15. Februar 2011

Glückskeks-Weisheiten

Gestern beim Chinesen:

Nach dem Essen gibt's Gratis-Glückskekse, ui! Natürlich will ich sofort wissen, was das Schicksal für mich bereit hält. Ich reiße also ungeduldig an der Verpackung, mit dem Ergebnis, dass mein Keks in hohem Bogen auf den Boden fliegt. Verlegen springe ich hinterher und hebe den nun nicht mehr genießbaren Glückskeks auf. Der Spruch, der darin steht, lautet: "Bücken muss man sich, wenn man durch die Welt will."

Mein Männchen hat daraufhin seinen eigenen Keks brüderlich mit mir geteilt und fand darin den Spruch: "Gefühle der Großzügigkeit anderen gegenüber erhellen dein Gemüt."

Wahnsinn, wie passend die Dinger manchmal sind!

P.S.: Die englische Übersetzung meines Spruches auf der Rückseite lautet übrigens: "If you want to cross the world, you have to be clever." Ich wusste gar nicht, dass "to be clever" auch "sich bücken" heißen kann! Und da sag nochmal jemand, dass Schlampen dumm sind!

13. Februar 2011

Selbstlos oder "Time is money"?

Diese Woche war in punkto Gesundheitswesen für mich etwas verwirrend. In positiver Hinsicht. Aber zuerst einmal die ermüdende Vorgeschichte:

Da heißt es immer, die Ärzte wären so gierig und holten aus den Patienten geldtechnisch immer das Letzte raus. Da ich meist nur Leistungen in Anspruch nehmen muss, die von meiner Krankenkasse gezahlt werden, und ich somit "nur" die obligatorischen 10 € abdrücken muss, kann ich dazu ja eigentlich nix sagen. Nur bei meinem Freund, der bis vor nem halben Jahr noch privat versichert war, hab ich mitgekriegt, dass viele Ärzte oft noch zusätzliche Leistungen miteinfließen lassen, ohne den Patienten vorher zu fragen. Z. B. hat sein Zahnarzt noch ne Speziallupenbrille (oder wie auch immer das heißt) zum Reingucken aufgesetzt und dafür gleich nochmal 30 € abkassiert. Das geht natürlich nur bei Privatpatienten.

Nun musste ich mich nach vielen vielen Jahren erfolgreicher Zahnpflege doch noch auf den Folterstuhl des Dr. Mabuse setzen, weil ich Karies hatte. :-( Ich hatte für die Behandlung den Zahnarzt gewechselt, weil ich bei meinem alten, dem ich Zeit meines Lebens die Treue gehalten hatte, so mit zunehmendem Alter und zunehmender Weisheit, wenn man eben anfängt, auch mal was zu hinterfragen, den Eindruck hatte, dass er lieber Schäden repariert, als sich um Prophylaxe zu kümmern. So hieß es all die Jahre immer nur bei der Vorsorgeuntersuchung: "Alles in Ordnung, Sie können wieder aufstehen." Erst nach Bitte meinerseits, wenn überhaupt, wurde mir mal Zahnstein entfernt. Gut, angeblich hatte ich meist nie Zahnstein, aber trotzdem. Auch auf meine Nachfrage nach der kostenpflichtigen Zahnreinigung, die ihm ja immerhin ein paar Euro in den Geldbeutel gespült hätte, wurde immer nur geantwortet, dass das nicht nötig sei. Bis dato rühmte ich mich also selbst mit einer scheinbar tadellosen Mundhygiene. Und als ich im Dezember siegessicher auf den Untersuchungsstuhl hüpfte, war ich zutiefst schockiert, dass ich ein Loch hatte. Zwar nur ein kleines, da reichte laut ZA ein Termin in 1-2 Monaten. Aber hey, ein Loch!!! Wer will das schon? :-(

Jedenfalls machte ich den ZA persönlich für das Loch verantwortlich. Was natürlich Quatsch ist, weil ich ja selbst für meine Zahnpflege verantwortlich bin. Aber es verstärkte einfach mein Gefühl, dass diesem ZA die Prophylaxe total wurscht ist. Also ging ich zu einem anderen ZA, zum 1. Mal in meinem Leben!

