C'est moi! Zumindest in den Augen von Claudi. Gut, Nichte und ich, wir verstehen uns super. Und Claudi hat genug Vertrauen, um mich mit ihrer Tochter alleine zu lassen. Nur manchmal, ganz selten, da überlegt sie vermutlich schon, ob meine Anwesenheit nicht schädlich für das Kind sein könnte.
Aber wenn man normalerweise nur mit Erwachsenen zusammengelebt hat (Ich war ja auch immer die Kleinste in Familie und im Verwandtenkreis.), stellt man manche Dinge nicht so schnell ab. Z. B. das Fluchen. Wobei ich mich ehrlich extrem zusammenreiße, und öfter als Claudi und Schwipp-Schwager rutschen mir "Scheiße" oder ähnliche Schimpfwörter auch nicht mehr raus. Claudi will immer eine Fluchkasse einrichten. 5 € pro Schimpfwort. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob das ein Witz war, denn ich checke es noch immer nicht, wenn Claudi etwas ernst meint oder nicht... Ich verweigere mich aber dieser Fluchkasse, denn 5 €, das sind für mich 3 Tage Mittagessen. Für Claudi als Lehrerin ist das nichts. Und das Geld würde am Ende ja wieder IHR zufließen, also wären die 5 € tatsächlich nix für sie. Egal, so lange ich noch bei denen wohne, wird diese Kasse nur über meine Leiche eingeführt!
Aber Kindererziehung, das sehe ich langsam ein, also zumindest die politisch korrekte Kindererziehung ist ein Tanz auf dem Vulkan. Neulich hatte meine 5jährige Nichte Besuch von einem Freund. (Jasper hieß der übrigens, aber über Modenamen lasse ich mich vermutlich nochmal gesondert hier aus.) Und als sie so am Tisch saßen und zum Kakao Schokoküsse mampften, da sagte ich, es freundlich meinend, so leichthin:
"Na, esst ihr Mohrenköpfe?"
Claudis Augen weiteten sich, ihr Kopf schüttelte sich unmerklich und sie mahnte: "Wir benutzen dieses Wort nicht."
"Aha, was sagt ihr denn dann dazu?"
"Schokoküsse."
"Ok."
Ich bin ja lernfähig.
Aber auch vergesslich. Denn 5 Minuten später versuche ich es wieder mit Smalltalk bei den Kids und sage:
"Na, wie schmecken denn die... äh... Negerküsse?"
Ups... Ich hatte mir irgendwie nur "Küsse" gemerkt. Und wir haben die Dinger halt früher so genannt! Das heißt ja auch nicht Schokokuss-, sondern Mohrenkopftorte!
Meine Nichte nannte das Ding danach Mohrenkuss, Claudi hatte einen etwas resignierten Blick drauf, als sie mir in die Augen sah, und ich stammelte nur entschuldigend, dass man den Tanten ja auch nicht die Erziehung in die Hand legen dürfe, weil die eh keine Ahnung haben.
Allerdings muss ich meiner Nichte zu Gute halten, dass das schlaue Kind einem öfter mal - ob absichtlich oder zufällig - zu Hilfe kommt. So meinte sie, sie hätte die Dinger schon immer Mohrenküsse genannt. Das glaubte Claudi zwar nicht, aber konnte mir so die Schuld nicht mehr nachweisen. Hehe.
Braves Kind!
30. September 2012
23. September 2012
Monsterchen-Sonntag
Heute bin ich wirklich zu nichts gekommen. Das war das 1. Wochenende, das ich hier im Bio-Wahnsinn verbracht habe. Zuvor bin ich immer vorsorglich geflüchtet, u. a. aus Angst davor, schon um 7 Uhr von meiner Quasi-Nichte aus dem Schlaf gerissen zu werden. Meine Sorgen waren unbegründet - sie stand erst um 9 Uhr an meinem Bett (Hier ist kein Zimmer abschließbar außer das Badezimmer.). Dann aber volles Programm: Eierfärben mit Krepppapier (Sauerei ohne Ende), malen, basteln, Spielplatz, halt den ganzen Tag einfach nur bespaßen.
Auch ins Bett sollte ich sie heute bringen. Auch hier das volle Programm: Haare kämmen (eine Qual für beide Seiten), Zähne putzen (Dabei stelle ich mich so schlecht an, dass ihr vermutlich bald die Dritten blühen würden, müsste ich das jeden Tag erledigen...), bitten und betteln, dass sie sich doch mal langsam ins Bett bequemen möge, Buch vorlesen, Eltern dazuholen und Lied singen.
Jetzt liegt das Monster endlich im Bett, es ist 21 Uhr und ich komme heute zum 1. Mal überhaupt mal dazu, irgendwas für mich zu tun. Brrrr, ist das anstrengend, dieser rund-um-die-Uhr-Service für die Kleine.
Und das "Schlimmste" daran: Kein einziges Mal war ich - entgegen meiner Natur! - genervt oder angekotzt. Kein einziges Mal war ich streng. Kein einziges Mal ärgerte ich mich, dass ich nicht endlich mal meine Ruhe habe.
Ich, Mrs. "Niemals werde ich Kinder in die Welt setzen!", fange an, das Monsterchen wirklich bedingungslos gern zu haben...
Auch ins Bett sollte ich sie heute bringen. Auch hier das volle Programm: Haare kämmen (eine Qual für beide Seiten), Zähne putzen (Dabei stelle ich mich so schlecht an, dass ihr vermutlich bald die Dritten blühen würden, müsste ich das jeden Tag erledigen...), bitten und betteln, dass sie sich doch mal langsam ins Bett bequemen möge, Buch vorlesen, Eltern dazuholen und Lied singen.
Jetzt liegt das Monster endlich im Bett, es ist 21 Uhr und ich komme heute zum 1. Mal überhaupt mal dazu, irgendwas für mich zu tun. Brrrr, ist das anstrengend, dieser rund-um-die-Uhr-Service für die Kleine.
Und das "Schlimmste" daran: Kein einziges Mal war ich - entgegen meiner Natur! - genervt oder angekotzt. Kein einziges Mal war ich streng. Kein einziges Mal ärgerte ich mich, dass ich nicht endlich mal meine Ruhe habe.
Ich, Mrs. "Niemals werde ich Kinder in die Welt setzen!", fange an, das Monsterchen wirklich bedingungslos gern zu haben...
21. September 2012
Lebenszeichen
Sauber, jetzt hab ich schon die Hälfte des Praktikums hinter mir, aber bislang keinen einzigen Beitrag darüber geschrieben. Mea culpa! In Gedanken habe ich zahlreiche Posts verfasst, aber das Vollzeit-Arbeiten liegt mir nicht. Nein, das ist falsch, es liegt mir schon, denn das Praktikum macht wirklich Spaß. Aber abends hatte ich bislang nie kein Internet, weil WLAN ist laut Claudi böse-blöd, schuld an Fehlgeburten und dementsprechend verboten. Und mich mit dem Netzwerkkabel unten im Wohnzimmer verkabeln und dann wie behindert auf der Couchkante hocken, weil das Kabel nicht länger ist, das finde ich auch irgendwie doof. Offline könnte ich natürlich auch erstmal schreiben und dann mal schnell online gehen zum Posten, aber: Ich komme abends gerade zu gar nix. Weil: Früh aus dem Haus, abends wieder rein. Dann erst wirklich Ruhe, wenn das Kind im Bett ist. Und das dauert. Und dann muss ich schon fast selbst ins Bett, weil ich sonst das frühe Aufstehen körperlich nicht packe. Ich bin ein Weichei, ich weiß...
Ich gelobe Besserung. Denn ich wurde heute in ein anderes Gästezimmer verbannt, und siehe da - mein PowerLAN scheint hier endlich erfolgreich zu funktionieren! :-) Ich hoffe, dass ich ab jetzt wieder einigermaßen regelmäßig was zu erzählen habe.
Nur kurz und knapp:
- Praktikum ist gut, interessant, die Leute allesamt sehr nett und bemüht, die unbezahlte Arbeitskraft zu hofieren und nicht auszunutzen. (Wo gibt's denn sowas?)
- Das Leben mit Claudi, Männchens Bruder und Kleinkind ist nicht so kompliziert wie befürchtet. Claudi ist eigentlich ganz umgänglich, hat nur manchmal ihren "Mutter"-Ton (der strenge, nicht der liebevolle) drauf, an den ich mich noch gewöhnen muss.
- Das Leben mit einem 5jährigen Kind ist... ähm... leicht anstrengend. Das wird wohl noch den meisten Erzählstoff liefern. Kann nur schonmal vorab sagen, dass meine Quasi-Nichte mit 5 bereits die Weisheit mit Löffeln gefressen hat, wozu sicherlich der tolle Montessori-Kindergarten seinen Teil geleistet hat.
So, jetzt hoffe ich mal, dass ich euch demnächst mal wieder etwas unterhalten kann.
Ich gelobe Besserung. Denn ich wurde heute in ein anderes Gästezimmer verbannt, und siehe da - mein PowerLAN scheint hier endlich erfolgreich zu funktionieren! :-) Ich hoffe, dass ich ab jetzt wieder einigermaßen regelmäßig was zu erzählen habe.
Nur kurz und knapp:
- Praktikum ist gut, interessant, die Leute allesamt sehr nett und bemüht, die unbezahlte Arbeitskraft zu hofieren und nicht auszunutzen. (Wo gibt's denn sowas?)
- Das Leben mit Claudi, Männchens Bruder und Kleinkind ist nicht so kompliziert wie befürchtet. Claudi ist eigentlich ganz umgänglich, hat nur manchmal ihren "Mutter"-Ton (der strenge, nicht der liebevolle) drauf, an den ich mich noch gewöhnen muss.
- Das Leben mit einem 5jährigen Kind ist... ähm... leicht anstrengend. Das wird wohl noch den meisten Erzählstoff liefern. Kann nur schonmal vorab sagen, dass meine Quasi-Nichte mit 5 bereits die Weisheit mit Löffeln gefressen hat, wozu sicherlich der tolle Montessori-Kindergarten seinen Teil geleistet hat.
So, jetzt hoffe ich mal, dass ich euch demnächst mal wieder etwas unterhalten kann.
24. August 2012
Gepackt...
...habe ich endlich alles. Nur noch morgen früh den Laptop mit Zubehör einpacken, aber nachdem ich ja internetsüchtig bin, wird der morgen vor Abfahrt nochmal angeschmissen. Meine Klamotten sind in 2 Koffern (groß und mittelgroß) untergebracht, dazu noch eine Kiste mit Büchern und Krimskrams sowie mehrere Tüten mit allerlei Irgendwas, das ich dringend benötige. (Und in den 2 Monaten vermutlich kein einziges Mal benutze.) Dazu noch eine große Kiste mit selbst angebautem Gemüse von meinen Eltern, als kleines Dankeschön, dass man die Tochter aufnimmt. Hach, meine Eltern fühlen sich immer noch für mich verantwortlich, dabei habe ich natürlich selbst ein (erstes) Dankeschön vorbereitet. Aber Gemüse ausm Eigenanbau kommt bestimmt klasse an bei den Ökos und kann nicht schaden.
