Mann mann mann... so langsam fängt sie an, die Altersdepression. In nichtmal mehr einem Monat wird sie in mein Leben treten: Die dicke fette 3.
Und so prinzipiell habe ich nicht soooo das Problem damit. Gut, ich bin also bald 30 und habe im Endeffekt nichts erreicht. Zumindest nichts von Dauer. Ich habe keinen Job, keinen Doktortitel, kein Haus, keine Kinder, kein Vermögen, keinen Ehering,... also so ziemlich alles, was man sich so ganz grob als Lebensplan erdacht hatte bis zu seinem 30. Lebensjahr.
Aber was soll's, denn ich fühle mich nicht wie 30 und sehe auch eher aus wie 23, vermutlich dank meiner geringen Körpergröße. Aber wo ich immer wieder merke, dass ich steinalt bin:
Filme. Bzw. Schauspieler. Promis halt. Da guckt man sich so einen Film an und denkt sich so: "Oi, der Kerl da sieht aber knackig aus." Und da ich mich auch allgemein so für Promis interessiere, schaue ich dann oft im Internet nach, was das so für Leute sind. Und dann kommt immer das böse Erwachen: Die sind ja alle viel jünger als ich!? Shocking...
Nur so ein paar Beispiele:
- Gerade läuft "Twilight" auf Pro7. Ich zappe rein und da ist dieser "Tracker", ein gutaussehender, fieser Vampir. Geburtsjahr des Schauspielers: 1982. Toll. Ginge ja gerade noch, ein 1 Jahr jüngerer Partner. Aber trotzdem.
- Ich liebe "Glee". 90% der Cast ist weitaus jünger als ich. Ja, gut, die sollen ja auch Teenager verkörpern, aber trotzdem! Wenigstens ist der geile Lehrer 3 Jahre älter als ich, aber im echten Leben höchstwahrscheinlich schwul, denn welcher normale Mann kann gleichzeitig singen, tanzen und hat dabei eine rutschfeste Föhnfrisur?
- Der "Borgia"-Sechsteiler, der die letzten beiden Wochen auf ZDF kam. Da spielen verruchte Luder mit und eine Sexszene jagt die Andere. Wie alt sind diese Damen in Echt? 1989 und 1993 geboren. Um Himmels Willen! Sind die schon volljährig? *mal nachrechnen* Die kann man doch nicht nackt zeigen in solchen Stellungen! Das sind doch noch Kinder! Und die männlichen Schnitten sind auch alle jünger als ich.
So langsam entwickle ich also für gutaussehende Jünglinge also Muttergefühle. Statt mir zu denken: "Mensch, den würde ich nicht von der Bettkante schubsen.", denke ich mir immer öfter: "Wenn dein Sohn mal so aussieht, kannste zufrieden sein mit deinen Genen." Dabei will ich mindestens mal die nächsten 5 Jahre keine Kinder haben.
Ich bin eine alte Kuh!!! *heul*
30. Oktober 2011
28. Oktober 2011
Ja Schatz...
Also manchmal, wenn ich so versuche, mich mit meinem Männchen zu unterhalten, ihm Fragen stelle und so ein gedehntes, abwesendes, leicht genervtes "Jahaaaaa..." zu hören kriege... nun, da habe ich ein bisschen den Verdacht, nach so ziemlich genau 7 Jahren Beziehung ist er bei Zeiten an diesem Punkt angelangt:
Und das Schlimmste: Zu seinem letzten Geburtstag habe ich ihm eine Axt geschenkt - wie konnte ich nur?! Die lag dann tatsächlich wochenlang im Schlafzimmer herum. Oh mein Gott, vermutlich bin ich nur noch am Leben, weil er Skrupel hatte!!!
Und das Schlimmste: Zu seinem letzten Geburtstag habe ich ihm eine Axt geschenkt - wie konnte ich nur?! Die lag dann tatsächlich wochenlang im Schlafzimmer herum. Oh mein Gott, vermutlich bin ich nur noch am Leben, weil er Skrupel hatte!!!
25. Oktober 2011
Eltern
Jedes Mal, wenn ich mit meinen Eltern telefoniere - egal ob mit Vater oder Mutter - dauert es ungefähr eine Minute, bis ich total genervt bin.
"Hast du schon was Warmes gegessen?"
"Ist es bei euch so kalt? Zieh bloß eine warme Jacke an! Du hast doch noch hier einen Wintermantel, nimm den mal das nächste Mal mit!"
"Du, wir haben da was von der Krankenversicherung bekommen, wir verstehen nicht, was wir da machen müssen."
"Hast du heute noch Uni, musst du heute noch lernen?" (Ich bin seit einem halben Jahr mit dem Studium fertig, Herrgottnochmal!!!)
"Du, der Müllers Adolf (Im Dorf meiner Eltern wird zuerst der Nachname genannt.) hat gesagt, dass es morgen hagelt, bleib in der Wohnung!"
"Hast du geputzt? Mensch, bei euch sieht's immer aus. Wenn du jeden Tag gleich alles, was du benutzt, sauber machst, musst du nicht alle paar Wochen einen Großputz machen." (Wat, wo is'n da die Logik?!)
Usw. usf.
Meine Reaktionen sind i.d.R.:
"Ja..."
"Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!!"
"Nein..."
"Nein!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!"
"Oh mann..."
"Ja, also ich hör dann mal wieder... ja, ich hör... neiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin!!!!!!!!!!!"
"Hast du schon was Warmes gegessen?"
"Ist es bei euch so kalt? Zieh bloß eine warme Jacke an! Du hast doch noch hier einen Wintermantel, nimm den mal das nächste Mal mit!"
"Du, wir haben da was von der Krankenversicherung bekommen, wir verstehen nicht, was wir da machen müssen."
"Hast du heute noch Uni, musst du heute noch lernen?" (Ich bin seit einem halben Jahr mit dem Studium fertig, Herrgottnochmal!!!)
"Du, der Müllers Adolf (Im Dorf meiner Eltern wird zuerst der Nachname genannt.) hat gesagt, dass es morgen hagelt, bleib in der Wohnung!"
"Hast du geputzt? Mensch, bei euch sieht's immer aus. Wenn du jeden Tag gleich alles, was du benutzt, sauber machst, musst du nicht alle paar Wochen einen Großputz machen." (Wat, wo is'n da die Logik?!)
Usw. usf.
Meine Reaktionen sind i.d.R.:
"Ja..."
"Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!!!"
"Nein..."
"Nein!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!"
"Oh mann..."
"Ja, also ich hör dann mal wieder... ja, ich hör... neiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin!!!!!!!!!!!"
24. Oktober 2011
Ich sing den Blues
Eigentlich hätte ich ja wirklich genug zu tun. Ich müsste die Sachen für meine mittlerweile 3 Nebenjobs vorbereiten, aber wie das so ist, wenn man zeitlich total freie Hand und keinerlei Deadline hat - man schiebt alles vor sich her und macht's erst auf den letzten Drücker.
Ich müsste eine Führung vorbereiten, da ich bei einer neuen Ausstellung, die mein (Ex-)Prof angeleiert hat, Gruppen durchschleusen und was Sinnvolles und Unterhaltsames erzählen muss. Und ich sollte mich mal anstrengen, denn die 1. Führung ist in 2 Wochen und es ist meine allerallererste. *würgs* Was tut man nicht alles für den Lebenslauf. Ich stehe echt nicht gerne im Mittelpunkt und habe sowieso immer das Gefühl, alle Anderen wissen mehr als ich. Dabei hab ich zwei Abschlüsse in dem Fach - ich könnte echt mehr Selbstbewusstsein gebrauchen.
Eigentlich bin ich passionierte Langschläferin, und dank der Umstände seit einem halben Jahr kann ich fast immer werktags so lange pennen, wie ich will. Aber das macht einfach keinen Spaß mehr. Der rote Faden, der Sinn des Lebens, der Grund, früh aufzustehen und durchzustarten, fehlt mir einfach. Ich glaube, als Dauerarbeitslose eigne ich mich tatsächlich nicht... Jetzt habe ich schon extra meinen Pseudo-Doktorandenstatus verlängert, um weiterhin den Geist in Unikursen zu trainieren, für die ich damals während des Studiums keine Zeit hatte, aber alles findet abends statt.
Und einen schlauen Zeitplan aufstellen, um effektiv zu sein, das tue ich schon seit Monaten, aber so wirklich funzt das nicht. Ich bräuchte einen 9 to 5 job, wo ich morgens auf der Matte stehen muss, komme was wolle. Aber der deutsche Arbeitsmarkt will ja niemanden mit einer grundsoliden kaufmännischen Ausbildung inkl. Berufserfahrung und einem erfolgreich abgeschlossenen Geisteswissenschaftsstudium inkl. 2. Abschluss im Ausland (während alle Anderen nur zum Saufen weg sind). Danke deutscher Arbeitsmarkt, dass ich mich schon seit Monaten völlig wertlos fühle...
Ich müsste eine Führung vorbereiten, da ich bei einer neuen Ausstellung, die mein (Ex-)Prof angeleiert hat, Gruppen durchschleusen und was Sinnvolles und Unterhaltsames erzählen muss. Und ich sollte mich mal anstrengen, denn die 1. Führung ist in 2 Wochen und es ist meine allerallererste. *würgs* Was tut man nicht alles für den Lebenslauf. Ich stehe echt nicht gerne im Mittelpunkt und habe sowieso immer das Gefühl, alle Anderen wissen mehr als ich. Dabei hab ich zwei Abschlüsse in dem Fach - ich könnte echt mehr Selbstbewusstsein gebrauchen.
Eigentlich bin ich passionierte Langschläferin, und dank der Umstände seit einem halben Jahr kann ich fast immer werktags so lange pennen, wie ich will. Aber das macht einfach keinen Spaß mehr. Der rote Faden, der Sinn des Lebens, der Grund, früh aufzustehen und durchzustarten, fehlt mir einfach. Ich glaube, als Dauerarbeitslose eigne ich mich tatsächlich nicht... Jetzt habe ich schon extra meinen Pseudo-Doktorandenstatus verlängert, um weiterhin den Geist in Unikursen zu trainieren, für die ich damals während des Studiums keine Zeit hatte, aber alles findet abends statt.
Und einen schlauen Zeitplan aufstellen, um effektiv zu sein, das tue ich schon seit Monaten, aber so wirklich funzt das nicht. Ich bräuchte einen 9 to 5 job, wo ich morgens auf der Matte stehen muss, komme was wolle. Aber der deutsche Arbeitsmarkt will ja niemanden mit einer grundsoliden kaufmännischen Ausbildung inkl. Berufserfahrung und einem erfolgreich abgeschlossenen Geisteswissenschaftsstudium inkl. 2. Abschluss im Ausland (während alle Anderen nur zum Saufen weg sind). Danke deutscher Arbeitsmarkt, dass ich mich schon seit Monaten völlig wertlos fühle...
19. Oktober 2011
Snooze - if you wanna die!
Ich hab meinen Freund ja wirklich unglaublich gerne, so sollte es ja auch sein in einer Beziehung. Aber es gibt da ein paar Dinge, bei denen man meinen könnte, er bettle förmlich darum, von mir eins übergebraten zu bekommen.
Da wäre das morgendliche Aufstehen. Mein Freund hat einen vernünftigen Vollzeitjob, ich nicht. Ergo steht er morgens früh auf, wohingegen ich an den meisten Werktagen theoretisch so lange pennen könnte, wie ich möchte, da ich eher nachtaktiv bin.
Nun gut, das ist halt einfach so, er muss früh aufstehen, umunsere seine Brötchen zu verdienen, davor habe ich Respekt, und wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich mich auch um halb 7 aus dem Bett quälen, um mich dann über ein vierstelliges Nettogehalt am Monatsende freuen zu können. (So weit geht meine Erinnerung kaum zurück, wann ich das letzte Mal eine vierstellige Summe im Monat verdient habe. *seufz*)
Und man kann sich dann ja einfach umdrehen und weiterschlafen. Was ich auch mache. Männchen ist ja schon groß und kann sich alleine anziehen und füttern. Was mich allerdings jeden Morgen auf die Palme bringt, ist seine Snooze-Aktion.
Ich benutze NIEMALS Snooze. Wenn der Wecker klingelt, stehe ich auf. Das ist ganz einfach.
Beim Männchen ist das anders: Um 6:30 Uhr klingt der Wecker. Männchen brummt müde. Drückt auf Snooze und schläft sofort wieder ein. (Das kann ich gar nicht, da wird erstmal 30 Min. herumgewälzt!) ICH bin jetzt wach, klar. Liege im Bett und starre an die Decke und warte auf den nächsten Alarm. Ca. 5-8 Minuten später klingelt wieder der Wecker. Ich stöhne genervt auf und beginne damit, meine Füße gegen Männchens Unterleib zu drücken in der Hoffnung, ich bin endlich mal kräftig genug, diesen schlafenden Mehlsack aus dem Bett zu befördern. Nach einem Sturz wäre er ja sicherlich endlich mal richtig wach. Klappt aber nie, ich bin zu schwach und mein Gedrücke, das nach kurzer Zeit meist in ein Treten übergeht, wird noch nichtmal zur Kenntnis genommen.
Wenn es schlecht für mich läuft, klingelt der Wecker mal locker drei- bis viermal an einem Morgen, bis der Herr sich endlich aus dem Bett bequemt. Ich frage ihn öfter mal, wieso er nicht einfach den Wecker 15 oder 30 Minuten später stellt, dann muss er nicht snoozen, dann kann er einfach komplett länger pennen. Nein - snoozen muss einfach sein! Ich versteh's nicht und komme zu der Erkenntnis, dass Snoozen ein Beziehungskiller sein kann, wenn nur ein Partner davon überzeugt ist.
Da wäre das morgendliche Aufstehen. Mein Freund hat einen vernünftigen Vollzeitjob, ich nicht. Ergo steht er morgens früh auf, wohingegen ich an den meisten Werktagen theoretisch so lange pennen könnte, wie ich möchte, da ich eher nachtaktiv bin.
Nun gut, das ist halt einfach so, er muss früh aufstehen, um
Und man kann sich dann ja einfach umdrehen und weiterschlafen. Was ich auch mache. Männchen ist ja schon groß und kann sich alleine anziehen und füttern. Was mich allerdings jeden Morgen auf die Palme bringt, ist seine Snooze-Aktion.
Ich benutze NIEMALS Snooze. Wenn der Wecker klingelt, stehe ich auf. Das ist ganz einfach.
Beim Männchen ist das anders: Um 6:30 Uhr klingt der Wecker. Männchen brummt müde. Drückt auf Snooze und schläft sofort wieder ein. (Das kann ich gar nicht, da wird erstmal 30 Min. herumgewälzt!) ICH bin jetzt wach, klar. Liege im Bett und starre an die Decke und warte auf den nächsten Alarm. Ca. 5-8 Minuten später klingelt wieder der Wecker. Ich stöhne genervt auf und beginne damit, meine Füße gegen Männchens Unterleib zu drücken in der Hoffnung, ich bin endlich mal kräftig genug, diesen schlafenden Mehlsack aus dem Bett zu befördern. Nach einem Sturz wäre er ja sicherlich endlich mal richtig wach. Klappt aber nie, ich bin zu schwach und mein Gedrücke, das nach kurzer Zeit meist in ein Treten übergeht, wird noch nichtmal zur Kenntnis genommen.
