8. Juli 2011

Telefonische Spracherkennung - Die Pest des 21. Jahrhunderts

Ich hab's ja genialerweise gestern geschafft, mein TAN-Verfahren im Online-Banking zu sperren, aus Ungeduld und Dummheit. Kotzhaft! Nun habe ich es heute nicht zeitlich geschafft, direkt zur Bank zu gehen. Ob die Mitarbeiter mir da hätten helfen können, ist sowieso fraglich. Auch meine Kundenberaterin bekam ich nicht an den Apparat. Also musste ich direkt beim Telefon-Banking anrufen.

Am Anfang des Telefonats muss man sich mit einer Computerstimme herumplagen. Das ging dann ungefähr so:

"Guten Tag... blablabla... bitte geben Sie Ihre Kontonummer an. Wenn Sie noch kein Konto haben (Wieso sollte ich dann anrufen???), sagen Sie 'Weiter'."
Nachdem ich ja eins habe, sage ich NICHT "Weiter" und warte ab.
"Ich konnte Sie nicht verstehen. Bitte..." Der ganze Scheiß von vorne.
Ich sage meine Kontonummer auf: "6XXX4440."
"Ich habe verstanden: 6XXX44440. Ist das korrekt?"
"Neiiiiiiiin!"
"Bitte geben Sie Ihre Kontonummer erneut ein."
Ich sage sie wieder langsam und überdeutlich durch.
"Tut mir leid, ich habe Sie nicht verstanden. Bitte..."
"Mann, du Arschloch!!!!"
"Tut mir leid, das habe ich nicht verstanden."
"Ja, weil du ein Aaaaaaaaarsch bist!!!"
"Bitte geben Sie..."
Ich gebe auf und tippe die Scheißkontonummer einfach ein. Das klappt. Dann noch die Online-Banking-PIN. Mir wird erstmal mein Kontostand genannt, das ist mir doch wurscht, den kenn ich doch.
Endlich komme ich zur Auswahl. Blablabla. Ich will aber nicht meine PIN ändern, mein Tageskonto verwalten oder sonstwas. Endlich, die letzte Option "Berater" klingt so, als würde ich mit einem echten Menschen sprechen können. Ich sage: "Berater".
"Tut mir leid, das habe ich nicht verstanden."
"BE-RA-TER!!!"
"Tut mir leid, das habe ich nicht verstanden. Hier noch einmal Ihre Optionen."
Während der Aufzählung zetere ich herum. Dann nochmal: "BEEEEEE-RAAAAAA-TEEEEER!"

So, dann erstmal 9 Minuten Warteschleife. Während diese Dreckshotline mich jede Minute um 9 Cent ärmer machte, musste ich mir beschissene Tütelüt-Ohrfolter anhören und schrie regelmäßig den Computerstimmen-Mann an, der "Bitte haben Sie noch etwas Geduld, wir verbinden Sie mit dem nächsten freien Beratungsplatz." aufsagte.

Als ich endlich in die Übergangsphase - das Freizeichen, das einen Menschen aus Fleisch und Blut ankündigt -  eintrat, verkündete mir zeitgleich mein altes Scheißtelefon mit einem ohrenbetäubenden Krächzpiepgeräusch, dass der Akku alle ist. Also habe ich bei der Kundenberaterin in Eiltempo mein Anliegen runtergerattert und sie meinte, sie schaltet das frei, kein Ding. Ha! Das Gespräch an sich hat also knappe 20 Sekunden gedauert, und dafür hing ich 10 Minuten in der Warteschleife und habe wieder mindestens 5 weitere Schritte Richtung Herzinfarkt zurückgelegt. Gott, ich hasse Hotlines!

1 Kommentar: