26. April 2012

Kleines Job-Update

Neulich habe ich folgenden Spruch gehört: "Am Ende ist alles gut. Und wenn nicht alles gut, dann ist es auch nicht das Ende."

Ich mochte diesen Spruch auf Anhieb. Das wird jetzt mein neues Lebensmotto.

Leider stehe ich nach dieser Logik momentan noch ganz am Anfang. Nachdem nach meiner Wodka-Episode ein Streif am  Horizont auftauchte, wurde dieser von der deutschen Bürokratie elendig im Keim erstickt. Ich sag euch... ich hab so einen Hass auf die deutsche Bürokratie, das glaubt ihr mir gar nicht!!! Ich versuche die Episode mal so kurz wie möglich zusammenzufassen:

Nachdem mir endlich klarwar, dass ich ohne (unbezahltes) Praktikum nicht weiterkomme, weil mir für jeden noch so pobligen Job (angeblich) Qualifikationen fehlten, fing ich an, für unbezahlte Praktika Klinken zu putzen. Ich hatte die Zusage, in einem renommierten Museum ein Praktikum zu machen. Der für meinen Fachbereich zuständige Abteilungsleiter war regelrecht begeistert von meiner Anfrage, ein unbezahltes Praktikum bei ihm machen zu dürfen. Ich habe noch nie einen so netten Menschen in meinem Fachbereich kennengelernt! Wir telefonierten und legten sogar schon den Zeitraum fest. Er machte sich sogar Gedanken, ob er mir anspruchsvollere Aufgaben zuschustern könnte, die mir etwas für meinen Lebenslauf brächten, da ich ja schon einen Abschluss habe. Darüber hinaus hätte ich an der Vorbereitung einer ultrageilen, großen Ausstellung mitarbeiten können. Und das Sahnebonbon obendrauf: Ich konnte in dieser Stadt bei Männchens Bruder kostenfrei wohnen für die Dauer des 2monatigen Praktikums! Denn das ist ja immer das Problem: Die Knete zusammenzukriegen, wenn man in eine fremde Stadt ziehen muss, aber kein Geld dort verdient.

Alles war perfekt. Ich kam endlich aus meinem Tal der Depressionen heraus und war happy. Und dann der Schlag: Nach 4 Wochen Warterei - Ich sollte ganz offiziell meine Bewerbungsmappe hinschicken. - wurde mir geteilt, dass die städtische Verwaltung keine Praktikantin haben möchte, die bereits einen Abschluss hat. Man will nur Studenten (Dass ich als Promotionsstudentin eingeschrieben bin, reichte ihnen nicht.) oder Schüler. Und man will ja die fertigen Akademiker nicht dem Arbeitsmarkt entziehen. (Dem ich doch gar nicht zur Verfügung stehe offiziell, da ich nicht arbeitslos gemeldet bin!) Und dass ich keinen Job kriege, ohne solch ein Praktikum vorher zu machen, das ist ihnen egal, dabei hat das der Abteilungsleiter auch nochmal extra zu denen gesagt.

Ich habe geflennt wie ein Schlosshund, als ich die Absage bekam. Da ist es mir 100x lieber, man sagt mir, ich tauge nix für den Job, als dass es an so einem idiotischen Scheißdreck scheitert. Und ich weiß nicht, ob Enttäuschung oder Wut überwogen. Dieses Praktikum wäre DIE Chance für mich gewesen! Ich habe es ja schon an Kommilitonen gesehen, dass endlich was ins Rollen kam nach so einem Praktikum. Aber die gehen halt dank Mama und Papa nach München oder London, und das kann ich mir nicht leisten. Aber auch dieses Museum ist sehr renommiert und hätte mir auf jeden Fall was gebracht. Eigentlich war es für mich nur noch eine Formalie gewesen, dass die Stadt, die Träger des Museums ist, zustimmt. Auch der Museumsmensch war irre enttäuscht, er schrieb mir, dass er total geknickt ist und mich ZU gerne als Praktikantin gehabt hätte, ihm aber die Hände gebunden sind. (Er ist ja nicht der Chef.)

