24. August 2012

Gepackt...

...habe ich endlich alles. Nur noch morgen früh den Laptop mit Zubehör einpacken, aber nachdem ich ja internetsüchtig bin, wird der morgen vor Abfahrt nochmal angeschmissen. Meine Klamotten sind in 2 Koffern (groß und mittelgroß) untergebracht, dazu noch eine Kiste mit Büchern und Krimskrams sowie mehrere Tüten mit allerlei Irgendwas, das ich dringend benötige. (Und in den 2 Monaten vermutlich kein einziges Mal benutze.) Dazu noch eine große Kiste mit selbst angebautem Gemüse von meinen Eltern, als kleines Dankeschön, dass man die Tochter aufnimmt. Hach, meine Eltern fühlen sich immer noch für mich verantwortlich, dabei habe ich natürlich selbst ein (erstes) Dankeschön vorbereitet. Aber Gemüse ausm Eigenanbau kommt bestimmt klasse an bei den Ökos und kann nicht schaden.

Wider Erwarten hält sich mein Gepäck dann aber doch noch in Grenzen. Aber es ist schwierig, sich einzuschränken, wenn man es nicht muss, denn Männchen fährt mich ja höchstpersönlich hoch in den Norden, und wenn man schon einen Kofferraum und eine Rückbank vollschmeißen kann...

Morgen früh um 10 Uhr geht's los. Bin schon gespannt. Z. B. welches Gästezimmer ich kriege. Es gibt ein großes, das ich natürlich gerne hätte. Und dann noch ein durch eine Leiter erreichbares Minizimmer im Dach. Claudi hatte mal erwähnt, dass ihr Töchterchen öfter mal so lange herumzickt, bis sie im Bett im großen Gästezimmer pennen darf. Wenn ich nun ins Katzenzimmer reinmuss, nur damit eine 5jährige abends spontan entscheiden kann, in welchem Bett sie denn nächtigen will, dann bin ich wohl schon am 1. Tag richtig angekotzt.

Hach ja, ich weiß, da ist diese Familie so lieb und nimmt mich 2 Monate auf, und ich lästere nur und motze und jammere. Aber Claudi ist jetzt schon so irre anstrengend... Männchens Bruder ist ja wirklich nett und alles, aber wird total untergebuttert von der Ollen. Und das Kind ist halt dementsprechend auch eher leicht dominant. Das wird einfach was geben!


So, dann gehe ich mal in die Heia und bereite mich mental auf das vor, was da die nächsten 8 Wochen so kommen mag. Gute Nacht!

23. August 2012

So geht's weiter - Gefangen in der Biohölle

Der Griechenland-Rundumschlag steht noch aus, ich weiß. Aber nun ergeben sich ab nächsten Montag wieder so gravierende Änderungen, dass ich diese noch schnell ankündigen muss, bevor ich unverständliche Einträge aus der Biohölle verfasse.

Arbeitstechnisch hat sich bislang noch nichts Neues ergeben. Ich bin nun seit Monaten schon erwerbslos und scheffle in meinem kleinen Büronebenjob gerade mal so wenig Schwargeld, dass ich damit den Krankenkassenbeitrag stemmen kann. Ich lebe von Ersparnissen sowie Luft und Liebe (Letzteres in Form eines lieben Männchens, das ohne Murren sämtliche Mietkosten stemmt.). Hartz IV kann nicht, weil Freund und ich ja diesbezüglich wie Verheiratete behandelt werden. Wenn dem schon so ist, dann könnte ich mich ja krankenversichern über meinen "Mann", das würde mir einen Batzen Geld sparen. Aber das geht natürlich nicht, denn wir sind ja nicht verheiratet. Diesen Staat werde ich nie verstehen!

Wie gesagt, jobtechnisch sieht's richtig mau aus. Und dank Griechenland war ich ja fast 2 Monate weg und konnte in der Zeit auch keinen Cent verdienen. Um meine finanzielle Schieflage noch schiefer werden zu lassen, habe ich nun endlich ein Praktikum ergattert. Unbezahlt natürlich, aber das ist Nebensache, wenn man solche Qualifikationen unbedingt für den bislang nur dreiseitigen Lebenslauf braucht. Nein ehrlich, ich freu mich darauf, und das wird wieder ein neuer großer Punkt in meinem Lebenslauf. Aber ich wollte nie zur "Generation Praktikum" gehören, zumal ich eigentlich echt nicht die Knete habe, um mich so von unbezahltem Job zu unbezahltem Job durchzuhangeln.

