C'est moi! Zumindest in den Augen von Claudi. Gut, Nichte und ich, wir verstehen uns super. Und Claudi hat genug Vertrauen, um mich mit ihrer Tochter alleine zu lassen. Nur manchmal, ganz selten, da überlegt sie vermutlich schon, ob meine Anwesenheit nicht schädlich für das Kind sein könnte.
Aber wenn man normalerweise nur mit Erwachsenen zusammengelebt hat (Ich war ja auch immer die Kleinste in Familie und im Verwandtenkreis.), stellt man manche Dinge nicht so schnell ab. Z. B. das Fluchen. Wobei ich mich ehrlich extrem zusammenreiße, und öfter als Claudi und Schwipp-Schwager rutschen mir "Scheiße" oder ähnliche Schimpfwörter auch nicht mehr raus. Claudi will immer eine Fluchkasse einrichten. 5 € pro Schimpfwort. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob das ein Witz war, denn ich checke es noch immer nicht, wenn Claudi etwas ernst meint oder nicht... Ich verweigere mich aber dieser Fluchkasse, denn 5 €, das sind für mich 3 Tage Mittagessen. Für Claudi als Lehrerin ist das nichts. Und das Geld würde am Ende ja wieder IHR zufließen, also wären die 5 € tatsächlich nix für sie. Egal, so lange ich noch bei denen wohne, wird diese Kasse nur über meine Leiche eingeführt!
Aber Kindererziehung, das sehe ich langsam ein, also zumindest die politisch korrekte Kindererziehung ist ein Tanz auf dem Vulkan. Neulich hatte meine 5jährige Nichte Besuch von einem Freund. (Jasper hieß der übrigens, aber über Modenamen lasse ich mich vermutlich nochmal gesondert hier aus.) Und als sie so am Tisch saßen und zum Kakao Schokoküsse mampften, da sagte ich, es freundlich meinend, so leichthin:
"Na, esst ihr Mohrenköpfe?"
Claudis Augen weiteten sich, ihr Kopf schüttelte sich unmerklich und sie mahnte: "Wir benutzen dieses Wort nicht."
"Aha, was sagt ihr denn dann dazu?"
"Schokoküsse."
"Ok."
Ich bin ja lernfähig.
Aber auch vergesslich. Denn 5 Minuten später versuche ich es wieder mit Smalltalk bei den Kids und sage:
"Na, wie schmecken denn die... äh... Negerküsse?"
Ups... Ich hatte mir irgendwie nur "Küsse" gemerkt. Und wir haben die Dinger halt früher so genannt! Das heißt ja auch nicht Schokokuss-, sondern Mohrenkopftorte!
Meine Nichte nannte das Ding danach Mohrenkuss, Claudi hatte einen etwas resignierten Blick drauf, als sie mir in die Augen sah, und ich stammelte nur entschuldigend, dass man den Tanten ja auch nicht die Erziehung in die Hand legen dürfe, weil die eh keine Ahnung haben.
Allerdings muss ich meiner Nichte zu Gute halten, dass das schlaue Kind einem öfter mal - ob absichtlich oder zufällig - zu Hilfe kommt. So meinte sie, sie hätte die Dinger schon immer Mohrenküsse genannt. Das glaubte Claudi zwar nicht, aber konnte mir so die Schuld nicht mehr nachweisen. Hehe.
Braves Kind!
30. September 2012
23. September 2012
Monsterchen-Sonntag
Heute bin ich wirklich zu nichts gekommen. Das war das 1. Wochenende, das ich hier im Bio-Wahnsinn verbracht habe. Zuvor bin ich immer vorsorglich geflüchtet, u. a. aus Angst davor, schon um 7 Uhr von meiner Quasi-Nichte aus dem Schlaf gerissen zu werden. Meine Sorgen waren unbegründet - sie stand erst um 9 Uhr an meinem Bett (Hier ist kein Zimmer abschließbar außer das Badezimmer.). Dann aber volles Programm: Eierfärben mit Krepppapier (Sauerei ohne Ende), malen, basteln, Spielplatz, halt den ganzen Tag einfach nur bespaßen.
Auch ins Bett sollte ich sie heute bringen. Auch hier das volle Programm: Haare kämmen (eine Qual für beide Seiten), Zähne putzen (Dabei stelle ich mich so schlecht an, dass ihr vermutlich bald die Dritten blühen würden, müsste ich das jeden Tag erledigen...), bitten und betteln, dass sie sich doch mal langsam ins Bett bequemen möge, Buch vorlesen, Eltern dazuholen und Lied singen.
Jetzt liegt das Monster endlich im Bett, es ist 21 Uhr und ich komme heute zum 1. Mal überhaupt mal dazu, irgendwas für mich zu tun. Brrrr, ist das anstrengend, dieser rund-um-die-Uhr-Service für die Kleine.
Und das "Schlimmste" daran: Kein einziges Mal war ich - entgegen meiner Natur! - genervt oder angekotzt. Kein einziges Mal war ich streng. Kein einziges Mal ärgerte ich mich, dass ich nicht endlich mal meine Ruhe habe.
Ich, Mrs. "Niemals werde ich Kinder in die Welt setzen!", fange an, das Monsterchen wirklich bedingungslos gern zu haben...