Fazit: Der Staat nimmt den Leuten Chancen, die nötigen Berufserfahrungen machen zu können. Meine Fresse, ich hätte diese Arschlöcher keinen Cent gekostet!!! WAS WOLLT IHR NOCH, IHR VERFICKTEN HURENSÖHNE?!?!?!?!?!

Jetzt suche ich eben weiter, aber es gibt halt keine Städte, in denen ich noch so günstig unterkommen kann, was die Suche extrem einschränkt. Und da ich meinen jetzigen Nebenjob verloren habe und bislang keinen neuen Job gefunden habe, ist das finanziell auch supi, da kann ich nichtmal eben ins teure kosmopolitanische München oder London, da ist ja wirklich alles eine finanzielle Herausforderung, wenn man keine Knete hat. Wie gut, dass ich am Anus der Welt lebe.

Ich kann nur hoffen, dass endlich mal was ins Rollen kommt. Also was Positives! Und ich versuche, nicht im Selbstmitleid zu versinken, aber ganz ehrlich, manchmal fällt's mir irre schwer, mich nicht wie das Leiden Christi persönlich darin zu suhlen. Ich weiß, das ist Ekel erregend und bringt nix. Aber ich bin einfach kein starker Mensch, der in Allem immer nur das Positive sieht. Der sich denkt, alles hat seinen guten Grund. Ich bin kein hoffnungsloser Optimist.

Evtl. gibt es vielleicht noch eine andere Möglichkeit bezüglich Praktikum für mich, aber ich bin lieber still, bevor das auch wieder nichts wird...

P.S.: Dass auf meine Bewerbungen auf (idR schlecht) bezahlte Stellen nur Absagen kommen, hatte ich bereits erwähnt?


22. April 2012

Liebeserklärung auf Fränkisch

Ich: "Hast du mich lieb?"

Männchen: "Ach ja, passt schon."

Wer jetzt denkt, dass das eine Frechheit ist und ich mich sofort von diesem Kerl trennen sollte, der sollte bedenken, dass ich mit meinem fetten Arsch und meiner Misanthropie schwer jemanden anderen finde und auch keinen Bock auf Suchen habe. dass der Franke an sich - und zu diesem Kulturkreis gehören Männchen und ich jeweils zu 50% (Die anderen je 50% sind im hohen Norden und im tiefen Süden Europas angesiedelt, was die Sache nicht einfacher macht!) - Gefühle selten überschwänglich äußert.

Hierzu ein Auszug aus der Seite: "Das Fränkische - was ist das?"

"Auch ist der Franke von Natur aus nicht euphorisch, tendenziell pessimistisch. Eine Höchstform an Lob oder Zufriedenheit mündet in der Formulierung „Bassd scho“ („passt schon“)."

Soll heißen: Wenn ich mal eine romantische Liebeserklärung möchte, muss ich mir erstmal einen Italiener oder Spanier suchen. Oder zumindest einen Nicht-Franken...


P.S.: Es sollte hinlänglich bekannt sein, aber ich sag's nochmal vorsichtshalber: Auch wenn sich Franken im Freistaat Bayern befindet, sind Franken keine Bayern! Einer der Lieblingsslogans der Franken lautet: "Frei statt Bayern!" Bitte niemals den Fehler machen und einen Franken als Bayern bezeichnen, denn dann ist's doch vorbei mit der Gefühlsstarre und der Franke geht euch an den Kragen. Ich sag's nur, um euch das Leben zu retten!

19. April 2012

Warum ich meine Eltern so liebe...

Manchmal glaube ich, dass meine Blogleser meine jetzige (Arbeits-)Situation besser kennen als meine eigenen Eltern. Dabei habe ich ein gutes Verhältnis zu denen. Wir wohnen nur 25 km auseinander, sehen uns dementsprechend mind. 1x im Monat, und mit meiner Mutter telefoniere ich ca. 3x die Woche, wenn auch immer nur kurz, weil ich schon nach 2 Minuten eine gewisse latente Aggression verspüre...

Meine Eltern sind einfache Leute, Arbeiter, die nie in Urlaub fahren oder sonst irgendwelche Dinge tun, die nichts mit Broterwerb oder Handwerk zu tun haben. Dinge, die meine Eltern am Meisten interessieren in einem Gespräch mit ihren Kindern: "Hast du heute schon was gegessen/gekocht?" oder "Hast du mal endlich wieder die Wohnung geputzt?"