Ich werde also ab nächsten Montag ein Praktikum an einem renommierten Museum (Es handelt sich nicht um die beiden Hauptstädte Berlin und München!) absolvieren. Für 8 Wochen. Für lau. Aber ich hoffe, es wird mich weiterbringen. Nun, zumindest wird es mich aus meiner Lethargie reißen, jeden Tag Vollzeit loszupowern, neue Dinge zu erlernen und Teil eines Teams zu sein. Auch wenn's mir schwerfallen wird, vor 9 Uhr aufzustehen. ;-)

Ich wollte eigentlich eher was im kuratorischen Bereich machen, also mit Objekten arbeiten. Ging aber nicht. Und so werde ich nun die PR-Abteilung aufmischen. PR, Marketing - das ist alles komplettes Neugebiet für mich. Meine bisherigen Ansprechpartnerinnen - die Museumsdirektorin und die Leiterin der PR-Abteilung - sind sehr nett und zuvorkommend, deshalb hoffe ich, dass das Team passt.

Und finanziell kann ich das Ganze nur stemmen, weil ich bei Männchens Bruder wohnen kann. Und ich glaube, DAS wird dafür sorgen, dass mir hier in den nächsten 2 Monaten nicht der Gesprächsstoff ausgehen wird. Denn mein Schwager ist geschlagen gesegnet mit einer ... nun ja, wie soll ich sagen... dominanten Bio-Emanze. Einer anstrengenden Öko-Walküre, die ganz eindeutig die Hosen zu Hause anhat. Und davor bibbere ich ehrlich gesagt schon etwas. Ich habe keinen Bock auf Zickereien, denn a) bin ich harmoniesüchtig und nicht streitfähig, und b) bin ich ja nur der Gast, der Bittsteller, der sich nicht anmaßen sollte, sich mit der Gastgeberin anzulegen.

Ich könnte euch jetzt schon lustige Geschichten erzählen über die Gute. Aber dann wird der Eintrag zu lang und ich verschieße mein Pulver zu großzügig. Ich sage nur noch dazu, dass die beiden ein 5jähriges Mädchen haben, meine Quasi-Nichte (Ist das meine Nichte, wenn ich mit dem Onkel nicht verheiratet bin, sondern nur seit 8 Jahren in wilder Ehe lebe? Hm...). Und Claudi, die Spätgebärende, der Prototyp dieser typischen Öko-Eltern-Generation, schiebt ihr Kind immer unglaublich gern ab. An die Großeltern, an Babysitter, Freunde, an alles was sich nicht wehren kann. Denn Claudi hat einen unfassbar anstrengenden Job: Sie ist Grundschullehrerin. Sie arbeitet jeden Tag 5 Stunden, wenn sie nicht die private Krankenversicherung ausreizt und sich mal wieder krankschreiben lässt, weil der Fingernagel des linken Daumens ziept und die Globuli und Schüßler-Salze irgendwie nicht anschlagen wollen. Sie hat nur ... lasst mich überschlagen ... circa 3,5 Monate im Jahr Urlaub. Und das bei einem Witzgehalt von schätzungsweise 3.500 € netto! Geht ja mal gar nicht!!! Und ab und an, da muss sie auch nach all den Jahren als Lehrerin doch noch den Unterricht vorbereiten. Claudi ist chronisch überarbeitet, und daran ändern auch die allseits bereit stehende Putzfrau und die beiden Babysitter nichts. Oder die Großeltern, die immer alles stehen und liegen lassen, wenn Claudi pfeift. Und bald sind's also 3 Babysitter, denn es ist mehr als klar, dass ich nun vermutlich jeden Abend das anstrengende Zu-Bett-bring-Zeremoniell abarbeiten darf, auf das Claudi nie so richtig Bock hat. Ich rechne also mit Kindsbespaßung am Abend und an den Wochenenden. Ich hoffe ehrlich, dass ich bei meinem Vollzeitpraktikum auch mal ab und an Zeit für mich bekomme. Aber man will ja nicht undankbar sein, und was tut man nicht alles, damit man sich eine teure WG-Miete spart.

So, das nur als sanfter Einstieg. Habt ihr nicht auch das Gefühl, dass mein zweimonatiger Aufenthalt in der Biohölle für mächtig Zündstoff sorgen wird? Nicht nur ihr seid gespannt...

