29. Januar 2011

Wie man Essstäbchen benutzt

Folgende Anweisung steht auf der Verpackung der Essstäbchen, die wir heute bei unserem Lieblingschinesen zur Bestellung dazu erhalten haben:


1. Ein Stäbchen test zwischen Daumenwurzel und Ringtinger (oder Mitteltinger) Klemmen. so dass es sich nicht bewegen kann.


2. Das zweite Stäbchen wie einen Bleistift mit Daumen und Zeigetinger halten. so dass dieses Stäbchen beweglich ist.


3. Das bewegliche Stäbchen dann mit der Spitze zu dem Gericht luhren. um etwas autznehmen. (V-Steltung).

Und damit kann man dann so herrliche Sachen wie das auf der Rechnung als "Bambini Goreng" ausgezeichnete Gericht essen. Es geht aber auch wahrlich nichts über zartes, saftiges Kinderfleisch - yummie!

25. Januar 2011

Frau alt, Mann blöd

Die Überschrift fasst meine momentane Meinung über mich und meinen Freund gelungen zusammen. Denn gerade eben hat mir mein Männchen mal wieder demonstriert, wie feucht-kehricht er sich doch um mein körperliches Wohlbefinden sorgt. Und mein Körper, wie alt und gebrechlich ich doch langsam werde.

Es ereignete sich vor 10 Minuten nun etwa Folgendes:

Ich sehe, dass auf dem Boden diverse Zettelchen liegen. Da haben wohl die Billigmagneten an der Pinnwand mal wieder nicht ihren Dienst ordentlich verrichtet. Ich gehe in die Hocke, um die Zettelchen aufzuheben, ich verliere mein Gleichgewicht und purzle nach hinten. Da liege ich also, wie eine Flunder, nur auf dem Rücken. Ich finde das Ganze ja irgendwie amüsant, und ich habe es sogar trotz Kampfgewichtes geschafft, einigermaßen lautlos aufs blanke Laminat zu fallen. Wie hab ich denn das gemacht?!

Nun denn, das sich im anderen Zimmer befindliche Männchen zeigt keinerlei Reaktion. Ich rufe nun also nach ihm. 5x. Bleibe demonstrativ auf dem kalten Boden liegen. Dann werde ich konkreter und bitte ihn direkt, mal herzukommen. Er schleicht schwermütig zu mir in die Küche, sieht mich auf dem Boden liegen und guckt mich fragend, aber irgendwie auch total desinteressiert an. Ich erkläre ihm, dass ich gerade bei dem Versuch, etwas aufzuheben, die Grätsche gemacht habe. Er bedenkt mich mit einem "Und dafür bin ich nun vom Schreibtisch aufgestanden, du blöde Nuss?!"-Blick, winkt ab und marschiert wieder weg. Ich rufe ihm hinterher: "Hallo, du hebst mich noch nichtmal auf???" Kein Kommentar. Na immerhin hat er nichts von wegen "keinen Bruch heben wollen" gefaselt...

Nun frage ich mich: Ey, was soll das? Wo sind sie geblieben, die Gentlemen, die einer jungen Dame, die zu Boden gleitet, sofort zur Hilfe eilen, sie stützen, halten, trösten, bobbeln?! Wo sind sie hin????????????? In meine Wohnung schonmal nicht...

21. Januar 2011

Prüfungsdemenz

In wenigen Wochen stehen mir schlimme Tage bevor: Die Abschlussprüfungen. (Prima, noch ein Schritt raus aus der Anonymität: Ja, ich studiere noch ein bisschen, aber nur ein bisschen!)

Da ich - ja, das gibt es! - ein anspruchsvolles, anstrengendes Studium betreibe, muss ich dafür büffeln, büffeln, büffeln! Das tue ich auch, falls ich mal Zeit finde neben all dem TV-Gucken, Internetsurfen, Dumm-in-die-Luft-Gucken,... man findet ja immer irgendwas, wenn man dafür keine Zeit hat.