Dinge, die meine Eltern nicht so sehr interessieren: Der Inhalt meines Studiums oder meiner jetzigen beruflichen Tätigkeit (Nebenjob meine ich natürlich, ich habe selbstverständlich noch keine Arbeitsstelle gefunden.) und andere Belanglosigkeiten meines Lebens.

Gerade ein Telefonat geführt, in dem es vorrangig darum ging, dass wir meine Eltern am Sonntag hier in der Stadt zum Essen einladen wollen. Das schon ein ewiges Hickhack: "Nein, spart euch euer Geld!", "Kann man denn nach 13 Uhr noch in irgendeiner Wirtschaft was essen?" (Sie kommen vom Dorf, wo man das mit den Essenszeiten etwas strenger handhabt in den Restaurants.), "Vielleicht regnet's, hm..." usw. Jetzt haben sie sich doch noch dazu durchgerungen, die Einladung anzunehmen. Halleluja! Jetzt müssen wir nur noch die Speisekarte des Restaurants präparieren, denn meine Eltern nehmen nur das Billigste, wenn sie eingeladen werden... Irgendwie ja süß, aber auch anstrengend.

Bei der Gelegenheit erwähnte ich kurz, dass ich meinen Halbtagsjob nun definitiv ab Mai verliere und erstmal keine Ahnung habe, wie ich genug zum Leben zusammenjobben kann. Das führte dazu, dass ich meiner Mutter mal erklären wollte, wie das so ist mit dem Bewerben. (Falls sie überhaupt mitbekommen hat, dass ich mich bewerbe, tu ich ja erst seit 14 Monaten.) Das Gespräch ging so:

Ich: "Blablabla... Und dann wird man auch noch so scheiße behandelt. Zum Beispiel halten es einige Firmen nicht für nötig, eine Absage zu schicken. Da muss man dann hinterhertelefonieren und dann..."
Mama: "Na DU wolltest doch die Suppe! Na also..."

Das war definitiv an meinen Vater gerichtet und nicht an mich.

Ich: "Äh... na ja, jedenfalls..."
Mama: "Also dann, schönen Tag noch, tschüss!"

Danke Mama, für dein offenes Ohr und deine tröstenden Worte! ... *grummel*

18. April 2012

Relaxen in Heidelberg

"Wir müssen endlich mal unser Relaxwochenende buchen!", rief mir mein Freund vor ein paar Wochen entgegen, als er mal wieder abgeschafft von der Arbeit kam. Schon seit fast einem Jahr suchen wir nach Hotelschnäppchen, um uns mal ein erholsames Wochenende in einem hübschen Hotel, am Besten mit Wellnessbereich, zu gönnen. Ich hatte mir das dann auch zum Geburtstag gewünscht, aber Männchen konnte sich einfach nicht für irgendein Hotel entscheiden, das unseren Ansprüchen (hübsch, mit Wellness-Bereich, nicht mehr als 3 Autostunden entfernt, einigermaßen günstiges Angebot) genügte. Bzw. SEINEN Ansprüchen, die idR. nochmal 150% über meinen liegen.

Jetzt haben wir aber doch mal Nägel mit Köpfen gemacht und uns für ein Arrangement in diesem 4-Sterne-Hotel entschlossen:

Villa Toskana in Leimen/Heidelberg
Anmerkung 1: Die Bilder auf der Homepage (www.hotel-villa-toskana.de) sehen viel geiler aus.
Anmerkung 2: Der Mann rechts unten gehört nicht zu mir.
Der Plan sah folgendermaßen aus:
Freitag: Männchen macht um 15 Uhr Feierabend, um 18 Uhr sind wir dann im Hotel, nutzen bis zum Abendessen und danach den Wellnessbereich.
Samstag: Durch im Arrangement enthaltenes Frühstückbuffet fressen. Sightseeing in Heidelberg. Wellnessbereich. Abends arrangiertes romantisches Candle-Light-Dinner im Hotelrestaurant.
Sonntag: Durch im Arrangement enthaltenes Frühstückbuffet fressen. Sightseeing in Heidelberg oder Mannheim. Heimfahrt.

Die Realität sah so aus:
Freitag: Anfang der Woche, als schon alles gebucht war, erfuhr Männchen, dass er von DO-FR in Berlin auf Montage war. Feierabend in Berlin unbekannt. Geilo, denn Berlin sind mal locker 4 Stunden Autobahn und komplett andere Richtung zu Heidelberg. Habe dann den halben Freitag wie eine Wilde auf die Nachricht "Fahren nun los." gewartet. Die kam um 14 Uhr. Um 18 Uhr war Männchen da, um 20:30 Uhr waren wir im Hotel. Da der Wellnessbereich um 21 Uhr schloss, konnten wir uns das schonmal an den Hut schmieren. Haben dann erstmal unser romantisch dekoriertes Zimmer in Augenschein genommen, das genauso aussah wie im Prospekt.

Geräumiges Zimmer mit großem Bett, Schreibtisch, Flatscreen-TV, sauberem Badezimmer
mit Dusche/WC sowie kleinem Balkon

Romantisch dekoriertes Bett
Nachdem der Wellnessbereich ja nicht mehr klappte, verbrachten wir den Abend so, wie es Pärchen nunmal tun, wenn sie ein gemütliches, romantisch dekoriertes Zimmer mit großem Bett zur Verfügung haben. Richtig, wir haben "Game of Thrones" geguckt! ;-)
Samstag: Zuerst einmal durchs Buffett gefressen. Leider keine Fotos davon, da das Hotel so vornehm ist, dass ich mir wie ein Touristentrampel vorgekommen wäre, hätte ich mich mit der Digicam vor das Buffett platziert und abgedrückt... Nachdem wir den Wellnessbereich mal ausgiebig testen wollten, orderte ich eine verkürzte Sightseeing-Tour durch Heidelberg an. (Kenne die Stadt eh schon.)
Sorry, ich bin ein Fotocollagen-Fiasko, im Moment krieg ich's nicht hübscher hin...
Nach dem Sightseeing ging's in den Wellnessbereich. Irgendwie hatte ich mir eingebildet, dass es da auch einen Pool gibt. Gab's aber nicht, sondern nur Dampfbäder und Saunen. Und alle rannten nackig herum, was mich schon wieder leicht abschreckte. Früher genierte sich mein Freund - dank finnischer Gene leidenschaftlicher Saunierer - vor Fremden nackt in die Saune zu gehen, mittlerweile hat er seine Meinung geändert und eine nahezu exhibitionische Freude daran entwickelt... Er sieht halt auch nackt nicht so scheiße aus wie ich, ich hingegen muss meinen Prachtkörper nicht jedem zeigen. ^^ Habe dann aber doch noch 1, 2 Damen mit Bikini entdeckt und saunierte dann auch ungeniert mit Textil. Später machte ich es mir dann im Ruheraum mit großen Liegen bequem und las ein bisschen. Obwohl das Hotel sehr groß ist, war der Wellnessbereich angenehm schwach frequentiert. Am Eingang gab's zudem Bademantel, Schlappen und Handtuch für lau, so musste man nix mitbringen.
Abends dann war das romantische Candle-Light-Dinner. Für gewöhnliche Leute wie mich und meinen Freund etwas ungewohnt, denn wir wurden regelrecht hofiert (Wie auch die ganzen Arrangementbucherpärchen um uns herum.). Alle 2 Minuten wurde gefragt, ob alles ok sei, das fand ich irgendwann ziemlich nervig und hätte am liebsten geschrien: "Ja, verdammt nochmal, immer noch, und jetzt lassen Sie uns in Herrgottsnamen endlich mal in Ruhe essen!"
Zuerst gab es ein Gläschen Sekt und eine Minisuppe als "Gruß der Küche". Dann kam das richtige 3-Gänge-Menü, beginnend mit einer leckeren Safran-Mandel-Suppe, Hauptspeise dann Zander (Männchen) oder Entenbrust (moi) mit Beilagen, deren komplizierte Namenskreationen ich leider nicht mehr wiedergeben kann, und einem abschließenden Dessert bestehend aus Miniportiönchen verschiedener Dinge, allesamt aber sehr lecker!
Da der Laden recht vornehm ist, habe ich mir meine riesige Stoffserviette auf den Schoß gelegt, wie es die die eitle Dame neben uns auch tat. Was den Nachteil hatte, dass ich mir fast mit der Tischdecke den Mund abgetupft hätte... Nur Männchen weigerte sich, er fand das "affig". Toll, mit diesem Mann werde ich es nie in die oberen Zehntausend schaffen!

