19. Januar 2012

Neues aus dem Arbeitsamt

Ja, "aus", denn diesmal konnte ich tatsächlich in die heiligen Hallen eintreten!

Gestern um 8 Uhr war mein Termin. Mein Sachbearbeiter, tatsächlich auf Akademiker spezialisiert, war wirklich sehr nett und nahm sich über eine Stunde Zeit für mich, doch das Ergebnis war wie erwartet sehr mau. Der Einfachheit halber fasse ich zusammen:

- Er hatte im Dezember einen Bänderriss und arbeitet erst wieder seit 3 Tagen. Na gut, ich vergebe ihm die lange Wartezeit.
- Mit meinem Abschluss kennt er sich nicht aus, auch gibt es für diesen Job keinerlei Angebote in der Jobbörse. Da muss ich wohl eher woanders suchen. Tue ich ja aber eh schon, war mir klar. Die Jobs in meinem Fachbereich werden sowieso auf keinen gängigen Jobportalen angeboten.
- Meine kaufmännische Ausbildung (Bankkauffrau) bringt mir vermutlich gar nichts, also auch nicht bei kaufmännischen Berufen, da man "gewisse Vorbehalte und Vorurteile" gegenüber Bankern hätte. Ich arbeite zwar schon seit 2002 nicht mehr in der Bank, aber nun gut... die deutschen Arbeitgeber sind ja leider immer sehr engstirnig und kleingeistig.
- Soll weiters heißen: Ich bin für Nicht-Akademikerberufe im kaufmännischen Bereich, auf die ich mich gerade zuhauf bewerbe, nicht nur dank Studium überqualifiziert, sondern darüber hinaus bin ich auch noch ein Banker, und den will halt keiner. Toll!
- Ja, früher, da hat man Akademiker sofort im Arbeitsamt eingestellt. So passiert bei einer Freundin von mir vor 4 Jahren (Die aber nicht wollte, aber die bekam ja auch Arbeitslosengeld und hatte es nicht so eilig mit Geldverdienen um jeden Preis.). War ja auch meine Hoffnung, um mal wenigstens für ein Jahr oder so Knete zu verdienen. Aber leider leider sind die Arbeitsämter momentan bis so die nächsten 5 Jahre überbesetzt, da sie einen Prozess verloren haben und die ganzen befristeten Angestellten nun weiterhin übernehmen mussten. Gut für die befristeten Angestellten, schlecht für mich. Mein Timing ist einfach fabulös!
- Wenn ich mich arbeitssuchend melde, um im Jahr 150 € Bewerbungskosten abgreifen und mir Reisekosten für Bewerbungsgespräche erstatten lassen zu können, kriege ich dank meines Profils vermutlich haufenweise Anzeigen vom Arbeitsamtssuchsystem (oder wie das heißt) zugeschickt, auf die ich mich angeblich verpflichtend bewerben muss, selbst wenn das Profil gar nicht auf mich passt oder ich überhaupt nicht dafür geeignet bin (Der doofe Computer guckt nur nach "Kauffrau"...). Er kann lediglich versuchen, es so einzustellen, dass ich wenigstens keine Stellenanzeigen von Zeitarbeitsfirmen kriege.
- Ich kann bzw. muss wieder kommen, wenn ich meinen jetzigen Nebenjob verliere. Ob ich Arbeitslosengeld kriege, weiß er aber nicht. Ich zahle zwar in die Sozialversicherung ein, aber ich müsste schon noch bis August durchweg den Vertrag behalten, um einen Anspruch zu erhalten, da ich erst seit August 2011 sozialversicherungspflichtig bin.
- Wir haben am Ende einstimmig beschlossen, dass ich mich NICHT arbeitssuchend melde, da ich mich nicht auf jeden Dreck bewerben möchte. Da pfeife ich auf die Bewerbungs- und Reisekostenerstattung. Die Kosten für eine Bewerbungen kann ich noch selbst stemmen, und Reisekosten fallen eh nie an. *bitter auflach* Er hat meine Akte also zerschreddert, mir aber vorher freundlicherweise meine von ihm sehr pfleglich behandelten Zeugniskopien zurückgegeben zur weiteren Verwendung. Man darf nichts verkommen lassen in diesen schwierigen Zeiten!

