Es ist Sonntag, 11 Uhr, und das Männchen schläft noch. Selbst für unsere Verhältnisse ist das spät. Ich wecke ihn, wie immer. Früher war das ja anders, da stand er immer schon zu einer unrühmlichen Zeit auf und legte mir nahe, auch das Bett zu verlassen. Mittlerweile stellt er den Wecker zwar auf eine unappetitlich frühe Zeit ein, doch wenn dieser klingelt, knurrt er kurz, dreht sich um und schläft weiter. Die einzige Person, die dank Wecker plötzlich ungewollt wach ist, bin ich. Ich neige dann dazu, das Männchen zu wecken, indem ich erst aufstehe, den Rollo hochziehe, dann wieder ins Bett krieche und mich auf ihn lege. Durch die Luftknappheit und den enormen Druck auf den Brustkorb wird das Männchen in der Regel sofort hellwach. Heute spricht er das Problem direkt an:
M: „Ich verstehe nicht, dass du dich immer, wenn du mich aufwecken willst, auf mich drauf legst.“
W: „Das machen Katzen auch so. Die hocken sich dann auf deinen Oberkörper und miauen. Ich bin wie eine Katze, siehst du. Das passt auch zu meiner geschmeidigen Erscheinung…“
Weiter komme ich nicht, denn das Männchen kriegt beim Wort „geschmeidig“ einen Lachanfall.
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