Ich starte einfach mal eine Umfrage, da ich gerade nicht weiß, wie ich mich verhalten soll.
Ich habe eine Anzeige entdeckt für ein einjähriges Volontariat an einem Museum. Ich erfülle das Anforderungsprofil eigentlich komplett, nur eine Grundvoraussetzung fehlt mir:
"Sehr gute Fremdsprachenkenntnisse (insbesondere verhandlungssicheres Französisch in Wort und Schrift) werden erwartet."
Ich beherrsche zwar Englisch fließend in Wort und Schrift, aber ansonsten kann ich nur noch ein bisschen Niederländisch und Italienisch (aber nicht verhandlungssicher), in allen anderen Sprachen wie Französisch und Neugriechisch habe ich aber nur absolute Grundkenntnisse.
Ich habe mal in der Schule Französisch gelernt, aber nur 2 Jahre, damals nie wieder angewendet und kann mit Müh und Not gerade mal Fachliteratur mit Hilfe eines Wörterbuches sinngemäß entziffern. Von "verhandlungssicher" bin ich Lichtjahre entfernt. Nicht, dass ich es nicht lernen könnte, aber das Volontariat würde am 1.6. losgehen, das schaffe ich natürlich nicht mehr.
Nun überlege ich:
1. Gleich gar nicht bewerben?
2. Bei der angegebenen Kontaktperson einfach mal blöd nachfragen, ob ich mich auch ohne verhandlungssicheres Französisch bewerben kann? Aber kommt das gut?
3. Einfach eine Bewerbung hinschicken mit "Französisch: Grundkenntnisse" im Lebenslauf (wie immer eben)?
Es heißt ja immer, man soll sich auch bewerben, wenn man nur einen Teil der Anforderungen erfüllt. Aber ich kann's immer gar nicht abschätzen, ob man schon verkackt hat, wenn man eine der wichtigsten Anforderungen nicht erfüllt. Und ja, ich hätte ja nicht viel zu verlieren, aber in so einer Bewerbungsmappe steckt immer jede Menge Arbeit, die will ich nicht schon wieder umsonst machen...
WAS MEINT IHR???
21. März 2012
20. März 2012
Tagesbilanz
1. Zwei Absagen erhalten: Die eine nur 6 Monate nach Antritt der Stelle, die Andere immerhin schon nach 2 Monaten. Bei beiden Stellen war mir aber schon klar, dass das gelaufen ist, deshalb war ich nicht traurig, sondern erleichtert, dass die Scheiße auch erledigt ist.
2. 2 Freikarten für den Kinofilm "Die Tribute von Panem" gewonnen. Na endlich was Positives, auch wenn ich den Film nicht unbedingt sehen wollte.
3. Fast von einem Bus überfahren worden, der rechts abbog, als ich eigentlich bei grün über die Fußgängerampel wollte. War mir schon klar, die Busfahrer hier fahren wie die gesenkten Säue und schauen weder nach rechts noch nach links. Bis der Kasten an mir vorbei war, war natürlich wieder rot, was ich nicht eingesehen habe und stur weiterlief. Das hatte allerdings zur Folge, dass ich einen 2. Bus, der dem 1. folgte, ausbremste. Der dämliche Busfahrer konzentrierte sich daraufhin nicht mehr auf den Verkehr (Tut er ja sonst auch nicht, wa...), sondern darauf, mich aus dem offenen Fahrerfenster anzuschreien. Woraufhin ich wild fuchtelnd Richtung 1. Bus zeigte und schrie: "Ihr Kollege ist einfach gefahren, obwohl ICH laufen durfte!" Und nachdem der Busfahrer weiterschrie, kreischte ich noch quer über die Kreuzung ein "Ach, halten Sie bloß Ihre Klappe, Sie Blödarsch!"