Und der fand - oh Schreck! - noch ein 2. kleines Loch an einer völlig anderen Stelle! Ich dachte, ich spinne! Als ich mich über meinen alten ZA ereiferte, meinte er, das Loch sei sehr schwer zu sehen und könne leicht übersehen werden, da kann man dem ZA keinen Vorwurf machen. Ja, ich weiß, eine Krähe und so...

Eine Woche später saß ich also auf dem Folterstuhl. Selbstredend ließ ich mir eine Betäubungsspritze geben, und da darf jetzt jeder "Weichei!" rufen, so viel er will, ich steh dazu: Ich hatte Angst, dass es weh tut, und wenn ich dem mit einem kleinen Piekser aus dem Weg gehen kann, dann tue ich das, so!!!

Nun, nachdem der ZA das 1. Loch aufgebohrt hatte, meinte er, oh oh, der Nachbarzahn hat leider auch schon Karies abbekommen. Ja wie - ein 3. Loch?! Ich fiel aus allen Wolken. Da hab ich seit meiner Kindheit kein einziges Loch mehr gehabt, und dann gleich 3 auf einmal?! Wenn ich was mache, dann richtig, was?... Ich kam mir vor wie ne Assibraut, die sich nur 1x pro Woche die Zähne putzt. Mann, war das frustrierend!

Aber kommen wir doch nun zum eigentlich Teil der Geschichte, dem meine Überschrift gewidmet ist. (Mit dem Kurzfassen hab ich's leider nicht so, wie ihr bereits gemerkt haben werdet.)

Ich hatte mich für die kostenpflichtige Variante der Zahnfüllung entschlossen, weil wenn dann richtig, und die billige Zementfüllung von der Krankenkasse, die mein ZA mit "Ich will jetzt nicht sagen, dass es Schrott ist, aber... na ja..." umschrieb, wollte ich nicht. Das bedeutete aber eine stolze Rechnung i.H.v. 150 €. Für mich als gerade Kaum-Verdienerin sauviel Geld. Als ich so mit betäubter Fresse auf dem Stuhl saß und mir dachte "Scheiße, 3 Löcher!!!", stellte mich der ZA vor die Wahl. Ich könne das 3. Loch entweder gleich mitbohren lassen, oder ich warte mal ab, wie es sich entwickelt. Letzteres wäre aber riskant und er würde mir nicht dazu raten. Mir fiel dazu nur Folgendes ein: "Das wären ja nochmal 75 € mehr, oder?!" Der ZA nickte. Also fing ich an zu überlegen. Ich meinte, das sei mehr, als ich momentan im Monat verdienen würde, ich weiß ja nicht, damit hatte ich nicht gerechnet... Entweder hatte der ZA wirklich Mitleid mit mir armer Assibraut oder er dachte sich: "Jetzt mach hinne, Alte, ich hab nicht den ganzen Tag Zeit!". Jedenfalls sagte er zu mir: "Wissen Sie was? Ich bohr das Loch jetzt mit und berechne es Ihnen nicht. Ich hätte einfach ein schlechtes Gewissen, wenn ich das offen ließe, und jetzt sind Sie ja schonmal da." Das fand ich irre nett und die Rechnung blieb tatsächlich bei 150 €. Mein ZA hatte mir somit 75 € geschenkt. Und ich weiß, er wird daran nicht zu Grunde gehen und mich am Montag in der Fußgängerzone um nen Euro anbetteln, weil ihn diese selbstlose Tat in den Ruin getrieben hat. Aber ich finde es trotzdem sehr nett von ihm. Auch wenn Ärzte meiner Meinung nach eh eigentlich ihren hypokratischen Eid an 1. Stelle setzen und nicht auf den Geldbeutel schielen sollten.

