27. Februar 2011

Männchen und ich (III)


Mein Männchen und ich gehen shoppen. Das Wetter ist endlich mal nicht mehr auf Eisregen-Zeit eingestellt, da kann man ja auch mal samstags durch die irre-machend volle Stadt flanieren.

Ich bleibe vor einem Stand mit Oberteilen stehen, auf denen mich eine süße, abstrakte Katze anlächelt. Obwohl das nicht mein Style ist (Eigentlich hab ich sowieso keinen.), gefällt mir das Oberteil und ich beschließe, es anzuprobieren. Auf dem Weg zur Umkleide sehe ich noch ein Oberteil mit einem – ebenfalls abstrakt aussehenden – Hund. Ich finde ihn putzig und frage mein Männchen, was er davon hält.

M: „Ich finde, der guckt so debil… Passt gut zu dir!“

Ich glaube, ich muss wirklich debil gewesen sein – bei meiner Männerwahl…

Eigentlich nicht mein Kleidungsstil, aber so billig süß!


19. Februar 2011

Glücksbärchi

Manche Leute erben ein Riesenvermögen von ihren Eltern, Immobilien, Aktien, Sparanlagen usw. Ich hingegen habe von meinen Erzeugern bislang nur eins geerbt: Die Veranlagung zum Dicksein. Natürlich spielen auch noch -  und das muss ich gegenüber meinen Eltern fairerweise einräumen - weitere Nebensächlichkeiten wie Ernährung und Bewegung eine Rolle. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin nicht gerade dürr. Auch nicht superdick, aber halt so, dass mein Mii bei "Wii Fit Plus" ungehörig in die Breite gegangen ist nach dem 1. Wiegen...

Ich liege nun also vorhin so mit dem Männchen im Bett und sinniere über meinen Körperumfang. Zum x-ten Mal bemerke ich, dass ich zwar einen unflachen, aber immerhin festen, runden Bauch habe. Ich könnte mich quasi als Schwangere im sagen wir mal... hm... 3. oder 4. Monat ausgeben. Ich weise meinen Freund darauf hin, dass so ein kleines Babybäuchen doch immerhin hübscher ist als so ein Happy Hippo-Bauch. Ihr wisst schon, wo der Bauch diverse Wellen schlägt und ständig in Bewegung ist. Ich zähle ein paar Namen von Freundinnen auf, die einen solchen Bauch haben. (Dabei fällt mir auf, dass die meisten meiner Freundinnen übergewichtig sind. Zufall?)

Mein Freund dreht sich zu mir um, streichelt meinen Bauch und sagt liebevoll: "Du hast einen Glücksbärchibauch!"

Ooooooh. Ich weiß, einige Damen fänden so einen Spruch nicht sonderlich erfreulich. Aber wenn man sich im Laufe der Beziehung 10 kg mehr angefuttert hat und die nicht mehr so schnell runterkriegt, nimmt man doch echt, was man kriegt! Außerdem weiß das Männchen, dass ich Glücksbärchis süß finde. Ich frage ihn deshalb anschließend, welches Symbol er mir auf den Bauch malen will, und er entscheidet sich für den Regenbogen. Nun gut, ob ich mich so sehr als Hurrabärchi eigne...

Süß, aber eher unpassend für mich trotz meines Faibles für Rosa: Hurrabärchi.
Passt schon besser zu mir, auch wenn ein Männchen (Oder sind die Dinger geschlechtslos?) und blau: Brummbärchi.

18. Februar 2011

Guten Scheißmorgen!

Der Tag verspricht mal wieder, so bescheiden wie die meisten Tage zu werden.

Zuerst werde ich von irgendeinem Arschloch Typen aus dem Bett geklingelt. Fast 2 Stunden, bevor mein Wecker geklingelt hätte. Und nein, ich schlafe nicht bis 10 oder so! Ich hasse diese Vollidioten, die einfach immer die Klingeln aller Bewohner drücken, weil sie für Frau Müller vom 1. Stock die Tageszeitung oder einfach nur beknackte Pizzalieferdienstwerbung einwerfen wollen. Und die dann natürlich nichts sagen, wenn man an die Türsprechanlage geht.

Nachdem ich gestern Nacht schon massivste Einschlafprobleme hatte und diesen Schlaf verdammte Kacke nochmal dringend brauchte, konnte ich danach natürlich nicht mehr weiterschlafen. Hätte aber eh nix genützt, denn ne Stunde später klingelte der nächste Idiot. Diesmal hab ich mir gar nicht erst die Mühe gemacht herauszufinden, was er wollte und hab nur noch entnervt den Türöffner gedrückt. So endete die Nacht für mich nach 5 Stunden Schlaf, und das ist mir Himmelherrgottarschnochmal zu wenig!