9. August 2012

Piep piep

Zaghaft lasse ich hier nach langer Zeit wieder mein Stimmchen verlauten. Ich hatte ehrlich gesagt überlegt, den Blog gänzlich offline zu setzen. Es gibt so viele tolle(re) Blogs, dass ihr diesen Verlust locker überlebt hättet. Allein schon die Vorstellung, mehrere Monate nacherzählen zu müssen, hat mich abgeschreckt und ich wusste nicht, wo ich anfangen sollte.

Deshalb habe ich beschlossen, ok, ich versuch's nochmal, aber die letzten Monate müssen im Schnelldurchlauf nur ganz kurz angesprochen werden, um euch auf den aktuellen Stand zu bringen und wieder weiterzumachen. Deshalb gibt es nur eine kleine Übersicht, wie, was, wo, wann. In täglichen Häppchen, damit ihr nicht gleich wieder Romane lesen müsst. Fangen wir an mit dem

Italienurlaub mit den Eltern 
Ja, puh... wie soll ich sagen? Wenn ich nur ein Adjektiv benutzen dürfte, würde ich "anstrengend" wählen. Aber auch "überfällig".

Die Anfahrt war noch lustig. Meine Eltern, allen voran meine sehr vorlaute und überkritische Mutter, haben alles kommentiert, was sie gesehen haben. Seit mein Vater mit mir und Männchen letztes Jahr nach USA zu seiner zahlreichen Verwandtschaft geflogen ist, fühlt er sich wie Mann von Welt. Außerdem ist er als ehem. Gastarbeiter ja auch das Leben zwischen verschiedene Kulturen irgendwie gewöhnt. Meine Mutter aber ist seit über 20 Jahren nicht mehr so weit gereist. Sie hat uns dann auch erstmal an ihren Erinnerungen an Italien teilhaben lassen (Früher sind die beiden ja jedes Jahr gefahren.). Das lief dann so ab:

"Warum hast du bitte 15 Butterhörnchen eingepackt? Wer soll die alle essen?"
"In Italien gibt's kein gescheites Frühstück!"

"Da steht, dass es in Ascoli massenhaft gotische Kirchen gibt."
"Die Kirchen in Italien sind ja alle so hässlich!"

"Ich muss dann ganz viele Postkarten schreiben."
"Die Postkarten in Italien sind ja immer so hässlich!"

Meist fanden wir die Kommentare meiner Eltern und ihre Diskussionen sehr lustig. Sie erinnerten uns irgendwie an die beiden Opas aus der Muppet Show. Doch nach fast 2 Wochen waren wir unendlich froh, als wir die beiden wieder abliefern konnten. ;-)

In Italien haben wir im alten Elternhaus gewohnt, das sich in einem Bergdorf befindet, in dem noch ca. 15 Leute leben, die es auf einen Altersdurchschnitt von geschätzten 65-70 Jahren bringen. Jeden Tag die Hammerserpentinen rauf und runter, die mein Freund abfahren musste, ich Schisser hab mich nicht getraut, schon gar nicht, nachdem meine Mutter ständig sagte, dass er fahren soll, mit mir stürzen wir nur ab... Auch den Stadtverkehr musste er alleine bewältigen, ich quittierte meine Tätigkeit als Fahrer, sobald wir die Autobahn verlassen hatten. Männchen ist der bessere, ruhigere, erfahrenere Autofahrer und hat viel mehr Geduld. Doch selbst er stieß im italienischen Straßenverkehr auf seine Grenzen. Nach nur wenigen Tagen wurde ihm, dem Kavalier der Straße, endlich klar, dass er hier nur überleben könnte, wenn er auch wie eine (italienische) Sau fuhr.

Es war gut für meine Eltern, wieder die mittlerweile sehr kleine Verwandtschaft zu sehen und sich in dem Heimatdorf meines Papas herumzutreiben. Scheiße war allerdings das Wetter, das es uns nicht erlaubte, an den nur 30 km entfernten Strand zu fahren. So mussten wir uns mit Stadtsightseeing zufrieden geben. 2 Tage ging es auch für mich und Männchen nach Rom. Auch nur für mich interessant, weil Männchen kein Stadtmensch und gerade auf Kulturdiät ist. Im Vergleich zu dem seeeehr ruhigen Leben im Bergdorf war das mit Touristenmassen übersäte Rom dann doch aber auch für mich der totale Overkill.