Das Erstaunliche aber ist, dass meinem Freund gestern etwas Ähnliches passierte. Er fand eine beunruhigende Farbveränderung auf seiner Haut und machte sich Sorgen. Deshalb versuchte er, einen Hautarzt zu finden, der auch samstags Sprechstunde hatte. Was in dieser bayerischen Schnarchnasenstadt ein Ding der Unmöglichkeit ist. Aber ein Arzt war so doof und ging ans Telefon. :-D Eigentlich hatte der samstags nur vorab ausgemachte Termine, aber er schob meinen Freund zwischenrein. Der Arzt hatte keine Sprechstundenhilfen da und machte alles selbst, also auch den ganzen Papierkram, was ihn sichtlich überforderte. Die Verfärbung war übrigens harmlos, aber mein Freund ließ sich die Stelle dann doch rausschneiden, sicher war sicher und das Ding störte ihn eh schon lange. Die Entfernung kostet gesetzlich Versicherte eigentlich 20 €. Aber da der Arzt keine Lust hatte herauszufinden, wie man eine Rechnung am Computer erstellt, sagte er zu meinem Freund, er schenke ihm die Behandlung. Das fand dieser natürlich sehr nett. Aber so im Nachhinein denke ich mir, wenn ein Arzt erstmal 15 Min. am PC rumfummelt und versucht, ein Dokument zu erstellen, hätte er in der Zeit vermutlich auch eigentlich 20 € oder mehr verdienen können, statt sich mit solch niederer Arbeit rumzuärgern.

Aber uns ist das egal. Da haben wir uns also insgesamt 95 € gespart. Na ja, so kann man das auch nicht sehen, weil ich vor lauter Geiz und so vermutlich den 3. Zahn erstmal unbehandelt gelassen hätte...

Aber da soll doch nochmal einer sagen, dass Ärzte gierig seien! Sowas darf mir ruhig öfter passieren, und solchen Ärzten bleibe ich - vorausgesetzt natürlich, die Leute taugen auch fachlich was - "gerne" als Patient erhalten! Wie wär's mit ner tollen Werbeaktion à la: "Die ersten 500 Patienten kriegen die Praxisgebühr erlassen!"?

11. Februar 2011

Igitt!

Mal eine Frage an die holde Weiblichkeit, zu der ich mich ja auch zählen darf:

Findet ihr es auch unmöglich und Ekel erregend, dass viele Männer auf offener Straße durch die Gegend rotzen? Hochziehen, laut würgen und dann *zack* ab auf die Straße mit der Scheiße?

Ich hasse das! Ich finde das eklig und respektlos gegenüber den Leuten, die einem entgegenkommen oder am Besten noch hinter einem laufen und am Ende noch in den Fick reinlatschen.

Können sich diese Sackträger nicht mal benehmen???

8. Februar 2011

Mangelnde Begeisterung

Ich möchte vorab kurz anmerken, dass ich eigentlich per se nicht kinderfeindlich bin. Aber meine Schmerzensgrenze zur Kinderfeindlichkeit ist manchmal schnell überschritten.

Vor einiger Zeit besuchte ich eine Freundin, die mit Mann und zwei kleinen Kindern mehrere hundert Kilometer weit weg wohnt, weshalb ich sie vielleicht 1-2x im Jahr sehe - wenn's hochkommt. Was aber auch nicht so tragisch ist angesichts der Tatsache, dass ich ihren Mann total scheiße finde, und der leider bei jedem Treffen dabei ist. Dann muss ich mir von ihm immer Vorwürfe anhören wie: "Wie lange willst du eigentlich noch mit Kinderkriegen warten?" oder "Bald bist du zu alt!", und das mag ich nicht. Denn 1. bin ich noch nichtmal 30 und durchaus der Meinung, der Kinderzug ist noch nicht abgefahren, und 2. krieg ich jedesmal wieder Angst vor Kindern, wenn ich ein paar Stunden mit seiner Tochter verbracht habe, die es schafft, 2 Stunden nonstop am Spieß zu kreischen, wenn ihr was nicht passt. Wenn das passiert, revidiert er plötzlich seine Meinung und ruft: "Schaff dir bloß keine Kinder an!" Ja was denn nu???

