30. November 2011

Spaß mit dem Arbeitsamt

UPDATE (Erst den unteren Teil bitte lesen.):

Wahnsinn, ich bin endlich mal durchgekommen! Das Gespräch war megaergiebig... Ich bin einfach furchtbar naiv. Ich habe - Bitte festhalten! - doch tatsächlich geglaubt, dass man da zu einem Berater durchgestellt wird, der einen Termin mit einem vereinbart.

Ja, bitte lacht alle ganz laut und zeigt mit dem Finger auf mich und schreit "Naive Kuh!"

Erstmal hat mir die gute Dame am Telefon eine Studienberatung aufdrücken wollen, die man für Schüler anbietet, die sich nicht sicher sind, ob sie studieren oder eine Ausbildung machen sollen. Ähm, gute Frau, ich habe bereits einen akademischen Abschluss, DAS kommt definitiv zu spät. Ich bräuchte jemanden, der Leute berät mit akademischen Abschluss. Woraufhin die Frau meinte, dass die Berater keinen akademischen Abschluss hätten. Äh, hallo?! ICH habe einen, ich brauche nicht einen mit Abschluss, du dumme Kuh! Also nochmal: Ich brauche bitte einen Mitarbeiter, der mir mal so meine Möglichkeiten aufzeigt, so mit akademischem geisteswissenschaftlichen Abschluss PLUS fundierter kaufmännischer Berufsausbildung. Kann doch nämlich nicht sein, dass ich damit gar nichts machen kann. Außer im akademischen Bereich völlig unter- und im kaufmännischen Bereich überqualifiziert zu sein und deshalb niemals nie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden...

Dann meinte sie wieder, hm, da sind Sie falsch bei uns, wir machen keine Wischiwaschiberatungen, wir melden sie dann richtig arbeitssuchend. Oh, meinetwegen, ist mir langsam auch wurscht, Hauptsache ich krieg endlich mal einen Termin!!!

Am Ende habe ich den Schritt bereut. Nun kriege ich einen Brief, in dem ein Termin vorgeschlagen wird. EINER. Ohne mich zu fragen.
"Ähm, also, es ist so, ich sitze nicht den ganzen Tag daheim herum und kann zu jedem Zeitpunkt einfach zu Ihnen kommen. Wie ist das denn, wenn ich nicht kann?"
"Dann können Sie den Berater schon anrufen und schauen, dass Sie einen anderen Termin kriegen, aber der hat ja seine 300, 400 Leute, die er beraten muss, da sind die nicht flexibel."

Gut, was soll's, ich warte einfach diesen dummen Brief ab, und wenn ich nicht kann, sage ich ab und lass die Scheiße sein. Dann gehe ich eben mal im Januar auf gut blöd nochmal zu der doofen Uniberatungsstelle. Ich bin mir eh schon sicher, dass das alles nichts bringt. Das nächste Mal pfeife ich auf die Tipps vom Career Service. "Gehen Sie doch mal zur Hochschulberatung des Arbeitsamtes." Jaha, prima Idee!!!
Und eigentlich wollte ich ernsthaft fragen, ob die nicht jemanden dort brauchen, aber wenn mich der Affenzirkus schon als Außenstehende zur Weißglut treibt, möchte ich gar nicht wissen bzw. erleben, wie's da intern zugeht...

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Ich schreibe nicht "Spaß BEIM Arbeitsamt", denn vermutlich werde ich nie so weit kommen, einen verfickten Termin bei diesem Drecksladen zu bekommen...

Ich hab ja vor einiger Zeit mein Studium beendet und seitdem keinerlei Tätigkeit aufnehmen können, für die ich einen akademischen Abschluss hätte machen müssen. Sprich: Ich bin arbeitssuchende Akademikerin, die hofft, dass sie irgendwann mal nicht mehr das Gefühl hat, die ganzen Jahre und das ganze Geld für das Studium in die Tonne gekloppt zu haben.

Bislang habe ich mich alleine durchgeschlagen und mir den Weg zum Arbeitsamt gespart, da ich mich mit Nebenjobs über Wasser halte und es für meinen Berufszweig momentan überhaupt nichts gibt. Finanziell würde es sich null lohnen, da ja mein Freund einer Arbeit nachgeht und mich durchfüttern darf, wenn ich gar nichts mehr verdiene. Mit Akademikern, die etwas Exotisches studiert haben, sind diese Deppen eh überfordert. Wozu also der Aufwand, sich da hinzubequemen?

Nun wurde mir jedoch empfohlen, mich an das Hochschulteam des Arbeitsamtes zu wenden. Angeblich hätten die durchaus fähige Menschen, die ganz eventuell eine Idee, einen Tipp oder sonstwas hätten.

Unsere Uni bietet jeden 2. Dienstag im Studentenwerk von 10-14 Uhr die Beratung durch einen auf Akademiker spezialisierten Arbeitsamtmenschen an. Kein Termin erforderlich - geht ja auch gar nicht, denn es gibt keine Nummer, unter der man einen Termin ausmachen könnte...

