- Schwester Nr. 1 mit meinem 3,5jährigen, ADHS-verdächtigen
Patensohn sowie ihr Lebensabschnittsgefährte, auch Mr. Besserwisser von allen
genannt
- Schwester Nr. 2 ohne männlichen Anhang. Der hat nämlich
nicht nur ein unleugbares Alkoholproblem, sondern kriegt es auch nicht auf die
Reihe, sich dem Rest der Schwiegerfamilie mal zu zeigen. „Er ist zu schüchtern“,
sagt meine Schwester. Er ist ein asozialer Idiot, sage ich. Umso affiger, als
dass er ca. 10 Jahre mit meinem Vater zusammengearbeitet hat und zumindest
meine Eltern bereits kennt. Ich hab ihn auch schonmal gesehen, aber noch kein
einziges Wort mit ihm gewechselt, da er sofort zurück in Schwesters Wohnung
huscht, wenn er bemerkt, dass da Menschen in der Nähe sind. Ich mag ihn
nicht...
Gegessen wurde gutbürgerlich fränkisch. Da für meine Familie
superwichtig ist, dass man nicht auffällt, wird mein kleiner Neffe regelmäßig
prophylaktisch von einer hysterischen Oma, hysterischen Mutter und hysterischen
Tante (Schwester Nr. 2, nicht ICH!) niedergebrüllt, sobald er auch nur
blinzelt. Dass die Weiber mit ihrem Gekeife („Sei ruhig!“, „Lass das!“, „Bleib
sitzen!“) 10x nerviger sind für ihr Umfeld als ein spielendes Kind, raffen sie
nicht... Meine Mutter verrechnet sich beim Bezahlen und gibt peinliche 30 Cent
Trinkgeld. Und das, wo sie immer gern erzählt, wie peinlich es ihr früher war,
als mein Opa nur ein paar Pfennige Trinkgeld gegeben hat. „Dann doch lieber gar
nicht.“ Ich renne der Kellnerin hinterher und drücke ihr noch ein paar Euro in
die Hand. Man will sich doch nichts nachsagen lassen in dem Kaff.
Kaffee gibt’s dann zuhause. Eigentlich nur für Männchen,
denn der Rest der Familie trinkt keinen Kaffee am helllichten Tag. Als
Schmankerl hat Schwester Nr. 1 einen Kuchen gebacken. Marmorkuchenfertigmischung.
Hat nicht nur die Konsistenz von Gummi, schmeckt auch so. Schwester gibt Mutter
die Schuld. „Du hast mich so genervt beim Backen, dass ich die Butter vergessen
habe.“ Mein Vater erbarmt sich und würgt ein ganzes Stück runter. Man kann’s ja
in den Morgenkaffee tunken, meint er versöhnlich.
Während meine Mutter davon erzählt, was sie ihrer „Krankengymnasiastin“
zum Abschied schenkt, packt mein Vater für uns Essen zum Mitnehmen ein. „Soll
ich noch einen Gummi rummachen?“, schreit er in die Runde, worauf ich mir nicht
verkneifen kann zu sagen: „Das hätte dir mal vor 32 Jahren einfallen sollen.“ Aber
ich war ja angeblich gewollt, wenn auch nicht geplant.
Der sonntägliche Wahnsinn – danach weiß ich immer ganz
genau, wieso ich zuhause ausgezogen bin.
Gibt es eigentlich irgendwo auf diesem Planeten so etwas wie normale Verwandtschaft? Ich glaube nicht, und es tröstet ein wenig zu erkennen, daß die Verwandschaft anderer Menschen auch nicht besser ist als die eigene. ;-)
AntwortenLöschenJa ich habe halbwegs normale Verwandtschaft :D
LöschenJetzt bin ich deprimiert. Mist.
LöschenBist du sicher, nickel? Guuut überlegen. Meine Verwandtschaft erscheint auf den ersten Blick auch ganz normal, aber wenn man die dann mal länger beobachtet... Ich glaube aber, irgendwie hat jeder so seinen Patscher weg, ich habe auch niemanden in meinem Freundeskreis, von dem ich sagen würde: "Der/Die ist so normal, wie man nur sein kann!"
LöschenNur weil man verwandt ist, muss man sich ja nicht mögen. Aber ab und zu zu Hause blicken lassen. muss natürlich sein. Man weiß ja nie, was alles noch kommt. So gesehen, alles richtig gemacht und wieder mal abgehakt, bis zum nächsten Mal. ;)
AntwortenLöschenLG
Ich mag meine Eltern sogar, ja ehrlich! Meine älteste Schwester und meinen Neffen mag ich auch. Meine 2. Schwester allerdings... schwierig, schwierig,...
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