Außerdem würde ich meinen Kindern später auch gerne mal was bieten können, ich bin eben eher der vorausschauende, planende Typ. Da gibt's ja so vieles zu bedenken. Anfangs mag ja der Hartz IV-Satz für Windeln und Babybrei reichen, ein Baby braucht ja nicht sooo viel. Aber irgendwann kommen dann die kleinen, später die großen Wünsche dazu. Und wer will schon immer ein enttäuschtes Kindergesicht vor sich sehen müssen? Kurz und gut: Ein bisschen fest im Leben stehen sollte man einfach, wenn man sich für Kinder entscheidet, denn die können nicht von Luft und Liebe leben.

Deshalb fand ich den Plan meiner Freundin, sich noch während des Studiums einen Ex-Knasti zu schnappen, das 1. Unfall-Baby kommentarlos abzutreiben, weil der Kerl ja eh nichts taugt, um dann 1,5 Jahre später doch mit dem gleichen Typen mit Wunschbaby und Hochzeit aufzuwarten, irgendwie misslungen. Frei nach dem Motto: "Jetzt bin ich schon Mitte 20, jetzt krieg ich eh nix Besseres mehr." Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass ich den Kerl scheiße finde? Das liegt nicht daran, dass er ein Ex-Knasti (Nein, zum Glück nur irgendwas mit Rechnungen nicht bezahlt, keine Gewaltsachen!) und total ungebildet ist. Ich muss mich ja nicht nur mit Akademikern abgeben. Das Schlimme ist nur, dass er so tut, als hätte er die Weisheit mit Löffeln gefressen und auch keine Sekunde mal die Klappe halten kann, um diese Weisheiten von sich zu geben. Und sowas finde ich immer furchtbar, egal welchen tatsächlichen Bildungsstatus ein solcher Mensch besitzt. Für seine Familie kann er auch nicht wirklich sorgen, so ohne richtigen Job. Deshalb geht die Frau arbeiten, während er sich bei den Kindern mit kostenpflichtigen Aktionen einschmeichelt, so dass das Geld jeden Monat mal wieder mehr als knapp ist. Und wenn dann mal was ist, ist aber er der Big Boss, unabhängig davon, wer die Brötchen verdient. Wenn die Kids sich vor anderen Leuten nicht benehmen, wird kurzerhand die Frau vor allen Leuten zusammengeschissen, die - wie er einfach mal entschieden hat - an dem Gekreische schuld sein muss.

Gut, meine Freundin ist ein bequemer Mensch, sie mag keine Veränderungen. Und mit 2 Kindern trennt man sich nicht so leicht. Aber meiner Meinung nach könnte sie ein angenehmeres Leben ohne diesen - Pardon, ich sach dat mal so: - Loser führen. Soll sie ihn doch einfach aus dem Haus ihrer Eltern, in dem sie mietfrei leben, rausschmeißen!

Was ich eigentlich ursprünglich erzählen wollte: Als ich dann neulich mal zu Besuch war, wurde mir ganz stolz ein Video von dem Töchterchen gezeigt. Das ist nämlich mit bereits 1,5 Jahren schon Mitglied der örtlichen Garde. Man hatte ihren 1. Auftritt gefilmt, und der sah so aus: Die Garde tanzte sich den Arsch ab, und ganz zum Schluss kam als Höhepunkt das vermutlich jüngste Mitglied auf die Bühne gerannt und sollte auf dem Abschlussbild mitposieren. Nur kam das Töchterchen angerannt und flog direkt auf die Schnauze. Sah danach belämmert aus, heulte los, und ein Gardemädel nahm sie auf den Arm und winkte fröhlich.

