Also, jetzt muss ich doch mal darüber schreiben. Hier lesen ja auch Mütter (Vielleicht auch Väter???) mit. Ich beobachte das Ganze jetzt seit wenigen Jahren, seit ich eben kleine Kinder in meinem direkten Umfeld habe. Was die zu Geburtstag und v. a. Weihnachten mit Geschenken zugeschüttet werden, geht für mich auf keine Kuhhaut!
Beispiel letztes Weihnachten bei Männchens Familie: Seine 5jährige Nichte soll Geschenke verteilen. Das wird eine so ätzende Angelegenheit, dass ich ihr am liebsten ein Taschentuch mit Chloroform gegen das Gesicht pressen und selbst die Geschenke verteilen würde... Männchen geht's genauso. Familiäre Bande und niedliches Kindchengesicht hin oder her. Aber es geht fast 2 Stunden lang etwa so: "Und für wen ist denn nun das Geschenk? Oh, für Lilli! Na sowas!" Lahmarschiges Auspacken, dann erstmal alles ausprobieren. Der Rest wartet, bis es weitergeht... Der Weihnachtsbaum geht fast unter der Geschenkeflut unter. Aber am Ende sind vielleicht 20% für die anwesenden Erwachsenen - immerhin 8 Stück an der Zahl. Der Rest geht fast ausschließlich an Männchens Nichte. Oder alternativ an seine beiden Niffen im Teenageralter. Man merkt, dass die älteren Kids sich schon gar nicht mehr richtig freuen, weil sie es schon gewohnt sind, alles zu kriegen, was sie sich auch nur ansatzweise wünschen. Plus Geld, natürlich.
Diese Weihnachten: Die kleine Nichte war nicht da an Heiligabend (Und bekam tags darauf ihre eigene Bescherung.). 7 Erwachsene + Nichte (18) und Neffe (16). Unter dem Baum türmen sich die Geschenke. Schwiegervadder fängt an zu verteilen. Ich nehm ihm die Aufgabe schließlich weg, weil er jedes Geschenk schnell aufreißt, bevor er es weitergibt, angeblich um dem Geschenkeempfänger die Arbeit abzunehmen. *Kopfschütteln, und zwar heftig* Ich verteile und verteile und verteile. Ein Fünftel der Geschenke geht an die Erwachsenen. Muss dazu sagen, dass in Männchens Familie gewichtelt wird, so dass jeder Erwachsene idR. nur ein Geschenk erhält. Die letzten 4/5 gehen allesamt an die Teenager. Und das sind nicht nur so kleine Geschenkchen, nee! Hier Skischuhe, da ein Fahrrad (in Form eines Gutscheins), teure Klamotten, Kontoauszüge für Silberanleihen (Der Vater steht auf Edelmetalle...), Bargeld und und und. Mir fallen fast die Augen aus dem Kopf. Ich meine, die Kids sind (fast) erwachsen, wieso werden die immer noch mit Geschenken überhäuft? Klar, da spricht auch der Neid aus mir herau. Immerhin musste ich ebenfalls mitwichteln und die obligatorische "mindestens 50 €"-Regelung beachten, obwohl ich bei den Erwachsenen die Einzige bin, die arbeitslos ist und dementsprechend überhaupt keine Knete hat. Da wär's ja eigentlich nur fair, wenn die anderen ab der Volljährigkeit auch mitwichteln. Pfft.
Jedenfalls haben sich die Kids natürlich so gut wie gar nicht gefreut. Wenn man aber fast eine Stunde am Auspacken ist, dann ist das ja aber auch total anstrengend. Ich war ja schon vom Zusehen total erschöpft...
Mein bester Freund hat erzählt, dass seine Nichten (im Grundschulalter) ebenfalls unfassbare Berge an Geschenken erhalten. Die nun aber auf mehrere Tage aufgeteilt werden, weil die Kinder sonst schier wahnsinnig werden.
