30. Januar 2013

Wer möchte reich & berühmt werden?

Vor ein paar Jahren hat mich eine Freundin überredet, mich bei einer Agentur für Statisten anzumelden. Damals wurde hier nämlich ein Hollywood-Film gedreht mit richtigem Staraufgebot. Ich muss wohl nicht dazu sagen, dass ich - klein und übergewichtig - im Gegensatz zu meiner Freundin - groß und schlank - nicht genommen wurde. (Am Ende kam sie aber doch nicht im Film vor.) Und ganz im Gegensatz zu Männchen, der auch von uns gezwungen wurde. Der hätte doch tatsächlich eine nicht ganz kleine Nebenrolle spielen dürfen! Hat dann aber abgesagt, weil er just in der Drehwoche seine 1. Arbeitsstelle nach dem Studium antreten konnte. Gut, man muss schon Prioritäten setzen, aber schade fand ich's allemal.

Auf jeden Fall kam heute eine Mail rein, die ich euch unbedingt zeigen möchte. Mein Interesse, von einem lüsternen Adeligen adoptiert zu werden, hält sich in Grenzen. Hab auch gar nicht die richtigen Möpse Manieren dazu. Aber vielleicht möchte sich ja von euch jemand bewerben?

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Hallo XXX,
wenn Du berühmt werden möchtest, Lust auf Dreharbeiten in L.A. (USA) hast und gerne einen Adelstitel tragen würdest, haben wir ein außergewöhnliches Angebot für Dich, dass Dein Leben nachhaltig verändern kann!
Im Rahmen einer Show für ProSieben „taff“ adoptiert Frédéric Prinz von Anhalt die glückliche Gewinnerin!
Produziert wird quasi eine kleine TV-Show mit 10 Folgen à 10 Minuten Länge, die im Rahmen von „taff“ ausgestrahlt wird. In dieser Show treten mehrere Kandidatinnen in unterschiedlichsten Disziplinen (Anmerkung: Vermutlich Schlammcatchen, Bikinis vorführen, nackig auf einer Riesenbanane durchs Wasser gleiten etc.) gegeneinander an. Die Gewinnerin wird rechtsgültig von Frédéric Prinz von Anhalt adoptiert – d.h. Du könntest zukünftig eine „von Anhalt“ sein! Darüber hinaus geht die Gewinnerin keinerlei Verpflichtungen ein! Mehr können wir Dir zu diesem Zeitpunkt leider nicht verraten. (Das reicht ja auch schon, dass sich niemand meldet, der noch ein Fünkchen Stolz im Leib hat.).

Kurzinfo:
Drehort:                      Los Angeles USA (8 Tage) + München (2 Tage)
Zeitraum:                    01. – 14. März 2013 (Abflug nach L.A. am 04.03.)
Gage:                         0 € (die Produktion zahlt aber Flüge, Hotels und Verpflegung) (Das ist immerhin  mehr, als man bei einem Praktikum erhält, Respekt!)
Gewinn:                      Adelstitel (Frédéric Prinz von Anhalt adoptiert Dich) (Krieg ich dann wenigstens auch noch Knete oder wie?)
Infos zum Prinzen:     www.prinz-frederic.com  (In dem Alter ist die Bezeichnung 'Prinz' ja auch irgendwie affig... Und Wikipedia verrät mir, dass der Typ ja auch nur adoptiert wurde und gar nicht echt adlig ist! Boah, ey, Schiebung!)
Voraussetzungen:      Alter 18-35 Jahre, weiblich, Zeit und „ins Konzept passend“ ("ins Konzept passend" heißt dann wohl, ich soll ein vollbusiges Blödchen sein?)

Bei Interesse musst Du uns bis spätestens Mo. 04.03.2013 (10:00 Uhr) auf diese E-Mail antworten. Bitte stelle uns zunächst keine Fragen. Wir schlagen Dich ggf. der Produktion vor und die klären dann alle Details direkt mit Dir.
Bitte antworte nur dann, wenn Du begeistert bist und richtig gerne mitmachen würdest!

