24. Oktober 2011

Ich sing den Blues

Eigentlich hätte ich ja wirklich genug zu tun. Ich müsste die Sachen für meine mittlerweile 3 Nebenjobs vorbereiten, aber wie das so ist, wenn man zeitlich total freie Hand und keinerlei Deadline hat - man schiebt alles vor sich her und macht's erst auf den letzten Drücker.

Ich müsste eine Führung vorbereiten, da ich bei einer neuen Ausstellung, die mein (Ex-)Prof angeleiert hat, Gruppen durchschleusen und was Sinnvolles und Unterhaltsames erzählen muss. Und ich sollte mich mal anstrengen, denn die 1. Führung ist in 2 Wochen und es ist meine allerallererste. *würgs* Was tut man nicht alles für den Lebenslauf. Ich stehe echt nicht gerne im Mittelpunkt und habe sowieso immer das Gefühl, alle Anderen wissen mehr als ich. Dabei hab ich zwei Abschlüsse in dem Fach - ich könnte echt mehr Selbstbewusstsein gebrauchen.

Eigentlich bin ich passionierte Langschläferin, und dank der Umstände seit einem halben Jahr kann ich fast immer werktags so lange pennen, wie ich will. Aber das macht einfach keinen Spaß mehr. Der rote Faden, der Sinn des Lebens, der Grund, früh aufzustehen und durchzustarten, fehlt mir einfach. Ich glaube, als Dauerarbeitslose eigne ich mich tatsächlich nicht... Jetzt habe ich schon extra meinen Pseudo-Doktorandenstatus verlängert, um weiterhin den Geist in Unikursen zu trainieren, für die ich damals während des Studiums keine Zeit hatte, aber alles findet abends statt.

Und einen schlauen Zeitplan aufstellen, um effektiv zu sein, das tue ich schon seit Monaten, aber so wirklich funzt das nicht. Ich bräuchte einen 9 to 5 job, wo ich morgens auf der Matte stehen muss, komme was wolle. Aber der deutsche Arbeitsmarkt will ja niemanden mit einer grundsoliden kaufmännischen Ausbildung inkl. Berufserfahrung und einem erfolgreich abgeschlossenen Geisteswissenschaftsstudium inkl. 2. Abschluss im Ausland (während alle Anderen nur zum Saufen weg sind). Danke deutscher Arbeitsmarkt, dass ich mich schon seit Monaten völlig wertlos fühle...

2 Kommentare:

  1. Nee, 9 to 5 macht aber langfristig auch keinen Spaß! Ich kann grade beides so gut nachfühlen, zum einen, Zweifel an der eigenen Qualifikation (lässt sich aber trainieren, ich werde da immer besser, mich nicht gleich verunsichern zu lassen - bzw. es mir nicht mehr so anmerken zu lassen) und zum anderen die Motivationsprobleme, wenn es keinen klaren Druck von außen gibt. Ich bin ja selbstständig - und wenn es mal keine Deadlines gibt, fällt das Aufstehen auch richtig schwer. Ähm ja, der tolle Tipp steckt in dem Kommentar nun grade nicht drin, aber ein "kenn ich auch, lass den Kopf nicht hängen" ist doch auch schon mal was :-)

    AntwortenLöschen
  2. Ja, danke, das ist auch was. ;-) Besser sogar, als irgendwelche Tipps, die man in jeder Zeitschrift nachlesen kann. Denn ich bin nicht sooo empfänglich für 08/15-Tipps. Hätte ich alles umgesetzt, was man mir geraten hat, dann wäre ich der perfekte Mensch. Es ist ja eben das Problem, dass man nicht einfach alles radikal umändern kann, wenn einem die Energie dazu fehlt.

    AntwortenLöschen