Dabei hatte ich noch nichtmal schlechte Laune. Aber diese miespetrigen Busfahrer in Franken - eine Region, die für ihre Herzlichkeit bekannt ist - gehen mir langsam wirklich auf den Sack! Ich grüße immer schön, wenn ich einsteige und halte meinen Ausweis immer lächelnd in die Höhe, denn ich kann mir denken, dass Busfahren ein anstrengender Job ist und man jede Menge Deppen transportieren muss. Aber ich lasse mir auch nicht alles gefallen von diesen Berserkern.
Und ich finde, ich hab mich noch gut zusammengerissen - immerhin hab ich den Blödarsch gesiezt!
2. 2 Freikarten für den Kinofilm "Die Tribute von Panem" gewonnen. Na endlich was Positives, auch wenn ich den Film nicht unbedingt sehen wollte.
3. Fast von einem Bus überfahren worden, der rechts abbog, als ich eigentlich bei grün über die Fußgängerampel wollte. War mir schon klar, die Busfahrer hier fahren wie die gesenkten Säue und schauen weder nach rechts noch nach links. Bis der Kasten an mir vorbei war, war natürlich wieder rot, was ich nicht eingesehen habe und stur weiterlief. Das hatte allerdings zur Folge, dass ich einen 2. Bus, der dem 1. folgte, ausbremste. Der dämliche Busfahrer konzentrierte sich daraufhin nicht mehr auf den Verkehr (Tut er ja sonst auch nicht, wa...), sondern darauf, mich aus dem offenen Fahrerfenster anzuschreien. Woraufhin ich wild fuchtelnd Richtung 1. Bus zeigte und schrie: "Ihr Kollege ist einfach gefahren, obwohl ICH laufen durfte!" Und nachdem der Busfahrer weiterschrie, kreischte ich noch quer über die Kreuzung ein "Ach, halten Sie bloß Ihre Klappe, Sie Blödarsch!"
Dabei hatte ich noch nichtmal schlechte Laune. Aber diese miespetrigen Busfahrer in Franken - eine Region, die für ihre Herzlichkeit bekannt ist - gehen mir langsam wirklich auf den Sack! Ich grüße immer schön, wenn ich einsteige und halte meinen Ausweis immer lächelnd in die Höhe, denn ich kann mir denken, dass Busfahren ein anstrengender Job ist und man jede Menge Deppen transportieren muss. Aber ich lasse mir auch nicht alles gefallen von diesen Berserkern.
Und ich finde, ich hab mich noch gut zusammengerissen - immerhin hab ich den Blödarsch gesiezt!
18. März 2012
Nette Nachbarn
Vorestern ging ich, nachdem ich den ganzen Tag unterwegs gewesen war, noch kurz vor Ladenschluss schnell in den Kupsch. Dort bemerkte ich, dass ich meinen Schlüsselbund nicht mehr hatte. Sofort wurde mir heiß und kalt. Ich rief zuerst meinen Freund an, der praktischerweise just an diesem Tag Überstunden schob und in frühestens 40 Minuten nach Hause kam, so dass ich nicht ins Haus kam... Dann rief ich bei meiner Bekannten an, bei der ich zu Besuch war, in der Hoffnung, ich hätte dort den Schlüssel verloren - doch auch sie fand nichts. Ich drehte nochmal eine Runde im Kupsch und fragte die Angestellten, ob ein Schlüssel abgegeben wurde. Fehlanzeige!
Der Schlüssel konnte auch auf keinen Fall in der Wohnung liegen, denn ich hatte ja noch beim Rausgehen den Briefkasten aufgemacht. Dass ich den Schlüssel im Briefkasten hatte hängen lassen, kam mir sehr unwahrscheinlich vor, denn der kleine Briefkastenschlüssel kann das Gewicht der restlichen Schlüssel gar nicht halten und er wäre sofort runtergekracht. Somit war mein Schlüsselbund verloren und ich malte mir aus, welch nervige Aktionen mir nurnbevorstanden. Denn am Bund hingen nicht nur Auto- und Wohnungsschlüssel, sondern auch noch ein Schlüssel von der Uni, und auch wenn man den Schlüsselbund niemandem zuordnen konnte, wer weiß, ob die nicht mal eben die Schlösser austauschen lassen wollen...