Na ja, schon während des Erstellens meiner Abschlussarbeit (111 mit Blut und Schweiß geschriebene Seiten, und der Prof ist enttäuscht, dass es keine Doktorarbeit geworden ist umfangtechnisch, dabei liebt er doch lange lange Arbeiten! *hass*) merkte ich, dass ich leicht demente Züge entwickelte. Nicht, dass ich schon vorher nicht erschreckend vergesslich gewesen wäre, aber nun ging es in die Vollen. Mittlerweile ist fast nichts mehr zu retten. Nur mal zwei kleine Beispiele aus aktuellem Anlass:

Gestern sprach ich mit einer Kommilitonin. Ich wollte was von ihr, Unterlagen. Würde ich sonst mit ihr sprechen?! (Scheherz! Natürlich, ich bin doch nett!) Das Gespräch lief folgendermaßen ab:
"Oh *Bettelstimme aufsetz* - könntest du mir die Handouts vielleicht mal mitbringen?"
"Klar *Gönnerstimme aufsetz* - bist du nächsten Donnerstag um 15 Uhr hier?"
"Nächsten Donnerstag? *ganz heftig überleg* Wann isn das? Was isn heute für ein Tag?"
"Donnerstag..."
"Heute ist Donnerstag?"
"Ja."
"Jetzt echt?"
"Ja..."
"Nicht Dienstag?"
"Nein."
"Also dann meinst du, in genau einer Woche, ja?"
"Ja, genau."
Das Schlimme daran war, dass ich erst just an dem Vormittag meinen Donnerstagskurs abgesessen hatte. Trotzdem...

Dann heute morgen unter der Dusche. Ich hatte gerade erfahren, dass eine Bekannte von mir nächste Woche ins Ausland fliegt. Warum auch immer. Ich überlegte also, wieso. Dann fiel mir ein, ach, vielleicht geht sie bei der Exkursion mit, die jeden Oktober stattfindet. Ja, das war es!
Dann überlegte ich nochmal. Ist jetzt eigentlich gerade Oktober? Nee, April, oder? Ich überlegte ohne Scheiß 3 Minuten, bevor ich mich anhand diverser Anhaltspunkte zu März vorhangelte. Und dann nochmal 2 Monate zurück. Ach, wir haben erst Januar? (Und gerade beim Tippen musste ich wieder überlegen und kam auch auf März - zum Glück hängt hinter mir ein Kalender...)

Fazit: Ich leide an Prüfungsdemenz, der schwersten Form überhaupt. Doch Zeit ist relativ, das hat uns ja schon Einstein gelehrt. Insofern ist das ja nicht sooo tragisch, so lange ich nicht meine Prüfungstermine verpasse,  nicht? Früher hab ich ja immer gelästert über diese ach-so-wichtigen Leute, die wirklich jeden Furz in ihren Terminkalender schrieben und die kein Treffen mit einem ausmachen konnten, ohne selbigen zu zücken und nachzuprüfen, ob sie auch wirklich available sind. Mittlerweile bin ich auch so ne Terminkalender-Tussi geworden. Nicht, weil ich so gefragt wäre *bitter auflach*, sondern weil ich sonst 4 von 5 Terminen vermutlich vergessen würde... Aber immerhin weiß ich noch meinen Namen, wo ich wohne und wie alt ich ungefähr sein muss!

Ich wollte mir ja auch mal das Buch: "Lernen wie ein Weltmeister: Zahlen, Fakten, Vokabeln schneller und effektiver lernen" kaufen und v. a. durchlesen - hab's aber immer wieder vergessen. Kein Witz, bittere Realität! Und wenn's mir doch mal dank Amazon-Wunschliste einfiel, war ich zu geizig für die 12,95 €. Tja, von wegen Geiz ist geil, jetzt rächt sich meine Sparsamkeit also doch noch...

Ich geh dann mal weiterlernen. So ganz traditioniell (= uneffektiv) ohne Geheimtipps vom Weltmeister... *seufz*

Was sehe ich gerade? Schon 5 Leser?! JUHU!!! 

19. Januar 2011

Miezekatzen...

...sind kleine, flauschige, putzige Ausgeburten der Hölle, von Satan auf die Erde geschickt, um die Welt der Menschen auf den Kopf zu stellen!