Sonntag: Nach einem ausgiebigen Frühstück in Heidelberg das Schloss angeguckt und auf dem Rückweg spontan meine Eltern besucht, was dann aber irgendwie die bis dahin entspannte Stimmung schlagartig um 180° drehte, weil meine Eltern - die beiden unentspanntesten Menschen, die ich kenne - mich schon nach 2 Minuten auf die Palme bringen können.

Fazit: Müssen wir mal öfter machen, so ein Hotelwochenende, wo man sich's gut gehen lässt. Ist halt leider nicht so günstig, weshalb das wohl nicht so schnell wiederholt wird. Obwohl - gestern hat Männchen eine Gehaltserhöhung bekommen...

10. April 2012

Oster-Highlights

Die Feiertage sollten ja immer eine Oase der Entspannung sein, an der man mal kräftig ausnutzt, dass man nicht arbeiten muss und nicht einkaufen kann. Man ist quasi ans Haus gefesselt, weil eh nix geht - alternativ besucht man die bucklige Verwandtschaft oder lädt sie zu sich ein. Auch ich bin nicht verschont geblieben von der Familie.

Bei meinen Eltern wurde ich von einem 2,5jährigen Kleinkind vertrimmt. Es handelte sich hierbei um meinen Neffen bzw. mein Patenkind. Der hat mittlerweile ein Alter erreicht, in dem er seine "Padn" (= Patin) total dufte findet. ZU dufte. Seine Zuneigung äußert sich für meinen Geschmack zu oft in körperlichen Attacken. So lag ich plötzlich rücklings auf der Eckbank und hatte ein vor Vergnügen kreischendes Kleinkind auf dem Oberkörper rumreiten. Mein 1. Gedanke: "Tritt ihn, schlag ihn, wirf ihn ab!" Mein 2. Gedanke: "Das kannst du nicht machen, es ist ja ein Kind, und deine Schwester hat so viele Jahre darauf gewartet, endlich schwanger zu werden..." So ließ ich mich schicksalsergeben von diesem kleinen Racker missbrauchen, während sich um uns herum meine vermaledeite Familie inkl. Männchen den Arsch ablachte. Hilfe von außen? Pustekuchen!

Ausgleich: Als wir spazieren gingen, trafen wir eine Bekannte der Familie, die - vermutlich hormonbedingt, da im Gebäralter - total auf meinen Neffen steht. Nur diesmal wurde sie mit Nichtbeachtung gestraft. Stattdessen rannte der Kleine demonstrativ zu mir, rief meinen Namen und umklammerte meine Beine. Ooooooh, wie süß! Ich unterstelle ihm allerdings Psychospielchen, denn solch zärtliche Liebesbekundungen kommen sonst selten vor. Er ist ja eher der brutale Typ.

Lacher des Wochenendes: Die sehr betagte Tante meines Freundes erzählte von ihrer neuen Putzhilfe, einer Thailänderin namens Bomm oder Somm oder - ich hab's vergessen, sorry. Jedenfalls meinte sie, dass die Putzhilfe ja so ähnlich aussähe wie ich, "Die hat auch so ein Gesicht wie du, so ein liebliches Madonnengesicht!" Ich habe lauthals losgelacht, was sie nicht kapierte und nur verwirrt lächelte, aber
1. hat mir noch nie jemand gesagt, dass ich ein "liebliches Madonnengesicht" habe. Meine Mutter hat mich zwar öfter mal scherzhaft als "Mutter Gottes von Schmerlenbach" bezeichnet, aber das ist nicht nett gemeint, was man unten sehen kann;
2. hat mir auch noch nie jemand indirekt gesagt, dass ich wie eine Thailänderin aussehe. Und nein, ich habe KEINE asiatischen Wurzeln!

Fassen wir das zusammen:

Ich in den Augen einer gutmütigen alten Dame
         
Ich in den Augen meiner mich scheinbar nicht sonderlich liebenden Mutter
Später im Auto lief folgender Dialog zwischen mir und meinem Freund ab:
Ich: "Haste gehört, laut deiner Tante hab ich ein liebliches Madonnengesicht!"
Er: "Ja, höhö!"
Arsch.