Ich gebe es zu: Ich hätte am liebsten laut losgelacht, als ich das Video sah. Ich versuchte, es mir zu verkneifen, denn das Kind war im gleichen Raum wie ich, aber es war einfach zu ulkig. Das war ja ein toller Auftritt! Ich meine, von nem Kleinkind, das gerade laufen gelernt hat, erwarte ich keinen Spagat oder sonstwas, aber dass es wenigstens bei seinem spektakulären Auftritt auf die Bühne läuft, ohne sich lang zu machen, ist das Minimum meiner Erwartungen. Dementsprechend hielt sich meine Begeisterung in Grenzen. Zum Glück konnte meine Freundin das verstehen, die - Gott sei gepriesen! - selbst kein absolutes Muttertier ist. Ich bilde mir sogar ein, dass sie sich selbst ein Kichern verkniff, denn das Töchterchen war anwesend und sichtlich stolz auf seine Leistung.

Na ja, jedenfalls gibt es ein paar Familienrollenmodelle in meinem Leben, die ich mir nur intensiver betrachten muss, falls ich mal zu einem ungünstigen Zeitpunkt einen Kinderwunsch verspüre. (Siehe letzter Beitrag...)

5. Februar 2011

Hormon-Supergau

Was soll das bitteschön? Gerade sehe ich in einem Bollywood-Streifen-Happy End ein zugegebenermaßen total goldiges Baby, da krieg ich plötzlich feuchte Augen. Was soll denn bitte DER Scheiß??? Ist man als Frau mit Ende 20 etwa eine Geisel seiner Hormone? Ich will definitiv keine Kinder innerhalb der nächsten, hm, sagen wir mal, 6 Jahre. Und nein, ich habe NICHT das Gefühl, meine biologische Uhr würde ticken.
Ok, neulich, da hab ich's ticken hören: "tick tack, tick tack". Aber dann hab ich zu meiner Beruhigung festgestellt, das ist nur die Uhr vom Heizungsregler.
Jedenfalls, ich will keine Kinder, zumindest nicht jetzt, vielleicht auch nie, who knows? Aber mein doofer Körper hat wohl was dagegen. Fieser Arsch, fieser!
Ich muss mir mal wieder meinen Neffen schnappen, der gerade in seiner Kreischphase steckt, dann weiß ich wieder die Ruhe eines kinderlosen Heimes zu schätzen.

4. Februar 2011

Wir sind die Summe unserer Entscheidungen


Keine Sorge, ich werde hier nicht groß herumphilosophieren, denn ich bin völlig unfähig zu philosophieren. Das Einzige, was ich kann, ist durch die Gegend zu schwafeln und zu versuchen, meine wirren Gedanken irgendwie niederzuschreiben und damit unachtsame Blogleser, die nicht schnell genug weiterklicken, zu belästigen.

Ich gucke gerade eine Folge der Serie „Being Erica“. Die läuft seit Kurzem immer donnerstagabends auf sixx, dem Frauensender, den ich hier verdammt nochmal nicht empfangen kann, was mich nervt, denn ich bin eine Frau und habe das Recht, diese ganzen Weibersachen anzugucken! *schmoll*

Jedenfalls, für die Leute, die diese Serie nicht kennen, mal so grob umrissen: Es geht um eine junge Frau, bei der so ziemlich alles gerade im Leben schief geht. Sie verliert ihren Job, hat kein Liebesleben, ihr Studium war für die Katz und sie hat das Gefühl, das alles liegt daran, dass sie in ihrem Leben mehrere Fehlentscheidungen getroffen hat. Sie trifft auf einen verrückten Psychopathen, äh, -logen namens Dr. Tom, der sie bittet, die 10 Entscheidungen aufzuschreiben, die sie am meisten bereut. Und in jeder Folge erhält sie die Chance, in die Vergangenheit zu reisen und sich anders zu entscheiden.

Na ja, ich bin gerade bei Folge 3, und ich sehe schon, die Message der Serie soll wohl lauten: „Egal wie du dich entscheidest, alles hat seine Vor- und Nachteile.“ von wegen, es bringt nichts, angeblichen Fehlentscheidungen hinterherzutrauern und blablabla.  