Warum ich unseren beiden Kerlchen nicht schon lange den Hals umgedreht habe, erschließt sich mir rational gesehen nicht ganz. Vielleicht liegt es daran, dass sie unerträglich goldig sind und dadurch die Einzigen, die ständig meinem göttlichen Zorn entgehen, selbst wenn sie mir - was sie zum Glück noch nie getan haben - direkt in den Schoß kackten.

Und noch ein Tipp zum Schluss: Falls bei Feuerwehr, Rettungsdienst oder Polizei mal die Sirenen ausfallen - einfach eine kotzende Katze vor ein Megaphon hocken! 

Katzen-P.S.: Und heute, nach 2 Monaten Wohnung-auf-den-Kopf-Stellen-Lassen, müssen wir unsere beiden Schätzchen abgeben. Waren nämlich nur Pflegekatzen von der Tierhilfe, die nun ein schönes Zuhause gefunden haben. Ich sollte glücklich sein, dass sie nun in einem großen Haus mit Garten und Freilauf herumtollen können, wo es doch in unserer 2-Zimmer-Wohnung ohne Freilauf auf Dauer wirklich nix ist. Aber ich bin wahnsinnig traurig, die Beiden hergeben zu müssen. :-( Ich hoffe, die neue Familie hat die beiden mindestens so lieb wie wir!

16. Januar 2011

Kinderstimmen sind gruselig

Jaaaa, ich weiß, es ist ein heikles, nahezu unantastbares Thema, das ich nun anspreche. Doch ich muss nunmal meinem Ruf als Misanthropin gerecht werden, und deshalb werde ich nun etwas sagen, das mir vermutlich kaum einer verzeihen wird: ICH HASSE KINDERSTIMMEN!!!

Ich habe generell nichts gegen liebe, süße, gut erzogene Kinder. Nur gegen Drecksbratzen, die noch nie Erziehung genossen haben und sich aufführen wie die Axt im Walde. Aber wenn sie brav sind, ist alles ok. Allerdings nur, so lange sie nicht reden. Dann ist’s bei mir einfach vorbei.

Ich finde Kinderstimmen nämlich ganz gruselig. Die sind so piepsig und … ach, einfach so, dass sich bei mir sofort ne Gänsehaut bildet und ich den Drang verspüre, wegzurennen oder mir die Hände über die Ohren zu halten.

Kann sich noch jemand an dieses blöde „Froop“-Balg erinnern? Ich sag nur: „FRUCHTALAAAARM!!!“ Ich hätte dieses Kind sofort zur Adoption freigegeben, jetzt mal echt! Ich kann mir ja schon vorstellen, dass man seine eigenen Kinder etwas vorbehaltsloser lieben kann als fremde, aber irgendwo gibt’s doch auch ne Grenze. Außerdem hat das Kind seine Mutter angelogen, als diese fragte, ob sie ihr Froop gesehen hat und das Kind „Nöööö.“ sagte, ohne mit der Wimper zu zucken. Schlechte Erziehung, ab in die Babyklappe!

Oder seit Neuestem das „Shoparella“-Mädchen, das einem ständig dümmlich grinsend „Bei Shoparella gibt es ganz viele Schnäppchens.“ erklärt. Soll das etwa witzig sein, soll ich mich darüber begeistern, dass ein kleines Mädchen den Plural von „Schnäppchen“ nicht korrekt bilden kann und damit vor aller Welt vorgeführt wird? Da find ich andere Dinge aber wirklich witziger. Aber vielleicht fehlt mir auch einfach das Mutter-Gen für derartige Späße?!

Meine Wohnung ist ja zum Glück kinderfrei. Ich kann dem Gequäke aber trotzdem nicht gänzlich entkommen. Denn vor über einem Jahr hat die Stadt die ach so putzige Aktion gestartet, dass in den Bussen und Straßenbahnen die Haltestationen von Kinderstimmen angesagt werden. Als ich das das 1. Mal hörte, bin ich zusammengezuckt und hab gehofft, das Ganze wäre nur ne einmalige Aktion zum Weltkindertag oder was auch immer. Nach über einem Jahr, in dem ich dieses unerträgliche Gequäcke im öffentlichen Verkehr ertragen musste und immer noch muss, gebe ich die Hoffnung auf. Die Stadt glaubt scheinbar, dadurch kinderfreundlicher zu wirken. Für mich klingt's aber nach Kinderarbeit!