Nach diesem erwartend ernüchternden Besuch lümmelte ich noch ein bisschen bocklos im Berufsinformationszentrum herum. (Frauen in meinem Alter sollten im Ritz absteigen und nicht im BIZ!) Auf der Suche nach Infomaterialien, die mir weiterhelfen oder neue Perspektiven eröffnen könnten, stelle ich Folgendes fest:

- Für Menschen, die jenseits der 25 sind, gibt es keine Broschüren. Alles ist auf Schüler, Abiturienten und Studenten abgestimmt. Wo ist denn bitte die Reaktion auf den stark verbreiteten Trend, dass auch bzw. vor allem Leute jenseits der 30er-Marke arbeitslos sind?
- Ich bin zu alt, um auf Fluglotse umzusatteln.
- Ich bin 5 cm zu klein, um Polizistin zu werden. Und außerdem zu alt. Klar...

Letzten Endes wurde ich doch noch fündig! Mal sehen, was mir der BRAVO-Jobratgeber zu bieten hat.


Mit vielen Tipps von Stars, die das bestimmt ganz genau SO gesagt haben!

Nun denn, weiter geht's mit der Jobsuche, und nun auch ganz gewiss ohne Hilfe des Arbeitsamtes. Wenigstens hätten wir das dann auch mal geklärt...

15. Januar 2012

Kennt ihr das?

Wenn vor euch eine Aufgabe liegt, auf die ihr keine Lust habt, weil ihr glaubt, sie überfordert euch, oder dass ihr dafür nicht fit, nicht wach genug seid? Eine Prüfung z. B. Oder ein anstrengender Termin. Oder ein Vortrag. Oder oder oder.

Und dann bringt ihr das Ganze - mal wieder - doch ganz automatisch hinter euch, vielleicht sogar richtig gut und mit Elan. Und danach verfallt ihr wieder in Lethargie und wundert euch, wie ihr das jemals geschafft habt.

Und das Ganze geht beim nächsten Mal wieder von vorne los. Mir geht das momentan bei vielen Dingen so. Eigentlich immer dann, wenn ich das Haus verlassen und mich bei irgendetwas aktiv beteiligen muss. Und gerade ist wieder so ein Moment, verstärkt dadurch, dass man diesmal nicht nur körperliche Präsenz, sondern fachliche Kompetenz von mir erwartet.

Ich führe momentan in unserem kleinen Unimuseum durch eine Sonderausstellung. Vor wenigen Monaten hatte ich meine 1. Führung, und ich war damals megaaufgeregt. Vor - oft kritischen - Menschen reden, so tun, als sei man fachlich kompetent, und das, wo man das Selbstbewusstsein eines... ich weiß gar nicht, welcher Gegenstand SO wenig Selbstwertgefühl hat wie ich...

Doch die Führung und alle weiteren Führungen liefen richtig gut und entgegen meiner Vermutung fiel mir auf: "Hey, das macht mir Spaß und ich kann das echt gut!" (Und ich neige echt nicht zu Selbstlob!)

In 45 Minuten habe ich eine Führung, seit Wochen mal wieder. Und ich denke mir: "Oh Gott, ich bin so müde. Oh Gott, ich hab alles vergessen. Oh Gott, wie kriege ich den Einstieg hin, der ist immer so schwierig? Mann, ich bin froh, wenn die Ausstellung vorbei ist und ich nicht mehr führen kann. Oh Gott oh Gott oh Gott." Und wer weiß, vielleicht wird's diesmal wirklich katastrophal, aber eigentlich denke ich mir, dass ich diese Stunde auch wieder flott und kompetent irgendwie rumkriege und danach darüber schmunzle, dass ich mir solche Sorgen gemacht habe. Und dann direkt im Anschluss werde ich wieder übelst phlegmatisch und hab keinen Plan, wie ich das schon wieder geschafft habe.

Mann, bin ich müde, ich würde jetzt echt lieber auf der Couch gammeln und ein Buch lesen, als irgendwelchen Leuten was pädagogisch Wertvolles einzuhämmern...

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UPDATE:

Ich hatte ja echt gehofft, es kommt einfach keiner, aber dann waren es 24 Leute, was echt viel ist (Im Schnitt kommen 10 Leute.). Ich hab auch diesmal Sachen vergessen, und ich war auch keine Quelle der Eloquenz, aber den Leuten hat's gefallen und man hat mich danach noch gelöchert mit Fragen und alle waren happy, also lief's doch wieder ganz gut. Und jetzt denke ich mir wieder: "Oh Gott, in 2 Wochen schon wieder." und werde davor vermutlich auch wieder das Gefühl haben, ich krieg's nicht hin.