Wider Erwarten hält sich mein Gepäck dann aber doch noch in Grenzen. Aber es ist schwierig, sich einzuschränken, wenn man es nicht muss, denn Männchen fährt mich ja höchstpersönlich hoch in den Norden, und wenn man schon einen Kofferraum und eine Rückbank vollschmeißen kann...
Morgen früh um 10 Uhr geht's los. Bin schon gespannt. Z. B. welches Gästezimmer ich kriege. Es gibt ein großes, das ich natürlich gerne hätte. Und dann noch ein durch eine Leiter erreichbares Minizimmer im Dach. Claudi hatte mal erwähnt, dass ihr Töchterchen öfter mal so lange herumzickt, bis sie im Bett im großen Gästezimmer pennen darf. Wenn ich nun ins Katzenzimmer reinmuss, nur damit eine 5jährige abends spontan entscheiden kann, in welchem Bett sie denn nächtigen will, dann bin ich wohl schon am 1. Tag richtig angekotzt.
Hach ja, ich weiß, da ist diese Familie so lieb und nimmt mich 2 Monate auf, und ich lästere nur und motze und jammere. Aber Claudi ist jetzt schon so irre anstrengend... Männchens Bruder ist ja wirklich nett und alles, aber wird total untergebuttert von der Ollen. Und das Kind ist halt dementsprechend auch eher leicht dominant. Das wird einfach was geben!
So, dann gehe ich mal in die Heia und bereite mich mental auf das vor, was da die nächsten 8 Wochen so kommen mag. Gute Nacht!
Wider Erwarten hält sich mein Gepäck dann aber doch noch in Grenzen. Aber es ist schwierig, sich einzuschränken, wenn man es nicht muss, denn Männchen fährt mich ja höchstpersönlich hoch in den Norden, und wenn man schon einen Kofferraum und eine Rückbank vollschmeißen kann...
Morgen früh um 10 Uhr geht's los. Bin schon gespannt. Z. B. welches Gästezimmer ich kriege. Es gibt ein großes, das ich natürlich gerne hätte. Und dann noch ein durch eine Leiter erreichbares Minizimmer im Dach. Claudi hatte mal erwähnt, dass ihr Töchterchen öfter mal so lange herumzickt, bis sie im Bett im großen Gästezimmer pennen darf. Wenn ich nun ins Katzenzimmer reinmuss, nur damit eine 5jährige abends spontan entscheiden kann, in welchem Bett sie denn nächtigen will, dann bin ich wohl schon am 1. Tag richtig angekotzt.
Hach ja, ich weiß, da ist diese Familie so lieb und nimmt mich 2 Monate auf, und ich lästere nur und motze und jammere. Aber Claudi ist jetzt schon so irre anstrengend... Männchens Bruder ist ja wirklich nett und alles, aber wird total untergebuttert von der Ollen. Und das Kind ist halt dementsprechend auch eher leicht dominant. Das wird einfach was geben!
So, dann gehe ich mal in die Heia und bereite mich mental auf das vor, was da die nächsten 8 Wochen so kommen mag. Gute Nacht!
23. August 2012
So geht's weiter - Gefangen in der Biohölle
Der Griechenland-Rundumschlag steht noch aus, ich weiß. Aber nun ergeben sich ab nächsten Montag wieder so gravierende Änderungen, dass ich diese noch schnell ankündigen muss, bevor ich unverständliche Einträge aus der Biohölle verfasse.
Arbeitstechnisch hat sich bislang noch nichts Neues ergeben. Ich bin nun seit Monaten schon erwerbslos und scheffle in meinem kleinen Büronebenjob gerade mal so wenig Schwargeld, dass ich damit den Krankenkassenbeitrag stemmen kann. Ich lebe von Ersparnissen sowie Luft und Liebe (Letzteres in Form eines lieben Männchens, das ohne Murren sämtliche Mietkosten stemmt.). Hartz IV kann nicht, weil Freund und ich ja diesbezüglich wie Verheiratete behandelt werden. Wenn dem schon so ist, dann könnte ich mich ja krankenversichern über meinen "Mann", das würde mir einen Batzen Geld sparen. Aber das geht natürlich nicht, denn wir sind ja nicht verheiratet. Diesen Staat werde ich nie verstehen!
Wie gesagt, jobtechnisch sieht's richtig mau aus. Und dank Griechenland war ich ja fast 2 Monate weg und konnte in der Zeit auch keinen Cent verdienen. Um meine finanzielle Schieflage noch schiefer werden zu lassen, habe ich nun endlich ein Praktikum ergattert. Unbezahlt natürlich, aber das ist Nebensache, wenn man solche Qualifikationen unbedingt für den bislang nur dreiseitigen Lebenslauf braucht. Nein ehrlich, ich freu mich darauf, und das wird wieder ein neuer großer Punkt in meinem Lebenslauf. Aber ich wollte nie zur "Generation Praktikum" gehören, zumal ich eigentlich echt nicht die Knete habe, um mich so von unbezahltem Job zu unbezahltem Job durchzuhangeln.
