17. Dezember 2012

Wenn Misanthropen schwimmen gehen

Ich geh ja nicht so oft schwimmen. Das hat zwei Hauptgründe:

1. Ich kann nicht richtig schwimmen. Hab’s trotz offiziell 5 Jahren Schwimmunterricht an der Schule nie gelernt. Meine Lehrer waren prinzipiell zu faul dazu, den 2 bis 3 Nichtschwimmern in der Klasse das Schwimmen beizubringen. Ich schwimme dementsprechend eher tief als weit. Wobei das auch nicht ganz stimmt, ich kann mich nämlich NICHT unter Wasser halten.

2. Die Menschen, die sich mit mir im gleichen Wasser tümmeln. Ich möchte jetzt gar nicht an all die Keime und Körperflüssigkeiten denken, die so an einem vorbeiziehen, wenn man sich mit –zig Fremden ein großes Planschbecken teilt... 

Gestern waren Männchen und ich trotzdem mal schwimmen. Wir hatten nämlich seit Februar einen Groupon-Gutschein für zwei Tagestickets, und sowas fällt einem ja immer dann ein, wenn er nur noch eine Woche gültig ist... Wir waren also in einem „Erlebnisbad“, das mittlerweile recht abgeranzt ist und – im Winter – lediglich 3 einigermaßen interessante Becken für Erwachsene bietet:

- Das Schwimmerbecken: Ich musste mich erstmal überwinden, überhaupt in das arschkalte Wasser zu steigen. Ganze Bahnen konnte ich nicht schwimmen, da ständig irgendein Vollspast vom Sprungbrett gesprungen ist. Nachdem ich endlich eine Bahn am Beckenrand ergattern konnte (Aus o. g. Gründen schwimme ich nicht gern in tiefem Wasser ohne greifbare Rettungsmöglichkeit.), forderte ich Männchen zum Wettschwimmen auf. Das sieht dann ungefähr so aus: Ich stoße mich in Zeitlupe vom Rand ab und brustschwimme dann im Schneckentempo vom einen Ende zum anderen. Während ich eine Bahn schwimme, zieht Männchen mindestens 2x an mir vorbei.
Dieses Mal gab ich nach wenigen Bahnen auf. Direkt neben mir hatte sich ein penetranter Krauler niedergelassen. Ein feister Sack, der wie eine epileptische Seekuh durchs Wasser pflügte und mich jedes Mal dabei fast ersäufte durch seine Wasserverdrängung. 

- Das Salzwasser-Außenbecken:  Miniaturhaft klein. Und bei unserem gestrigen Besuch – so wie das komplette Schwimmbad – übersät mit dämlichen Jungs, die unbedingt Ball spielen wollten.

- Das Nichtschwimmerbecken: Randvoll mit Familien. Was machen die am Sonntag im Schwimmbad?! Die sollen gefälligst fernsehen oder die Omma besuchen! An Schwimmen war natürlich nicht zu denken, überhaupt konnte man sich kaum bewegen. Mehr Menschen als Wasser. Letzten Endes saßen Männchen und ich frustriert am Beckenrand und fröhnten unserer Misanthropie. Männchens Kommentar: „Ein bisschen stelle ich mir so die Hölle vor.“

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen...

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