Völlig verzweifelt harrte ich vor dem Haus - Zum Glück war es nicht zu kalt. - aus, bis das Männchen nach Hause kam und mich aufgelöst vorfand. Ich suchte nochmal unten im Hausflur, doch wieder nichts.
Als wir oben an der Wohnung ankamen, hörte ich von meinem Freund ein überraschtes: "Ach, was haben wir denn hier?!" Da lag vor der Tür mein Schlüsselbund! :-) Tatsächlich habe ich den Schlüssel wohl doch im Briefkasten hängen lassen, wo ihn jemand im Haus fand und vor unsere Wohnungstür legte. (Was im Übrigen nicht sooo leichtsinnig ist, denn unsere Wohnung ist die oberste und letzte Wohnung im Haus, an der niemand vorbeikommt außer uns. Aber natürlich wäre es sicherer gewesen, ihn in den Briefkasten zu schmeißen, wobei ich glaube, dass er nicht durch den Schlitz gepasst hätte...)
Zwar wusste ich nicht, wer den Schlüssel letztendlich gefunden hatte, doch ich wollte mich auf jeden Fall bedanken. Also hängte ich am nächsten Tag einen Zettel im Flur auf, wo ich mich beim anonymen Finder bedankte. Am nächsten Morgen hatte ich eine handschriftliche Notiz im Briefkasten: "Bitte, hab ich doch gern gemacht. Ich habe richtig mitgelitten, ätzend, wenn sowas passiert. Ich wünsche dir einen schönen Frühlingstag." :-)
Leider ohne Namen, so dass ich mich nicht nochmal persönlich bedanken konnte. Vielleicht wollte die Person einfach anonym bleiben? Von der Handschrift her handelt es sich ganz sicher um eine junge Dame, was immerhin schonmal die sehr betagte Frau Müller ausschließt, aber ansonsten leben hier in so ziemlich jeder Wohnung junge Damen.
Auf jeden Fall bin ich heilfroh, dass ich meinen Schlüssel wiederhabe! Man soll nicht meinen, wie tragisch der Verlust des eigenen Schlüsselbundes sein kann... ich werde mir wohl so ein Finddingens zulegen, wo man Schlüssel dem Besitzer zuordnen kann. Und ich bin froh, dass es noch ehrliche und hilfsbereite Menschen gibt.
Der Schlüssel konnte auch auf keinen Fall in der Wohnung liegen, denn ich hatte ja noch beim Rausgehen den Briefkasten aufgemacht. Dass ich den Schlüssel im Briefkasten hatte hängen lassen, kam mir sehr unwahrscheinlich vor, denn der kleine Briefkastenschlüssel kann das Gewicht der restlichen Schlüssel gar nicht halten und er wäre sofort runtergekracht. Somit war mein Schlüsselbund verloren und ich malte mir aus, welch nervige Aktionen mir nurnbevorstanden. Denn am Bund hingen nicht nur Auto- und Wohnungsschlüssel, sondern auch noch ein Schlüssel von der Uni, und auch wenn man den Schlüsselbund niemandem zuordnen konnte, wer weiß, ob die nicht mal eben die Schlösser austauschen lassen wollen...
Völlig verzweifelt harrte ich vor dem Haus - Zum Glück war es nicht zu kalt. - aus, bis das Männchen nach Hause kam und mich aufgelöst vorfand. Ich suchte nochmal unten im Hausflur, doch wieder nichts.