Was auch übelst kacke war: Das Haus war zwar entgegen unserer Befürchtungen absolut bewohnbar mit fließend Wasser, Elektrizität, sogar einer Waschmaschine und genügend Schlafmöglichkeiten für 2 Paare. Aber Männchen und ich hatten keinen Raum zur Verfügung, der eine Tür hatte! Und so schliefen wir also mit einem türlosen Durchgang, was natürlich nicht sonderlich das Intimleben förderte... Meine Eltern hatten zwar eine Tür, aber man konnte ja nie wissen, wann sich mal jemand aufs Klo schlich oder so.

Für Männchen und mich war der Urlaub nicht wirklich Urlaub. Männchen war der Chauffeur und konnte nicht im Meer schwimmen oder am Strand rumlümmeln, wie er es sich gewünscht hatte. Für ihn war der Urlaub mehr oder weniger ein Reinfall. Bei mir kam auch kein Urlaubsfeeling auf, aber es war sehr gut, meine italienischen Wurzeln wieder zu entdecken. Für meine Eltern, das merkte ich einfach, war es längst überfällig, für meinen Vater sowieso, aber auch für meine Mutter, die als junge Frau ja auch sehr oft mit meinem Vater in Italien war. Man traf vertraute Menschen nach vielen Jahren wieder, begab sich an früher vertraute Orte zurück und ließ Erinnerungen hochkommen, die man irgendwie längst verdrängt hatte.

Übrigens übernachteten wir hin und zurück jeweils im zu diesem Zeitpunkt toten Sölden. In beiden Pensionen waren wir die einzigen Gäste, was ja aber auch nicht schlecht ist. Die 2. Pension wurde von einem jungen Mann geführt.Als wir zum Frühstück antraten, sahen wir im Privatbereich einen weiteren Mann am (privaten) Frühstückstisch sitzen. Kommentar meine Mutter, die sofort erkannte, dass es sich um ein schwules Paar handelte: "Der andere Mann hat unser Frühstück hingestellt. Das ist dann also die Frau bei den beiden!" Hach ja, für meine Mutter gibt es bei schwulen Paaren immer eine Rollenverteilung, worüber sich mein bester schwuler Freund ja immer etwas echauffiert, dass dem nicht so sei. :-D

Das aber nur als kleines Anekdötchen zum Schluss...

Übrigens ist wohl klar, dass wir von allen Leuten gemästet wurden. So viel wie in diesen 2 Wochen habe ich selten gegessen. Nein, es muss "gefressen" heißen, ich kann das nicht mehr beschönigen! Meine Mutter sagte dazu nur: "In Italien nimmt man nicht zu, du wirst sehen, man kann hier so viel essen, wie man will, man wird nicht dick!" Kurioserwese hatte ich während des Urlaubs tatsächlich nicht zugenommen. Ein kleines Wunder, ich hatte mich ja nun auch nicht übermäßig bewegt. Vielleicht sollte ich ab sofort die italienische Pasta-Käse-Oliven-Diät starten!!!

Für uns steht fest: Wir kommen wieder, keine Frage! Dann aber alles ein bisschen besser durchdacht: Eine Ausweichmöglichkeit mit abschließbaren Zimmern und zu einer wettertechnisch günstigeren Zeit.

Und nun lass ich noch ein paar Bilder sprechen.

In diesem pittoresken Gebirge befindet sich u. a. unser Bergdorf
(und zahlreiche andere).
Leider wurden auch hier Teile der Landschaft beim großen Brand in den
Marken vor wenigen Jahren zerstört. :-(
Aussicht auf das Bergdorf meines Papas
Meine Eltern wandern durch das kleine Dorf.
Ausblick auf Ascoli Piceno
Religiöse Deko im Haus meiner Großtante. Das Megateil hat sie selbst gehäkelt!
Religiöse Bilder häkeln ist ein Hobby meiner weiblichen Verwandtschaft...
Statue im Pilgerort Ambro: Ich hätte mir ja gern
ein paar hübsche Armbändchen gekrallt...
Religiöse Deko im Elternhaus: Einige der Sachen waren mit Alupapier umwickelt.
Ich hätte mal fragen sollen, wieso...
Solche Schilder machen Mut, wenn man die Serpentinen rauf- und runtergurkt und
voller Panik in den tiefen Abgrund schaut.
Meine Eltern mit den anderen jungen Hüpfern des Dorfes.
Ein Teil der roten Katzenfamilie, die von den Dorfbewohnern und natürlich auch von
uns durchgefüttert wurden. Jeden Morgen lungerten die Kerlchen vor der Tür
und warteten aufs Frühstück. Leider ließ sich nur der Kater knuddeln. Und das große
Männchen ab und zu, wenn es nicht übellaunig war. ;-)