Ich werde also ab nächsten Montag ein Praktikum an einem renommierten Museum (Es handelt sich nicht um die beiden Hauptstädte Berlin und München!) absolvieren. Für 8 Wochen. Für lau. Aber ich hoffe, es wird mich weiterbringen. Nun, zumindest wird es mich aus meiner Lethargie reißen, jeden Tag Vollzeit loszupowern, neue Dinge zu erlernen und Teil eines Teams zu sein. Auch wenn's mir schwerfallen wird, vor 9 Uhr aufzustehen. ;-)
Ich wollte eigentlich eher was im kuratorischen Bereich machen, also mit Objekten arbeiten. Ging aber nicht. Und so werde ich nun die PR-Abteilung aufmischen. PR, Marketing - das ist alles komplettes Neugebiet für mich. Meine bisherigen Ansprechpartnerinnen - die Museumsdirektorin und die Leiterin der PR-Abteilung - sind sehr nett und zuvorkommend, deshalb hoffe ich, dass das Team passt.
Und finanziell kann ich das Ganze nur stemmen, weil ich bei Männchens Bruder wohnen kann. Und ich glaube, DAS wird dafür sorgen, dass mir hier in den nächsten 2 Monaten nicht der Gesprächsstoff ausgehen wird. Denn mein Schwager istgeschlagen gesegnet mit einer ... nun ja, wie soll ich sagen... dominanten Bio-Emanze. Einer anstrengenden Öko-Walküre, die ganz eindeutig die Hosen zu Hause anhat. Und davor bibbere ich ehrlich gesagt schon etwas. Ich habe keinen Bock auf Zickereien, denn a) bin ich harmoniesüchtig und nicht streitfähig, und b) bin ich ja nur der Gast, der Bittsteller, der sich nicht anmaßen sollte, sich mit der Gastgeberin anzulegen.
Ich könnte euch jetzt schon lustige Geschichten erzählen über die Gute. Aber dann wird der Eintrag zu lang und ich verschieße mein Pulver zu großzügig. Ich sage nur noch dazu, dass die beiden ein 5jähriges Mädchen haben, meine Quasi-Nichte (Ist das meine Nichte, wenn ich mit dem Onkel nicht verheiratet bin, sondern nur seit 8 Jahren in wilder Ehe lebe? Hm...). Und Claudi, die Spätgebärende, der Prototyp dieser typischen Öko-Eltern-Generation, schiebt ihr Kind immer unglaublich gern ab. An die Großeltern, an Babysitter, Freunde, an alles was sich nicht wehren kann. Denn Claudi hat einen unfassbar anstrengenden Job: Sie ist Grundschullehrerin. Sie arbeitet jeden Tag 5 Stunden, wenn sie nicht die private Krankenversicherung ausreizt und sich mal wieder krankschreiben lässt, weil der Fingernagel des linken Daumens ziept und die Globuli und Schüßler-Salze irgendwie nicht anschlagen wollen. Sie hat nur ... lasst mich überschlagen ... circa 3,5 Monate im Jahr Urlaub. Und das bei einem Witzgehalt von schätzungsweise 3.500 € netto! Geht ja mal gar nicht!!! Und ab und an, da muss sie auch nach all den Jahren als Lehrerin doch noch den Unterricht vorbereiten. Claudi ist chronisch überarbeitet, und daran ändern auch die allseits bereit stehende Putzfrau und die beiden Babysitter nichts. Oder die Großeltern, die immer alles stehen und liegen lassen, wenn Claudi pfeift. Und bald sind's also 3 Babysitter, denn es ist mehr als klar, dass ich nun vermutlich jeden Abend das anstrengende Zu-Bett-bring-Zeremoniell abarbeiten darf, auf das Claudi nie so richtig Bock hat. Ich rechne also mit Kindsbespaßung am Abend und an den Wochenenden. Ich hoffe ehrlich, dass ich bei meinem Vollzeitpraktikum auch mal ab und an Zeit für mich bekomme. Aber man will ja nicht undankbar sein, und was tut man nicht alles, damit man sich eine teure WG-Miete spart.
So, das nur als sanfter Einstieg. Habt ihr nicht auch das Gefühl, dass mein zweimonatiger Aufenthalt in der Biohölle für mächtig Zündstoff sorgen wird? Nicht nur ihr seid gespannt...
Arbeitstechnisch hat sich bislang noch nichts Neues ergeben. Ich bin nun seit Monaten schon erwerbslos und scheffle in meinem kleinen Büronebenjob gerade mal so wenig Schwargeld, dass ich damit den Krankenkassenbeitrag stemmen kann. Ich lebe von Ersparnissen sowie Luft und Liebe (Letzteres in Form eines lieben Männchens, das ohne Murren sämtliche Mietkosten stemmt.). Hartz IV kann nicht, weil Freund und ich ja diesbezüglich wie Verheiratete behandelt werden. Wenn dem schon so ist, dann könnte ich mich ja krankenversichern über meinen "Mann", das würde mir einen Batzen Geld sparen. Aber das geht natürlich nicht, denn wir sind ja nicht verheiratet. Diesen Staat werde ich nie verstehen!
