10. April 2012

Oster-Highlights

Die Feiertage sollten ja immer eine Oase der Entspannung sein, an der man mal kräftig ausnutzt, dass man nicht arbeiten muss und nicht einkaufen kann. Man ist quasi ans Haus gefesselt, weil eh nix geht - alternativ besucht man die bucklige Verwandtschaft oder lädt sie zu sich ein. Auch ich bin nicht verschont geblieben von der Familie.

Bei meinen Eltern wurde ich von einem 2,5jährigen Kleinkind vertrimmt. Es handelte sich hierbei um meinen Neffen bzw. mein Patenkind. Der hat mittlerweile ein Alter erreicht, in dem er seine "Padn" (= Patin) total dufte findet. ZU dufte. Seine Zuneigung äußert sich für meinen Geschmack zu oft in körperlichen Attacken. So lag ich plötzlich rücklings auf der Eckbank und hatte ein vor Vergnügen kreischendes Kleinkind auf dem Oberkörper rumreiten. Mein 1. Gedanke: "Tritt ihn, schlag ihn, wirf ihn ab!" Mein 2. Gedanke: "Das kannst du nicht machen, es ist ja ein Kind, und deine Schwester hat so viele Jahre darauf gewartet, endlich schwanger zu werden..." So ließ ich mich schicksalsergeben von diesem kleinen Racker missbrauchen, während sich um uns herum meine vermaledeite Familie inkl. Männchen den Arsch ablachte. Hilfe von außen? Pustekuchen!

Ausgleich: Als wir spazieren gingen, trafen wir eine Bekannte der Familie, die - vermutlich hormonbedingt, da im Gebäralter - total auf meinen Neffen steht. Nur diesmal wurde sie mit Nichtbeachtung gestraft. Stattdessen rannte der Kleine demonstrativ zu mir, rief meinen Namen und umklammerte meine Beine. Ooooooh, wie süß! Ich unterstelle ihm allerdings Psychospielchen, denn solch zärtliche Liebesbekundungen kommen sonst selten vor. Er ist ja eher der brutale Typ.

Lacher des Wochenendes: Die sehr betagte Tante meines Freundes erzählte von ihrer neuen Putzhilfe, einer Thailänderin namens Bomm oder Somm oder - ich hab's vergessen, sorry. Jedenfalls meinte sie, dass die Putzhilfe ja so ähnlich aussähe wie ich, "Die hat auch so ein Gesicht wie du, so ein liebliches Madonnengesicht!" Ich habe lauthals losgelacht, was sie nicht kapierte und nur verwirrt lächelte, aber
1. hat mir noch nie jemand gesagt, dass ich ein "liebliches Madonnengesicht" habe. Meine Mutter hat mich zwar öfter mal scherzhaft als "Mutter Gottes von Schmerlenbach" bezeichnet, aber das ist nicht nett gemeint, was man unten sehen kann;
2. hat mir auch noch nie jemand indirekt gesagt, dass ich wie eine Thailänderin aussehe. Und nein, ich habe KEINE asiatischen Wurzeln!

Fassen wir das zusammen:

Ich in den Augen einer gutmütigen alten Dame
         
Ich in den Augen meiner mich scheinbar nicht sonderlich liebenden Mutter
Später im Auto lief folgender Dialog zwischen mir und meinem Freund ab:
Ich: "Haste gehört, laut deiner Tante hab ich ein liebliches Madonnengesicht!"
Er: "Ja, höhö!"
Arsch.

Kommt also noch hinzu:
Ich in den Augen meines Freundes













Ansonsten war das Wochenende geprägt von Faulheit und Völlerei. Ob Jesus gewollt hätte, dass man an seinem Ehrentag gleich 2 Todsünden begeht?...

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