Da ich heute nach langer Zeit mal wieder die lieben Eltern besuchen wollte, hatte ich mir einen Bus um 11 Uhr rausgesucht. Die Erzeuger leben nämlich am Arsch der Welt in einem schnuckeligen Dorf, und da mit den Öffentlichen hinzukommen ist so ne Sache. 3x am Tag fährt ein Bus, und natürlich immer dann, wenn man ihn nicht braucht. Spontan entscheide ich also, die unfreiwillige frühe Freizeit zu nutzen, um einfach schon um 9 Uhr loszufahren. Aber natürlich fährt da rein gar nix in die Richtung.

Ich musste zudem feststellen, dass es sich nun rächt, die Haare spätabends zu waschen und zu faul zum Föhnen zu sein. Ich lasse meine Haare ja meist von der Luft trocknen, aber dass das während der Nacht, wenn man sie gegen ein Kissen drückt, nicht so ganz funktioniert, hatte ich vergessen... Sehen jetzt halt doch nicht so wirklich frisch gewaschen aus, aber Pech! Ich hab keinen Bock, die jetzt nochmal zu waschen.

Und wieso funktioniert schon wieder die Hälfte der Websites, die ich allmorgendlich abgrase, nicht?

Ich will schlaaaaaaaaaaaaafen!

15. Februar 2011

Glückskeks-Weisheiten

Gestern beim Chinesen:

Nach dem Essen gibt's Gratis-Glückskekse, ui! Natürlich will ich sofort wissen, was das Schicksal für mich bereit hält. Ich reiße also ungeduldig an der Verpackung, mit dem Ergebnis, dass mein Keks in hohem Bogen auf den Boden fliegt. Verlegen springe ich hinterher und hebe den nun nicht mehr genießbaren Glückskeks auf. Der Spruch, der darin steht, lautet: "Bücken muss man sich, wenn man durch die Welt will."

Mein Männchen hat daraufhin seinen eigenen Keks brüderlich mit mir geteilt und fand darin den Spruch: "Gefühle der Großzügigkeit anderen gegenüber erhellen dein Gemüt."

Wahnsinn, wie passend die Dinger manchmal sind!

P.S.: Die englische Übersetzung meines Spruches auf der Rückseite lautet übrigens: "If you want to cross the world, you have to be clever." Ich wusste gar nicht, dass "to be clever" auch "sich bücken" heißen kann! Und da sag nochmal jemand, dass Schlampen dumm sind!

13. Februar 2011

Selbstlos oder "Time is money"?

Diese Woche war in punkto Gesundheitswesen für mich etwas verwirrend. In positiver Hinsicht. Aber zuerst einmal die ermüdende Vorgeschichte:

Da heißt es immer, die Ärzte wären so gierig und holten aus den Patienten geldtechnisch immer das Letzte raus. Da ich meist nur Leistungen in Anspruch nehmen muss, die von meiner Krankenkasse gezahlt werden, und ich somit "nur" die obligatorischen 10 € abdrücken muss, kann ich dazu ja eigentlich nix sagen. Nur bei meinem Freund, der bis vor nem halben Jahr noch privat versichert war, hab ich mitgekriegt, dass viele Ärzte oft noch zusätzliche Leistungen miteinfließen lassen, ohne den Patienten vorher zu fragen. Z. B. hat sein Zahnarzt noch ne Speziallupenbrille (oder wie auch immer das heißt) zum Reingucken aufgesetzt und dafür gleich nochmal 30 € abkassiert. Das geht natürlich nur bei Privatpatienten.

Nun musste ich mich nach vielen vielen Jahren erfolgreicher Zahnpflege doch noch auf den Folterstuhl des Dr. Mabuse setzen, weil ich Karies hatte. :-( Ich hatte für die Behandlung den Zahnarzt gewechselt, weil ich bei meinem alten, dem ich Zeit meines Lebens die Treue gehalten hatte, so mit zunehmendem Alter und zunehmender Weisheit, wenn man eben anfängt, auch mal was zu hinterfragen, den Eindruck hatte, dass er lieber Schäden repariert, als sich um Prophylaxe zu kümmern. So hieß es all die Jahre immer nur bei der Vorsorgeuntersuchung: "Alles in Ordnung, Sie können wieder aufstehen." Erst nach Bitte meinerseits, wenn überhaupt, wurde mir mal Zahnstein entfernt. Gut, angeblich hatte ich meist nie Zahnstein, aber trotzdem. Auch auf meine Nachfrage nach der kostenpflichtigen Zahnreinigung, die ihm ja immerhin ein paar Euro in den Geldbeutel gespült hätte, wurde immer nur geantwortet, dass das nicht nötig sei. Bis dato rühmte ich mich also selbst mit einer scheinbar tadellosen Mundhygiene. Und als ich im Dezember siegessicher auf den Untersuchungsstuhl hüpfte, war ich zutiefst schockiert, dass ich ein Loch hatte. Zwar nur ein kleines, da reichte laut ZA ein Termin in 1-2 Monaten. Aber hey, ein Loch!!! Wer will das schon? :-(

