Jedes Mal, wenn ich mit meinen Eltern telefoniere - egal ob mit Vater oder Mutter - dauert es ungefähr eine Minute, bis ich total genervt bin.
"Hast du schon was Warmes gegessen?"
"Ist es bei euch so kalt? Zieh bloß eine warme Jacke an! Du hast doch noch hier einen Wintermantel, nimm den mal das nächste Mal mit!"
"Du, wir haben da was von der Krankenversicherung bekommen, wir verstehen nicht, was wir da machen müssen."
"Hast du heute noch Uni, musst du heute noch lernen?" (Ich bin seit einem halben Jahr mit dem Studium fertig, Herrgottnochmal!!!)
"Du, der Müllers Adolf (Im Dorf meiner Eltern wird zuerst der Nachname genannt.) hat gesagt, dass es morgen hagelt, bleib in der Wohnung!"
"Hast du geputzt? Mensch, bei euch sieht's immer aus. Wenn du jeden Tag gleich alles, was du benutzt, sauber machst, musst du nicht alle paar Wochen einen Großputz machen." (Wat, wo is'n da die Logik?!)
Usw. usf.
Meine Reaktionen sind i.d.R.:
"Ja..."
"Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!!"
"Nein..."
"Nein!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!"
"Oh mann..."
"Ja, also ich hör dann mal wieder... ja, ich hör... neiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin!!!!!!!!!!!"
So stellt sich einem immer wieder die Frage: Warum hat Gott die Augen, nicht aber die Ohren verschließbar gebaut? :-)
AntwortenLöschenAus Erfahrung kann ich Dir sagen, daß man irgendwann eine Art Dauerwartenschleifensummton in seinen Gehirnwindung herstellen kann, sobald Monologe dieser Art von genkompatiblen Vorfahren oder auch Nachkommen entstehen, mit etwas mehr Übung paßt man auch noch die Atempausen für geistreiche mmmhs, ooohhs, jaaas oder neiiiins ab und das Verhältnis zu diesen Personen wird immer entspannter!
Durchhalten!
Also, das hat sicherlich damit zu tun, dass die eigenen Eltern im Laufe der Zeit den Wechsel in ihrer Position noch nicht realisiert haben - von den behütenden Eltern hin zu den (mehr oder weniger) gleichberechtigten Freunden im Leben.
AntwortenLöschenAber muss man ihnen das vorwerfen? Nervig ist es allemal, aber zeigt man ihnen Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen, wird es mit der Zeit auch besser.
Wir kennen es fast andersherum. Vor kurzem hat sich unser Kind, gerade flügge und wieder mal in der Welt unterwegs, fast beschwert, dass wir uns doch mal wieder melden sollen - verkehrte Welt, oder?
@pummelfee: Joah, leider führen die nie einen Monolog, sondern erwarten dann auch immer eine Antwort. Andererseits passiert mir das Gleiche auch immer wieder andersrum: Ich frage meine Mutter etwas und sie antwortet nicht, weil sie gerade gebannt auf den TV-Bildschirm starrt, wo gerade Kai Pflaume, Günther Jauch oder sonst eine langweilige Pappnase herumhüpft. Ich habe es aufgegeben, länger als 2 Minuten zu erzählen, ohne mich dazwischen zu erkundigen, ob sie noch bei mir ist.
AntwortenLöschen@blogspargel: Ich schrei meine Eltern manchmal sogar genervt an... hat es was gebracht? Noch nie! Das ist denen total pumperl. Und verkehrte Welt kenne ich auch - wenn ich so überlege, bin es meistens ICH, die anruft. Und sich dann ärgert, es getan zu haben. Ja, verkehrte Welt trifft es tatsächlich. *seufz*