14. Januar 2012

Post vom Arbeitsamt

Heute lag ein Brief vom Arbeitsamt im Briefkasten. Ich hatte ja schon gar nicht mehr daran geglaubt! Hat es also nur 1,5 Monate gedauert bis zum Ersatztermin.

Irritiert hat mich nur Folgendes:


Betreff: Bestätigung Ihres Termins


Sehr geehrte Frau Misanthropin,


Sie haben am 13.01.2012 folgenden Termin vereinbart:


Datum: 18.01.2012
Uhrzeit: 8.00 Uhr


...


ICH habe am 13.1. keinerlei Termine mit irgendwem ausgemacht. Wie kommen die denn bitteschön auf die Idee, ICH hätte diesen Termin gestern mit jemandem vom Arbeitsamt vereinbart? Vielleicht hat sich neulich beim Mittagsschläfchen oder in aller Herrgottsfrühe mein Geist von meinem schlafenden Körper gelöst und beim Arbeitsamt angerufen. Das würde ich dann aber gerne wissen, wenn mein Astralkörper solche Dinge tut, da frag ich doch mal am 18.1. freundlich nach. Bin schon gespannt, ob der Termin diesmal zu Stande kommt und ob überhaupt was bei rumkommt. Ich werde natürlich dann hier berichten.

13. Januar 2012

Bettgeflüster

Gestern Nacht im Bett:

Männchen: "Wann stehst du denn morgen auf?"
Ich: "Pff... na ja, wenn ich halt wach bin..."
Männchen schüttelt den Kopf: "Wird echt Zeit, dass du einen richtigen Job findest."

Ja gerne! An mir liegt's nicht. Gestern 3 Bewerbungen fertig gemacht und abgegeben, heute noch eine für Berlin. Und bei zwei Stellen habe ich sogar die Hoffnung, dass die mich nehmen könnten - oder es zumindest mal zu einem Bewerbungsgespräch reicht. Obwohl ich überqualifiziert bin. Die eine Stelle wäre halt nur für 5 Monate und auch nur Teilzeit, aber dafür hätte ich eben mal 5 Monate ein festes Einkommen. Und wenn's eh nur 5 Monate sind, dann kann man auch nicht damit argumentieren, dass ich als Überqualifizierte ja bestimmt nach ein paar Monaten wieder abhaue...

Die andere Stelle wäre im Sekretariat meines Profs. Zwar auch nur halbtags, aber unbefristet, und ich könnte ja dann auch aus Langeweile promovieren nebenbei, wenn ich eh schon jeden Tag im Institut sitze. Das wiederum würde mir wieder neue Möglichkeiten eröffnen auf Dauer.

Blöd nur, dass es echt gerade kaum Vollzeitstellen gibt, auf die ich mich bewerben könnte. Oder die Vollzeitstellen werden gerade mal mit 1.200 € brutto vergütet, weil man sie als wissenschaftliche Hilfskraft-Stellen verkauft. Eins weiß ich jetzt schon: Reich werde ich in diesem Leben bestimmt niemals.

11. Januar 2012

Luft raus oder: Plädoyer gegen die Arbeitssuche

Mann mann mann, ich müsste so vieles tun, so viele Dinge erledigen, und doch sitze ich auf der Couch, gucke "Drop Dead Diva" (Eine übergewichtige Protagonistin, yes!) und bin bei dem Gedanken daran, was ich noch alles erledigen müsste, kurz vorm Losheulen. Ich bin müde und erschöpft, und das, obwohl ich an den meisten Tagen in der Woche ausschlafen kann. Sprich: Ein wirklicher Schlafmangel liegt eigentlich gar nicht vor.

Ich bin ja seit März mit meinem Studium fertig und seitdem weder Fisch noch Fleisch. Ein ewige Jobblerin, die sich alibimäßig als Doktorandin eingeschrieben hat, um noch den günstigeren Krankenkassensatz abdrücken zu dürfen, die sich die Zeit mit lauter Seminaren zuschüttet, um den Verstand am Laufen zu halten. Ich lerne Italienisch, Neugriechisch, Arabisch, belege PC-Kurse, arbeite an einer Ausstellung mit, und das alles nur, um das Gefühl zu haben, irgendwas Sinnvolles mit meiner Zeit anzufangen - und um einen Punkt mehr auf dem Lebenlauf zu haben.