Jedenfalls machte ich den ZA persönlich für das Loch verantwortlich. Was natürlich Quatsch ist, weil ich ja selbst für meine Zahnpflege verantwortlich bin. Aber es verstärkte einfach mein Gefühl, dass diesem ZA die Prophylaxe total wurscht ist. Also ging ich zu einem anderen ZA, zum 1. Mal in meinem Leben!

Und der fand - oh Schreck! - noch ein 2. kleines Loch an einer völlig anderen Stelle! Ich dachte, ich spinne! Als ich mich über meinen alten ZA ereiferte, meinte er, das Loch sei sehr schwer zu sehen und könne leicht übersehen werden, da kann man dem ZA keinen Vorwurf machen. Ja, ich weiß, eine Krähe und so...

Eine Woche später saß ich also auf dem Folterstuhl. Selbstredend ließ ich mir eine Betäubungsspritze geben, und da darf jetzt jeder "Weichei!" rufen, so viel er will, ich steh dazu: Ich hatte Angst, dass es weh tut, und wenn ich dem mit einem kleinen Piekser aus dem Weg gehen kann, dann tue ich das, so!!!

Nun, nachdem der ZA das 1. Loch aufgebohrt hatte, meinte er, oh oh, der Nachbarzahn hat leider auch schon Karies abbekommen. Ja wie - ein 3. Loch?! Ich fiel aus allen Wolken. Da hab ich seit meiner Kindheit kein einziges Loch mehr gehabt, und dann gleich 3 auf einmal?! Wenn ich was mache, dann richtig, was?... Ich kam mir vor wie ne Assibraut, die sich nur 1x pro Woche die Zähne putzt. Mann, war das frustrierend!

Aber kommen wir doch nun zum eigentlich Teil der Geschichte, dem meine Überschrift gewidmet ist. (Mit dem Kurzfassen hab ich's leider nicht so, wie ihr bereits gemerkt haben werdet.)

Ich hatte mich für die kostenpflichtige Variante der Zahnfüllung entschlossen, weil wenn dann richtig, und die billige Zementfüllung von der Krankenkasse, die mein ZA mit "Ich will jetzt nicht sagen, dass es Schrott ist, aber... na ja..." umschrieb, wollte ich nicht. Das bedeutete aber eine stolze Rechnung i.H.v. 150 €. Für mich als gerade Kaum-Verdienerin sauviel Geld. Als ich so mit betäubter Fresse auf dem Stuhl saß und mir dachte "Scheiße, 3 Löcher!!!", stellte mich der ZA vor die Wahl. Ich könne das 3. Loch entweder gleich mitbohren lassen, oder ich warte mal ab, wie es sich entwickelt. Letzteres wäre aber riskant und er würde mir nicht dazu raten. Mir fiel dazu nur Folgendes ein: "Das wären ja nochmal 75 € mehr, oder?!" Der ZA nickte. Also fing ich an zu überlegen. Ich meinte, das sei mehr, als ich momentan im Monat verdienen würde, ich weiß ja nicht, damit hatte ich nicht gerechnet... Entweder hatte der ZA wirklich Mitleid mit mir armer Assibraut oder er dachte sich: "Jetzt mach hinne, Alte, ich hab nicht den ganzen Tag Zeit!". Jedenfalls sagte er zu mir: "Wissen Sie was? Ich bohr das Loch jetzt mit und berechne es Ihnen nicht. Ich hätte einfach ein schlechtes Gewissen, wenn ich das offen ließe, und jetzt sind Sie ja schonmal da." Das fand ich irre nett und die Rechnung blieb tatsächlich bei 150 €. Mein ZA hatte mir somit 75 € geschenkt. Und ich weiß, er wird daran nicht zu Grunde gehen und mich am Montag in der Fußgängerzone um nen Euro anbetteln, weil ihn diese selbstlose Tat in den Ruin getrieben hat. Aber ich finde es trotzdem sehr nett von ihm. Auch wenn Ärzte meiner Meinung nach eh eigentlich ihren hypokratischen Eid an 1. Stelle setzen und nicht auf den Geldbeutel schielen sollten.