"Na los, sag die Haltestelle an!" - "Aber ich will nicht, ich will zu meiner Mama!" - "Jetzt sag endlich das, was ich dir vorgesagt habe!" - "Aber ich will nicht... *schnief*" Man hört einen dumpfen Schlag und ein verheultes "Nächste Haltestelle: Rathaus".

So stelle ich mir das Entstehen dieser Ansagen vor. Oder aber man hat das als Einsparungsmaßnahme eingeführt. Einfach mal mit dem Mikro in den Kindergarten gehen, statt sich … ja, keine Ahnung, wie man sich sonst solche Ansagen kauft, aber kostenlos sind die vermutlich nicht.

Und ehrlich gesagt glaube ich sogar ernsthaft, dass ich nicht die Einzige bin, die von diesen Fistelstimmen, die die meisten Haltestellen auch noch undeutlich durchsagen, genervt bin. Ab und an sehe ich immer noch Leute zusammenzucken, wenn es plötzlich laut plärrend mit „Nächste Haltestelle…“ losgeht. Vielleicht sollte ich mal ein Volksbegehren starten…

13. Januar 2011

Anger in the city

Oh mann, heute ist wieder einer dieser "Ich knall euch gleich alle ab!"-Tage, echt! Ok, ich geb's zu, ich bin ein kleiner Hansdampf, mir kann's gar nicht schnell genug gehen. Mag sein, dass nicht jeder Mensch eine solche Hektik lebt. Aber was da immer für Gestüchte in der Stadt herumkriechen, und gerade dann, wenn man's selbst verdammt eilig hat, da krieg ich wirklich Zustände!

Heute mal wieder... nachdem ich schon um 12 frei hatte, wollte ich meinen Vater, der heute zufällig in der Stadt einen Arzttermin wahrnehmen musste, beim Arzt überraschen. Anschließend hätte man ja ein bisschen gemütlich durch die Stadt zurück zu seinem Auto laufen können. (Ich sehe meine Eltern momentan ca. alle 3 Wochen.) Wie immer - ich bin selbst Patientin bei dem Arzt - ging ich getrost davon aus, dass er mal mind. 30 Minuten warten muss, also bin ich gemächlich den einen Kilometer quer durch die City getrottelt, nur um dann beim Arzt zu erfahren, dass mein Vater schon seit 15 Min. wieder unterwegs ist. Schön, dass just an dem einen Tag in der Praxis richtig flott gearbeitet wird. Die Überaschung war also schonmal im Arsch.

Um ihn noch einzuholen, bevor er am Parkplatz ankam und wegfuhr, musste ich mich beeilen. Das war allerdings nicht so einfach. Hier regnet's sowieso wie die Sintflut, und natürlich kriechen die Leute dann noch mehr herum, als sie's eh schon tun, und haben dabei noch nen Regenschirm dabei, unter dem die ganze Fußballnationalmannschaft Platz hätte. Und hier in der City sind die Gehsteige ja auch immer so konzipiert, dass man mit Müh und Not aneinander vorbeikommt. Außer man hat Regenschirme dabei... Hinter mir kam die Straßenbahn angefahren. Ich befand mich genau zwischen zwei Haltestellen. Hey, vielleicht würde ich es ja noch schaffen! Ich fing also an zu sprinten. Nur kam ich vielleicht gut 3 m vorwärts, ehe mir die ersten Passanten im Weg herumstanden. Ich weiß nicht, ob das in jeder Stadt, in jedem Bundesland so ist, aber hier im Süden sind die Leute verdammt nochmal lahmarschig! Wenn sie sehen, ui, da hat's jemand eilig, da muss jemand durch - dann wird erstmal ausgiebig geglotzt. Man wird von oben bis unten inspiziert, ja warum hat die's denn eigentlich so eilig? Dann wird noch mehr geglotzt, und wenn man Glück hat, dann wird auch mal irgendwann zein Schritt zur Seite gemacht. Aber nur, wenn man Glück hat, wie gesagt...