Auch ins Bett sollte ich sie heute bringen. Auch hier das volle Programm: Haare kämmen (eine Qual für beide Seiten), Zähne putzen (Dabei stelle ich mich so schlecht an, dass ihr vermutlich bald die Dritten blühen würden, müsste ich das jeden Tag erledigen...), bitten und betteln, dass sie sich doch mal langsam ins Bett bequemen möge, Buch vorlesen, Eltern dazuholen und Lied singen.
Jetzt liegt das Monster endlich im Bett, es ist 21 Uhr und ich komme heute zum 1. Mal überhaupt mal dazu, irgendwas für mich zu tun. Brrrr, ist das anstrengend, dieser rund-um-die-Uhr-Service für die Kleine.
Und das "Schlimmste" daran: Kein einziges Mal war ich - entgegen meiner Natur! - genervt oder angekotzt. Kein einziges Mal war ich streng. Kein einziges Mal ärgerte ich mich, dass ich nicht endlich mal meine Ruhe habe.
Ich, Mrs. "Niemals werde ich Kinder in die Welt setzen!", fange an, das Monsterchen wirklich bedingungslos gern zu haben...
21. September 2012
Lebenszeichen
Sauber, jetzt hab ich schon die Hälfte des Praktikums hinter mir, aber bislang keinen einzigen Beitrag darüber geschrieben. Mea culpa! In Gedanken habe ich zahlreiche Posts verfasst, aber das Vollzeit-Arbeiten liegt mir nicht. Nein, das ist falsch, es liegt mir schon, denn das Praktikum macht wirklich Spaß. Aber abends hatte ich bislang nie kein Internet, weil WLAN ist laut Claudi böse-blöd, schuld an Fehlgeburten und dementsprechend verboten. Und mich mit dem Netzwerkkabel unten im Wohnzimmer verkabeln und dann wie behindert auf der Couchkante hocken, weil das Kabel nicht länger ist, das finde ich auch irgendwie doof. Offline könnte ich natürlich auch erstmal schreiben und dann mal schnell online gehen zum Posten, aber: Ich komme abends gerade zu gar nix. Weil: Früh aus dem Haus, abends wieder rein. Dann erst wirklich Ruhe, wenn das Kind im Bett ist. Und das dauert. Und dann muss ich schon fast selbst ins Bett, weil ich sonst das frühe Aufstehen körperlich nicht packe. Ich bin ein Weichei, ich weiß...
Ich gelobe Besserung. Denn ich wurde heute in ein anderes Gästezimmer verbannt, und siehe da - mein PowerLAN scheint hier endlich erfolgreich zu funktionieren! :-) Ich hoffe, dass ich ab jetzt wieder einigermaßen regelmäßig was zu erzählen habe.
Nur kurz und knapp:
- Praktikum ist gut, interessant, die Leute allesamt sehr nett und bemüht, die unbezahlte Arbeitskraft zu hofieren und nicht auszunutzen. (Wo gibt's denn sowas?)
- Das Leben mit Claudi, Männchens Bruder und Kleinkind ist nicht so kompliziert wie befürchtet. Claudi ist eigentlich ganz umgänglich, hat nur manchmal ihren "Mutter"-Ton (der strenge, nicht der liebevolle) drauf, an den ich mich noch gewöhnen muss.
- Das Leben mit einem 5jährigen Kind ist... ähm... leicht anstrengend. Das wird wohl noch den meisten Erzählstoff liefern. Kann nur schonmal vorab sagen, dass meine Quasi-Nichte mit 5 bereits die Weisheit mit Löffeln gefressen hat, wozu sicherlich der tolle Montessori-Kindergarten seinen Teil geleistet hat.
So, jetzt hoffe ich mal, dass ich euch demnächst mal wieder etwas unterhalten kann.
Ich gelobe Besserung. Denn ich wurde heute in ein anderes Gästezimmer verbannt, und siehe da - mein PowerLAN scheint hier endlich erfolgreich zu funktionieren! :-) Ich hoffe, dass ich ab jetzt wieder einigermaßen regelmäßig was zu erzählen habe.
Nur kurz und knapp:
- Praktikum ist gut, interessant, die Leute allesamt sehr nett und bemüht, die unbezahlte Arbeitskraft zu hofieren und nicht auszunutzen. (Wo gibt's denn sowas?)
- Das Leben mit Claudi, Männchens Bruder und Kleinkind ist nicht so kompliziert wie befürchtet. Claudi ist eigentlich ganz umgänglich, hat nur manchmal ihren "Mutter"-Ton (der strenge, nicht der liebevolle) drauf, an den ich mich noch gewöhnen muss.
- Das Leben mit einem 5jährigen Kind ist... ähm... leicht anstrengend. Das wird wohl noch den meisten Erzählstoff liefern. Kann nur schonmal vorab sagen, dass meine Quasi-Nichte mit 5 bereits die Weisheit mit Löffeln gefressen hat, wozu sicherlich der tolle Montessori-Kindergarten seinen Teil geleistet hat.
So, jetzt hoffe ich mal, dass ich euch demnächst mal wieder etwas unterhalten kann.
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