Vor zwei Wochen stapfte ich dienstags in der klirrenden Kälte 20 Min. zum Studentenwerk. Gepasst hat mir das nicht wirklich, denn 1. habe ich am DI volles Programm und musste diesen Termin erstmal irgendwie einschieben, und 2. war ich seit dem Vortag ziemlich stark erkältet. Aber was tut man nicht alles... 20 sehr kalte Minuten und -zig Frostbeulen später stand ich völlig entgeistert vor dem fetten Schild "Die Beratung fällt heute wegen Krankheit aus." Mann, hab ich getobt! Diese blöden Affen haben sowohl eine Homepage als auch eine Facebookseite. Es ist wohl zu viel verlangt, den Leuten irgendwie mitzuteilen, dass man sich den Scheißweg sparen kann. Im Übrigen lag ich nach der Aktion bis zum WE komplett mit einer schweren Erkältung flach. Danke auch...

2 Wochen später, also gestern, habe ich mich wieder hinbequemt. Man kann ja nirgendwo anrufen und fragen, ob auch wirklich jemand da ist, das wäre viel zu viel Service. *bitter auflach* Als ich vor der Glastür stand, war ich erleichtert, denn das Licht war an und auf dem Tisch stand ein aufgeklappter Laptop. Nur ein Mensch dazu fehlte. Ich wartete. 5 Minuten. 10 Minuten. 15 Minuten.

Ich ging rüber zum Infoservice des Studentenwerks. "Ich hab keine Ahnung von diesen Beratungen, damit habe ich nichts zu tun." Nee, warum auch. Ist ja nur vom Studentenwerk organisiert, wieso sollte das Studentenwerk da Bescheid wissen?!

Immerhin konnte die gelangweilte doofe Kuh mir eine Dame im Gebäude nennen, die dafür zuständig sei. Ich wartete nochmal 10 Minuten. Vielleicht holt er sich gerade was zum Essen? Dann ging ich entnervt zu besagter Dame. Die meinte, sie weiß auch nicht, was da los sei, sie hätte alles hergerichtet für den externen Arbeitsamtmitarbeiter (Deshalb das Licht und der Laptop.), aber er sei bislang nicht aufgetaucht. Es war wohlgemerkt bereits 12:30 Uhr, der Arsch sollte seit 2,5h da sein!

Da ich bereits die 2. Person war, die sich wunderte und eine Beratung wünschte, rief sie im Arbeitsamt an. Dort wurde ihr mitgeteilt, dass der Mitarbeiter ans falsche Unigebäude gefahren war, sich wunderte, dass niemand käme, seinen Fehler erkannte, aber nicht einfach an den richtigen Ort fuhr, wo er immer noch ein paar Stunden abzusitzen hatte, sondern angeblich zu einem Termin.

Man gab ihr eine Hotlinenummer für mich, unter der ich ja einen Termin mit dem Hochschulteam ausmachen könnte. Tja, natürlich ist diese Nummer kostenpflichtig, das und dieser hirnlose Vollspack von Arbeitsamtidiot alleine ist aber nicht der Aufreger. Sondern ich habe auf dieser Nummer angerufen und kriege nur - nachdem ich mir die dumme Ansage anhören muss, die erstmal alles aufzählt, was man wählen kann - zu hören, dass die Leitungen alle belegt sind und ich während der Sevicezeiten wieder anrufen solle. Und ja, natürlich habe ich während der beschissenen Servicezeiten angerufen!!!

So, wenn jetzt noch jemand eine Idee hat, wie ich an eine verfickte Drecksberatung rankommen soll, möge er mir bitte einen Tipp geben! Und vor Weihnachten fallen die restlichen regulären Beratungstermine wohl auch alle aus, nächste Woche z. B., weil - ACHTUNG! - Nikolaus ist...

Ich werde auch direkt nachfragen, ob man im Arbeitsamt eine Stelle für mich frei hat. Für den Laden muss man ja eh nichts können.

28. November 2011

Die böse 3 ist da!

So, letzten Donnerstag war's so weit: Die böse 3 hat mich heimgesucht. Verabschiedet habe ich mich von der 2 und der 9 und ihr alles Gute gewünscht. Aber es ist ja sowieso einfacher, sich zu merken, dass man 30 ist. Habe ich schon die letzten Wochen geantwortet, wenn man mich nach meinem Alter gefragt hat. Kaufmännisches Aufrunden nennt man das.

Ich musste an diesen Sketch vom "Sechser-Pack" denken. Ich hätte ihn ja hier gepostet, aber ich finde ihn ums Verrecken nicht bei Youtube... Jedenfalls steigt da eine Geburtstagsparty für eine Frau, die um Mitternacht ihren 30. angeht. Sie sagt zu allen, dass es ihr ja überhaupt nichts ausmache, jetzt 30 zu werden, und dass alle schön Party machen sollen. Um Mitternacht zählen die Gäste den Countdown runter, und bei 0 schreit sie verzweifelt, sie sollen alle die Klappe halten, fängt an zu heulen und verzieht sich. Ich war gespannt, ob ich auch so ein kleines bisschen verzweifelt reagieren würde. Wobei ich den Vorteil hatte, dass meine Feier erst 3 Tage später stieg und der Großteil der Leute auch schon die magische 3 geknackt hatte, so dass ich mich nicht ganz so alt fühlen musste in deren Gegenwart.