Aber ich fühle mich so erschöpft, es ist irgendwie aufreibend, wenn man nicht weiß, woran man ist und wann endlich mal die Zukunft gesichert ist. Ich hätte doch wenigstens mal für ein halbes oder sogar ganzes Jahr die Sorge weg, ob ich die monatlich anfallenden Kosten bestreiten kann. Mein Männchen kann natürlich im Notfall auch mal was mitzahlen, aber will ich denn bitte auf ewig abhängig sein von meinem Freund? Und wenn der mich mal verlässt, was dann? Und der soll doch mit seinem hart verdienten Geld was Schönes kaufen und nicht seiner dämlichen Freundin den Rücken freihalten. Nein, abhängig will ich nicht sein, von niemandem! Und ich will auch nicht mehr das Gefühl haben, all die Jahre des Studierens und Lernens und Malochens verschwendet zu haben.

Nun, immerhin liege ich nicht dem Staat bzw. dem Steuerzahler auf der Tasche. Für den besseren Überblick - ich habe momentan 2,5 Jobs.
1. Einen Hiwijob, den ich schon als Studentin am Institut hatte, und der nach meinem Abschluss in einen Nebenjob umgewandelt wurde. Nach Abzug der Sozialabgaben ein Stundenlohn von ca. 7,30 €. Und dafür studiert man dann. Aber ich bin ja froh, dass ich den Job überhaupt habe. Ist nicht anstrengend, kann größtenteils daheim erledigt werden, wird nicht kontrolliert bezüglich Stunden, und momentan wurde er sogar auf halbtags hochgestockt, so dass ich sogar meinem Freund einen Teil der Miete geben kann, was mir ein bisschen das Gefühl von Selbstständigkeit gibt.
2. Einen kleinen Bürojob bei einer Privatperson. Nix Großes, vielleicht so 5h pro Woche.
3. Einen winzigen Minijob bei meinem krankhaft geizigen Psychologen-Kumpel. Ich darf Hypnosesitzungen abtippen, allerdings max. für 80 € pro Monat, mehr kann er sich nicht leisten, da er gerade ein Grundstück gekauft hat, ein protziges Haus baut und in einem Jahr dann Pferde anschaffen will...

Kratzt man diese 2,5 Jobs zusammen, habe ich gerade so viel Geld, dass ich wie gesagt anteilig Miete zahlen kann und sogar ab und an 100 oder gar 200 € im Monat überhabe. Die natürlich sofort im Folgemonat von irgendwelchen notwendigen Sonderausgaben aufgefressen werden. Aber immerhin kann ich mich natürlich im Vergleich zu anderen Arbeitssuchenden überhaupt nicht beklagen.

Nur reibt mich diese Situation einfach auf. Bei Job Nr. 1, der ja momentan meinen Lebensunterhalt sichert, kriege ich immer nur einen Vertrag für 2 oder 3 Monate und erfahre immer erst 2 Wochen vor Ablauf des Vertrages, ob ich weiterhin beschäftigt werde. Dieses Situation ist auf Dauer unerträglich!

Natürlich bewerbe ich mich, aber obwohl ich mich wirklich nur auf Stellen bewerbe, für die ich auch ausreichend qualifiziert bin, wurde ich zu keinem einzigen Vorstellungsgespräch eingeladen. FALLS man mir überhaupt mal was geschickt hat, dann waren es Absagen. Und selbst darüber darf ich mich noch freuen, denn bei manchen Stellen kriegt man selbst 3 Monate nach dem Datum, zu dem die Stelle besetzt werden sollte, noch immer keine Nachricht. Ich habe diese Stellen angemailt und natürlich bislang keine Reaktion erhalten. Ja, ich weiß, wenn man's wirklich wissen will, sollte man doch besser anrufen, denn Mails kann man ignorieren. Aber ehrlich gesagt hab ich nichtmal darauf Bock, denen hinterherzutelefonieren, da es ja eh klar ist, dass die Stellen schon vergeben sind. Ich habe schon so eine richtige LmaA-Einstellung, wenn ich eine Bewerbung abgeschickt habe. Dann meldet euch oder lasst es sein, mir egal! Nur schade, dass ich zu 90% Firmen erwische, die tatsächlich noch auf einer klassischen Bewerbung per Post bestehen. Und wieder ein paar Euro mehr zum Fenster rausgeworfen für Bewerbungsmappen, Zeugniskopien, Bewerbungsfotos,... Und das Geilste überhaupt ist: Bewerbe ich mich - was recht selten ist, da kaum Stellen für Nicht-Doktoren - in meinem Fachbereich, bin ich unterqualifiziert. Klar, ich hab ja noch keine Arbeitserfahrung, die ich nicht kriege, weil ich keinen Job finde, weil ich keine Erfahrung habe, die ich nicht kriege, weil... na ihr wisst schon! Bewerbe ich mich auf andere Stellen, bin ich idR überqualifiziert, weil ich ja Akademikerin bin. Nur von "überqualifiziert" kann ich mir leider nichts kaufen, nee.