Wenn es schlecht für mich läuft, klingelt der Wecker mal locker drei- bis viermal an einem Morgen, bis der Herr sich endlich aus dem Bett bequemt. Ich frage ihn öfter mal, wieso er nicht einfach den Wecker 15 oder 30 Minuten später stellt, dann muss er nicht snoozen, dann kann er einfach komplett länger pennen. Nein - snoozen muss einfach sein! Ich versteh's nicht und komme zu der Erkenntnis, dass Snoozen ein Beziehungskiller sein kann, wenn nur ein Partner davon überzeugt ist.
17. Oktober 2011
Das große Sterben
Zugegeben - ich habe in Bio nie wirklich aufgepasst und bin die totale Heimat- und Sachkunde-Null. Aber nachdem mir folgender Umstand erst jetzt, nach knapp 30 Jahren, zum 1. Mal auffällt, muss ich doch mal nachfragen, ob das normal ist. Nämlich das große Stubenfliegensterben, das bei uns stattfindet.
Jeden Tag surren irgendwelche Fliegen hier an unseren Fenstern herum. Rausjagen lassen sie sich nicht, hier ist es halt so schön warm, nicht so wie draußen. Brrr!
Gegen Nacht werden sie dann ruhiger, und morgens darf ich dann mind. eine tote Fliege zusammensammeln und ein Luftbegräbnis vollziehen (Fenster auf, Fliege raus). Die Leichen findet man auf dem Boden und/oder auf dem Fensterbrett.
Unsere Wohnung scheint sich super als Fliegenhospiz zu eignen. Ist das normal? Findet im Oktober etwa das große Fliegensterben statt? Ist das bei euch auch der Fall?
Fragen über Fragen. Und um mich herum surren schon wieder mindestens 3 weitere Todeskandidaten...
Jeden Tag surren irgendwelche Fliegen hier an unseren Fenstern herum. Rausjagen lassen sie sich nicht, hier ist es halt so schön warm, nicht so wie draußen. Brrr!
Gegen Nacht werden sie dann ruhiger, und morgens darf ich dann mind. eine tote Fliege zusammensammeln und ein Luftbegräbnis vollziehen (Fenster auf, Fliege raus). Die Leichen findet man auf dem Boden und/oder auf dem Fensterbrett.
Unsere Wohnung scheint sich super als Fliegenhospiz zu eignen. Ist das normal? Findet im Oktober etwa das große Fliegensterben statt? Ist das bei euch auch der Fall?
Fragen über Fragen. Und um mich herum surren schon wieder mindestens 3 weitere Todeskandidaten...
13. Oktober 2011
Gutes tun
... ist gar nicht mal so einfach!
Nachdem ich ja unfreiwillig viel Freizeit habe und irgendwann den Blues hatte von wegen, ich sei einfach nur nutzlos, suchte ich nach einer ehrenamtlichen Tätigkeit in der City (mangels Auto räumlich eingegrenzt). Natürlich hatte ich gewisse Ansprüche, da ich ja prinzipiell eher ein asozialer Zeitgenosse bin: Nichts mit Kindern, nichts mit pflegebedürftigen Menschen (Senioren, Kranke, Behinderte). Das klingt jetzt ganz furchtbar asozial, aber es gibt einfach Bereiche, die kann ich nicht, die will ich nicht machen. Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, und ich habe übelst Respekt vor Menschen, die in solchen Bereichen tätig sind! Aber für mich ist das nichts. Dann gibt es Tätigkeiten, die man nur mit Auto erreichen kann, die musste ich aus aussortieren. Und zu guter Letzt die Ehrenämter, bei denen eine gewisse Mindesteinsatzzeit von mehreren Monaten verlangt wird. (Besser gar keine Mitarbeit als nur Hilfe für 2 Monate oder was?), da ich ja nun nicht weiß, was mit mir wird, ich bewerbe mich ja auch und bin durchaus bereit, hier wegzuziehen. Deshalb fiel meine Wahl auf folgende Möglichkeiten:
1. Mobile Bibliothek der Stadtbücherei
Ein mobiler Bücherbringservice für Leute, die nicht selbst in die Bib gehen können. Ich liebe Bücher, das wär doch was für mich, dachte ich mir so. Also in die Bib geschlappt und gefragt, um von einer völlig unbegeisterten "Was wollen Sie denn von mir?! Ehrenamt? Pah!"-Mitarbeiterin die Nummer des Verantwortlichen zu bekommen mit dem Hinweis: "Aber der ist tooootal schwer erreichbar und außerdem haben wir sowieso genug Leute, glaub ich." Danke, man muss ja nicht gleich den Boden küssen, weil ich mein Gutmenschentum ausleben will, aber ein bisschen Freundlich-, vielleicht sogar Dankbarkeit? Ok... Später hab ich den Mann tatsächlich erwischt und er meinte, leider immer alles voll mit Ehrenamtlichen. Wieso steht ihr dann im Ehrenamtskatalog drin, wenn ihr eh keine Ehrenamtlichen mehr braucht, ihr Nasen?!