Allerdings hat es mich nachdenklich gemacht. Ich hab genau wie die Protagonistin das Gefühl, in meinem Leben so ziemlich alles falsch gemacht, falsch entschieden zu haben. Momentan würde ich ohne zu zögern wichtige Wege, die ich in meinem Leben - v. a. in beruflicher Hinsicht – beschritten hatte, nicht noch einmal gehen, sondern andere einschlagen, egal, wohin sie mich führen, frei nach dem Motto „Es kann nicht schlimmer kommen wie jetzt.“

Ich weiß schon gar nicht mehr, wie lange es her ist, seit ich das letzte Mal richtig glücklich war. Ich meine, RICHTIG glücklich, happy, voller Freude, einfach nur extrem zufrieden. Das muss in meiner Kindheit gewesen sein, als die Welt noch nicht so böse-blöd war und ich jegliche Verantwortung auf meine Erziehungsberechtigten abschieben konnte. Je mehr der Mensch weiß, desto weniger kann er glücklich werden. Das ist zumindest meine Meinung. Man erkennt, wie doof die Welt und die Menschheit sind, und das trübt die Lebensfreude dann doch ab und an enorm. Gerade in den letzten Jahren habe ich mich öfter dabei ertappt, wie ich mich danach gesehnt habe, einfach wieder bei meinen Eltern im Garten zu sitzen und ein schönes Buch zu lesen, und meine größte Sorge ist die anstehende Matheklausur.

Und dann frage ich mich, was würde eigentlich passieren, wenn all meine Wünsche und Erwartungen in Erfüllung gingen? Wenn ich nichts, aber auch rein gar nichts bereuen würde in meinem Leben? Wäre ich dann wirklich richtig glücklich, oder würde ich mir einfach andere Träume suchen, die nahezu unerreichbar für mich wären? Kann man richtig glücklich sein oder muss es sogar so sein, dass man sich immer nach etwas sehnt, weil es sonst viel zu langweilig wird im Leben und man sich keine Mühe mehr gibt?


Gibt’s hier jemanden, der wirklich, so ganz echt komplett zufrieden und glücklich ist mit seinem Leben? Dann sagt mir bitte, wie man solch einen Zustand der Glückseligkeit erreichen kann! Aber bitte keine Phrasen wie „sich selbst und seine Schwächen akzeptieren“, „die eigenen Erwartungen runterschrauben“ (Ich will verdammt nochmal kein Superrockstar werden, sondern einfach nur ein normales, befriedigendes Leben führen.) oder „sich Leute angucken, denen es viel schlimmer geht als einem selbst“. Diese abgedroschenen Sachen hab ich schon ausprobiert, und es hat leider nichts geholfen. Wenn ich mit Menschen konfrontiert werde, die von unendlichem Leid heimgesucht wurden, dann funktioniert das ungefähr 2 Tage mit dem „Oh, mir geht’s ja so gut!“-Denken. Wenn sich ein Problem auftut, ich traurig oder verärgert bin, denke ich mir dann: „Das hier ist KEIN Genozid!“, und ich nehme es etwas lockerer. Aber schon wenige Tage später finde ich die Welt noch eine Spur kotziger, weil ich mich über die Ungerechtigkeiten, die solchen Menschen widerfahren sind, aufrege, da diese ja in der Regel von anderen Menschen verursacht wurden. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.

Ein alter Freund hat mich mal als „ständig malkontente Hera“ bezeichnet, und vermutlich hatte er Recht. Ich glaube, ich kann gar nicht glücklich sein, weil das nicht in meiner Natur liegt. Das ist natürlich etwas blöd. Warum stehe ich mir immer selbst im Weg?!

2. Februar 2011

Der kleine Studienguide für Realisten

An dieser Stelle wollte ich eigentlich zu zart besaitete Gemüter vor meinem Zynismus warnen, doch mir wurde gesagt, was ein echter Misanthrop ist, der macht das nicht! Also warne ich nicht davor, sag aber trotzdem dazu: Beschwert euch nicht darüber, dass ich nur die Wahrheit schreibe!

Aus gegebenem Anlass habe ich einen Studienführer erstellt, der jungen Menschen, die sich Gedanken über ein Hochschulstudium in Deutschland machen, die Entscheidung etwas erleichtern soll. Immerhin habe ich in dem Bereich langjährige Erfahrung gesammelt, und ich werde diese völlig objektiv (Harr harr!) und optimistisch (Doppel-Harr harr!) zusammenfassen.