6. Juni 2012

Blogpause

Sorry, Leute, aber ich schaffe es einfach nicht mehr, mit dem Posten nachzukommen. Ich wollte eigentlich ein paar Anekdoten aus dem Italien-Urlaub wiedergeben. Ich habe es zeitnah nicht geschafft, also wollte ich es nach meiner Rückkehr nachholen. Dann ging's aber schon 5 Tage später weiter nach Griechenland, und zwischen Italien und Griechenland bin ich vor Stress fast wahnsinnig geworden.

Jetzt bin ich in Griechenland und mache neue Erfahrungen, und jeder Tag bringt neue Dinge (nicht immer gute, aber zumindest lehrreiche). Und ich schaffe es einfach nicht, diesen Blog auf dem Laufenden zu halten. Deshalb werde ich ertsmal pausieren für unbestimmte Zeit. Es gibt ja so viele andere coole Blogs, die ihr in der Zwischenzeit lesen könnt.

Macht's gut, ihr Lieben, und bis vielleicht bald!

20. Mai 2012

Kurzes Hallo aus Bella Italia

Vor fast einer Woche sind wir wohlbehalten in Italien angekommen und leben nun so vor uns hin. Viel Aufregendes ist noch nicht passiert. Also zumindest "aufregend" im Sinne von "spannend". "Aufregendes" im Sinne von "den Puls hochtreibend" ist natürlich schon sehr oft passiert, allein schon dank der Anwesenheit meiner Eltern.

Und der Abschuss kam dann heute, als ich bei meiner Verwandtschaft meine Mails checkte:
Irgendein gottverfickter Dreckswichser hat wohl mein Amazonkonto gehackt und einfach irgendeinen Scheiß-Download für 25 € bestellt!!! Und da ich gerade Gutschein-Guthaben auf dem Amazon-Konto habe, kann ich noch nichtmal die Lastschrift zurückgeben oder die Bestellung stornieren (Da es sich um einen Download handelt.), da das Geld direkt davon abgezogen wurde. Ich könnte soooo kotzen! Das sind doch die schönen Dinge, die einem immer wieder dann passieren, wenn man sich eigentlich entspannen will, und vor Allem wenn man eigentlich überhaupt keine Zeit oder die technischen Möglichkeiten hat, sich darum richtig zu kümmern. Es ist zum Kotzen! Ich habe mich natürlich umgehend mit dem Kundendienst in Verbindung gesetzt und hoffe, dass die das alles stornieren. Immerhin bin ich schon seit Jahren treue Kundin und bestelle wie eine Blöde bei denen.

Über die Reise werde ich dann zu gegebener Zeit in Ruhe berichten. Habe da, wo wir wohnen, leider kein Internet. Kein Wunder, da wird in einem kleinen Bergdorf hausen, in dem mein Vater aufgewachsen ist. Da kann man froh sein, wenn man eine SMS verschicken kann, wenn man im richtigen Winkel irgendwo steht und sich nicht bewegt, so lange das Handy sendet...

Die Berichte werden dann vereinzelt und evtl. auch erst aus Deutschland kommen. Ich bitte um Verständnis und Geduld.:-)

8. Mai 2012

Italia, Italia!

Ich hatte es schonmal in einem Nebensatz fallen lassen: Bald geht es für zwei Wochen nach Italien! Genauer gesagt am kommenden Samstag. Da setze ich mich mit Männchen und meinen Eltern in den Pöschooo und hoffe, dass wir alle die 11 Stunden Autofahrt überleben. Nicht, weil ich kein Vertrauen in unsere Fahrkünste habe, nein - eher ist es so, dass ich nicht weiß, ob ich meine Eltern, allen voran meine ewig nörgelnde Mutter so lange am Stück ertragen kann. (Wie habe ich eigentlich meine Kindheit und Adoleszenz überlebt?!)

