ok... Später hab ich den Mann tatsächlich erwischt und er meinte, leider immer alles voll mit Ehrenamtlichen. Wieso steht ihr dann im Ehrenamtskatalog drin, wenn ihr eh keine Ehrenamtlichen mehr braucht, ihr Nasen?!
2. Hunde ausführen im Tierheim
Ich liiiebe Tiere, ich bin so traurig, dass wir hier keine Haustiere halten können, und ich würde gerne mehr in dem Bereich aktiv tun. Nur liegen alle Tierheime so in der Pampa, dass ich da ohne Auto, also auch nicht mit den Öffis, hinkomme. Trotzdem habe ich mal nachgefragt, wie's ausschaut mit Gassi gehen und so. Die Antwort war, dass ich dafür eine Mitgliedschaft für 70 Öcken abschließen müsse. Nun unterstütze ich ja gerne solche Orgas, aber wenn man kaum Geld verdient und es hinten und vorne nicht langt, dann sind 70 Euronen nunmal nicht gerade wenig. Ansonsten hielt sich auch hier die Begeisterung in Grenzen - Gassigeher habe man ja eigentlich genug. Ja, ich weiß, am Liebsten hättet ihr einfach eine vierstellige Geldspende, aber sorry, das kann ich halt nicht, ich habe nur meine nutzlose Arbeitskraft anzubieten...
3. Mobiler Bücherservice im Krankenhaus
"Dafür bin ich nicht zuständig, da müssen Sie die Ehrenamtlichen fragen, die das machen. Die kann man aber nur mit viel Glück dienstags zwischen 12 und 15 Uhr erwischen, falls sie mal zufällig in der Nähe der Verwaltung sind." Muss ich erwähnen, dass ich es auch nach Wochen nicht geschafft hatte, diese ominösen Wichtel zu erreichen? Ich hab's dann entnervt gelassen...
4. Weltladen
Wusstet ihr, dass in den Weltläden fast ausschließlich Ehrenamtliche arbeiten? Ich nicht! Als ich dort reinging und nachfragte, war man freundlich und sogar glücklich, dass sich gerade so ein junges Ding engagieren möchte. Ha, endlich mal reagierte jemand positiv auf mein Hilfsangebot! Nun arbeite ich schon seit ein paar Wochen in dem Laden, pro Woche eine Schicht à 2h. Klingt wenig, ne? Aber na ja, ich muss ja nebenbei auch Geld verdienen mit ein paar Nebenjöbbchen, um nicht zu verhungern. Außerdem kann man auch nicht mehr machen: In dem Laden gibt es über 50 Ehrenamtliche! Die meisten davon Ü50 - Arbeitslose, Rentner, Hausfrauen. Allesamt aber sehr nett, und es macht auch relativ viel Spaß. Ich bediene die Leute und fülle die Regale auf. Mehr macht man so als Neuling eh nicht. Die Schichten sind immer schon eine Woche vorher meist komplett vergeben, es mangelt einfach nicht an Helfern. Und wenn man dann zu zweit oder dritt (Momemtan stoße ich noch als Neuling zu den regulären Ehrenamtlichen dazu.) seine Schicht macht, kommen meist noch gelangweilte andere Ehrenamtliche vorbei, so dass da immer genug Arbeitskräfte zur Verfügung stehen.
Nun denke ich mir wieder: "Hätte ich mir nicht besser was suchen sollen, wo ich WIRKLICH gebraucht werde, weil es an Leuten mangelt?" Aber sei es drum. Falls ich in ein paar Monaten immer noch keinen festen Job habe, kann ich mir ja noch ein 2. Ehrenamt zulegen. Eigentlich will ich ja nichts machen, wo man direkt viel mit Menschen zu tun hat, aber ich könnte mir nun auch Arbeit mit Asylanten vorstellen.
Und ich frage mich, wieso mir das jetzt erst einfällt, ehrenamtlich tätig zu sein? Mal ehrlich, mein Studium war zwar sehr stressig, aber so prinzipiell hätte ich wirklich Zeit gehabt als Studentin, noch ein paar Stündchen in der Woche oder im Monat in sowas zu investieren. Ganz ehrlich, man denkt doch immer nur, die Leute in Afrika oder sonstwo brauchen Hilfe, aber ich hab mir einfach früher keine Gedanken gemacht, ob es auch hier, in meiner Stadt, Hilfsbedürftigkeit gibt. Jetzt fange ich erst nach fast 30 Jahren damit an - Asche auf mein Haupt...
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