Gerade in den Blog einer Freundin geguckt, die zwei Kinder (4 und 7) hat. Ein Bild mit einem Baum, der unter sich -zig Geschenke für die Kids parat hält. Lustig bei der Familie finde ich allerdings, dass sie keine Knete hat, aber die Kids nur die teuersten Markensachen kriegen dürfen.
Muss das denn sein? Ich schenke auch gerne, aber irgendwie habe ich das Gefühl, nachdem ich ja nun auch mal 8 Wochen mit oben besagter Nichte zusammengewohnt habe, dass die Kids schon im Kleinkindalter so eine derbe Reizüberflutung erleben, dass sie sich kaum noch über irgendwas freuen oder sich für etwas faszinieren können, wenn sie erstmal ein bisschen größer sind. Da ist nichts mehr besonders, weil man alles schon kennt, alles hat, alles erlebt hat.
Und ich bin die voll naive Tante. Als (Schwieger-)Nichte den Skischuh vom Cousin in Händen hielt und damit ein bisschen herumspielte, sagte ich auch noch ganz doof: "Das ist ein Skischuh zum Skifahren." Sagt Nichte: "Ja, weiß ich doch, ich hab auch eigene Skischuhe und war schon Ski fahren." Mit 5. Toll. Da wusste ich noch nichtmal, was Skier überhaupt sind. Immerhin hat sie auch nicht erkannt, dass es ein Snowboardschuh war, ha!
Let's face it: Ich bin jetzt 31 und die neue Generation ist schon lange angebrochen. Und ich komm da nicht mehr mit. *seufz*
Tröste dich! Bei meiner Nichte, jetzt 6 Jährchen, ist es genauso. Als sie gerade mal 1 Jahr alt war, bekam sie glatte 30 (!) Geschenke an Weihnachten. Am 2. Weihnachtstag war noch nicht mal alles ausgepackt... Sie hat doch noch gar nicht verstanden, was da los war... -.-
AntwortenLöschenSowas kommt mir nicht ins Haus, wenn wir mal Kinder haben!!!!
Das hab ich auch schon erlebt. Ich hatte ja mal ein Praktikum in einer Grundschule gemacht und da auch herumgefragt, was die Kinder so bekamen. Das krasse ist: es ist ja nicht nur an Weihnachten so, sondern auch zu Ostern und manchmal gar zu Pfingsten. Ostern gabs bei mir früher (was heißt schon früher? Ich bin 25...) Schokolade und bunte Eier und ich hab mich trotzdem gefreut wie ein Schneekönig. Sowas wie eine Playstation für unterwegs, die damals so um die 200 Ocken kostete, wäre völlig undenkbar gewesen. Eine Maxi CD (wie retro!) für 5€ war für mich schon ne Ausnahme. Da ich zu Weihnachten Geburtstag habe, kann ich da nicht so mitreden, aber selbst in Kombination dieser beiden Ereignisse toppt mich dabei jedes Kind heutzutage.
AntwortenLöschenIch kanns schon verstehen, dass man den Kindern was gönnen will. Nur das Problem ist, dass das pädagogisch gesehen total fatal ist, da die Kinder Werte wie Freude an Kleinigkeiten, Lernen aus Verzicht, Sparsamkeit etc gar nicht mitbekommen. Zudem führt diese Überhäufung an Spielsachen (die ja meistens geschenkt werden) dazu, dass die Kinder sich gar nicht mehr auf eine Sache konzentrieren können und auch keine Ausdauer mehr haben.
Und überhaupt: verwöhnte Kinder fand ich damals immer blöd. Was soll denn das werden, wenn jetzt ALLE so sind??? O.O
Nickel hat's schon gesagt: auch zu Ostern wird ja neuerdings geschenkt wie blöde.
AntwortenLöschenUnd was die Kinder heute zur Einschulung bekommen, passt auf keine Kuhhaut bzw. in kein Schultüte mehr.
Aus allem wird ein Geschenkemarathon gemacht:
Geburtstag, XMas, Ostern, Einschulung, Geburtstag des Geschwisters, Namenstag, Nikolaus.