Wieso fährt ein 30jähriges Pärchen mit den (Schwieger-)Eltern in Urlaub, mögt ihr euch fragen? Und ihr habt völlig Recht: Unter normalen Umständen würde ich das niemals nie tun! Aber das hier sind keine normalen Umstände. Es handelt sich weniger um einen Spaßurlaub, als vielmehr um eine Wiedervereinigung.


Die Vorgeschichte:

Sono una bastarda! Falls das jetzt grammatikalisch richtig war, aber ich glaube schon...*** Soll heißen: Mein Papa ist Italiener. Mit 18 Jahren kam er zusammen mit dem Mann seiner Schwester nach Deutschland als Gastarbeiter, um ein bisschen Drecksarbeit zu erledigen und sich von den Deutschen beschimpfen zu lassen. Und um Geld für die Ausbildung der jüngeren Geschwister nach Hause zu schicken, wie es wohl die meisten Gastarbeiter damals taten. Ein schneidiger junger Mann, zu jeder körperlichen Arbeit bereit.



Danach sollte es auch wieder zurück nach Bella Italia gehen. Nur traf er dann meine Mama, putzige 14 Jahre jung. Nach jahrelangem Herumscharwenzel und einer On-Off-Beziehung - wenn ich denn meiner Mutter Glauben schenken darf, die meinen Vater als "nervig und aufdringlich" in Erinnerung hat - wurde schlussendlich geheiratet. Der Rest ist Geschichte...

Früher fuhren meine Eltern jedes Jahr zu der italienischen Verwandtschaft nach Italien. Doch so langsam ließ das nach. Zuerst, weil meine älteste Schwester in die Schule kam und man zeitlich nicht mehr so flexibel war, dann verlief es sich irgendwie. Die Großeltern starben, 3 der 4 Geschwister waren ausgewandert. Und mein Vater - ein ungelernter Hilfsarbeiter - schuftete viel und lange, das Geld war zu knapp, um mit 5 Leuten nach Italien zu karren. Und dann kam noch mein (deutscher) Opa zu uns in die Wohnung, den meine Mutter bis zu seinem Tod fast 10 Jahre pflegte und nie alleine ließ.

So kam es, dass mein Vater seine Heimat seit nunmehr ca. 18 Jahren nicht mehr gesehen hat. Und seine Schwester, die noch als Einzige der Geschwister dort lebt. Und da meine Eltern nie, aber wirklich NIE reisen, und mein Vater mittlerweile auch viel zu unfit wäre, den Wagen selbst über deutsche und italienische Autobahnen zu lenken, haben wir beschlossen, die beiden werden eingepackt und mitgenommen. Schon vor 3 Jahren hatte meine Schwester den Versuch unternommen, alles war bereits organisiert, doch dann erkrankte mein Vater völlig überraschend an Krebs. :-/ Das war sooo nicht gedacht... und nach so einer Sache schaut man erst recht, dass man die Geschwister nochmal zusammenkriegt, denn auch seine Schwester ist herzkrank, und man weiß halt nie...

Jedenfalls, am Sonntag können sich Bruder und Schwester hoffentlich wieder nach so langer Zeit in die Arme schließen, und bei dem Gedanken daran kriege ich fast schon Pipi in die Augen. Hach!!!

Übrigens hatten wir so eine Family Reunion schon vor einem Jahr. Da habe ich nach meinem Uniabschluss meinen Papa eingepackt und bin mit ihm nach Amerika geflogen. (Meine Eltern sind noch nie geflogen, und meine Mutter war partout nicht bereit, so eine lange, gefährliche Reise ins Riesenghetto USA zu machen.) Dort traf er nach wohlgemerkt 27(!) Jahren seine ausgewanderten Schwester und Bruder wieder mitsamt ihrer sehr großen Familienschar. Hach, war das herrlich! :-) Damals habe ich nicht darüber berichtet, da ich eigentlich ganz furchtbar anonym bleiben wollte. Aber jetzt, wo ich schon einige treue Stammleser habe, gebe ich ein bisschen mehr von mir preis.

Und da Fotos ja immer gut ankommen, werde ich vielleicht auch ein bisschen vor Ort über den Italientrip berichten. Ich kann nur nichts versprechen, weil ich dort vermutlich nicht oft Internet haben werde.