Nun, was passierte also um Mitternacht, als ich realisieren musste, dass ich nun 30 bin? Oder wie ich es gerne ausdrücke: 20-J?Also eigentlich... nichts. Der Alterungsprozess ist ja eh schleichend, und so gesehen werde ich jede Minute älter.

Ich fühle mich auch nicht wie 30 und sehe auch eher aus wie 25. 30 klang für mich immer so furchtbar erwachsen und mit beiden Beinen fest im Leben stehend. Zeit für Familiengründung und so, die Uhr tickt. Jetzt, wo es selbst bei mir so weit ist, habe ich weder das Gefühl, furchtbar erwachsen und im Leben angekommen zu sein, noch verspüre ich trotz stabiler Beziehung seit 7 Jahren kein Deutchen den Wunsch, mich innerhalb der nächsten 5 Jahre fortzupflanzen.

Im Endeffekt ist es nur eine Zahl, und es kommt drauf an, wie alt man sich fühlt, nicht wie alt man ist. (Außer man ist so alt, dass die lebensnotwendigen Organe langsam versagen, natürlich...) Und mal fühle ich mich wie ne 3jährige, mal wie eine 80jährige, mal wieder wie, ja, eben wie eine 30jährige. Immerhin ist es eine leicht zu merkende Zahl, bei 29 hab ich immer kurz überlegen müssen...

Das Einzige, was mir etwas Sorgen macht, ist dass man in der Gesellschaft und vor Allem auf dem Arbeitsmarkt als Frau mit 30 durchaus schon zum alten Eisen gehören kann. Und ich habe ja das zweifelhafte Glück, noch immer nicht beruflich fest im Sattel zu sitzen. Jetzt bin ich in dem Alter, wo sich ein Arbeitgeber 2x überlegt, ob er eine Frau im besten Gebäralter überhaupt anstellen soll. Aber was soll's. Das denken sie vermutlich auch schon ab 25, und ab 40 bin ich dann eh zu alt für den deutschen Arbeitsmarkt. Insofern kann ich mittlerweile wohl eh kein Alter mehr erreichen, das ein Arbeitgeber als ideal betrachtet.

Was mir auch noch Sorgen macht, ist der Geisteszustand meiner Mutter: Zu meinem Geburtstag brachte ich einen Kalauer auf den Tisch, der doofer nicht hätte sein können. Ich erzählte jedem, dass die Gemeinde meines Geburtsortes mich angeschrieben hat, um sich zu entschuldigen. Man hätte in der Geburtsurkunde einen gravierenden Fehler gemacht, der jetzt erst bemerkt wurde. Statt 1981 müsste es bei meinem Geburtsdatum 1991 heißen. Was ich ja schon immer wusste! Reaktion meiner Mutter: "Wirklich?!" Also, wenn meine eigene Mutter mir so einen ausgemachten Schwachsinn abkauft, muss ich entweder wahnsinnig überzeugend lügen oder ich bin adoptiert... Allerdings gibt's im Familienalbum Fotos von mir als Neugeborenes, die aus dem Jahr 1981 stammen. Angeblich!!!

Nun denn, auf in eine neue Dekade! *seufz* Aber ein Gutes hatte es auch: Am Wochenende kamen sehr gute Freunde extra aus mehreren 100 Kilometer entfernten Städten, um mit mir in intimer Runde zu feiern. Für den 30. war ihnen diesmal kein Weg zu weit. :-)

24. November 2011

Ich bin eine Lady!

Heute war ich zum 2. Mal beim Bollywood-Kurs. Übrigens lacht mich jeder aus, wenn ich erwähne, dass ich in einem Bollywood-Tanzkurs bin. Wieso denn bloß?! Ist doch auch nicht affiger als Bauchtanz oder Zumba...

Jedenfalls musste ich ständig die eine Frau anglotzen, die auch mitmacht. An irgendwen erinnerte sie mich einfach. Und irgendwann fiel es mir wie Schuppen von den Haaren: Sie erinnert mich an Emily Howards!!!

Ihr kennt Emily Howards nicht? Na hört mal! Emily Howards ist eine Lady! Guckt ihr hier:


Die Haare meiner Tanzkollegin sind zwar nicht so wild, aber so vom äußerlichen Typ her - ja, doch, das passt! Und so dachte ich während des gesamten Kurses ständig: "Ich bin eine Lady!"

Übrigens wollte ich heute die erste halbe Stunde wutheulen, denn wir haben mit der Choreo weitergemacht, und das war so sackeschwer, dass ich meist nur blöd gaffend mitten in der 1. Bewegung stehen blieb und gar nichts peilte. So ging es aber dem gesamten Kurs, was mich immerhin beruhigte. Entweder ist es wirklich schwierig - und nachdem selbst Zanna-Birgit ständig beim Vortanzen Böcke reingehauen hat und betonte, wie schwierig die Schritte seien, ist das wahrscheinlich - oder wir sind einfach alle scheiße. Ich überlege gerade, ob ich mir für die Abschlussvorstellung eine schwere Krankheit einfallen lassen sollte. Einladen werde ich wohl definitiv keinen, aber man muss sich ja auch nicht vor Fremden blamieren...

23. November 2011

Guten Morgen, ab jetzt kein Wasser mehr!

So wird man doch gerne geweckt... Ich liege gemütlich in die Kissen gekuschelt, zufrieden schmatzend und grunzend im Bett, das Männchen ist schon auf Arbeit, da kann ich mich breit machen, harr harr. Plötzlich ertönt von draußen eine Stimme durch ein Megaphon. Erst verstehe ich nichts, es dauert, bis ich das Reich der Lebenden wieder komplett inkl. Gehör erreicht habe. Zum Glück wird die Durchsage wiederholt:

"An die Bewohner der Blablastraße: Wegen eines Wasserrohrbruchs wird das Wasser bis auf unbestimmte Zeit abgestellt."

Hey, ich muss mich waschen und alles, wenn ich aufstehe, schießt es mir durch den Kopf. So flott stehe ich selten auf. Wie ein geölter Blitz schieße ich aus dem Bett raus und fange panisch an, Töpfe und Schüsseln mit Wasser zu füllen.

Mit einer Katzenwäsche starte ich in den Tag, Hauptsache nicht stinken... Die Haare sind zum Glück auch noch nicht sooo fettig. Die Klospülung wird sparsam eingesetzt. Ich überlege, was ich kochen könnte heute Mittag, ohne Wasser zu benutzen. Nudeln fallen wohl flach, aber hatte ich schon die letzten 2 Tage. Zu allem Unglück eine SMS vom Männchen: "Gieß doch bitte mal die Pflanzen, hab ich vergessen." Tja, da haben die Pflanzen Pech gehabt. Wasser ist nun bei uns in der Straße ein kostbares Gut geworden, und meine eisern gehorteten Reserven müssen für Notfälle bleiben.

Meine Fresse, ich fühle mich wie im Sommerhaus meiner Schwiegereltern in Finnland! Ich bin irre stolz auf meine Geistesgegenwart, ein paar Töpfe Wasser (sogar Warmes!) gehortet zu haben. Ich werde das irgendwie überleben, wär doch gelacht!

Irgendwann macht der Toilettenkasten beängstigende Geräusche und ich nehme schnell alles weg, was nicht nass werden darf, da ich Angst habe, das Teil explodiert mir gleich. Anschließend ist es wieder still, und als ich den Wasserhahn aufdrehe, fließt wieder das Wasser.

Die ganze Sache dauerte 10 Minuten... Blöde Panikmacher!

19. November 2011

Geld verdienen im Internet? - Teil 3

So, heute komme ich zum letzten Teil meiner Miniserie "Geld verdienen im Internet". Man lernt ja auch irgendwann dazu, und deshalb habe ich wenigstens "nur" 3 Möglichkeiten ausprobiert. Reicht ja auch, ne? Im letzten Teil geht's nun also über:

Mingle
Eine der vielen vielen Meinungsplattformen, die es so im Internet gibt. Von Meinungsplattformen halte ich nicht so viel, da man idR ewig viel Zeit investieren muss, bevor man überhaupt mal was sieht. Und sich die investierte Zeit genauso wie bei Ciao und Jomondo einfach nicht auszahlt. Zu Mingle überredete mich diesmal eine Freundin. Es gibt bei Mingle kein Geld, sondern Punkte, die man dann in Prämien eintauschen kann, z. B. Gutscheine, die ja auch quasi wie Geld sind, wenn man mit den Shop was anfangen kann.

Meine Freundin versicherte mir, dass sie schon in kurzer Zeit 2x einen 20 €-Amazon-Gutschein bekam. Da ich gerne bei Amazon bestelle und das für mich so gut wie Bargeld ist, meldete ich mich also an. Um nach kurzer Zeit festzustellen, dass mich Mingle tierisch nervt.

Man kriegt schon sehr oft Umfragen, das ist ja generell gut. Wobei ich mal an manchen Tagen 2-3 Mails kriege und dann wieder eine Woche lang gar keine. Aber bei sagen wir mal 75% fliegt man nach wenigen Minuten wieder raus, weil man nicht zur Zielgruppe gehört. Der Witz dabei ist, dass man meist schon 5 Minuten lang Fragen beantwortet hat, bei denen man meiner Meinung nach durchaus schon brauchbare Daten liefert, bevor man fliegt. Z. B. habe ich mal 3 Min. lang angekreuzt, welche Marken ich bei Getränken kaufe, wie oft usw. Um dann mitgeteilt zu bekommen, dass ich nicht zur Zielgruppe gehöre. Da kam ich mir echt total verarscht vor und schrieb eine gepfefferte Mail an den Laden mit der Folge, dass ich ein kleines "Trostpflaster" in Form von ein paar Pünktchen (Nicht der Rede wert.) erhielt. Ich bin jetzt schon seit vielen Monaten dabei und brauche noch etliche Umfragen bis zum 20 €-Gutschein. (Und drunter gibt es nichts!). Als ich neulich meine Freundin fragte, wie es bitte sein kann, dass sie so oft die geforderte Punktezahl für den Gutschein erreichte, meinte sie nur lapidar: "Ach, ich klicke einfach immer das an, von dem ich denke, dass man das hören will. Z. B. behaupte ich dann einfach, ich hätte 3 Kinder (Sie ist kinderloser Single.) oder ich fahre einen Audi (Sie hat gar kein Auto.) oder solche Sachen." Na toll, da bin ich natürlich klar im Nachteil, weil ich nicht dreist durch die Gegend lüge. Außerdem dachte ich bis dato, dass man ja schon die meisten Daten im Profil hinterlegt hat und die ja auch nicht doof sind und sich wundern, wenn im Profil steht, dass ich keine Kinder habe, aber dann in der Umfrage plötzlich 5 Stück. Aber dem ist wohl nicht so.