2. Hunde ausführen im Tierheim
Ich liiiebe Tiere, ich bin so traurig, dass wir hier keine Haustiere halten können, und ich würde gerne mehr in dem Bereich aktiv tun. Nur liegen alle Tierheime so in der Pampa, dass ich da ohne Auto, also auch nicht mit den Öffis, hinkomme. Trotzdem habe ich mal nachgefragt, wie's ausschaut mit Gassi gehen und so. Die Antwort war, dass ich dafür eine Mitgliedschaft für 70 Öcken abschließen müsse. Nun unterstütze ich ja gerne solche Orgas, aber wenn man kaum Geld verdient und es hinten und vorne nicht langt, dann sind 70 Euronen nunmal nicht gerade wenig. Ansonsten hielt sich auch hier die Begeisterung in Grenzen - Gassigeher habe man ja eigentlich genug. Ja, ich weiß, am Liebsten hättet ihr einfach eine vierstellige Geldspende, aber sorry, das kann ich halt nicht, ich habe nur meine nutzlose Arbeitskraft anzubieten...
3. Mobiler Bücherservice im Krankenhaus
"Dafür bin ich nicht zuständig, da müssen Sie die Ehrenamtlichen fragen, die das machen. Die kann man aber nur mit viel Glück dienstags zwischen 12 und 15 Uhr erwischen, falls sie mal zufällig in der Nähe der Verwaltung sind." Muss ich erwähnen, dass ich es auch nach Wochen nicht geschafft hatte, diese ominösen Wichtel zu erreichen? Ich hab's dann entnervt gelassen...
4. Weltladen
Wusstet ihr, dass in den Weltläden fast ausschließlich Ehrenamtliche arbeiten? Ich nicht! Als ich dort reinging und nachfragte, war man freundlich und sogar glücklich, dass sich gerade so ein junges Ding engagieren möchte. Ha, endlich mal reagierte jemand positiv auf mein Hilfsangebot! Nun arbeite ich schon seit ein paar Wochen in dem Laden, pro Woche eine Schicht à 2h. Klingt wenig, ne? Aber na ja, ich muss ja nebenbei auch Geld verdienen mit ein paar Nebenjöbbchen, um nicht zu verhungern. Außerdem kann man auch nicht mehr machen: In dem Laden gibt es über 50 Ehrenamtliche! Die meisten davon Ü50 - Arbeitslose, Rentner, Hausfrauen. Allesamt aber sehr nett, und es macht auch relativ viel Spaß. Ich bediene die Leute und fülle die Regale auf. Mehr macht man so als Neuling eh nicht. Die Schichten sind immer schon eine Woche vorher meist komplett vergeben, es mangelt einfach nicht an Helfern. Und wenn man dann zu zweit oder dritt (Momemtan stoße ich noch als Neuling zu den regulären Ehrenamtlichen dazu.) seine Schicht macht, kommen meist noch gelangweilte andere Ehrenamtliche vorbei, so dass da immer genug Arbeitskräfte zur Verfügung stehen.