Und nach meiner Rückkehr aus Italien fliege ich schon 4 Tage später weiter nach Griechenland! Mir wird es also fast 2 Monate weder an Oliven noch an Olivenöl fehlen!Gott, ich bin ja so cosmopolitan! *Haare in den Nacken werf und überheblich auflach*



*** Bevor die Frage wieder von allen Seiten kommt: Nein, ich kann KEIN Italienisch. ;-((( Ich bedanke mich auch jeden Tag dafür bei meinem Herrn Papa, dass mir dieser Vorteil entgangen ist, weil er, wie er heute behauptet, keine Lust hatte, uns zweisprachig zu erziehen. *grummel*knurr*heul* Zu allem Übel ist mein Name durch und durch Italienisch und ich bin ohne Scheiß zu unfähig, unseren Nachnamen italienisch korrekt auszusprechen, weil ich das "r" nicht rollen kann... Und da das auch meist kein Deutscher hinkriegt, winke ich immer ab und sage gönnerhaft: "Ist doch egal, sprechen Sie ihn aus, wie Sie wollen." Habe mir die bisherigen Italienischkenntnisse mühevoll in Sprachkursen zugelegt und habe dann am Sonntag meine Feuertaufe, denn meine Tante kann kein Wort Englisch oder Deutsch. Das war in Amerika natürlich viel leichter...

2. Mai 2012

Es geht aufwärts!

Nach dem tollen Desaster mit dem Museum habe ich nun endlich wieder Hoffnung. Zuerst einmal habe ich bei einem anderen Museum nochmal nachgehakt und darf nun vielleicht im Sommer dort ein Praktikum machen. Es wäre zwar nicht genau die Tätigkeit, die ich mir vorgestellt hatte und nicht so geil wie bei dem anderen Museum, aber ich würde im Bereich PR&Öffentlichkeitsarbeit arbeiten. Und das ist ja eigentlich auch nicht schlecht, auch wenn ich dann nicht direkt mit Objekten zu tun habe. Ist aber alles noch in der Organisation und ich warte auf Rückmeldung der PR-Dame, an die mich die Museumschefin weitergeleitet hat.

Dann DIE Überraschung: Ich darf bei einer Grabung mit! Darüber freue ich mich so, weil ich schon länger gern mal bei einer Grabung mitgehen wollte, aber sowas war in meinem Studium nie vorgesehen so wie alles, was man als "praktisch" und "realitätsnah" bezeichnen kann. Und entweder hat man unfassbar viel Glück, ohne jegliche Erfahrungen in eine (ausländische) Grabung reinzukommen, oder man braucht eben das berühmte Vitamin B. In diesem Fall hatte ich einfach nur unfassbares Glück. Ich werde dann vom 4.6.-8.7. auf einer griechischen Insel herumhüpfen. :-) Mal sehen, wie ich mich anstelle! Griechenland ist jetzt nicht so mein Steckenpferd und von der Thematik der Grabung weiß ich so gut wie gar nichts, was die Zusage noch erstaunlicher macht.

Blöd ist nur, dass man den Flug selbst zahlen muss. Und selbstverständlich kriegt man kein Gehalt. Dafür halt Kost und Logis. Und klar werden jetzt viele sagen: "Was, du gehst unbezahlt 5 Wochen nach Griechenland, bist du deppert?", aber ohne diese unbezahlten Praktika geht einfach nichts, das ist leider so. Und es gibt auch Leute, die zahlen noch extra für eine Grabungsteilnahme. So weit würde ich nicht gehen (Hätte ich auch nicht die Knete dafür.).

Jetzt hoffe ich nur, dass ich bald den Flug buchen kann. Denn die Grabungslizenz ist ofifziell noch nicht erteilt, und so lange sollten wir nicht buchen. Und gerade war ich mal im Reisebüro, weil ich fragen wollte, wie das mit Reiserücktrittsversicherung ist, aber eine gecancelte Grabung ist leider KEIN Rücktrittsgrund. Doof.

Mal sehen, wie's weitergeht. Auf jeden Fall freue ich mich schon sehr! Und dazu noch das große Luxusproblem: Ich fahre mit Männchen und Eltern (Warum ich mit den Eltern verreise, erzähle ich mal gesondert.) vom 12.-28.5. nach Italien. Und somit muss ich jetzt alles, was vor Juli erledigt sein muss - und das ist grad nicht wenig, da ich aus Phlegmatismus alles aufgeschoben hatte - noch vor dem 12.5. erledigen. Dann mal ranklotzen!