Manchmal glaube ich, dass meine Blogleser meine jetzige (Arbeits-)Situation besser kennen als meine eigenen Eltern. Dabei habe ich ein gutes Verhältnis zu denen. Wir wohnen nur 25 km auseinander, sehen uns dementsprechend mind. 1x im Monat, und mit meiner Mutter telefoniere ich ca. 3x die Woche, wenn auch immer nur kurz, weil ich schon nach 2 Minuten eine gewisse latente Aggression verspüre...
Meine Eltern sind einfache Leute, Arbeiter, die nie in Urlaub fahren oder sonst irgendwelche Dinge tun, die nichts mit Broterwerb oder Handwerk zu tun haben. Dinge, die meine Eltern am Meisten interessieren in einem Gespräch mit ihren Kindern: "Hast du heute schon was gegessen/gekocht?" oder "Hast du mal endlich wieder die Wohnung geputzt?"
Dinge, die meine Eltern nicht so sehr interessieren: Der Inhalt meines Studiums oder meiner jetzigen beruflichen Tätigkeit (Nebenjob meine ich natürlich, ich habe selbstverständlich noch keine Arbeitsstelle gefunden.) und andere Belanglosigkeiten meines Lebens.
Gerade ein Telefonat geführt, in dem es vorrangig darum ging, dass wir meine Eltern am Sonntag hier in der Stadt zum Essen einladen wollen. Das schon ein ewiges Hickhack: "Nein, spart euch euer Geld!", "Kann man denn nach 13 Uhr noch in irgendeiner Wirtschaft was essen?" (Sie kommen vom Dorf, wo man das mit den Essenszeiten etwas strenger handhabt in den Restaurants.), "Vielleicht regnet's, hm..." usw. Jetzt haben sie sich doch noch dazu durchgerungen, die Einladung anzunehmen. Halleluja! Jetzt müssen wir nur noch die Speisekarte des Restaurants präparieren, denn meine Eltern nehmen nur das Billigste, wenn sie eingeladen werden... Irgendwie ja süß, aber auch anstrengend.
Bei der Gelegenheit erwähnte ich kurz, dass ich meinen Halbtagsjob nun definitiv ab Mai verliere und erstmal keine Ahnung habe, wie ich genug zum Leben zusammenjobben kann. Das führte dazu, dass ich meiner Mutter mal erklären wollte, wie das so ist mit dem Bewerben. (Falls sie überhaupt mitbekommen hat, dass ich mich bewerbe, tu ich ja erst seit 14 Monaten.) Das Gespräch ging so:
Ich: "Blablabla... Und dann wird man auch noch so scheiße behandelt. Zum Beispiel halten es einige Firmen nicht für nötig, eine Absage zu schicken. Da muss man dann hinterhertelefonieren und dann..."
Mama: "Na DU wolltest doch die Suppe! Na also..."
Das war definitiv an meinen Vater gerichtet und nicht an mich.
Ich: "Äh... na ja, jedenfalls..."
Mama: "Also dann, schönen Tag noch, tschüss!"
Danke Mama, für dein offenes Ohr und deine tröstenden Worte! ... *grummel*
Vielleicht solltest Du ihr das mal genau so sagen wie in Deinem letzten Satz. Möglicherweise merkt sie gar nicht dass sie Dich verletzt?!?
AntwortenLöschenKann helfen, muss aber nicht...
Verletzen tut's mich nicht wirklich, es nervt mich nur und ab und an kränkt's mich ein bisschen. Aber ich kenne meine Pappenheimer eben, es ist ja nicht so, dass ich ihnen egal bin, im Gegenteil, meine Eltern sind furchtbare Glucken. Aber die sehen immer nur die essentiellen Dinge: Dass man satt ist und ein Dach über dem Kopf hat. Ich bin ja eher die in der Familie, die nach den Sternen greifen will (guter Beruf, Bildung, die Welt sehen), solche hochtrabenden Ziele können sie nicht nachempfinden und dementsprechend nichts mit solchen Themen anfangen... Und ich hab ihr sowas schon öfter an den Kopf geknallt, dann kommt ein "Ach was, ich hör doch zu!", und nach 5 Sekunden schweift sie wieder ab.
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