Kommt also noch hinzu:
Ich in den Augen meines Freundes













Ansonsten war das Wochenende geprägt von Faulheit und Völlerei. Ob Jesus gewollt hätte, dass man an seinem Ehrentag gleich 2 Todsünden begeht?...

6. April 2012

Frohe Ostern + frohe Kunde!

Frage an mein Männchen: "Na, weißt du, was man heute an Karfreitag feiert?"
Männchen: "Ähm... ähm... den Einzug Jesus' in Palästina? Mit den Palmwedeln und so?"

1. Das ist Palmsonntag. Aber immerhin zeitlich gar nicht so weit weg vom Karfreitag, Hut ab!
2. Es war Jerusalem, nicht Palästina. Aber ich muss zugeben, das musste ich nochmal nachschlagen.

Weitere Theorie des Männchens: Am Car-Freitag wird die Erfindung des Autos gefeiert. Das war allerdings - so hoffe ich - nur ein Scherz.

Er kam nach mehreren Versuchen dann doch noch auf die Kreuzigung.

Ich: "Und was wird dann an Ostern gefeiert?" 
Männchen: "Der Geburtstag des Osterhasen?" (Das erinnert mich an die Pfingsttheorie.)
Ich: "Nein... sag mal, kannst du etwa nicht das Glaubensbekenntnis auswendig? Von wegen 'Am 3. Tage auferstanden von den Toten' und so weiter?"

Und sowas wurde konfirmiert!

Frohe Kunde gibt es auch zumindest für mich und meine Familie: 3 Jahre nach der überraschenden Krebserkrankung meines Vaters hatte er eine große Nachuntersuchung - seit der Chemo krebsfrei! :-)))))))))))))))))))))))))))

In diesem Sinne: FROHE OSTERN!

Lecker Oster-Cake-Pops (gekauft).

5. April 2012

Handwerker...

Da sagen die zu einem, sie kommen um 8 Uhr, und dann klingelt's um 7:40 Uhr an der Tür, wenn ich gerade in Unterwäsche planlos vor dem Kleiderschrank stehen. Kommen die normal eigentlich nicht eher zu spät?

Und dieses Oberteil wollte ich doch gar nicht anziehen...

4. April 2012

Rätsel

An meinem letzten Geburtstag, der jetzt schon wieder länger her ist, brachte mir meine beste Freundin ein Geschenk mit, das sie mir mit einem leeren Gesichtsausdruck und folgenden Worten überreichte: "Hier für dich von meiner Mama. Hat sie selbst gehäkelt. Sie meinte, das sei momentan total in. Ich kann dir nicht sagen, was man damit macht, wusste sie wohl auch nicht."


Wer's nicht richtig erkennt: Es handelt sich um ein schalähnliches Ding, das allerdings nur aus kleinen Bommeln besteht. Also im Endeffekt ein langer, mit Bommeln durchsetzter Faden.

Da es zu dieser Zeit gerade Winter war, hängte ich das Teil einfach nach längerem Überlegen ans Fenster als Pseudo-Weihnachtsdeko. Man sieht ja, dass es als Schal nicht viel hermacht, außer als Gag: "Uuuh, mir ist so kalt, ich leg mir mal schnell den Schal um." Aber jetzt ist Weihnachten vorbei und ich suche nach einer neuen Verwendung.

Da ich nicht weiß, wie das Teil heißt, kann ich auch nicht googeln, was das eigentlich sein soll. Vielleicht ist ja hier der/die ein oder andere in Bastelblogs unterwegs und weiß, womit ich es hier zu tun habe? Sonst wandert das Ding bald in den Umsonstladen. Ich weiß, ein Geschenk einfach weiterverschenken, das tut man doch nicht! Aber ich kann wirklich nix damit anfangen, und so liegt es nur herum...

1. April 2012

April, April!

Unglaublich einfallsreiche Überschrift, ich weiß! Aber der heutige Tag steht ja nunmal ganz im Zeichen des Aprilscherzes. Leider bin ich immer furchtbar unkreativ, was Aprilscherze betrifft. Ich verarsche zwar für mein Leben gern Leute, aber am 1.4. fällt mir dann doch nie was ein.