Mit den besten Grüßen vom BAVARIA FILM Gelände!
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Naa, hat jemand Interesse, dann schick ich ihr die Mailadresse. ;-)

29. Januar 2013

Unglück im Glück

In den letzten Wochen gewinne ich immer mehr den Eindruck, dass auf alles Gute gleich was Schlechtes folgt. Und das nervt mich ganz schön. Hier nur mal zwei Beispiele:
1. Ich steige in die Straßenbahn (mit der ich selten fahre), die natürlich gut besetzt ist. Nach ein paar Metern finde ich tatsächlich noch den letzten freien Platz. Da sich keine gebrechlichen oder schwangeren Mitfahrer/innen in meiner Nähe befinden, lasse ich mich nieder. Tut gut, nachdem ich gerade 4h gestanden habe. Nach einer Minute stelle ich jedoch fest, dass der Mann neben mir eine penetrante Geruchwolke aus Schweiß, ranzigem Fett und Zigarettenqualm verströmt. Mir wird direkt schlecht und ich versuche, meine Nase irgendwie unauffällig zu bedecken. (Will ja nicht unhöflich sein.) Mein Plan, mich schnell zu entfernen und die Fahrt dann doch lieber stehend zu verbringen, wird durch das Einsteigen der Gäste an der nächsten Station zunichte gemacht, denn mittlerweile ist auch der Gang proppenvoll. Die nächsten 10 Minuten verbringe ich mit Schnappatmung...

2. Ich liebe Adventskalender-Gewinnspiele. Da ich ja nun genug Freizeit habe, habe ich im Dezember tatsächlich knallhart täglich bei 30-40 Gewinnspielen mitgemacht. Irgendwas, so dachte ich mir, muss ich doch gewinnen! Und tatsächlich, aus mehreren 1000 Gewinnen gewinne ich:
Nr. 1: Einen 20 €-Gutschein von Baby1One. Den ich auch noch persönlich im Gewerbegebiet abholen muss. Ich will nicht undankbar sein, aber ich habe kein Kind. Zum Glück konnte ich den Gutschein meiner Schwester weitervererben, nachdem ich am Samstag extra im Wochenendtrubel mit dem Auto zu dem Laden bin, der mit den Öffentlichen nicht zu erreichen ist. Ansonsten hätte ich das Teil irgendwie verkauft.
Nr. 2: (Und zugleich mein schmerzlichstes Beispiel für meine momentane "Unglück im Glück"-Strähne.) Ich habe ein schönes Hardcoverbuch mit Täschchen gewonnen. Ich freue mich wirklich, als ich davon erfahre! Nach über einem Monat nun die ernüchternde Erkenntnis, dass der Gewinn von der Post verschlampt wurde. Das Mädel vom Bücherblog, wo ich das Buch gewonnen habe, kann sich auch keinen Reim darauf machen. Das Teil kann ich mittlerweile endgültig abschreiben. Vorfreude auf nix. Wobei ich mir mittlerweile auch vorstellen könnte, dass die Dame das Buch nie abgeschickt hat, denn sie hat es nach einem Monat immer noch nicht geschafft, einen Nachforschungsantrag zu stellen...

Das Leben ist böse-blöd!!!

25. Januar 2013

Dschungelcamp

Guckt hier jemand eigentlich "Ich bin ein Star - holt mich hier raus"? Ihr dürft natürlich auch anonym antworten, wenn ihr euch schämt. ;-)

Also ich gucke das jedenfalls nicht. So eigentlich. Kenne es aber selbstverständlich, denn wer in Deutschland lebt und nicht jegliche Art von Medien konsequent ignoriert, wird immer früher oder später mit Neuigkeiten aus dem Dschungelcamp konfrontiert. Und ab und zu lese ich die Artikel mit den reißerischen Überschriften auch, weiß der Herr, warum eigentlich... zumal ich die meisten "Promis" eh nicht kenne.

Jedenfalls sind wir uns vermutlich einig, dass diese Show der absolute Trash ist. Man weiß nicht, ob man schimpfen soll, dass RTL unbeirrt auf die größten Schicksalsschläge der Menschheit mit Zoom draufhält. Sei es, ob jemand gerade duscht, pinkelt, heult, in Känguruhoden beißt oder sich die Seele aus dem Leib kotzt. "Pfui Deifel!", denkt man sich, "Schwenkt doch ab, das ist viel zu intim/eklig!" Andererseits gehen diese "Promis" ja freiwillig ins Camp und wissen nach mehreren Staffeln nunmal bereits, wie der Hase läuft. Sie haben es also nicht anders verdient.