Das Erstaunliche aber ist, dass meinem Freund gestern etwas Ähnliches passierte. Er fand eine beunruhigende Farbveränderung auf seiner Haut und machte sich Sorgen. Deshalb versuchte er, einen Hautarzt zu finden, der auch samstags Sprechstunde hatte. Was in dieser bayerischen Schnarchnasenstadt ein Ding der Unmöglichkeit ist. Aber ein Arzt war so doof und ging ans Telefon. :-D Eigentlich hatte der samstags nur vorab ausgemachte Termine, aber er schob meinen Freund zwischenrein. Der Arzt hatte keine Sprechstundenhilfen da und machte alles selbst, also auch den ganzen Papierkram, was ihn sichtlich überforderte. Die Verfärbung war übrigens harmlos, aber mein Freund ließ sich die Stelle dann doch rausschneiden, sicher war sicher und das Ding störte ihn eh schon lange. Die Entfernung kostet gesetzlich Versicherte eigentlich 20 €. Aber da der Arzt keine Lust hatte herauszufinden, wie man eine Rechnung am Computer erstellt, sagte er zu meinem Freund, er schenke ihm die Behandlung. Das fand dieser natürlich sehr nett. Aber so im Nachhinein denke ich mir, wenn ein Arzt erstmal 15 Min. am PC rumfummelt und versucht, ein Dokument zu erstellen, hätte er in der Zeit vermutlich auch eigentlich 20 € oder mehr verdienen können, statt sich mit solch niederer Arbeit rumzuärgern.

Aber uns ist das egal. Da haben wir uns also insgesamt 95 € gespart. Na ja, so kann man das auch nicht sehen, weil ich vor lauter Geiz und so vermutlich den 3. Zahn erstmal unbehandelt gelassen hätte...

Aber da soll doch nochmal einer sagen, dass Ärzte gierig seien! Sowas darf mir ruhig öfter passieren, und solchen Ärzten bleibe ich - vorausgesetzt natürlich, die Leute taugen auch fachlich was - "gerne" als Patient erhalten! Wie wär's mit ner tollen Werbeaktion à la: "Die ersten 500 Patienten kriegen die Praxisgebühr erlassen!"?

11. Februar 2011

Igitt!

Mal eine Frage an die holde Weiblichkeit, zu der ich mich ja auch zählen darf:

Findet ihr es auch unmöglich und Ekel erregend, dass viele Männer auf offener Straße durch die Gegend rotzen? Hochziehen, laut würgen und dann *zack* ab auf die Straße mit der Scheiße?

Ich hasse das! Ich finde das eklig und respektlos gegenüber den Leuten, die einem entgegenkommen oder am Besten noch hinter einem laufen und am Ende noch in den Fick reinlatschen.

Können sich diese Sackträger nicht mal benehmen???

8. Februar 2011

Mangelnde Begeisterung

Ich möchte vorab kurz anmerken, dass ich eigentlich per se nicht kinderfeindlich bin. Aber meine Schmerzensgrenze zur Kinderfeindlichkeit ist manchmal schnell überschritten.

Vor einiger Zeit besuchte ich eine Freundin, die mit Mann und zwei kleinen Kindern mehrere hundert Kilometer weit weg wohnt, weshalb ich sie vielleicht 1-2x im Jahr sehe - wenn's hochkommt. Was aber auch nicht so tragisch ist angesichts der Tatsache, dass ich ihren Mann total scheiße finde, und der leider bei jedem Treffen dabei ist. Dann muss ich mir von ihm immer Vorwürfe anhören wie: "Wie lange willst du eigentlich noch mit Kinderkriegen warten?" oder "Bald bist du zu alt!", und das mag ich nicht. Denn 1. bin ich noch nichtmal 30 und durchaus der Meinung, der Kinderzug ist noch nicht abgefahren, und 2. krieg ich jedesmal wieder Angst vor Kindern, wenn ich ein paar Stunden mit seiner Tochter verbracht habe, die es schafft, 2 Stunden nonstop am Spieß zu kreischen, wenn ihr was nicht passt. Wenn das passiert, revidiert er plötzlich seine Meinung und ruft: "Schaff dir bloß keine Kinder an!" Ja was denn nu???