Gut, das mit der Straba konnte ich mir dann also abschminken. Aber hey, da kam gerade ein Bus! Also bin ich reingesprungen... ach nee, halt, der Bus war so voll, dass man das Wort "springen" nicht verwenden sollte. Ich bin hinter dem ganzen Tross von Studenten und Rentnern (Letztere Gruppe muss ja immer genau dann mit der Uni-Buslinie fahren, wenn die ganzen Studenten zu ihren Seminaren müssen...) in den Bus hineingekrochen. Vor einiger Zeit hatte man eingeführt, dass alle vorne einsteigen und dem Fahrer ihren Fahrschein zeigen müssen. Das machts natürlich nicht schneller...

Vorsorglich stellte ich mich direkt an die Ausgangstür. Es war ja nur eine Station. Letzten Endes hätte ich die Strecke zu Fuß doppelt so schnell geschafft. Ampel Nr. 1 stand ewig auf Rot. Endlich war Grün - und der Scheißbus hielt bei Orange wieder an! Ich hab Flüche vor mir hergestoßen und so oft die Augen verdreht, dass sie vermutlich schon wild in meinen Augenhöhlen rotierten. Wäre ich eine Comicfigur gewesen, ich hätte garantiert so nen roten Dampfkesselkopf gekriegt und aus den Ohren gequalmt! Dann kam die nächste Ampel, auch Rot, natüüüüüürlich, was denn auch sonst, immerhin hatten wir von der 1. bis zur 2. Ampel schon gute 50 m zurücklegen können.

An der Haltestelle angekommen, bin ich rausgesprungen, und mir fiel ein, dass ich doch auch noch dringend bei der Post ein Päckchen in der Packstation holen müsse. Die Haltestelle befand sich zwischen Parkplatz und Post, also lief ich ein Stück zurück zur dämlichen Post. Da ich vor einigen Monaten meinem Vater ein Rentnerhandy geschenkt habe, konnte ich ihm wenigstens Bescheid geben, dass ich noch 10 Min. bräuchte. Er war nämlich schon längst am Parkplatz angekommen, und das, wo ich immer dachte, er sei total langsam. Aber wenn man's mal nicht gebrauchen kann, sind die alten Herren ja flink wie die Wiesel... Sein Kommentar: "Macht nix, ich hab Zeit." Wow, welcher Rentner lässt schon so einen Satz fallen?!

Trotzdem, hat mich nicht getröstet, ich war bereits auf 280! An der Packstation angekommen, stand so ein blöder Idiot von DHL dran und scannte seelenruhig seinen Korb voller Pakete ein. Schön gemächlich eins nach dem Anderen. Paket rausholen, was anklicken, Postnummer eingeben, einscannen, warten, bis das Fach sich öffnet, Paket einlegen, Fach schließen, was anklicken - und die gleiche Scheiße von vorne. Ich stöhnte merklich auf, ich hatte es verdammt nochmal eilig! Das letzte Mal, als ich einen Kollegen von dem Typen vor mir hatte, hat der mich ganz selbstverständlich zwischendurch vorgelassen. Dem jungen DHL-Fuzzi fiel das aber im Traum nicht ein. Ich war ja auch keine große, schlanke, vollbusige Blondine und mehr wert als einen kurzen "Aha, da steht ja Eine, die will wohl auch ran."-Blick. Zugegeben: Ich hätte lieb fragen können von wegen, ich habs eilig und muss doch nur schnell was holen. Aber ich war viel zu pissig, um freundlich fragen zu können!

Dann nach gefühlten 2 Stunden kam ich endlich dran, holte mein Paket und dampfte weiter zum Parkplatz. Dort angekommen, sichtlich angekotzt, verschwitzt und Flüche vor mich hinbrabbelnd, schlug mein Vater mich mal gleich wieder mit der "Jetzt reg dich doch nicht so auf"-Keule nieder, was mich nur noch mehr fuchste. Mein Vater versteht das nämlich nicht, wenn ich mich gestresst fühle und aufrege. Als ob es nicht so ist, dass ich diese Temperament gerade just von ihm geerbt hätte...