Als wir oben an der Wohnung ankamen, hörte ich von meinem Freund ein überraschtes: "Ach, was haben wir denn hier?!" Da lag vor der Tür mein Schlüsselbund! :-) Tatsächlich habe ich den Schlüssel wohl doch im Briefkasten hängen lassen, wo ihn jemand im Haus fand und vor unsere Wohnungstür legte. (Was im Übrigen nicht sooo leichtsinnig ist, denn unsere Wohnung ist die oberste und letzte Wohnung im Haus, an der niemand vorbeikommt außer uns. Aber natürlich wäre es sicherer gewesen, ihn in den Briefkasten zu schmeißen, wobei ich glaube, dass er nicht durch den Schlitz gepasst hätte...)
Zwar wusste ich nicht, wer den Schlüssel letztendlich gefunden hatte, doch ich wollte mich auf jeden Fall bedanken. Also hängte ich am nächsten Tag einen Zettel im Flur auf, wo ich mich beim anonymen Finder bedankte. Am nächsten Morgen hatte ich eine handschriftliche Notiz im Briefkasten: "Bitte, hab ich doch gern gemacht. Ich habe richtig mitgelitten, ätzend, wenn sowas passiert. Ich wünsche dir einen schönen Frühlingstag." :-)
Leider ohne Namen, so dass ich mich nicht nochmal persönlich bedanken konnte. Vielleicht wollte die Person einfach anonym bleiben? Von der Handschrift her handelt es sich ganz sicher um eine junge Dame, was immerhin schonmal die sehr betagte Frau Müller ausschließt, aber ansonsten leben hier in so ziemlich jeder Wohnung junge Damen.
Auf jeden Fall bin ich heilfroh, dass ich meinen Schlüssel wiederhabe! Man soll nicht meinen, wie tragisch der Verlust des eigenen Schlüsselbundes sein kann... ich werde mir wohl so ein Finddingens zulegen, wo man Schlüssel dem Besitzer zuordnen kann. Und ich bin froh, dass es noch ehrliche und hilfsbereite Menschen gibt.
14. März 2012
Darf man...
... böse Briefe an eine Firma schicken, bei der man sich beworben hat?
Folgender Sachverhalt: Ich hatte mich für eine Stelle beworben, die im Oktober 2011 losgehen sollte. Ich erhielt keinerlei Reaktion. Im Januar mailte ich der zuständigen Person und fragte höflich nach. Ich bekam wieder keinerlei Reaktion. Ein paar Wochen später rief ich die zuständige Person dann an. Sie meinte, sie würde es nur alles koordinieren und die Entscheidung fiele dann an einer anderen Stelle. Konnte mir aber schonmal sagen, dass die Stelle, auf die ich mich beworben habe, bereits vergeben ist. Und was ist mit der Absage, kommt die dann auch mal offiziell? Ähm ja, die kommt bestimmt demnächst. Das ist nun 1,5 Monate her...
Ich würde gerne an solche Idioten - Denn es liegt noch ein ganz ähnlicher Fall vor. - einen freundlichen Brief verfassen, in dem ich höflich darum bitte, mir meine Bewerbungsunterlagen zurückzuschicken, da ich davon ausgehen darf bzw. weiß, dass die Stelle schon seit Längerem vergeben ist. Und dass es doch kein großer Aufwand ist, ein liebloses Standardschreiben aufzusetzen, bei dem man nur den Namen einsetzen muss und das dann an alle Bewerber schicken kann. Und falls ihnen personaltechnisch die Kapazitäten dazu fehlten, biete ich mich gerne als qualifizierte, gut organisierte Bürokraft an!
Was meint ihr? Soll ich mal machen? Nur um mich mal auszutoben. Denn ich finde es völlig daneben, wie scheiße man Bewerber behandelt und dass man es nie für nötig hält, denen Bescheid zu geben, wenn man sie nicht will. Ich weiß, das ist mittlerweile in dieser traurigen Gesellschaft gang und gebe, aber muss ich mir denn alles gefallen lassen? Und nein, die Jobs sind definitiv nicht mehr offen, man will mich dort nicht und es ist mehr als unwahrscheinlich, dass ich mich jemals wieder in den Läden bewerbe. Mir juckt's grad echt in den Fingern!