Außerdem würde ich meinen Kindern später auch gerne mal was bieten können, ich bin eben eher der vorausschauende, planende Typ. Da gibt's ja so vieles zu bedenken. Anfangs mag ja der Hartz IV-Satz für Windeln und Babybrei reichen, ein Baby braucht ja nicht sooo viel. Aber irgendwann kommen dann die kleinen, später die großen Wünsche dazu. Und wer will schon immer ein enttäuschtes Kindergesicht vor sich sehen müssen? Kurz und gut: Ein bisschen fest im Leben stehen sollte man einfach, wenn man sich für Kinder entscheidet, denn die können nicht von Luft und Liebe leben.

Deshalb fand ich den Plan meiner Freundin, sich noch während des Studiums einen Ex-Knasti zu schnappen, das 1. Unfall-Baby kommentarlos abzutreiben, weil der Kerl ja eh nichts taugt, um dann 1,5 Jahre später doch mit dem gleichen Typen mit Wunschbaby und Hochzeit aufzuwarten, irgendwie misslungen. Frei nach dem Motto: "Jetzt bin ich schon Mitte 20, jetzt krieg ich eh nix Besseres mehr." Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass ich den Kerl scheiße finde? Das liegt nicht daran, dass er ein Ex-Knasti (Nein, zum Glück nur irgendwas mit Rechnungen nicht bezahlt, keine Gewaltsachen!) und total ungebildet ist. Ich muss mich ja nicht nur mit Akademikern abgeben. Das Schlimme ist nur, dass er so tut, als hätte er die Weisheit mit Löffeln gefressen und auch keine Sekunde mal die Klappe halten kann, um diese Weisheiten von sich zu geben. Und sowas finde ich immer furchtbar, egal welchen tatsächlichen Bildungsstatus ein solcher Mensch besitzt. Für seine Familie kann er auch nicht wirklich sorgen, so ohne richtigen Job. Deshalb geht die Frau arbeiten, während er sich bei den Kindern mit kostenpflichtigen Aktionen einschmeichelt, so dass das Geld jeden Monat mal wieder mehr als knapp ist. Und wenn dann mal was ist, ist aber er der Big Boss, unabhängig davon, wer die Brötchen verdient. Wenn die Kids sich vor anderen Leuten nicht benehmen, wird kurzerhand die Frau vor allen Leuten zusammengeschissen, die - wie er einfach mal entschieden hat - an dem Gekreische schuld sein muss.

Gut, meine Freundin ist ein bequemer Mensch, sie mag keine Veränderungen. Und mit 2 Kindern trennt man sich nicht so leicht. Aber meiner Meinung nach könnte sie ein angenehmeres Leben ohne diesen - Pardon, ich sach dat mal so: - Loser führen. Soll sie ihn doch einfach aus dem Haus ihrer Eltern, in dem sie mietfrei leben, rausschmeißen!

Was ich eigentlich ursprünglich erzählen wollte: Als ich dann neulich mal zu Besuch war, wurde mir ganz stolz ein Video von dem Töchterchen gezeigt. Das ist nämlich mit bereits 1,5 Jahren schon Mitglied der örtlichen Garde. Man hatte ihren 1. Auftritt gefilmt, und der sah so aus: Die Garde tanzte sich den Arsch ab, und ganz zum Schluss kam als Höhepunkt das vermutlich jüngste Mitglied auf die Bühne gerannt und sollte auf dem Abschlussbild mitposieren. Nur kam das Töchterchen angerannt und flog direkt auf die Schnauze. Sah danach belämmert aus, heulte los, und ein Gardemädel nahm sie auf den Arm und winkte fröhlich.

Ich gebe es zu: Ich hätte am liebsten laut losgelacht, als ich das Video sah. Ich versuchte, es mir zu verkneifen, denn das Kind war im gleichen Raum wie ich, aber es war einfach zu ulkig. Das war ja ein toller Auftritt! Ich meine, von nem Kleinkind, das gerade laufen gelernt hat, erwarte ich keinen Spagat oder sonstwas, aber dass es wenigstens bei seinem spektakulären Auftritt auf die Bühne läuft, ohne sich lang zu machen, ist das Minimum meiner Erwartungen. Dementsprechend hielt sich meine Begeisterung in Grenzen. Zum Glück konnte meine Freundin das verstehen, die - Gott sei gepriesen! - selbst kein absolutes Muttertier ist. Ich bilde mir sogar ein, dass sie sich selbst ein Kichern verkniff, denn das Töchterchen war anwesend und sichtlich stolz auf seine Leistung.

Na ja, jedenfalls gibt es ein paar Familienrollenmodelle in meinem Leben, die ich mir nur intensiver betrachten muss, falls ich mal zu einem ungünstigen Zeitpunkt einen Kinderwunsch verspüre. (Siehe letzter Beitrag...)