Wie gesagt, jobtechnisch sieht's richtig mau aus. Und dank Griechenland war ich ja fast 2 Monate weg und konnte in der Zeit auch keinen Cent verdienen. Um meine finanzielle Schieflage noch schiefer werden zu lassen, habe ich nun endlich ein Praktikum ergattert. Unbezahlt natürlich, aber das ist Nebensache, wenn man solche Qualifikationen unbedingt für den bislang nur dreiseitigen Lebenslauf braucht. Nein ehrlich, ich freu mich darauf, und das wird wieder ein neuer großer Punkt in meinem Lebenslauf. Aber ich wollte nie zur "Generation Praktikum" gehören, zumal ich eigentlich echt nicht die Knete habe, um mich so von unbezahltem Job zu unbezahltem Job durchzuhangeln.
Ich werde also ab nächsten Montag ein Praktikum an einem renommierten Museum (Es handelt sich nicht um die beiden Hauptstädte Berlin und München!) absolvieren. Für 8 Wochen. Für lau. Aber ich hoffe, es wird mich weiterbringen. Nun, zumindest wird es mich aus meiner Lethargie reißen, jeden Tag Vollzeit loszupowern, neue Dinge zu erlernen und Teil eines Teams zu sein. Auch wenn's mir schwerfallen wird, vor 9 Uhr aufzustehen. ;-)
Ich wollte eigentlich eher was im kuratorischen Bereich machen, also mit Objekten arbeiten. Ging aber nicht. Und so werde ich nun die PR-Abteilung aufmischen. PR, Marketing - das ist alles komplettes Neugebiet für mich. Meine bisherigen Ansprechpartnerinnen - die Museumsdirektorin und die Leiterin der PR-Abteilung - sind sehr nett und zuvorkommend, deshalb hoffe ich, dass das Team passt.
Und finanziell kann ich das Ganze nur stemmen, weil ich bei Männchens Bruder wohnen kann. Und ich glaube, DAS wird dafür sorgen, dass mir hier in den nächsten 2 Monaten nicht der Gesprächsstoff ausgehen wird. Denn mein Schwager ist
Ich könnte euch jetzt schon lustige Geschichten erzählen über die Gute. Aber dann wird der Eintrag zu lang und ich verschieße mein Pulver zu großzügig. Ich sage nur noch dazu, dass die beiden ein 5jähriges Mädchen haben, meine Quasi-Nichte (Ist das meine Nichte, wenn ich mit dem Onkel nicht verheiratet bin, sondern nur seit 8 Jahren in wilder Ehe lebe? Hm...). Und Claudi, die Spätgebärende, der Prototyp dieser typischen Öko-Eltern-Generation, schiebt ihr Kind immer unglaublich gern ab. An die Großeltern, an Babysitter, Freunde, an alles was sich nicht wehren kann. Denn Claudi hat einen unfassbar anstrengenden Job: Sie ist Grundschullehrerin. Sie arbeitet jeden Tag 5 Stunden, wenn sie nicht die private Krankenversicherung ausreizt und sich mal wieder krankschreiben lässt, weil der Fingernagel des linken Daumens ziept und die Globuli und Schüßler-Salze irgendwie nicht anschlagen wollen. Sie hat nur ... lasst mich überschlagen ... circa 3,5 Monate im Jahr Urlaub. Und das bei einem Witzgehalt von schätzungsweise 3.500 € netto! Geht ja mal gar nicht!!! Und ab und an, da muss sie auch nach all den Jahren als Lehrerin doch noch den Unterricht vorbereiten. Claudi ist chronisch überarbeitet, und daran ändern auch die allseits bereit stehende Putzfrau und die beiden Babysitter nichts. Oder die Großeltern, die immer alles stehen und liegen lassen, wenn Claudi pfeift. Und bald sind's also 3 Babysitter, denn es ist mehr als klar, dass ich nun vermutlich jeden Abend das anstrengende Zu-Bett-bring-Zeremoniell abarbeiten darf, auf das Claudi nie so richtig Bock hat. Ich rechne also mit Kindsbespaßung am Abend und an den Wochenenden. Ich hoffe ehrlich, dass ich bei meinem Vollzeitpraktikum auch mal ab und an Zeit für mich bekomme. Aber man will ja nicht undankbar sein, und was tut man nicht alles, damit man sich eine teure WG-Miete spart.
So, das nur als sanfter Einstieg. Habt ihr nicht auch das Gefühl, dass mein zweimonatiger Aufenthalt in der Biohölle für mächtig Zündstoff sorgen wird? Nicht nur ihr seid gespannt...
9. August 2012
Piep piep
Zaghaft lasse ich hier nach langer Zeit wieder mein Stimmchen verlauten. Ich hatte ehrlich gesagt überlegt, den Blog gänzlich offline zu setzen. Es gibt so viele tolle(re) Blogs, dass ihr diesen Verlust locker überlebt hättet. Allein schon die Vorstellung, mehrere Monate nacherzählen zu müssen, hat mich abgeschreckt und ich wusste nicht, wo ich anfangen sollte.
Deshalb habe ich beschlossen, ok, ich versuch's nochmal, aber die letzten Monate müssen im Schnelldurchlauf nur ganz kurz angesprochen werden, um euch auf den aktuellen Stand zu bringen und wieder weiterzumachen. Deshalb gibt es nur eine kleine Übersicht, wie, was, wo, wann. In täglichen Häppchen, damit ihr nicht gleich wieder Romane lesen müsst. Fangen wir an mit dem
Italienurlaub mit den Eltern
Ja, puh... wie soll ich sagen? Wenn ich nur ein Adjektiv benutzen dürfte, würde ich "anstrengend" wählen. Aber auch "überfällig".
