16. Januar 2011

Kinderstimmen sind gruselig

Jaaaa, ich weiß, es ist ein heikles, nahezu unantastbares Thema, das ich nun anspreche. Doch ich muss nunmal meinem Ruf als Misanthropin gerecht werden, und deshalb werde ich nun etwas sagen, das mir vermutlich kaum einer verzeihen wird: ICH HASSE KINDERSTIMMEN!!!

Ich habe generell nichts gegen liebe, süße, gut erzogene Kinder. Nur gegen Drecksbratzen, die noch nie Erziehung genossen haben und sich aufführen wie die Axt im Walde. Aber wenn sie brav sind, ist alles ok. Allerdings nur, so lange sie nicht reden. Dann ist’s bei mir einfach vorbei.

Ich finde Kinderstimmen nämlich ganz gruselig. Die sind so piepsig und … ach, einfach so, dass sich bei mir sofort ne Gänsehaut bildet und ich den Drang verspüre, wegzurennen oder mir die Hände über die Ohren zu halten.

Kann sich noch jemand an dieses blöde „Froop“-Balg erinnern? Ich sag nur: „FRUCHTALAAAARM!!!“ Ich hätte dieses Kind sofort zur Adoption freigegeben, jetzt mal echt! Ich kann mir ja schon vorstellen, dass man seine eigenen Kinder etwas vorbehaltsloser lieben kann als fremde, aber irgendwo gibt’s doch auch ne Grenze. Außerdem hat das Kind seine Mutter angelogen, als diese fragte, ob sie ihr Froop gesehen hat und das Kind „Nöööö.“ sagte, ohne mit der Wimper zu zucken. Schlechte Erziehung, ab in die Babyklappe!

Oder seit Neuestem das „Shoparella“-Mädchen, das einem ständig dümmlich grinsend „Bei Shoparella gibt es ganz viele Schnäppchens.“ erklärt. Soll das etwa witzig sein, soll ich mich darüber begeistern, dass ein kleines Mädchen den Plural von „Schnäppchen“ nicht korrekt bilden kann und damit vor aller Welt vorgeführt wird? Da find ich andere Dinge aber wirklich witziger. Aber vielleicht fehlt mir auch einfach das Mutter-Gen für derartige Späße?!

Meine Wohnung ist ja zum Glück kinderfrei. Ich kann dem Gequäke aber trotzdem nicht gänzlich entkommen. Denn vor über einem Jahr hat die Stadt die ach so putzige Aktion gestartet, dass in den Bussen und Straßenbahnen die Haltestationen von Kinderstimmen angesagt werden. Als ich das das 1. Mal hörte, bin ich zusammengezuckt und hab gehofft, das Ganze wäre nur ne einmalige Aktion zum Weltkindertag oder was auch immer. Nach über einem Jahr, in dem ich dieses unerträgliche Gequäcke im öffentlichen Verkehr ertragen musste und immer noch muss, gebe ich die Hoffnung auf. Die Stadt glaubt scheinbar, dadurch kinderfreundlicher zu wirken. Für mich klingt's aber nach Kinderarbeit!

"Na los, sag die Haltestelle an!" - "Aber ich will nicht, ich will zu meiner Mama!" - "Jetzt sag endlich das, was ich dir vorgesagt habe!" - "Aber ich will nicht... *schnief*" Man hört einen dumpfen Schlag und ein verheultes "Nächste Haltestelle: Rathaus".

So stelle ich mir das Entstehen dieser Ansagen vor. Oder aber man hat das als Einsparungsmaßnahme eingeführt. Einfach mal mit dem Mikro in den Kindergarten gehen, statt sich … ja, keine Ahnung, wie man sich sonst solche Ansagen kauft, aber kostenlos sind die vermutlich nicht.

Und ehrlich gesagt glaube ich sogar ernsthaft, dass ich nicht die Einzige bin, die von diesen Fistelstimmen, die die meisten Haltestellen auch noch undeutlich durchsagen, genervt bin. Ab und an sehe ich immer noch Leute zusammenzucken, wenn es plötzlich laut plärrend mit „Nächste Haltestelle…“ losgeht. Vielleicht sollte ich mal ein Volksbegehren starten…

2 Kommentare:

  1. Wirklich sehr schön zu erfahren, dass es noch andere Städte gibt bei denen sowas eingeführt wurde.

    Und da ich die Überschrift eh mit einem lauten 'Scheiße ja!' kommentiert habe, find ich es auch schön von jemandem zu lesen der nicht mit einem: 'HACH NEIN WIE NIEEEDLICH!' reagiert.

    Schön, zu merken, dass man mit seiner Einstellung zu unklar gesprochenen, nervigen Kinderstimmen in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht alleine da steht.

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  2. Schön, dass es nach so langer Zeit doch noch eine Reaktion gibt, und dann auch noch eine Zustimmung, jippie!
    Die Kinderansagen gibt es übrigens immer noch bei uns und sie nerven nerven nerven mich sehr! Man sollte meinen, man gewöhnt sich dran, aber da ich nicht täglich auf den Bus angewiesen bin, wird das nichts mit der Gewöhnung.

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