Nun denke ich mir wieder: "Hätte ich mir nicht besser was suchen sollen, wo ich WIRKLICH gebraucht werde, weil es an Leuten mangelt?" Aber sei es drum. Falls ich in ein paar Monaten immer noch keinen festen Job habe, kann ich mir ja noch ein 2. Ehrenamt zulegen. Eigentlich will ich ja nichts machen, wo man direkt viel mit Menschen zu tun hat, aber ich könnte mir nun auch Arbeit mit Asylanten vorstellen.
Und ich frage mich, wieso mir das jetzt erst einfällt, ehrenamtlich tätig zu sein? Mal ehrlich, mein Studium war zwar sehr stressig, aber so prinzipiell hätte ich wirklich Zeit gehabt als Studentin, noch ein paar Stündchen in der Woche oder im Monat in sowas zu investieren. Ganz ehrlich, man denkt doch immer nur, die Leute in Afrika oder sonstwo brauchen Hilfe, aber ich hab mir einfach früher keine Gedanken gemacht, ob es auch hier, in meiner Stadt, Hilfsbedürftigkeit gibt. Jetzt fange ich erst nach fast 30 Jahren damit an - Asche auf mein Haupt...
Nachdem ich ja unfreiwillig viel Freizeit habe und irgendwann den Blues hatte von wegen, ich sei einfach nur nutzlos, suchte ich nach einer ehrenamtlichen Tätigkeit in der City (mangels Auto räumlich eingegrenzt). Natürlich hatte ich gewisse Ansprüche, da ich ja prinzipiell eher ein asozialer Zeitgenosse bin: Nichts mit Kindern, nichts mit pflegebedürftigen Menschen (Senioren, Kranke, Behinderte). Das klingt jetzt ganz furchtbar asozial, aber es gibt einfach Bereiche, die kann ich nicht, die will ich nicht machen. Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, und ich habe übelst Respekt vor Menschen, die in solchen Bereichen tätig sind! Aber für mich ist das nichts. Dann gibt es Tätigkeiten, die man nur mit Auto erreichen kann, die musste ich aus aussortieren. Und zu guter Letzt die Ehrenämter, bei denen eine gewisse Mindesteinsatzzeit von mehreren Monaten verlangt wird. (Besser gar keine Mitarbeit als nur Hilfe für 2 Monate oder was?), da ich ja nun nicht weiß, was mit mir wird, ich bewerbe mich ja auch und bin durchaus bereit, hier wegzuziehen. Deshalb fiel meine Wahl auf folgende Möglichkeiten:
1. Mobile Bibliothek der Stadtbücherei
Ein mobiler Bücherbringservice für Leute, die nicht selbst in die Bib gehen können. Ich liebe Bücher, das wär doch was für mich, dachte ich mir so. Also in die Bib geschlappt und gefragt, um von einer völlig unbegeisterten "Was wollen Sie denn von mir?! Ehrenamt? Pah!"-Mitarbeiterin die Nummer des Verantwortlichen zu bekommen mit dem Hinweis: "Aber der ist tooootal schwer erreichbar und außerdem haben wir sowieso genug Leute, glaub ich." Danke, man muss ja nicht gleich den Boden küssen, weil ich mein Gutmenschentum ausleben will, aber ein bisschen Freundlich-, vielleicht sogar Dankbarkeit? Ok... Später hab ich den Mann tatsächlich erwischt und er meinte, leider immer alles voll mit Ehrenamtlichen. Wieso steht ihr dann im Ehrenamtskatalog drin, wenn ihr eh keine Ehrenamtlichen mehr braucht, ihr Nasen?!