Die Anfahrt war noch lustig. Meine Eltern, allen voran meine sehr vorlaute und überkritische Mutter, haben alles kommentiert, was sie gesehen haben. Seit mein Vater mit mir und Männchen letztes Jahr nach USA zu seiner zahlreichen Verwandtschaft geflogen ist, fühlt er sich wie Mann von Welt. Außerdem ist er als ehem. Gastarbeiter ja auch das Leben zwischen verschiedene Kulturen irgendwie gewöhnt. Meine Mutter aber ist seit über 20 Jahren nicht mehr so weit gereist. Sie hat uns dann auch erstmal an ihren Erinnerungen an Italien teilhaben lassen (Früher sind die beiden ja jedes Jahr gefahren.). Das lief dann so ab:
"Warum hast du bitte 15 Butterhörnchen eingepackt? Wer soll die alle essen?"
"In Italien gibt's kein gescheites Frühstück!"
"Da steht, dass es in Ascoli massenhaft gotische Kirchen gibt."
"Die Kirchen in Italien sind ja alle so hässlich!"
"Ich muss dann ganz viele Postkarten schreiben."
"Die Postkarten in Italien sind ja immer so hässlich!"
Meist fanden wir die Kommentare meiner Eltern und ihre Diskussionen sehr lustig. Sie erinnerten uns irgendwie an die beiden Opas aus der Muppet Show. Doch nach fast 2 Wochen waren wir unendlich froh, als wir die beiden wieder abliefern konnten. ;-)
In Italien haben wir im alten Elternhaus gewohnt, das sich in einem Bergdorf befindet, in dem noch ca. 15 Leute leben, die es auf einen Altersdurchschnitt von geschätzten 65-70 Jahren bringen. Jeden Tag die Hammerserpentinen rauf und runter, die mein Freund abfahren musste, ich Schisser hab mich nicht getraut, schon gar nicht, nachdem meine Mutter ständig sagte, dass er fahren soll, mit mir stürzen wir nur ab... Auch den Stadtverkehr musste er alleine bewältigen, ich quittierte meine Tätigkeit als Fahrer, sobald wir die Autobahn verlassen hatten. Männchen ist der bessere, ruhigere, erfahrenere Autofahrer und hat viel mehr Geduld. Doch selbst er stieß im italienischen Straßenverkehr auf seine Grenzen. Nach nur wenigen Tagen wurde ihm, dem Kavalier der Straße, endlich klar, dass er hier nur überleben könnte, wenn er auch wie eine (italienische) Sau fuhr.
Es war gut für meine Eltern, wieder die mittlerweile sehr kleine Verwandtschaft zu sehen und sich in dem Heimatdorf meines Papas herumzutreiben. Scheiße war allerdings das Wetter, das es uns nicht erlaubte, an den nur 30 km entfernten Strand zu fahren. So mussten wir uns mit Stadtsightseeing zufrieden geben. 2 Tage ging es auch für mich und Männchen nach Rom. Auch nur für mich interessant, weil Männchen kein Stadtmensch und gerade auf Kulturdiät ist. Im Vergleich zu dem seeeehr ruhigen Leben im Bergdorf war das mit Touristenmassen übersäte Rom dann doch aber auch für mich der totale Overkill.
Was auch übelst kacke war: Das Haus war zwar entgegen unserer Befürchtungen absolut bewohnbar mit fließend Wasser, Elektrizität, sogar einer Waschmaschine und genügend Schlafmöglichkeiten für 2 Paare. Aber Männchen und ich hatten keinen Raum zur Verfügung, der eine Tür hatte! Und so schliefen wir also mit einem türlosen Durchgang, was natürlich nicht sonderlich das Intimleben förderte... Meine Eltern hatten zwar eine Tür, aber man konnte ja nie wissen, wann sich mal jemand aufs Klo schlich oder so.
Für Männchen und mich war der Urlaub nicht wirklich Urlaub. Männchen war der Chauffeur und konnte nicht im Meer schwimmen oder am Strand rumlümmeln, wie er es sich gewünscht hatte. Für ihn war der Urlaub mehr oder weniger ein Reinfall. Bei mir kam auch kein Urlaubsfeeling auf, aber es war sehr gut, meine italienischen Wurzeln wieder zu entdecken. Für meine Eltern, das merkte ich einfach, war es längst überfällig, für meinen Vater sowieso, aber auch für meine Mutter, die als junge Frau ja auch sehr oft mit meinem Vater in Italien war. Man traf vertraute Menschen nach vielen Jahren wieder, begab sich an früher vertraute Orte zurück und ließ Erinnerungen hochkommen, die man irgendwie längst verdrängt hatte.
Übrigens übernachteten wir hin und zurück jeweils im zu diesem Zeitpunkt toten Sölden. In beiden Pensionen waren wir die einzigen Gäste, was ja aber auch nicht schlecht ist. Die 2. Pension wurde von einem jungen Mann geführt.Als wir zum Frühstück antraten, sahen wir im Privatbereich einen weiteren Mann am (privaten) Frühstückstisch sitzen. Kommentar meine Mutter, die sofort erkannte, dass es sich um ein schwules Paar handelte: "Der andere Mann hat unser Frühstück hingestellt. Das ist dann also die Frau bei den beiden!" Hach ja, für meine Mutter gibt es bei schwulen Paaren immer eine Rollenverteilung, worüber sich mein bester schwuler Freund ja immer etwas echauffiert, dass dem nicht so sei. :-D
Das aber nur als kleines Anekdötchen zum Schluss...
Übrigens ist wohl klar, dass wir von allen Leuten gemästet wurden. So viel wie in diesen 2 Wochen habe ich selten gegessen. Nein, es muss "gefressen" heißen, ich kann das nicht mehr beschönigen! Meine Mutter sagte dazu nur: "In Italien nimmt man nicht zu, du wirst sehen, man kann hier so viel essen, wie man will, man wird nicht dick!" Kurioserwese hatte ich während des Urlaubs tatsächlich nicht zugenommen. Ein kleines Wunder, ich hatte mich ja nun auch nicht übermäßig bewegt. Vielleicht sollte ich ab sofort die italienische Pasta-Käse-Oliven-Diät starten!!!
Für uns steht fest: Wir kommen wieder, keine Frage! Dann aber alles ein bisschen besser durchdacht: Eine Ausweichmöglichkeit mit abschließbaren Zimmern und zu einer wettertechnisch günstigeren Zeit.
Und nun lass ich noch ein paar Bilder sprechen.
Deshalb habe ich beschlossen, ok, ich versuch's nochmal, aber die letzten Monate müssen im Schnelldurchlauf nur ganz kurz angesprochen werden, um euch auf den aktuellen Stand zu bringen und wieder weiterzumachen. Deshalb gibt es nur eine kleine Übersicht, wie, was, wo, wann. In täglichen Häppchen, damit ihr nicht gleich wieder Romane lesen müsst. Fangen wir an mit dem
Italienurlaub mit den Eltern
Ja, puh... wie soll ich sagen? Wenn ich nur ein Adjektiv benutzen dürfte, würde ich "anstrengend" wählen. Aber auch "überfällig".
Die Anfahrt war noch lustig. Meine Eltern, allen voran meine sehr vorlaute und überkritische Mutter, haben alles kommentiert, was sie gesehen haben. Seit mein Vater mit mir und Männchen letztes Jahr nach USA zu seiner zahlreichen Verwandtschaft geflogen ist, fühlt er sich wie Mann von Welt. Außerdem ist er als ehem. Gastarbeiter ja auch das Leben zwischen verschiedene Kulturen irgendwie gewöhnt. Meine Mutter aber ist seit über 20 Jahren nicht mehr so weit gereist. Sie hat uns dann auch erstmal an ihren Erinnerungen an Italien teilhaben lassen (Früher sind die beiden ja jedes Jahr gefahren.). Das lief dann so ab:
"Warum hast du bitte 15 Butterhörnchen eingepackt? Wer soll die alle essen?"
"In Italien gibt's kein gescheites Frühstück!"
"Da steht, dass es in Ascoli massenhaft gotische Kirchen gibt."
"Die Kirchen in Italien sind ja alle so hässlich!"
"Ich muss dann ganz viele Postkarten schreiben."
"Die Postkarten in Italien sind ja immer so hässlich!"
Meist fanden wir die Kommentare meiner Eltern und ihre Diskussionen sehr lustig. Sie erinnerten uns irgendwie an die beiden Opas aus der Muppet Show. Doch nach fast 2 Wochen waren wir unendlich froh, als wir die beiden wieder abliefern konnten. ;-)
In Italien haben wir im alten Elternhaus gewohnt, das sich in einem Bergdorf befindet, in dem noch ca. 15 Leute leben, die es auf einen Altersdurchschnitt von geschätzten 65-70 Jahren bringen. Jeden Tag die Hammerserpentinen rauf und runter, die mein Freund abfahren musste, ich Schisser hab mich nicht getraut, schon gar nicht, nachdem meine Mutter ständig sagte, dass er fahren soll, mit mir stürzen wir nur ab... Auch den Stadtverkehr musste er alleine bewältigen, ich quittierte meine Tätigkeit als Fahrer, sobald wir die Autobahn verlassen hatten. Männchen ist der bessere, ruhigere, erfahrenere Autofahrer und hat viel mehr Geduld. Doch selbst er stieß im italienischen Straßenverkehr auf seine Grenzen. Nach nur wenigen Tagen wurde ihm, dem Kavalier der Straße, endlich klar, dass er hier nur überleben könnte, wenn er auch wie eine (italienische) Sau fuhr.
Es war gut für meine Eltern, wieder die mittlerweile sehr kleine Verwandtschaft zu sehen und sich in dem Heimatdorf meines Papas herumzutreiben. Scheiße war allerdings das Wetter, das es uns nicht erlaubte, an den nur 30 km entfernten Strand zu fahren. So mussten wir uns mit Stadtsightseeing zufrieden geben. 2 Tage ging es auch für mich und Männchen nach Rom. Auch nur für mich interessant, weil Männchen kein Stadtmensch und gerade auf Kulturdiät ist. Im Vergleich zu dem seeeehr ruhigen Leben im Bergdorf war das mit Touristenmassen übersäte Rom dann doch aber auch für mich der totale Overkill.
Was auch übelst kacke war: Das Haus war zwar entgegen unserer Befürchtungen absolut bewohnbar mit fließend Wasser, Elektrizität, sogar einer Waschmaschine und genügend Schlafmöglichkeiten für 2 Paare. Aber Männchen und ich hatten keinen Raum zur Verfügung, der eine Tür hatte! Und so schliefen wir also mit einem türlosen Durchgang, was natürlich nicht sonderlich das Intimleben förderte... Meine Eltern hatten zwar eine Tür, aber man konnte ja nie wissen, wann sich mal jemand aufs Klo schlich oder so.
Für Männchen und mich war der Urlaub nicht wirklich Urlaub. Männchen war der Chauffeur und konnte nicht im Meer schwimmen oder am Strand rumlümmeln, wie er es sich gewünscht hatte. Für ihn war der Urlaub mehr oder weniger ein Reinfall. Bei mir kam auch kein Urlaubsfeeling auf, aber es war sehr gut, meine italienischen Wurzeln wieder zu entdecken. Für meine Eltern, das merkte ich einfach, war es längst überfällig, für meinen Vater sowieso, aber auch für meine Mutter, die als junge Frau ja auch sehr oft mit meinem Vater in Italien war. Man traf vertraute Menschen nach vielen Jahren wieder, begab sich an früher vertraute Orte zurück und ließ Erinnerungen hochkommen, die man irgendwie längst verdrängt hatte.
Übrigens übernachteten wir hin und zurück jeweils im zu diesem Zeitpunkt toten Sölden. In beiden Pensionen waren wir die einzigen Gäste, was ja aber auch nicht schlecht ist. Die 2. Pension wurde von einem jungen Mann geführt.Als wir zum Frühstück antraten, sahen wir im Privatbereich einen weiteren Mann am (privaten) Frühstückstisch sitzen. Kommentar meine Mutter, die sofort erkannte, dass es sich um ein schwules Paar handelte: "Der andere Mann hat unser Frühstück hingestellt. Das ist dann also die Frau bei den beiden!" Hach ja, für meine Mutter gibt es bei schwulen Paaren immer eine Rollenverteilung, worüber sich mein bester schwuler Freund ja immer etwas echauffiert, dass dem nicht so sei. :-D
Das aber nur als kleines Anekdötchen zum Schluss...
Übrigens ist wohl klar, dass wir von allen Leuten gemästet wurden. So viel wie in diesen 2 Wochen habe ich selten gegessen. Nein, es muss "gefressen" heißen, ich kann das nicht mehr beschönigen! Meine Mutter sagte dazu nur: "In Italien nimmt man nicht zu, du wirst sehen, man kann hier so viel essen, wie man will, man wird nicht dick!" Kurioserwese hatte ich während des Urlaubs tatsächlich nicht zugenommen. Ein kleines Wunder, ich hatte mich ja nun auch nicht übermäßig bewegt. Vielleicht sollte ich ab sofort die italienische Pasta-Käse-Oliven-Diät starten!!!
Für uns steht fest: Wir kommen wieder, keine Frage! Dann aber alles ein bisschen besser durchdacht: Eine Ausweichmöglichkeit mit abschließbaren Zimmern und zu einer wettertechnisch günstigeren Zeit.
Und nun lass ich noch ein paar Bilder sprechen.
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| In diesem pittoresken Gebirge befindet sich u. a. unser Bergdorf (und zahlreiche andere). |
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| Leider wurden auch hier Teile der Landschaft beim großen Brand in den Marken vor wenigen Jahren zerstört. :-( |
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| Aussicht auf das Bergdorf meines Papas |
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| Meine Eltern wandern durch das kleine Dorf. |
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| Ausblick auf Ascoli Piceno |
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| Religiöse Deko im Haus meiner Großtante. Das Megateil hat sie selbst gehäkelt! Religiöse Bilder häkeln ist ein Hobby meiner weiblichen Verwandtschaft... |
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| Statue im Pilgerort Ambro: Ich hätte mir ja gern ein paar hübsche Armbändchen gekrallt... |
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| Religiöse Deko im Elternhaus: Einige der Sachen waren mit Alupapier umwickelt. Ich hätte mal fragen sollen, wieso... |
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| Solche Schilder machen Mut, wenn man die Serpentinen rauf- und runtergurkt und voller Panik in den tiefen Abgrund schaut. |
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| Meine Eltern mit den anderen jungen Hüpfern des Dorfes. |
6. Juni 2012
Blogpause
Sorry, Leute, aber ich schaffe es einfach nicht mehr, mit dem Posten nachzukommen. Ich wollte eigentlich ein paar Anekdoten aus dem Italien-Urlaub wiedergeben. Ich habe es zeitnah nicht geschafft, also wollte ich es nach meiner Rückkehr nachholen. Dann ging's aber schon 5 Tage später weiter nach Griechenland, und zwischen Italien und Griechenland bin ich vor Stress fast wahnsinnig geworden.
Jetzt bin ich in Griechenland und mache neue Erfahrungen, und jeder Tag bringt neue Dinge (nicht immer gute, aber zumindest lehrreiche). Und ich schaffe es einfach nicht, diesen Blog auf dem Laufenden zu halten. Deshalb werde ich ertsmal pausieren für unbestimmte Zeit. Es gibt ja so viele andere coole Blogs, die ihr in der Zwischenzeit lesen könnt.
Macht's gut, ihr Lieben, und bis vielleicht bald!
Jetzt bin ich in Griechenland und mache neue Erfahrungen, und jeder Tag bringt neue Dinge (nicht immer gute, aber zumindest lehrreiche). Und ich schaffe es einfach nicht, diesen Blog auf dem Laufenden zu halten. Deshalb werde ich ertsmal pausieren für unbestimmte Zeit. Es gibt ja so viele andere coole Blogs, die ihr in der Zwischenzeit lesen könnt.
Macht's gut, ihr Lieben, und bis vielleicht bald!
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