Trash hin oder her - natürlich ist es klar, dass nicht nur die Unterschicht der Unterschicht diesen Mist guckt. Ich bin mir sicher, dass der ein oder andere Uniprof gerne mal reinzappt. Eine Freundin von mir zelebriert das Dschungelcamp jedes Jahr wieder aufs Neueste. Keine Folge wird verpasst, alle Berichte darüber werden verfolgt, Infos zu den Promis recherchiert usw. Und über diese Dame kann ich tatsächlich mit Fug und Recht behaupten, dass sie meine wohl intelligenteste Freundin ist. Und ich habe in meinem Freundeskreis durchaus noch ein paar Akademiker hier und da, die Messlatte liegt also soooo niedrig nicht.

Wieso guckt sich jemand mit einem dreistelligen IQ sowas an? Vermutlich, weil man so schön abschalten kann vom eigenen Leben und sieht, es geht immer noch schlimmer und überhaupt, so tief gesunken bin ICH ja zum Glück noch nicht! Männchen nennt das auch das Unfallprinzip: Man möchte nicht, aber man kann gar nicht anders, als hinzuglotzen. Deshalb hat er mir auch neulich, als wir zufällig reingezappt hatten, verboten, den Fernseher auszuschalten... Auch du, mein Sohn Brutus!

Aber ich gebe zu, am Anfang meiner "Arbeitslosenlaufbahn" habe ich auch viel so Schrott geguckt, z. B. "Britt". Ich fand es irgendwie aufbauend, dass es noch größere Loser als mich gibt... Aber irgendwann hatte ich die Schmerzensgrenze erreicht, und seitdem packe ich sowas psychisch nicht mehr. Ich bin nun TV-technisch auf die Comedy- und "Mieten, kaufen, wohnen"-Schiene gewechselt.

Ach ja, Jay Khan, den ich nur kenne, weil besagte Freundin letztes Jahr gleich um die Ecke wohnte, keinen Fernseher besaß und Männchen überredete, ab und zu bei uns Dschungelcamp schauen zu dürfen, prophezeite neulich laut GMX-Startseite, dass Olivia Jones Dschungelkönig/in wird. Kann ich mir auch gut vorstellen, wäre ja nicht die erste Transe, die den Titel gewinnt. (Ja, ich gebe zu, ich dachte lange Zeit, Desirée Nick wäre ein verkleideter Mann...)

22. Januar 2013

Schul(aus)bildung heute

Nachdem ich gerade drüben bei den Herzdamengeschichten gelesen habe, dass sich die Eltern nach einer Grundschule für Sohn I umschauen, muss ich auch was zu dem Thema loswerden. Zwar bin ich kinderlos, aber mittlerweile habe ich doch schon genug mitbekommen, um auch eine Meinung dazu haben zu dürfen.

Egal auf welche Schule die Kinder heutzutage kommen, ich hoffe, dass sie nicht mit Förderunterricht noch und nöcher überrannt werden. Wenn ich schon höre, dass in manchen Grundschulen bereits zwei Fremdsprachen angeboten werden, zahlreiche Förderkurse, Wahlfächer etc.

Viele Eltern heutzutage wollen sich kleine Genies hochzüchten, wie es scheint, habe darüber auch erst die Tage einen sehr interessanten Artikel gelesen (Finde ihn nur nicht mehr, doof.). Ich sehe ja schon an meiner Schwieger-Nichte, wie die neben Vollzeit-Kindergarten noch jeden Spätnachmittag irgendeinen Kurs hat, dann gegen 18/19 Uhr hundsmüde nach Hause kommt, zum Abendessen genötigt wird, wo sie die übermüdete Diva gibt, und dann zur Schlafenszeit schon wieder viel zu aufgedreht ist, so dass das Zu-Bett-Bringen mit allem Drumherum locker 1,5h dauert. Und das Ganze wiederholt sich 5 Tage die Woche, und am Wochenende gibt's natürlich auch ganz viele Veranstaltungen, wo man das Kind hinschleift. Hauptsache, es hat niemals 5 Minuten, um mal im eigenen Kinderzimmer einfach nur spielen zu dürfen. Oder noch schlimmer: Hauptsache, es gibt keine 5 Minuten, wo sich Frau Mama mal selbst mit dem Kind beschäftigen muss. Lieber wird dann noch schnell die Babysitterin angerufen...

Und ich schätze, in der Grundschule wird es noch schlimmer werden. Und mittlerweile werden die Kids ja schon mit 5 eingeschult. Ich war schon fast 7. Als meine Eltern überlegten, mich schon mit fast 6 einzuschulen, wurde ihnen seitens der Kindergärtnerin (Ganz klassisch: eine Nonne! Aber ja, die gab's auch in lieb.) widersprochen: "Lassen Sie die Kinder noch ein bisschen Kind sein und spielen, der Ernst des Lebens beginnt früh genug." Recht hatte sie!

Ich bin auf dem Land aufgewachsen, wir haben in der Grundschule nur das Übliche gemacht (Mathe, Deutsch, Sport, Heimat- und Sachkunde, Religion, Musik), kein Förderunterricht (Das Wort war uns und unseren Eltern völlig fremd.), keine Fremdsprachen (Englisch erst ab der 5.), keine Wahlkurse. Wir hatten nachmittags viel Zeit, um einfach draußen spielen zu gehen mit unseren Freunden. Ich hab's trotzdem überlebt, und alle anderen Kinder auch, soweit ich weiß. Und ich bin nicht total verblödet, ich hab ja sogar Apritur (Von Juliane geklaut, sorry, bot sich jetzt an.) und Uniabschluss. Das mit der Arbeitslosigkeit lassen wir mal unter den Tisch fallen, war ja allein meine Entscheidung, den exotischen Weg zu gehen.

Ich hoffe wirklich für die Kleinen, dass dieser Leistungsdruck nicht noch schlimmer wird. Wenn ich schon höre, dass Eltern für ihr Kind in der 1. Klasse bereits Nachhilfe suchen... Ich glaube nicht, dass wir damals überhaupt hätten sitzen bleiben können nach der 1. Klasse. Ich verstehe, dass die Anforderungen immer höher werden und die Eltern einfach versuchen, ihr Kind auf dem Level der anderen zu halten. Aber wenn das so weitergeht, kriegen schon Erstklässler einen Burn-Out...

21. Januar 2013

Zusammenfassung...

...der bisher von mir durchgelesenen Jobanzeigen. Ich fasse mal allgemeingültig zusammen, was sich der deutsche Arbeitgeber so erwartet:



Lieber Bittsteller,
wir sind eine Firma, die nicht sonderlich viel mehr zu bieten hat als jede x-beliebige Firma auch. Und wir möchten auf keinen Fall für die gute Leistung unserer Arbeitnehmer zur Kasse gebeten werden.
Deshalb bieten wir Ihnen fortlaufend Praktika in unserem Unternehmen an. Sie brauchen ja immerhin jede Menge praktische Erfahrungen, wenn Sie eine reelle Chance haben wollen, irgendwo einen untertariflich vergüteten, befristeten Job zu bekommen, der gerade so zum Leben reicht, was aber auch egal ist, denn Sie werden eh keine Zeit haben, das Geld auszugeben, denn Sie arbeiten ja sowieso gerne auch in Ihrer Freizeit unentgeltlich weiter.
Für das Praktikum in unserer Firma müssen Sie nicht viel mitbringen. Nur einen überdurchschnittlich guten Hochschulabschluss, einschlägige Berufserfahrungen in unserem Fachbereich (Natürlich ist das irgendwie unlogisch, wenn wir Ihnen angeblich das Handwerk in unserem Praktikum vermitteln wollen, aber es ist doch immer einfacher, Sie auszubeuten, wenn Sie so wenig wie möglich eingelernt werden müssen und direkt für uns nützlich sein können.), Auslandserfahrung, Kenntnisse zu allen PC-Programmen dieser Welt und so ziemlich alle Sozialkompetenzen, die man als „positiv“ betrachten kann. Darüber hinaus sollten Sie mindestens 5 Sprachen fließend beherrschen und nicht älter als 25 Jahre sein. Das war’s aber dann auch schon an Anforderungen. Dafür haben wir auch eine Menge zu bieten! Immerhin lassen wir Sie unsere heiligen Hallen betreten, wo Sie in einem mehrmonatigen Praktikum unsere Arbeitsabläufe kennenlernen und mal sehen, wie es eben in der Berufswelt so abläuft.
Eine Vergütung kann selbstverständlich nicht angeboten werden, da wir für sowas nicht auch noch Geld haben. Aber Sie arbeiten sicherlich gerne für lau, und um Ihre Fixkosten, die Sie irgendwie decken müssen, können wir uns nun wirklich nicht auch noch sorgen. Sicherlich haben Sie wohlhabende Eltern, die Ihnen alles finanzieren können.
Sollten Sie uns mit einer Bewerbung belästigen wollen, schicken Sie diese bitte ausschließlich, also wirklich nur über den postalischen Weg. Es ist viel zu umständlich, Ihre Unterlagen auf dem Bildschirm anzuschauen oder auf eigene Kosten auszudrucken. Einen frankierten Rückumschlag erwarten wir selbstverständlich auch, sonst wandert Ihre Mappe direkt durch unseren Reißwolf.
Also beeilen Sie sich! Es gibt jede Menge verzweifelter Berufsanfänger, die genau diese Stelle wollen und sie sich auch leisten können. Sollten Sie es nicht geworden sein, dann werden Sie das schon irgendwann merken, wenn Sie nichts von uns hören. Mit Absageschreiben haben wir‘s nicht so – wozu die Zeit und das Geld verschwenden, wenn wir Sie eh nicht wollen? Dafür haben Sie ja sicherlich Verständnis.
Unsere Personalabteilung freut sich auf Ihre Unterlagen – und liest sie sich vielleicht bei guter Laune auch halbherzig durch. Vorausgesetzt, das obligatorische Bewerbungsfoto gefällt uns.

14. Januar 2013

Warum Männchen nicht im Jobcenter arbeiten sollte...

Ich: "Sabines Sohn* weiß jetzt, was er machen will. Irgendwas mit Menschen."

Männchen: "Wie wär's mit Henker?"

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Nun ja, die Todesstrafe wurde in Bayern ja abgeschafft, aber Männchen schlägt spontan die USA oder Afghanistan vor. Ob ich Sabine diesen Vorschlag mal unterbreiten sollte?

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* Sabines Sohn ist 19 und hat nach nur 3 Wochen sein Studium geschmissen, für das die Eltern mühsam ein WG-Zimmer im 300 km entfernten München gesucht und neue Möbel gekauft hatten.

8. Januar 2013

Geschenketerror 2.0

Also, jetzt muss ich doch mal darüber schreiben. Hier lesen ja auch Mütter (Vielleicht auch Väter???) mit. Ich beobachte das Ganze jetzt seit wenigen Jahren, seit ich eben kleine Kinder in meinem direkten Umfeld habe. Was die zu Geburtstag und v. a. Weihnachten mit Geschenken zugeschüttet werden, geht für mich auf keine Kuhhaut!

Beispiel letztes Weihnachten bei Männchens Familie: Seine 5jährige Nichte soll Geschenke verteilen. Das wird eine so ätzende Angelegenheit, dass ich ihr am liebsten ein Taschentuch mit Chloroform gegen das Gesicht pressen und selbst die Geschenke verteilen würde... Männchen geht's genauso. Familiäre Bande und niedliches Kindchengesicht hin oder her. Aber es geht fast 2 Stunden lang etwa so: "Und für wen ist denn nun das Geschenk? Oh, für Lilli! Na sowas!" Lahmarschiges Auspacken, dann erstmal alles ausprobieren. Der Rest wartet, bis es weitergeht... Der Weihnachtsbaum geht fast unter der Geschenkeflut unter. Aber am Ende sind vielleicht 20% für die anwesenden Erwachsenen - immerhin 8 Stück an der Zahl. Der Rest geht fast ausschließlich an Männchens Nichte. Oder alternativ an seine beiden Niffen im Teenageralter. Man merkt, dass die älteren Kids sich schon gar nicht mehr richtig freuen, weil sie es schon gewohnt sind, alles zu kriegen, was sie sich auch nur ansatzweise wünschen. Plus Geld, natürlich.