2. Hunde ausführen im Tierheim
Ich liiiebe Tiere, ich bin so traurig, dass wir hier keine Haustiere halten können, und ich würde gerne mehr in dem Bereich aktiv tun. Nur liegen alle Tierheime so in der Pampa, dass ich da ohne Auto, also auch nicht mit den Öffis, hinkomme. Trotzdem habe ich mal nachgefragt, wie's ausschaut mit Gassi gehen und so. Die Antwort war, dass ich dafür eine Mitgliedschaft für 70 Öcken abschließen müsse. Nun unterstütze ich ja gerne solche Orgas, aber wenn man kaum Geld verdient und es hinten und vorne nicht langt, dann sind 70 Euronen nunmal nicht gerade wenig. Ansonsten hielt sich auch hier die Begeisterung in Grenzen - Gassigeher habe man ja eigentlich genug. Ja, ich weiß, am Liebsten hättet ihr einfach eine vierstellige Geldspende, aber sorry, das kann ich halt nicht, ich habe nur meine nutzlose Arbeitskraft anzubieten...
3. Mobiler Bücherservice im Krankenhaus
"Dafür bin ich nicht zuständig, da müssen Sie die Ehrenamtlichen fragen, die das machen. Die kann man aber nur mit viel Glück dienstags zwischen 12 und 15 Uhr erwischen, falls sie mal zufällig in der Nähe der Verwaltung sind." Muss ich erwähnen, dass ich es auch nach Wochen nicht geschafft hatte, diese ominösen Wichtel zu erreichen? Ich hab's dann entnervt gelassen...
4. Weltladen
Wusstet ihr, dass in den Weltläden fast ausschließlich Ehrenamtliche arbeiten? Ich nicht! Als ich dort reinging und nachfragte, war man freundlich und sogar glücklich, dass sich gerade so ein junges Ding engagieren möchte. Ha, endlich mal reagierte jemand positiv auf mein Hilfsangebot! Nun arbeite ich schon seit ein paar Wochen in dem Laden, pro Woche eine Schicht à 2h. Klingt wenig, ne? Aber na ja, ich muss ja nebenbei auch Geld verdienen mit ein paar Nebenjöbbchen, um nicht zu verhungern. Außerdem kann man auch nicht mehr machen: In dem Laden gibt es über 50 Ehrenamtliche! Die meisten davon Ü50 - Arbeitslose, Rentner, Hausfrauen. Allesamt aber sehr nett, und es macht auch relativ viel Spaß. Ich bediene die Leute und fülle die Regale auf. Mehr macht man so als Neuling eh nicht. Die Schichten sind immer schon eine Woche vorher meist komplett vergeben, es mangelt einfach nicht an Helfern. Und wenn man dann zu zweit oder dritt (Momemtan stoße ich noch als Neuling zu den regulären Ehrenamtlichen dazu.) seine Schicht macht, kommen meist noch gelangweilte andere Ehrenamtliche vorbei, so dass da immer genug Arbeitskräfte zur Verfügung stehen.
Nun denke ich mir wieder: "Hätte ich mir nicht besser was suchen sollen, wo ich WIRKLICH gebraucht werde, weil es an Leuten mangelt?" Aber sei es drum. Falls ich in ein paar Monaten immer noch keinen festen Job habe, kann ich mir ja noch ein 2. Ehrenamt zulegen. Eigentlich will ich ja nichts machen, wo man direkt viel mit Menschen zu tun hat, aber ich könnte mir nun auch Arbeit mit Asylanten vorstellen.
Und ich frage mich, wieso mir das jetzt erst einfällt, ehrenamtlich tätig zu sein? Mal ehrlich, mein Studium war zwar sehr stressig, aber so prinzipiell hätte ich wirklich Zeit gehabt als Studentin, noch ein paar Stündchen in der Woche oder im Monat in sowas zu investieren. Ganz ehrlich, man denkt doch immer nur, die Leute in Afrika oder sonstwo brauchen Hilfe, aber ich hab mir einfach früher keine Gedanken gemacht, ob es auch hier, in meiner Stadt, Hilfsbedürftigkeit gibt. Jetzt fange ich erst nach fast 30 Jahren damit an - Asche auf mein Haupt...
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