1. Habt ihr einen reichen Gönner oder reiche Eltern, die euch jeden Quark zahlen können und wollen? Damit meine ich: Miete, Studiengebühren, Lebensmittel, evtl. Pflicht-Exkursionen, hippe Klamotten (für Juristen und Lehrämtlerinnen) oder die ganzen Alkoholika, die ihr euch anfangs auf Ersti-Partys aus Spaß, später dann zu Hause aus Frust reinkippt. Nein? Dann könnt ihr jetzt aufhören zu lesen.
Wenn ihr aus einer einkommensschwachen Familie kommt, verstehe ich sowieso nicht, was ihr auf der Uni zu suchen habt?! Wie meint ihr? „Es gibt doch aber Bafög.“? Äh, ja, klar… Ich wünsche euch viel Spaß beim nervenzerreißenden Beantragen jedes Jahr, beim Bibbern, wieviel man diesmal zum Leben hat, beim Schuldenmachen und bei der Erkenntnis, dass die Kids der reichen Leute, die sich dank guter Steuerberater arm rechnen können, weit mehr Knete bekommen, die sie für coole Klamotten ausgeben, als ihr.
Also los, verschwindet – husch husch! – und macht lieber eine Ausbildung zur Friseuse, zum Handyverkäufer oder Hartz IVler! Denkt dran: Deutschland kann ohne seine Klischees einfach nicht leben!

2. Ihr seid immer noch da? Kids reicher Eltern? Wie – nein?! Was wollt ihr denn noch hier? Idealismus oder Leidenschaft oder was?! Na gut, ich will mal nicht so sein. Falls ihr Ingenieurswissenschaften studieren wollt, dürft ihr bleiben. Lehrämtler, hm… ja, na gut, aber guckt bitte zuvor nochmal in eure Glaskugel, welche Fächerkombi in 5 Jahren benötigt wird. Mediziner kann man auch immer gebrauchen. Und Wirtschaftsmathematiker sind richtig gut dabei gerade. Informatiker geht auch immer was.
Alle Anderen, v. a. die Geisteswissenschaftler: ABFLUG!

3. Ok, ihr seid reich, wollt etwas studieren, das auf Deutschlands Arbeitsmarkt noch was wert ist oder trieft vor Idealismus und Leidenschaft und lasst euch deshalb einfach nicht abschütteln – willkommen zu Punkt 3! Überlegt euch bitte gut, ob ihr euch das WIRKLICH antun wollt. Die vielen vielen Klausuren (Der Bologna-Prozess ist nun weitgehend abgeschlossen, denkt dran!), der viele Lernstress (Außer ihr studiert Sozialpädagogik.), die nervigen Kommilitonen, die strengen Profs, die einem das Leben zur Hölle machen und unfair benoten, die unbezahlten Praktika, die ständige Ebbe im Geldbeutel (gilt nicht für reiche Kids, natürlich) etc. pp. Immer noch Lust? Nicht doch lieber ne Ausbildung zum Bankkaufmann? Denkt dran, die Banken werden niemals pleite machen, dafür sorgt der Staat schon, da gibt’s immer Arbeit!
Nicht überzeugt? Ok, dann weiter zu Punkt 4.

4. Halloooo?! Idealismus, Leidenschaft, Intelligenz, der Wunsch, etwas zu begreifen, zu verstehen, zu verändern – mann, ihr seid soooo süß! Packt das in eine Tüte und werft’s in den nächsten reißenden Fluss. Zum Mitschreiben - was wirklich zählt sind: Vitamin B, Vitamin B und Vitamin B. Geld schadet auch nix, damit könnt ihr euch die ganzen unbezahlten Praktika leisten, nach dem 10. kriegt ihr vielleicht ne Chance auf ein schlecht bezahltes Volontariat, und mit 40 könnte der erste, gutbezahlte Job locken. Bitte auch immer dran denken: Verstehen ist nicht wichtig an der Uni! Dümpelt lieber vor euch hin und macht euch keinen unnötigen Stress, sonst kriegt ihr nur nen Burnout. Wenn dann die Prüfungen anstehen, aktiviert einfach euer Kurzzeitgedächtnis und haut euch in wenigen Wochen alles rein, was euch eigentlich nach so vielen Jahren Studium in Fleisch und Blut übergegangen sein sollte. Ist aber egal, wenn das nicht der Fall war – die Prüfer stehen total drauf, wenn man auswendig Gelerntes runterleiert und nichts hinterfragt. Wir sind an der Uni, mann! Ausnahme: Philosophie-Studenten. Aber die sollten schon nach Punkt 2 ausgestiegen sein…