Abgesehen davon also, dass ich auf Grund dieses schwarzen Loches, das sich meine Zukunft nennt, gerade eh leicht angespannt bin, wird man als Bewerber auch noch wie der letzte Dreck behandelt, was nicht zur allgemeinen Aufmunterung beiträgt. Und ja, ich weiß, bei 2,5 Jobs, die mir immerhin zum Leben reichen, darf ich doch nicht meckern. Aber manchmal habe ich diese Tage, da mag ich echt nicht mehr. Und dann gibt es diese Schlaumeier, die so tun, als sei es nahezu unglaublich, dass man nichts findet mit einem Studienabschluss UND einer kaufmännischen Berufsausbildung. Dann kommen die ganz tollen Tipps:

"Bewirb dich doch auch mal woanders als hier in der Stadt." --> Ich bewerbe mich sogar in arabischen Ländern, in denen gerade lustig Revolution abgeht, also den Vorwurf der mangelnden Flexiblität kann mir niemand machen!

oder

"Schreib doch Initiativbewerbungen." --> Schlaumeier, klar, und die Firmen freuen sich total auf meine Initiativbewerbungen und schreien: "Supi, wir haben nur auf Sie gewartet, wir schaffen Ihnen gleich mal einen neuen Posten!". Niemals würde es passieren, dass die Bewerbung im Müll landet, weil man sich denkt: "Wir haben doch keine Stelle, was will die bitte?" Nein, niemals!

oder

"Studier doch nochmal was Neues oder mach eine Ausbildung." --> Ja, genau, studieren kostet ja auch gar nichts, ne?! Und mit 30 die 3. Ausbildung machen ist auch total prima. Zumal ich nicht wüsste, was ich bitteschön noch für eine Ausbildung dranhängen sollte, die mich weiterbringt. Hat jemand den ultimativen Tipp für mich, welcher Ausbildungsberuf irre angesagt ist und auch während der Ausbildungszeit so gut bezahlt wird, dass man davon leben kann? Dann bitte in den Kommentaren posten, danke!

Den schlausten Kommentar durfte ich mir am Sonntag von dem stinkreichen, kinderlosen 80jährigen Onkel meines Freundes anhören, dessen Lieblingshobby das Ersteigern von Immobilien ist und der selbst sagt, dass es nahezu abartig ist, dass so ein alter Knacker wie er so viel Geld hat, während junge Leute wie wir, die es viel nötiger hätten, kaum genug zum Leben verdienen. Er sagte, dass die Arbeitslosen in Deutschland sich wirklich nicht beschweren können, denn die haben ja trotzdem genug zum Leben. Ja sicher geht's hier nicht zu wie in Afrika oder weniger zivilisierten Ländern, und verhungern muss hier auch keiner, aber wenn ich selbst Millionär bin und mein Geld mit ins Grab nehme und null soziale Kompetenz habe und keinen Cent von meinem Vermögen freiwillig abdrücke oder gar spende, nichtmal an die Neffen und Nichten, dann sollte ich doch mal die Schnauze halten und nicht behaupten, dass es Hartz IVlern oder Arbeitssuchenden doch eigentlich total primstens geht in diesem Land! Es geht doch auch nicht nur ums Geld, sondern um das Gefühl, nutzlos zu sein, nichts auf die Kette zu kriegen, all die Jahre in Schule, Uni oder Ausbildungsbetrieb verschwendet zu haben und auf dem deutschen Arbeitsmarkt trotz mehrfacher Qualifikationen nichtmal so viel wert zu sein wie eine polnische Putzfrau. (Einen Putzjob würde ich auch nicht kriegen, wäre ich ja zu überqualifiziert zu, haha!)