Ich hoffe, dass ich diese doofe Punktzahl bald erreiche, denn meine jetzigen Punkte möchte ich nicht verfallen lassen. Dann werde ich den Gutschein anfordern und im Anschluss sofort mein Konto löschen. Und das Thema "Geldverdienen im Internet" ist für mich eine Sache gewesen, von der ich behaupten kann, ich habe sie probiert und für schlecht befunden. So scheiße geht's mir dann doch noch nicht, dass ich mich für einen Witzbetrag von diversen Ausbeutern verarschen lasse.

17. November 2011

Misanthropin goes Bollywood-Star

Ich bin ja ein Sportmuffel. Nicht nur aus purer Faulheit, sondern auch, weil ich bislang noch nichts gefunden habe, was mir wirklich Spaß machte. Joggen - boah, nie wieder, da lag ich schon nach 10 Metern japsend im Gras (Vergessen zu atmen...). Chi Gong - viel zu langweilig. Wassergymnastik - viel zu nervig, mich immer für eine Stunde Sport zusammen mit fremden Menschen duschen zu müssen. Schwimmen - kann ich nicht weit, aber tief und habe ich nie richtig gelernt, ich schleiche im Wasser vorwärts wie eine Schnecke. (Wenn ich eine Bahn schwimme, kommt das Männchen ca. 4x an mir vorbei...) Pilates - ich steh nicht auf Schmerzen.

Nun habe ich endlich einen Kurs an der VHS belegt, den ich schon immer mal machen wollte: Bollywoodtanz!

Auch wenn mich einige meiner Freunde dafür auslachen, aber tanzen, ja, ich glaube, das könnte mir Spaß machen. Und ich bewundere es immer wieder, wie die Leute in Bollywood-Filmen sich bewegen. Das sieht einfach nur toll aus, elegant, anmutig, und macht immer Lust, gleich mitzuhüpfen.

Kann ich tanzen? Ich weiß es nicht. Ich dachte eigentlich schon, dass ich ein einigermaßen gutes Rhythmusgefühl habe. Bis zur 1. Stunde unseres Kurses letzte Woche...

Unsere Tanzlehrerin stellt sich mit den Worten vor: "Ich bin die Birgit, aber ihr könnt mich auch Zanna nennen." Hä?! Klar, klingt irgendwie besser als Birgit... Noch dazu ist sie keine Inderin, sondern eine Einheimische mit mind. mal 55 Jahren auf dem Buckel. Aber immerhin kann sie tanzen.

Schon beim Warmtanzen verpasse ich den Einsatz, weil ich noch meine Turnschuhe binde, während alle schon vor den Spiegel springen. So ein großer Tanzspiegel an der Stirnseite des Raums, wie man ihn aus coolen Tanzfilmen oder aus Shows mit Detlev D! Soost kennt. Nur dass unser Spiegel scheiße ist, denn den hat man wohl irgendeinem Rummelplatz abgekauft. Stehe ich in der Mitte, bin ich 5 m breit. Stehe ich ein bisschen weiter links, bin ich ganz dünn. Stehe ich sonstwo, bin ich verzerrt ohne Ende. Es gibt keinen Flecken an diesem Spiegel, an dem man auch nur annähernd normal aussieht. Somit kann man den Zweck dieses Scheißdings auch in die Tonne treten, denn bei solchen verzerrten Proportionen sieht kein Mensch, was die Tanzlehrerin von vorne treibt und ob man's richtig macht.

Birgit, äh, Zanna hat sich für unseren Kurs, der an 10 Abenden stattfinden wird, ein unbekanntes Bollywoodlied ausgesucht, dessen Choreo wir also nun einstudieren werden. Sie ging auch gleich in die Vollen und tanzte einfach vor, während wir hinterhersprangen. Was dabei rauskommt, sehen Freunde und Verwandte dann im Februar, wenn die Abschiedsshow (zusammen mit anderen Kursen, wir kriegen ja vermutlich nur 5 Min. Choreo bis dahin zu Stande) stattfindet. Ob ich tatsächlich jemanden einlade, lasse ich noch offen..

Jedenfalls ist DAS da ihr Plan:


Und so elegant und harmonisch tanzen wir ungefähr:


Und heute Abend ist wieder Bollywoodkurs, und ich bin krank. Schöne Scheiße! Habe mir aber vorgenommen, mich hinzuschleppen und einfach sitzend zuzugucken, was die treiben.

15. November 2011

Die eingebildete Kranke

Jeder kennt ja das gemeine Vorurteil, Männer seien unausstehliche Jammerlappen, wenn sie mal krank darniederliegen. Habt ihr selbst so ein Exemplar daheim rumpiensen oder seid ihr gar selbst ein eingebildeter Kranker?