Ich weiß noch, als ich mir als Teenager mal besonders viel Mühe mit einem Aprilscherz gegeben hatte. Ich entwarf ein amtliches Schreiben von unserer Gemeinde, in dem zur Volkszählung aufgerufen wurde. Jede Familie musste sich in einen amtlichen Vordruck eintragen inkl. Haustiere mit dem Verweis, dass man "unfreiwillige" Tiere wie Spinnen oder Mäuse (In unserer alten Bruchbude gab es durchaus Mäuse!) nicht eintragen müsse. Spätestens bei dem Vermerk hatte ich angenommen, dass meine Family den Braten riecht, aber sie waren doofer, als ich dachte. Meine Mutter las das Schreiben beim Abendessen vor und wurde noch nichtmal beim Spinnen-Passus stutzig... Sie fing an, den Bogen auszufüllen, während ich mich in der Ecke vor Lachen bog. Als ich ihr den Wisch wegnahm, just als sie unseren Hund eintragen wollte, und vor ihren Augen zerriss, war sie völlig entsetzt und fing an zu schimpfen, ob ich denn etwa spinne, das Dokument müsse im Rathaus abgegeben werden!

An mehr Aprilscherze kann ich mich nicht erinnern. Heute habe ich das getan, was die meisten Leute mit einem Facebookaccount tun: Ich habe mein Profil aktualisiert. Total lahm, ich weiß... Ich bin ab heute "verlobt" und trete diesen Monat eine Stelle an einem renommierten Unternehmen an! Zwei der unwahrscheinlichsten Dinge, die mir momentan passieren könnten. Mal sehen. Meine wirklichen Freunde wissen natürlich, dass das nur ein Scherz sein kann. Solche wichtigen Dinge würde ich erstmal mir nahestehenden Menschen persönlich erzählen, bevor ich es kommentarlos in Facebook reinschreibe. Aber es gibt ja tatsächlich Leute, die solche Dinge wie "Ich bin schwanger.", "Ich bin verlobt.", "Hey, seht mal die Fotos, ich hab gestern entbunden!" tatsächlich in Facebook posten, bevor sie sich die Mühe machen, Familie und Freunde persönlich davon in Kenntnis zu setzen. (Phänomen, das v. a. bei amerikanischen Freunden auftritt.) Nun mal sehen, wie viele Leute wirklich mein Profil angucken. Ich erwarte nämlich keinerlei Reaktionen und will mir eigentlich nur selbst beweisen, dass Facebook oberflächlich ist und die meisten, die schon hunderte "Freunde" angesammelt haben, solche wichtigen Neuigkeiten noch nichtmal sehen vor lauter Benachrichtigungen darüber, welchen Level ihre 400 Freunde in Spielen wie "Pyramidville", "FarmVille", "MafiaPoker" oder sonst einem Scheiß gerade erreicht haben.

Ach doch, 3 Reaktionen kamen bereits.
Nr. 1: Die Cousine meines Freundes, die meinte, sie gratuliert erst, wenn es morgen immer noch dasteht.
Nr. 2: Ein ehemaliger Klassenkamerad, der "April April?" schrieb, den ich aber mit "Nach 7 Jahren Beziehung ist es doch mal an der Zeit!" bluffen konnte.
Nr. 3: Eine sehr gute Freundin, die mir zur "Verlobung" an ihrem "Hochzeitstag" gratuliert. Sie änderte nämlich vor genau einem Jahr ihren Namen in Facebook und behauptete, sie habe einen ihren Freunden gänzlich unbekannten Mann geheiratet. Um das Ganze auf die Spitze zu treiben, mailte sie fremde Kerle an, und einer gab sich tatsächlich dafür her und postete nochmal, dass alles wahr sei. :-D Kurioserweise gab es -zig Leute, die ihr überschwänglich zur Vermählung gratulierten, ohne skeptisch oder eingeschnappt zu sein. Ich sag ja, Facebook ist oberflächlich und anonym. Wenigstens adde ich nur Leute, die ich persönlich kenne und schäme mich nicht, dass die Anzahl meiner Freunde auch nach vielen Jahren Nutzung noch unter 100 liegt.