27. Februar 2013

Beim Frisör

Ich mache ja wahnsinnig gerne bei Gewinnspielen mit. V. a. bei den regionalen, weil da die Gewinnchancen am Höchsten sind. Prompt habe ich auch neulich einen Friseurgutschein gewonnen. Der auch ganz passend kam, denn ich sah aus wie Kraut und Rüben, nachdem ich bereits seit... ähm... geschätzten 1,5 Jahren den Gang zum Friseur gemieden habe wie der Teufel das Weihwasser. Meine Haare gingen mir schon fast zum Arsch, was aber nichts bedeuten muss, weil ich einen stummeligen Oberkörper habe, dem ein monströser Hintern entgegenkommt...

Da der Gutschein ein Verfallsdatum hatte, ging ich also. Ich bin ja so ein Frisuren-Invalide. Ich bin zu blöd, aus meinem Haupthaar etwas anderes zu zaubern als einen langweiligen Pferdeschwanz. Und selbst da steht mir oben immer alles wild ab. Ich habe langweilige glatte Haare und einen Wirbel und dadurch einen sturen Mittelscheitel, der auch dann so fällt, wenn ich mit roher Gewalt den Scheitel anders ziehe. Einmal den Kopf bewegt - und wieder isser da, der blöde Mittelscheitel! Haare offen nervt. Fliegen mir in die Fresse und in alles, wo man Haare nicht gebrauchen kann, z. B. in den Teller, aus dem man gerade isst. Also doch Pferdeschwanz. Ständiger Kommentar meiner Mutter: "Mach doch mal was Anderes als diesen blöden Pferdeschwanz, du siehst so streng und alt damit aus."

Nun denn! Ganz kurz wollte ich die Haare nicht. Ich habe einfach zu viel Angst, dass es mir nicht gefällt, und ab ist halt ab. Früher hatte ich immer kurze Haare, weil meine Mutter ihren 3 Töchtern IMMER kurze Haare geschnitten hat. Warum auch immer, man dachte natürlich stets, ich sei ein Junge, und ich finde, ich war ein sehr unschönes Kind... Als junge Frau standen mir die kurzen Haare aber sehr gut. Nur hatte ich damals locker 5-10 kg weniger und nicht so ein Mopsgesicht... Die Haare ließ ich mir erst nach Gusto wachsen, als ich nicht mehr zu Hause lebte. Aber dann richtig, so ohne Eingreifen und ohne Nachdenken.

Ach ja, der Friseurbesuch, da war ja was, wollte ich doch von erzählen! Äh ja, war nicht so aufregend, außer dass ich danach stolz meine neue Frisur offen(!) tragend durch die Stadt spazieren führte. 20 cm waren ab, das ist doch was, nicht?! Außerdem schön durchgestuft, Spliss wech, alles gut! Ich fühlte mich wie optisch neu geboren!

Danach musste ich gleich zu meiner Chefin, also der Dame, für die ich schwarz ein paar Büroarbeiten erledige. Diese Frau ist der netteste Mensch, den ich kenne, und sie hätte niemals solch eine Gelegenheit verstreichen lassen, mir ein Kompliment zu machen. Aber - nüschts. Sie hat es nicht gemerkt. 20 cm wech, und sie hat es nicht gemerkt! Gut, sie ist immer sehr gestresst, daran kann's liegen.

Zu Hause stellte ich mich Kopf schüttelnd vor das Männchen. Nüschts! Und das, wo er sogar wusste, dass ich an diesem Tag zum Friseur wollte. Ja gut, mann kann sich ja nicht alles merken, und 20 cm weniger fallen doch auch gar nicht auf!!! Da hätte ich schon mit einer Sinead O'Connor-Gedächtniskugel herumspringen müssen, dass der Typ mal was mitkriegt!

Joah, was soll ich sagen nach mehreren Tagen - es ist gerade mal einer einzigen Person aufgefallen, dass die Haare viiiiiel kürzer waren. Nichtmal meine Mutter, Madame "Geh doch mal zum Friseur, lass mal was abschneiden, das sieht dann viel besser aus!", hat was gemerkt. Und sich dann damit rausgeredet, dass ich ja eh immer die Haare zusammenhabe und man dann eh nicht merkt, ob die 20 cm länger oder kürzer sind.

5 Kommentare:

  1. Oh nein! Keiner hats gemerkt? Bzw. nur einer? Das ist ja doof! :-O

    Ich bin auch so ein Frisur-Invalide. Ich habe Locken und wenn die mal nicht gerade wild durch die Gegend jammen und in alle möglichen und unmöglichen Richtungen abstehen, hängen sie gelangweilt und unansehnlich an meinem Kopf herab. Schröckelich!
    Beim Freiseur war ich auch ewig nicht mehr. Bisher hat es aber auch nur eine einzige Friseurin hinbekommen, meine Haare so zu gestalten, wie mir das gefällt. Alle anderen wuscheln immer so lange an meinen Locken rum, bis ich winzig kleine Löckchen und ne riesen Mähne hab, was einfach beknackt aussieht, denn wenn sie so zerfranst werden, sehen sie direkt ganz fein und dünn aus. Ich hasse es! Ich mag meine großen, dicken Locken viel lieber.
    Zumal Friseure auch immer echt viel bei mir zu tun haben, denn manche Knötchen bilden sich einfach super schnell und ich hab nicht immer die Muse, sie vor dem Gang zum Friseur zu entknoten.

    Wie dem auch sei: eigentlich würde ich jetzt schon gern mal wieder zum Friseur, aber das Geld fehlt an allen Ecken und Enden. Also schnibble ich selbst ein paar Zentimeter ab und hoffe, dass es nach was aussieht. Oder wenigstens nicht so schlimm.
    Und Farbe kriegt man ja auch alleine drauf...

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    1. Fragt sich, was besser ist: Ein unzähmbarer Lockenkopf oder wenn die Haare einfach glatt am Kopf angeklatscht sind...

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  2. Ich musste jetzt echt mal laut lachen... großartig geschrieben. ;D

    Bei mir fällt auch nie auf, wenn ich beim Frisör war. Das liegt aber daran, dass meine Haare ziemlich lockig und wellig und dick sind. Ätzend. Der Boden voll mit Haaren und aufm Kopf null Veränderung. Ich fühle mit Dir. ;)

    LG

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  3. 20 Zentimeter mehr oder weniger, auf die nicht reagiert wird? Ich muss mir grad doll auf die Finger hauen ... gnihihi ... ist nicht zufällig Niveaulos-Sonntag?! ;-)

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