Er fuhr mich dann wenigstens nach Hause, so dass ich nicht noch mehr Vollidioten auf der Straße begegnen musste. Heute habe ich meinem Ruf als Misanthropin alle Ehre gemacht. Ich schätze, würde mich jemand beobachten, wie ich so angekotzt durch die Stadt hechte, ich gäbe keinen hübschen Anblick ab. Eher einen wahnsinnigen, so wie ich die ganze Zeit die Augen verdrehe, Flüche ausstoße und im Zickzack um die blöde Menschenmenge herumwusele.Ich werde heute diese Wohnung nicht mehr verlassen, darauf könnt ihr einen lassen! Denn sonst gibt's die nächste Amok-Meldung.

12. Januar 2011

Haltet die Welt an, es ist 12!

Ich bin genervt. Es ist nämlich kurz nach 12 Uhr. Mittagszeit, Pause, in Deutschland wird nun alles stehen und liegen gelassen, "Mahlzeit!" gerufen, und alles ist still...

Nur ich, ich sitze an meinem PC und erinnere mich wieder an die vielen Dinge, die ich noch dringend erledigen müsste. Ach ja, das Finanzamt muss ich anrufen! Aber jetzt zur Mittagszeit? Das kann ich mal schön vergessen.

Auch in der Arztpraxis, in der ich schon seit Tagen einen Termin ausmachen will, rührt sich niemand. Ach ja, es ist ja 12 Uhr...

Nicht einmal bei meiner besten Freundin kann ich mich im Chat auskotzen, denn die wohnt noch zu Hause (sic!), und da gibt es jeden Tag um Punkt 12 das Essen von der Omma auf den Tisch!

Ich bin einfach kein Mittagspause-um-12-Mensch. Und bekocht werde ich ja sowieso nicht. Und jeden Tag um 12 Uhr habe ich so für ca. eine Stunde das Gefühl, die Welt hat aufgehört, sich zu drehen...

11. Januar 2011

Mein Männchen und ich (II)


Ich komme nach Hause und verkünde dem Männchen feierlich:
W: „Heute hat mich ein junger Mann angeflirtet!“
M: „Wie, was, wo, wer?!“
Ich triumphiere innerlich. Ich habs geschafft. Das Männchen ist wachsam aus Furcht davor, das Weibchen an einen Anderen zu verlieren. Nun gut, vielleicht interpretiere ich zu viel, denn das Männchen wirkt fast schon mir zuliebe künstlich erregt. Aber vielleicht schaffe ich es ja doch noch, ihn eifersüchtig zu machen. Ich werde also konkreter.
W: „Ich musste heute in die EDV-Abteilung, und da hat ein junger Angestellter mit mir geflirtet.“
M: „Na in der EDV-Abteilung sind sie ja eh alle verzweifelt.“
Sprach’s, winkt ab und geht.

2. Januar 2011

Mein Männchen und ich (I)


Es ist Sonntag, 11 Uhr, und das Männchen schläft noch. Selbst für unsere Verhältnisse ist das spät. Ich wecke ihn, wie immer. Früher war das ja anders, da stand er immer schon zu einer unrühmlichen Zeit auf und legte mir nahe, auch das Bett zu verlassen. Mittlerweile stellt er den Wecker zwar auf eine unappetitlich frühe Zeit ein, doch wenn dieser klingelt, knurrt er kurz, dreht sich um und schläft weiter. Die einzige Person, die dank Wecker plötzlich ungewollt wach ist, bin ich. Ich neige dann dazu, das Männchen zu wecken, indem ich erst aufstehe, den Rollo hochziehe, dann wieder ins Bett krieche und mich auf ihn lege. Durch die Luftknappheit und den enormen Druck auf den Brustkorb wird das Männchen in der Regel sofort hellwach. Heute spricht er das Problem direkt an:

M: „Ich verstehe nicht, dass du dich immer, wenn du mich aufwecken willst, auf mich drauf legst.“
W: „Das machen Katzen auch so. Die hocken sich dann auf deinen Oberkörper und miauen. Ich bin wie eine Katze, siehst du. Das passt auch zu meiner geschmeidigen Erscheinung…“

Weiter komme ich nicht, denn das Männchen kriegt beim Wort „geschmeidig“ einen Lachanfall.