So, diese Auskotzerei musste jetzt einfach mal sein... Ich geh dann mal weiter Bewerbungen schreiben. *seufz*

9. Januar 2012

Spaß mit der Post(bank)

Heute habe ich die Leutchen von der Post(bank) gefressen, muss ich sagen. Nicht, dass sie direkt was dafür können, aber das Unternehmen hat's heute einfach bei mir ausgereizt. Mal chronologisch vorgehen, was heute so passiert ist:

10:06 Uhr: Ich trete an den Briefkasten und ziehe eine Paketbenachrichtigungskarte raus. Das kann doch nicht sein, denke ich mir so, ich war doch bis eben noch in der Wohnung, ich hätte doch die Klingel hören müssen! Pakete abholen ist nämlich ganz scheiße, weil die nicht an "meine" Filiale gesendet werden, an der ich öfter vorbeikomme, sondern an eine andere, zu der ich extra mit den Öffentlichen hinfahren muss. Kurz hege ich den Verdacht, dass der Postbote mich nun disst, seit ich mich beim Kundenservice über die schlampige Zustellung beschwert habe. (Guckst du hier!) Ich trete aus dem Haus und sehe das Postfahrrad vor dem Nachbarhaus stehen. Ha! Ich warte auf den Herren und frage ihn ganz nett, ob er mir das gerade eingeworfen habe. Ich erwähne mal besser NICHT, dass er 10:10 Uhr auf das Kärtchen geschrieben hat, und es gerade mal 10:06 Uhr ist. Er sagt, ja, er hat 2x geklingelt. Ich sage, hm, ich war doch aber da! War das gerade eben jetzt erst? Wir einigen uns darauf, dass ich wohl gerade die lange Reise vom 4. Stock nach unten angetreten bin, als er klingelte. So ein doofer Zufall aber auch, nur um wenige Sekunden verpasst. Immerhin kriege ich nun mein Päckchen und bin happy.

11:00 Uhr: Ich stehe in der Postfiliale. Mal wieder wurde ein Päckchen nicht an die Packstation gesendet, sondern in die Filiale umgeleitet. Mittlerweile liegt die Fehlerquote bei 50%, will heißen, in den letzten Monaten kamen von 2 Päckchen immer nur eins tatsächlich in die Packstation. Es nervt mich, denn ich darf fast 10 Minuten anstehen, bis ich endlich dran bin.

11:11 Uhr: Ich will Kontoauszüge holen. Als ich in die Filiale reinkam, waren beide Auszugsdrucker belegt, also erledige ich das beim Rausgehen - dachte ich mir so einfach! An dem einen Automat stehen 3 Leute an, der andere ist leer. Ich kann mir schon denken, dass er mal wieder nicht geht, also warte ich erst, als dann aber keiner mehr wartet außer mir, probiere ich es trotzdem mal aus. Es steht nirgendwo, dass das Teil nicht funktioniert. Ich schiebe die Karte rein und das Menü öffnet sich. Ha! So weit kommt man normal gar nicht erst, wenn das Teil den Dienst quittiert hat. Ich drücke auf "Kontoauszug". Nichts passiert. Ich drücke nochmal, dann nochmal, dann noch fester. Nichts passiert. Irgendwann spuckt der Automat die Karte raus mit dem unverschämten Hinweis, der Vorgang wurde abgebrochen, da ich nicht reagiert habe. Ich stoße diverse Unfreundlichkeiten aus, in denen des Öfteren das Wort "verfickt" vorkommt, und rausche an der neuen Warteschlange vorbei, denn ich habe echt keinen Bock, 10 Minuten zu warten, bis ich endlich mal meine verfickten Kontoauszüge rauslassen kann in diesem verfickten Laden.