5. Neben dem Auswendiglernen und Vitamin B und Geld und so, noch ein ganz wichtiger Hinweis! Immer ein Auge auf den Anus der wichtigsten Dozenten haben, also derer, die wirklich was zu sagen haben und kräftig bei eurer Endnote und eurer weiteren Karriere mitmischen könnten. Sollte nämlich gerade kein weiterer Student drin stecken, kriecht so oft wie möglich hinten rein! Falls sich schon diverse Schleimbeutel drin befinden, fragt sie höflich, ob noch ein Plätzchen für euch frei ist. Vermutlich werden sie ihr Revier verteidigen wollen, aber dann hilft auch der gute alte Ellenbogen-Trick. Ihr könnt ja schonmal üben, indem ihr euch jeden Tag im feuchten, muffigen Keller ohne Licht ein paar Stündchen aufhaltet, dann klappt das mit der Arschkriecherei besser, ohne dass euch schlecht wird!

6. Ok, ihr habt’s durchgezogen. Ich weiß nicht, ob ich euch gratulieren oder mitleidig den Kopf schütteln soll. Nun habt ihr also die Prüfung hinter euch gebracht, und nun endlich sagt euch der Prof, dass man in dem Bereich ja eigentlich sowieso gar keine Arbeit finden wird. Wir danken ihm für die aufrichtigen Worte und fragen uns hinterher verbittert, wieso der Arsch nicht schon vor 5 Jahren mit der Wahrheit herausgerückt ist? Klar, weil wenn keiner mehr den Stuss studieren würde, wäre er ja arbeitslos. Ihr könnt euch also glücklich schätzen, denn wenn auch das Studium umsonst (aber nicht kostenlos, bitte nicht verwechseln!) war, habt ihr immerhin dazu beigetragen, dass ein armer Professor nicht sein Gehalt verlieren muss!

7. Da steht ihr nun mit eurem Abschluss. Falls ihr nicht die bei Punkt 2 genannten Fächer studiert habt, ist es sehr wahrscheinlich, dass ihr noch keinen Job in der Tasche habt. Ihr könnt schon froh sein, wenn ihr euch nach zahlreichem Klinkenputzen für ein paar – selbstverständlich unbezahlte – Praktika ein paar Monate seelisch prostituieren dürft. Ansonsten Abmarsch ins Arbeitsamt, damit euch ein paar arrogante Beamte abschätzig von oben bis unten taxieren können, bevor sie euch sagen, dass ihr entweder als Metzgereifachverkäuferin oder Spargelstecher für nen Euro die Stunde malochen geht oder keinen Cent seht. Ihr erkennt langsam, dass junge Akademiker auf dem deutschen Arbeitsmarkt leider nichts wert sind und ihr euch die ganzen Jahre hättet sparen können. Jetzt wär’s natürlich gut, wenn Punkt 1 auf euch zuträfe und ihr einfach Mama und Papa/euren reichen Gönner anpumpen könnt.

Also überlegt es euch verdammt nochmal gut!

P.S.: Natürlich gibt es auch Ausnahmen, die ein ganz dolles Studium haben, von allen Seiten – finanziell und karrieretechnisch – unterstützt werden und nach Abschluss sofort eine gutbezahlte Stelle finden. Aber ich kenne niemanden persönlich, dem das passiert ist oder der einen kennt, dem das passiert ist.