Dann will ich euch was sagen: Ihr glaubt, euer Kerl ist ein Hypochonder? Pah! Lernt erstmal meinen Freund kennen!!!

... Der wird euch nämlich mal erzählen, dass es bei uns genau andersrum ist. Während sich Monsieur quasi niemals erkältet und bei einem Holzhack-Unfall nur müde die Schultern zuckt und weitermacht, ist er gesegnet mit einer Freundin (C'est moi!), die im kranken Zustand sehr sehr anstrengend werden kann.

Und nein, ich bin keine Hypochonderin, hey! Ich hab einfach nur ein beschissenes Immunsystem, das sich bei Wetterumschwüngen wie denen die letzten Tage gerne mal zum Urlauben in die Karibik verabschiedet und mich alleine lässt.

Gestern war gerade der perfide Plan ausgereift, dass ich die Chorprobe schwänze, weil kein Bock und schon den ganzen Tag auf den Beinen, da meinte es mein Körper gut mit mir und dachte sich. "Na, wenn sie wirklich krank wird, hat sie vielleicht kein schlechtes Gewissen mehr wegen der Schwänzerei." Sprach's, und schon kratzte mein Hals und die Nase lief. Nachdem es seit gestern schweinehundescheißkalt ist, war das mal wieder sooo klar! Danke, lieber, beschissener, Kackkörper!

Das Resultat: Ich legte mich um 23 Uhr ins Bett und rief folgende Dinge meinem Freund zu:

1. "Ich hab einen Herzinfarkt, aua aua. Doch, echt! Das Herz ist doch da unten rechts, oder?"

2. "Ich werde sterben, ich spüre es, bald ist es vorbei..."

3. "Ich sehe ein Licht, ein Licht!"

Männchen tat das natürlich kommentarlos ab, er isses ja schon gewöhnt. Auch nimmt er es mittlerweile schon nahezu stoisch zur Kenntnis, wenn ich ihm im Bett meine permanent arschkalten Füße gegen die Prostata schiebe, um mich aufzuwärmen. Im Sommer isses zwar lästig, aber im Winter sehr praktisch, einen Freund zu haben, der gefühlte 80° C Körpertemperatur hat.

Und hiermit stehe ich auf und verkünde feierlich in die Runde: "Mein Name ist Freundliche Misanthropin und ich bin eine Hypochonderin!"

14. November 2011

Geld verdienen im Internet? - Teil 2

So, heute geht es weiter mit dem Thema "Geld verdienen im Internet". Was habe ich also als Nächstes ausprobiert? Das hier:

Jomondo 

Das ist ja mal echt der größte Scheiß! Da gibt es kleinere Jobs, auf die man sich bewerben kann. Anspruchslosere Sachen wie Adressen von Teilnahmekarten in ein Programm einpflegen oder leicht anspruchsvollere Dinge wie Blogberichte über ein bestimmtes Thema verfassen. Auf solche Jobs habe ich mich nie beworben, da ich mir denken konnte, dass die Bezahlung in keinem Verhältnis zum Aufwand steht. Außerdem wollten die tatsächlich eine richtige Bewerbung mit Bild und allem Pipapo. Für so einen Scheiß? Also bitte!

Bei diesen Adressen eintippen habe ich mal aus Spaß durchgerechnet, wie lange man so im Schnitt für das Tippen einer Adresse inkl. Telefonnummer und Geb.datum bräuchte. Und ich tippe sehr schnell, das könnt ihr mir glauben. Trotzdem wäre ich auf einen Stundenlohn von ca. 3 € gekommen. Meinetwegen kann man das ja machen, wenn man absolut gar nichts zu tun hat und nicht mehr weiß, wohin mit seiner Zeit und sich über jeden Cent freut. Aber für solch ein mickriges Ergebnis war mir meine Zeit dann auch zu schade. Ich glaube, wenn man Pfandflaschen sammeln geht, ist das lukrativer als die Jobs bei Jomondo.

Worauf ich allerdings - Asche auf mein Haupt - hereinfiel, war ein Job, bei dem jeder ohne Anmeldung mitmachen konnte. Und zwar sollte man Adressen von Firmen, die eröffnen oder schließen, in eine Eingabemaske eintragen. Quasi Geld verdienen mit Zeitung lesen. Je nachdem, ob die Daten ausreichend waren, bekam man zwischen 10 bis 60 Cent. Natürlich waren sie NIE ausreichend, denn man wollte Daten wissen, die idR nicht in der Anzeige oder auf der Homepage standen. Aber immerhin hatte ich nach einiger Zeit 3,90 € zusammen. Die verteilt immer so alle 2 Monate bezahlt werden sollten - im Schnitt bekam ich also so nach 4 Monaten mal endlich den ersten Euro. Bzw. bekam ihn NICHT, denn ich stellte erst bei Fälligkeit des ersten Euros fest, dass man das Geld nur über ein Paypal-Konto erhalten kann. Mir wurde das nie gesagt, es stand einfach da, dass die Zahlung angewiesen wurde - obwohl ich niemals irgendwelche Zahlungsdaten hinterlegt hatte. Jomondo gibt also noch nichtmal Bescheid, wenn das Geld irgendwo im Nirvana herumschwebt. Das Geld ist also einfach weg. Und für mich war der Tag gekommen, an dem ich meinen Account wieder löschte. Denn 1. hatte ich kein Paypalkonto und 2. würde ich auch keines zu diesem Zweck eröffnen, denn man zahlt als Empfänger von Zahlungen eine Gebühr und einen Prozentsatz, so dass mir bei 1 € Zahlungseingang effektiv nur 67 Cent geblieben wären. Wow...