Diese Weihnachten: Die kleine Nichte war nicht da an Heiligabend (Und bekam tags darauf ihre eigene Bescherung.). 7 Erwachsene + Nichte (18) und Neffe (16). Unter dem Baum türmen sich die Geschenke. Schwiegervadder fängt an zu verteilen. Ich nehm ihm die Aufgabe schließlich weg, weil er jedes Geschenk schnell aufreißt, bevor er es weitergibt, angeblich um dem Geschenkeempfänger die Arbeit abzunehmen. *Kopfschütteln, und zwar heftig* Ich verteile und verteile und verteile. Ein Fünftel der Geschenke geht an die Erwachsenen. Muss dazu sagen, dass in Männchens Familie gewichtelt wird, so dass jeder Erwachsene idR. nur ein Geschenk erhält. Die letzten 4/5 gehen allesamt an die Teenager. Und das sind nicht nur so kleine Geschenkchen, nee! Hier Skischuhe, da ein Fahrrad (in Form eines Gutscheins), teure Klamotten, Kontoauszüge für Silberanleihen (Der Vater steht auf Edelmetalle...), Bargeld und und und. Mir fallen fast die Augen aus dem Kopf. Ich meine, die Kids sind (fast) erwachsen, wieso werden die immer noch mit Geschenken überhäuft? Klar, da spricht auch der Neid aus mir herau. Immerhin musste ich ebenfalls mitwichteln und die obligatorische "mindestens 50 €"-Regelung beachten, obwohl ich bei den Erwachsenen die Einzige bin, die arbeitslos ist und dementsprechend überhaupt keine Knete hat. Da wär's ja eigentlich nur fair, wenn die anderen ab der Volljährigkeit auch mitwichteln. Pfft.

Jedenfalls haben sich die Kids natürlich so gut wie gar nicht gefreut. Wenn man aber fast eine Stunde am Auspacken ist, dann ist das ja aber auch total anstrengend. Ich war ja schon vom Zusehen total erschöpft...

Mein bester Freund hat erzählt, dass seine Nichten (im Grundschulalter) ebenfalls unfassbare Berge an Geschenken erhalten. Die nun aber auf mehrere Tage aufgeteilt werden, weil die Kinder sonst schier wahnsinnig werden.

Gerade in den Blog einer Freundin geguckt, die zwei Kinder (4 und 7) hat. Ein Bild mit einem Baum, der unter sich -zig Geschenke für die Kids parat hält. Lustig bei der Familie finde ich allerdings, dass sie keine Knete hat, aber die Kids nur die teuersten Markensachen kriegen dürfen.

Muss das denn sein? Ich schenke auch gerne, aber irgendwie habe ich das Gefühl, nachdem ich ja nun auch mal 8 Wochen mit oben besagter Nichte zusammengewohnt habe, dass die Kids schon im Kleinkindalter so eine derbe Reizüberflutung erleben, dass sie sich kaum noch über irgendwas freuen oder sich für etwas faszinieren können, wenn sie erstmal ein bisschen größer sind. Da ist nichts mehr besonders, weil man alles schon kennt, alles hat, alles erlebt hat.

Und ich bin die voll naive Tante. Als (Schwieger-)Nichte den Skischuh vom Cousin in Händen hielt und damit ein bisschen herumspielte, sagte ich auch noch ganz doof: "Das ist ein Skischuh zum Skifahren." Sagt Nichte: "Ja, weiß ich doch, ich hab auch eigene Skischuhe und war schon Ski fahren." Mit 5. Toll. Da wusste ich noch nichtmal, was Skier überhaupt sind. Immerhin hat sie auch nicht erkannt, dass es ein Snowboardschuh war, ha!

Let's face it: Ich bin jetzt 31 und die neue Generation ist schon lange angebrochen. Und ich komm da nicht mehr mit. *seufz*