Fragt sich nur: Warum?!
Warum? Naja, zum einen weils einfach da ist und erschwinglich geworden ist.
LöschenZum anderen, weil man das ja bei den anderen Kindern sieht. Und wenn die zu Ostern ein riesen Soundsystem mit den teuersten auf dem Markt zu findenden Boxen bekommen, dann will man sein Kind nicht unbedingt "nur" mit Schoki beglücken. Gruppenzwang quasi.
Ich hab es übrigens auch schon erlebt, dass das Kindchen zum Geburtstag von Papa oder Opa auch was bekommen hat, einfach so, weil es ja schrecklich wäre, wenn nur Papa bzw Opa was kriegt und Kindchen nicht. Das geht ja nicht, da wäre es ja beleidigt und so... OH MEIN GOTT!
@Ghetti: Wenn die Kinder noch so klein sind, dass sie das nichtmal verstehen, ist es noch doofer, finde ich. Ich kann's ja noch verstehen, wenn sich die Verwandtschaft die Zuneigung durch Geschenke erschleichen will ;-), aber bei so nem kleinen Kind funktioniert das eh noch nicht.
AntwortenLöschen@nickel: Eine Playstation zu Ostern? Leck mich am Ärmel! Also mein kleiner Neffe kriegt an Ostern Süßigkeiten und was Kleines und an Pfingsten gar nichts, ist mir auch total neu, dass man was zu Pfingsten kriegt.
@Juliane: Oh ja, Einschulung ist auch ein gutes Stichwort. Mittlerweile wird daraus ja ein richtig großes Fest mitgemacht mit allem Geschiss. Sogar die Verwandten sollen dann alle kommen. Damals ging das so: Die Mutter hat einen unter der Woche (Jetzt ist ja alles am SA, damit man schön feiern kann.) zur Schule gebracht, es wurden Fotos gemacht, ein bisschen Blablabla, man lernte die Lehrerin und das Klassenzimmer kennen, die Mütter verabschiedeten sich und man fing mit dem Unterricht an. Das war's. Schultüte mit Süßigkeiten hatten wir auch, klar. Aber da kam nicht die ganze Familie angerauscht und hat uns mit Geschenken überhäuft, die anderen Schüler haben keinen Zirkus für uns aufgeführt und es gab keine ganztägige Feier. Die Väter waren meist auf der Arbeit und konnten gar nicht mit. Meine Schwägerin hat von meiner Schwiegermutter sogar verlangt, dass sie für die Einschulung von Lilli extra aus ihrem Finnland-Urlaub einfliegen soll. Meine Schwiegermutter hat zum Glück die gleiche Meinung darüber wie ich und wird das nicht tun. (Wird ja eh ständig als Babysitterin, Chauffeurin und alles Mögliche missbraucht und fährt jedes Mal 400 km hoch dafür...)
@nochmal nickel: Auch noch zum Geburtstag der Anderen? Na toll, wie labil sind denn diese Blagen, wenn sie es nicht aushalten, dass ein Erwachsener vor ihren Augen Geschenke abgreift und sie leer ausgehen? Das ist ja mal... oh mann! Bei Geschwistern kann ich es verstehen, dass man dem anderen Kind vielleicht eine Kleinigkeit gibt, damit kein Neid ausbricht, aber eigentlich... *Kopfschüttel*
Um es kurz zu fassen: Ich bin genau Deiner Meinung! Heute bekommen die Kids soviel, dass sie überhaupt nicht mehr wissen, was sie mit all dem Zeugs anfangen sollen, geschweige denn, sich wirklich freuen. Heute ist das "halt so"...
AntwortenLöschenWenn ich bedenke, dass meine Grossmutter zu Weihnachten Orangen bekam uns sich total freute...
Hoffentlich wird die nächste Generation wieder etwas vernünftiger - so kann das ja nicht weiter gehen...
LG
boelleli