11. November 2011

Pippa Kling

Sag mal, geht euch dieses Geschisse um die doofe Pippa Middleton auch so auf den - in meinem Fall anatomisch nicht vorhandenen - Sack?

Zugegeben: Der Arsch ist wohlgeformt und das Figürchen hätte ich auch gerne, muss ich anerkennen. (Wenngleich ich finde, man trägt als Trauzeugin bzw. Brautjungfer doch kein schneeweißes Kleid!) Aber wie können mehrere Nationen schier austicken, nur weil da jemand einen kleinen Hintern in die Kamera hält? Als ob man nicht jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde irgendwo in den Medien attraktive, perfekt geformte Menschen präsentiert bekommt.

Und was mich am meisten verstört: Ist eigentlich noch nie jemandem aufgefallen, dass Pippa Middleton die gleiche Hackfresse hat wie Anja Kling?

10. November 2011

Geld verdienen im Internet? - Teil 1

Nachdem ich ja nicht 100%ig ausgelastet bin und jeden Cent gebrauchen kann, habe ich mal geschaut, wo man im Internet Geld verdienen könnte. Mir war eh schon klar, dass das Meiste entweder total unterbezahlt, unseriös oder beides ist. Trotzdem habe ich ein paar Sachen ausprobiert und möchte euch gerne an meinem Fazit teilhaben. Ich habe 3 Möglichkeiten ausprobiert und werde sie nach und nach statt auf einmal präsentieren, da die meisten vermutlich nicht gerne ellenlange Berichte lesen. ;-) Heute geht es um:

Ciao
Kennt vermutlich jeder. Dort schreibt man Testberichte bzw. Meinungen über die unterschiedlichsten Produkte, und jedes Mal, wenn ein anderes Ciao-Mitglied den eigenen Beitrag als mindestens "hilfreich" einstuft, bekommt man je nach Preisklasse 0,5-2 Cent. Klingt nach wenig, ist es auch.
Kann sich aber auch läppern. Da gibt's z. B. Leute, die schreiben sehr gerne z. B. über Lebensmittel. Solche Beiträge kann man relativ schnell und kurz verfassen. Dann machen sie sich in der Ciao-Community bekannt, so dass die Leute rein aus Gefälligkeit ihre Berichte bewerten. Ja, das kann durchaus lukrativ werden. Ist aber auch nur was Leute, die WIRKLICH viel Zeit haben und jeden Tag ein paar Berichte schreiben wollen/können.

Ich habe mich eher auf Dinge eingeschossen, die etwas umfangreicher zu bewerten waren. Z. B. Hotels oder Museen. Da saß ich an einem Bericht mal gut und gerne +/- 1 Stunde dran. Und wunderte mich, dass trotz Hochwertigkeit des Berichtes kaum Leute bewerteten, während bei XY der halbherzige, von Rechtschreibfehlern strotzende Bericht über irgendwelche Billigpkekse von Aldi 500 Lesungen hatte.

Bis ich herausfand, wie der Hase wirklich läuft. Geld verdient man v. a. mit so genannten "Leserunden". Jedes Mitglied hat ein Gästebuch, und da schreibt man dann einfach rein: "Hey, wenn du bei mir 50 Berichte liest und bewertest, mach ich das Gleiche bei dir." Sowas habe ich zugegebenermaßen auch öfter gemacht. Aber wenn man dann bedenkt, was am Ende dabei rauskommt - nämlich nur ein paar Cent - dafür, dass man sich ne halbe Stunde oder so durch irgendwelche uninteressanten Berichte klickt, lohnt sich das überhaupt nicht. Ich kann nicht meckern - während einer Mitgliedschaft von ca. 1 Jahr habe ich immerhin um die 40 € verdient. Hat sich aber auch nur ansatzweise rentiert, weil ich meist in den Monaten, in denen ich etwas geschrieben habe, noch einen von Ciao völlig willkürlich verteilten Monatsbonus von 2 € bekam. (Nachteil ist übrigens, dass man erst ab 10 € eine Auszahlung beantragen kann.) Aber wenn man den Aufwand dagegen stellt, lohnt es sich nicht. Und wenn man kein Interesse daran hat, sehr aktiv in der tollen Ciao-Community zu sein und sich die Leute anzulocken, die sich dann verpflichtet fühlen, jeden Beitrag von einem abzuklicken (Gegenseitiges Abo nennt man das.), lohnt es sich einfach nicht.

Falls ihr auch Erfahrungen damit gemacht habt, vielleicht sogar positive, könnt ihr gerne kommentieren. :-) (Oder auch einfach so natürlich!)

9. November 2011

Royales Briefmarkensammeln

Als Kind habe ich Briefmarken gesammelt. U. a. weil mir mein Vater ein paar Briefmarkenalben überreichte, die ich weiterführen sollte bei Interesse. Tat ich dann auch.

Dann wurde ich älter und irgendwie trat das Briefmarkensammeln in den Hintergrund. Ich hab's ja eh nie exzessiv betrieben, aber ich hab einfach aufgehört.

Neulich besuchte ich meinen Onkel im Ausland, der mir stolz seine Briefmarkensammlung zeigte. Er sammelt nicht, um damit mal später viel Geld zu verdienen, sondern weil es ihm Spaß macht und er sie sich einfach gerne anguckt. Und da hat es mich wieder gepackt, das Sammelfieber. Ich bin sowieso eine Sammlerin, sehr zum Leidwesen meines Freundes. Zum Glück reicht's noch nicht zum Messie aus. ;-)

Lange Rede, kurzer Sinn. Seit Neuestem kaufe ich mir also wieder die neuesten Briefmarkenerscheinungen, sogar 2x, die doppelten werden zu meinem Onkel geschickt. Aber nur die, die hübsch sind. ;-) Und da ich neulich eine Freundin besucht habe, die nur 5 km vom Schloss Langenburg weg wohnt, haben wir uns eben dieses Schloss angeguckt. Und da der Hohenloher Adel mit dem englischen Königshaus verwandt ist und u. a. auch bei der Hochzeit von Prinz William und Kate eingeladen war, kann man im Souvenirshop u. a. von Prinz Charles' Bienen hergestellten Honig und andere englische Dinge kaufen. Und als ich folgendes Schmuckstück für 5 Öcken sah, konnte ich nicht widerstehen:


Ich bin zwar kein Fan von den beiden, aber trotzdem: Schön, nee?!

2. November 2011

Der misanthropische Musicalstar

Als Teenager war ich der totale Musicalfreak. Während Andere in meinem Alter damals -zig D-Mark (Ja, diese Währung, ihr Lieben, habe ich tatsächlich noch miterlebt!) jedes Wochenende für Allohol auf den Kopf hauten, trug ich mein hart verdientes Azubigehalt nach Stuttgart, Bremen, Duisburg und sonstwohin, um mir die tollen, großen, leider auch teuren Musicals anzugucken. Und während eines 10tägigen Aufenthaltes in London schaffte ich immerhin den Besuch von 8 Musicals (Da waren die Karten auch so herrlich günstig, hach!).

Irgendwann ging ich zwecks Abi back to school, dann uffe Uni, ergo war die Kohle knapp, mein Hobby nicht mehr in dem Maße finanzierbar, ich hatte zudem noch Anderes im Kopf, mit dem ich mich beschäftigen musste, und meine Leidenschaft blieb dabei irgendwie auf der Strecke. Mittlerweile kann ich sie auch nicht mehr reaktivieren, weil diese ganzen Musicaltheater so derart unverschämt schweinehammerteuer sind, dass ich mir das nicht leisten kann. Und wenn das hiesige Stadttheater mal alle 2 Jahre ne olle Broadway-Kamelle anbietet, ist das schon viel.

Als Teenager wollte ich zudem immer Musicaldarstellerin werden. Kein großer Star, das brauchte ich nicht, einfach nur ein netter Job, bei dem ich singen konnte, denn singen war schon immer meine große Passion. Und ich singe noch nichtmal schlecht. Ich hatte als Geld verdienender Azubi mal wenige Jahre lang privaten Gesangsunterricht bei einer russischen, abgehalfterten Opernsängerin, die nicht viel Geld dafür verlangte. Das Problem war nur, dass ich weder Noten lesen noch ein einziges Instrument spielen konnte. Meine Eltern hatten kein Geld für solche Kinkerlitzchen, da gab's kein Klavier, keine Geige, keine Musikschule. Insofern war ein Studium an der Musikhochschule eine unüberwindbare Hürde für mich. Noch nichtmal in einen blöden pseudoprofessionellen Chor schaffte ich es damals, weil ich beim Vorsingen kein mir unbekanntes Stück vom Blatt singen konnte und zudem zu viel Vibrato in meiner Stimme lag. Zu Deutsch: Ich konnte keine Noten lesen und vor lauter Aufregung war meine Stimme abgeschmiert. Und so endete meine Karriere als Musicalstar, noch bevor sie begann. *seufz*

Aber jetzt bin ich wieder da, ha ha!!! Denn neulich habe ich einen Aufruf gelesen von der Katholischen Hochschulgemeinde unserer Stadt. Man möchte das Musical "RENT" aufführen. Na prima, dachte ich mir, ihr wisst aber schon, dass da fast nur Aidskranke und Homos rumspringen? ICH finde das Stück ja super, ich liebe es, ich kann es fast auswendig. Aber ist das was für Katholiken?

Egal! Ich habe mich gemeldet und am 5.12. ist das Vortreffen. In der Infomail stand was von Vorsingen. Was, ich muss was vorsingen?! Aber... hatte ich bereits erwähnt, dass ich mich nicht traue, vor anderen Menschen zu singen? Könnte ganz eventuell ein klitzekleines Hürdchen auf meinem Weg zum Provinz-Musicalstar werden...

TO BE CONTINUED...