11:16 Uhr: Ich hole mein 2. Päckchen an der Packstation. Da steht allerdings ein DHL-Männchen mit einer Sackkarre voller Pakete und ich stöhne auf. Wenn die Herrschaften erstmal am Pakete einlegen sind, dann darf man warten, und das nicht zu knapp. Nur die Wenigsten kommen auf die Idee, mal kurz abzubrechen und dich vorzulassen. Ich habe dennoch Glück. Das Männchen telefoniert gerade und hat deshalb den Vorgang abgebrochen. Der Automat bringt gerade seinen Abschiedsspruch, das Anmeldefenster wird sichtbar, ich schiebe meine Karte rein und melde mich an. Gerade als ich auf "Sendung abholen" klicken will, tritt der DHL-Mensch mit dem Handy am Ohr neben mich, guckt auf den Bildschirm und drückt dann einfach kommentarlos auf "Abmelden". Als ich ihn völlig entgeistert ansehe, sagt er nur: "Ich muss mich erst abmelden, ich war da ja grad dran.", woraufhin ich sage: "Sie WAREN abgemeldet, sonst hätte ich mich gar nicht erst anmelden können, Sie haben gerade MICH abgemeldet!" Was der DHL-Mensch nur mit einem hohlen Blick quittiert und wieder weitertelefoniert. Ich murmle "Idiot" vor mich hin, die nächsten 5 Male nimmt der Scheißkasten nun meine Karte erstmal nicht mehr an, und ich bin kurz davor, den DHL-Mann anzuschnauzen, dass ich mich dank ihm nun gar nicht mehr einloggen kann, da öffnet sich endlich die Maske für die PIN und ich kann endlich mein Päckchen rausholen.

So, ich finde, das reicht für heute an Erfahrungen mit der Post, der Postbank und DHL!

2. Januar 2012

Spaß mit dem Arbeitsamt - Die Fortsetzung...

...zu dieser Story hier.


Also, es ist so: Nach vielleicht 4 Tagen hatte ich tatsächlich einen großen Umschlag im Briefkasten. In diesem befand sich eine Einladung zu einem Kaffeekränzchen mit einem netten Herrn vom Arbeitsamt, und hey, der Termin passte mir sogar, da ich momentan um 8 Uhr prinzipiell nie was vorhabe.

Dazu noch ein ganzer Summs an Unterlagen, die ich ausfüllen und zusammen mit einer kompletten Bewerbung (inkl. Anschreiben, Lebenslauf und allen Zeugniskopien) noch vor dem Termin zurückschicken sollte. Das artete ja noch richtig in Arbeit aus! Zudem hatte ich Bedenken, ob der Gute das überhaupt noch schafft, sich die Sachen vorher anzugucken.

Am besagtem Donnerstag stand ich um 7:30 Uhr an der Haustüre und wollte los, da klingelt das Handy. Eine Frau vom Arbeitsamt: "Herr Unfähig ist leider erkrankt und deshalb fällt Ihr Termin aus. Sie bekommen dann einen neuen Termin per Post."

Ja, per Post, wieso auch anders, der Postweg ist ja bekanntlich der Schnellste, denn E-Mail oder gar Telefon sind ja bislang noch nicht erfunden worden.

Das Ganze passierte am 8.12. Und jetzt ratet mal, ob ich einen neuen Termin im Briefkasten liegen hatte bislang? Eben. Und irgendwie habe ich auch keinen Bock, wieder nen Öro zu verschleudern für eine Dumpfbacke an der Hotline, die mir nur erklärt, dass der Typ noch krank ist oder einfach keine Termine momentan frei sind. (Oder dass die Leute im Arbeitsamt seit Nikolaus nicht mehr arbeiten, weil sich da ja dann wegen Weihnachten eh im Dezember so ganz grob gesehen ein Feiertag nach dem andern die Klinke in die Hand gibt und es sich doch dann gar nicht lohnt, zur Arbeit zu erscheinen...)

Na ja, gibt mir eine bessere Grundlage für meine Anfrage, ob man Leute im Arbeitsamt bräuchte. Ich könnte sowas sagen wie: "Ich sehe ja, dass bei Ihnen die Leute ständig krank oder so überfordert sind, dass Sie gar nicht erst zu Terminen auftauchen (siehe die Uni-Beratung). Sie brauchen doch sicherlich noch jemanden, der Sie unterstützt!"

Und zwischenzeitlich werde ich's dann nochmal parallel bei der Hochschulberatung an der Uni probieren, aber ob die Herrschaften sich nochmal zu einem der Termine tatsächlich in die Uni bequemen, nachdem die da so eine Laissez-faire-Haltung einnehmen, ist auch wieder ne andere Frage. Und im Februar sind dann ja schon wieder Semesterferien... Dabei wollte ich mich weder arbeitssuchend melden noch Geld vom Staat beantragen, sondern nur eine beschissene Beratung haben, mehr nicht!