Folgender Sachverhalt: Ich hatte mich für eine Stelle beworben, die im Oktober 2011 losgehen sollte. Ich erhielt keinerlei Reaktion. Im Januar mailte ich der zuständigen Person und fragte höflich nach. Ich bekam wieder keinerlei Reaktion. Ein paar Wochen später rief ich die zuständige Person dann an. Sie meinte, sie würde es nur alles koordinieren und die Entscheidung fiele dann an einer anderen Stelle. Konnte mir aber schonmal sagen, dass die Stelle, auf die ich mich beworben habe, bereits vergeben ist. Und was ist mit der Absage, kommt die dann auch mal offiziell? Ähm ja, die kommt bestimmt demnächst. Das ist nun 1,5 Monate her...
Ich würde gerne an solche Idioten - Denn es liegt noch ein ganz ähnlicher Fall vor. - einen freundlichen Brief verfassen, in dem ich höflich darum bitte, mir meine Bewerbungsunterlagen zurückzuschicken, da ich davon ausgehen darf bzw. weiß, dass die Stelle schon seit Längerem vergeben ist. Und dass es doch kein großer Aufwand ist, ein liebloses Standardschreiben aufzusetzen, bei dem man nur den Namen einsetzen muss und das dann an alle Bewerber schicken kann. Und falls ihnen personaltechnisch die Kapazitäten dazu fehlten, biete ich mich gerne als qualifizierte, gut organisierte Bürokraft an!
Was meint ihr? Soll ich mal machen? Nur um mich mal auszutoben. Denn ich finde es völlig daneben, wie scheiße man Bewerber behandelt und dass man es nie für nötig hält, denen Bescheid zu geben, wenn man sie nicht will. Ich weiß, das ist mittlerweile in dieser traurigen Gesellschaft gang und gebe, aber muss ich mir denn alles gefallen lassen? Und nein, die Jobs sind definitiv nicht mehr offen, man will mich dort nicht und es ist mehr als unwahrscheinlich, dass ich mich jemals wieder in den Läden bewerbe. Mir juckt's grad echt in den Fingern!
12. März 2012
Die schleichende Sprachexplosion
Ich habe ja einen 2jährigen Neffen, mein Patenkind. Der Kleine ist ein sehr sehr aufgewecktes Energiebündel, das Eltern und Großeltern ordentlich auf Trab hält. Ich sehe ihn leider nur ca. 1x im Monat für ein paar Stunden. Dementsprechend konnte er zeitweise nichts mit mir anfangen, doch das änderte sich wieder, als er anfing zu sprechen und mir einen Namen zuordnen konnte. Seitdem krächzt er ständig meinen und Männchens Namen durch den Hörer, wenn ich ihn anrufe, und freut sich über unsere Besuche. Wobei er Männchens Namen viel öfter ruft als meinen, was ein bisschen enttäuschend ist, immerhin bin ICH die Blutsverwandte und Patin!
Nun habe ich mich die ganze Zeit gefragt, wann bei dem Kleinen die Sprachexplosion ausbricht, von der ich gelesen habe. Lange Zeit hat er nämlich nur ein paar einfache Wörter von sich gegeben, bei denen es sich meist um Vokabular handelte, das nur er beherrscht. Z. B. "Aga" (Auto), "Anna" (Katze), "Didi" (Hochnehmen) und "Happen" (der Rest...).
Ich schätze, für meinen Neffen standen erstmal andere Dinge als das Erlernen deutscher Vokabeln im Vordergrund. Aber immerhin plappert er nun alles nach, was man ihm vorspricht, und hat seinen Wortschatz schon um viele schöne Wörter wie "Spiegelei" oder "Ciao" sowie die Namen aller Menschen, mit denen er regelmäßig zu tun hat, erweitert. Es ist immer allerliebst, dieses putzige Stimmchen zu hören, wenn es ein neues Wort nachkrächzt. (Hat aber nichts daran geändert, dass ich von den von Kindern angesagten Haltestellen in den Öffentlichen noch immer Ohrenbluten bekomme!)
Ich bin also gespannt, wann man so richtig mit ihm reden kann. Eltern dürfen mir gerne erklären, wie lange das noch dauert. Ich bin nämlich schon ganz scharf drauf, mit dem Kleinen Gespräche zu führen und ihm die Welt zu erklären. Dank mir hat er auch schon eine ordentliche Mini-Bibliothek zu Hause herumliegen. Als einzige Verwandte mütterlicherseits mit Abi und gar Hochschulabschluss habe ich mir vorgenommen, die intellektuelle Tante zu geben, die ihn in die Welt des Wissens einführt, ihn in Museen, Theater und sowas mitschleppt (natürlich nur kindgerechte Programme!). Alles, was ich früher nicht kannte, weil meine Eltern kein Interesse an sowas hatten. Ich scharre schon mit den Hufen.
Nun habe ich mich die ganze Zeit gefragt, wann bei dem Kleinen die Sprachexplosion ausbricht, von der ich gelesen habe. Lange Zeit hat er nämlich nur ein paar einfache Wörter von sich gegeben, bei denen es sich meist um Vokabular handelte, das nur er beherrscht. Z. B. "Aga" (Auto), "Anna" (Katze), "Didi" (Hochnehmen) und "Happen" (der Rest...).
Ich schätze, für meinen Neffen standen erstmal andere Dinge als das Erlernen deutscher Vokabeln im Vordergrund. Aber immerhin plappert er nun alles nach, was man ihm vorspricht, und hat seinen Wortschatz schon um viele schöne Wörter wie "Spiegelei" oder "Ciao" sowie die Namen aller Menschen, mit denen er regelmäßig zu tun hat, erweitert. Es ist immer allerliebst, dieses putzige Stimmchen zu hören, wenn es ein neues Wort nachkrächzt. (Hat aber nichts daran geändert, dass ich von den von Kindern angesagten Haltestellen in den Öffentlichen noch immer Ohrenbluten bekomme!)
Ich bin also gespannt, wann man so richtig mit ihm reden kann. Eltern dürfen mir gerne erklären, wie lange das noch dauert. Ich bin nämlich schon ganz scharf drauf, mit dem Kleinen Gespräche zu führen und ihm die Welt zu erklären. Dank mir hat er auch schon eine ordentliche Mini-Bibliothek zu Hause herumliegen. Als einzige Verwandte mütterlicherseits mit Abi und gar Hochschulabschluss habe ich mir vorgenommen, die intellektuelle Tante zu geben, die ihn in die Welt des Wissens einführt, ihn in Museen, Theater und sowas mitschleppt (natürlich nur kindgerechte Programme!). Alles, was ich früher nicht kannte, weil meine Eltern kein Interesse an sowas hatten. Ich scharre schon mit den Hufen.
7. März 2012
Das liebe Alter
Neulich im Uni-Griechischkurs. Wir lernen, wie man sein Alter sagt.
Ich bin an der Reihe: "Είμαι τριάντα ετών."
Meine Lehrerin: "Ah, du sagst nur, um die Zahl 30 zu üben, ja?"
Ich: "Äh, nee, ich bin echt so alt..."
Betretenes Schweigen. Dabei ist die Gute ja auch mal locker 50, Nr. 2 im Kurs ist vermutlich auch schon 35-40 Jahre alt, und ok, die 3. im Bunde ist noch 28 oder so.
Wundert mich aber nicht, nachdem schon das Lehrbuch selbst ältere Menschen disst. Denn ein Dialog geht so:
"Sofia, kennst du die neue Schülerin aus Bulgarien?"
"Sprichst du von Tanja?"
"Ja. Was meinst du, wie alt sie ist?"
"16... 17..."
"Sie ist 24!"
"Nein! Sie ist also alt!"
Pffft!!!!!!!!!!
Ich bin an der Reihe: "Είμαι τριάντα ετών."
Meine Lehrerin: "Ah, du sagst nur, um die Zahl 30 zu üben, ja?"
Ich: "Äh, nee, ich bin echt so alt..."
Betretenes Schweigen. Dabei ist die Gute ja auch mal locker 50, Nr. 2 im Kurs ist vermutlich auch schon 35-40 Jahre alt, und ok, die 3. im Bunde ist noch 28 oder so.
Wundert mich aber nicht, nachdem schon das Lehrbuch selbst ältere Menschen disst. Denn ein Dialog geht so:
"Sofia, kennst du die neue Schülerin aus Bulgarien?"
"Sprichst du von Tanja?"
"Ja. Was meinst du, wie alt sie ist?"
"16... 17..."
"Sie ist 24!"
"Nein! Sie ist also alt!"
Pffft!!!!!!!!!!
6. März 2012
Absturz
Gestern hat's mir mal gereicht. Nicht, dass es mir nicht schon länger reicht, aber gestern, da ging einfach nichts mehr bei mir. Mittlerweile bekomme ich jeden Tag irgendwelche blöden, frustrierenden Nachrichten vor den Latz geknallt und schwanke eigentlich nur noch unablässig zwischen den Gemütsregungen "wütend", "traurig", "frustriert" oder "verzweifelt-gleichgültig". Mittlerweile ist mein Lebensmotto "No news is good news.", denn wenn was kommt, dann nichts Gutes. Man könnte auch sagen, ich habe momentan eine nicht abreißende Pechsträhne.
Gestern dann also noch ein paar unschöne Dinge zusätzlich zu der eh schon etwas bescheidenen Situation:
- Mein Nebenjob, der mir meine Lebensexistenz sicherte, wurde nicht mehr verlängert.
- Die Krankenkasse machte mich passenderweise zeitgleich darauf aufmerksam, dass ich nun 30 sei und ab sofort 40 € mehr im Monat abdrücken müsse, weil man mit 30 zu alt für eine studentische Krankenversicherung sei. (Bin ja immer noch überbrückungsweise als Doktorandin eingeschrieben.)
- Ein Job bei einem renommierten Unternehmen unseres Fachbereiches, auf den ich mich beworben hatte und der ein gutes Sprungbrett für weitere Jobs im Fachbereich gewesen wäre, ging an eine Kommilitonin von mir, die nicht wirklich mehr vorzuweisen hat als ich, die sich aber neulich ein einmonatiges Praktikum in London für 1.000 € geleistet hat und nun wohl die richtigen Leute kennt. Ja, so läuft das bei uns, wieso also wundere ich mich noch... Im Übrigen habe ich noch nichtmal eine poblige Absage bekommen, obwohl ich nachgehakt hatte...
Und dann noch ein paar andere Sachen, die jetzt aber zu weit führen.
Jedenfalls forstete ich nach diesen Hiobsbotschaften verbissen in gefühlten 80 Jobbörsen nach irgendwas, was ich machen könnte. Und als ich ENDLICH mal ein Projekt fand, das mir was gebracht hätte, stand da: "max. 27 Jahre alt". Danke auch.
Doch am meisten machte mir erstmal der Verlust meines Jobs und damit meiner Lebensgrundlage zu schaffen. Es ist ja nicht so, dass ich mich auf dem Job ausgeruht hätte und dass ich nicht wusste, dass er IRGENDWANN mal zu Ende ginge, wenn die Forschungsgelder nicht mehr fließen. Nur habe ich ja in der Zwischenzeit leider auch keinen anderen Job gekriegt, und wie lange die Gelder fließen konnte auch nie jemand im Vornherein sagen. Von heute auf morgen arbeitslos zu sein ist schon irgendwie gemein, man hätte doch zumindest gerne eine gewisse Vorlaufzeit, um sich darauf einzustellen.
Ich simste verzweifelt meine beiden besten Freunde an. Mein bester Freund konterte damit, dass er auf der Arbeit auch gerade jede Menge Stress hätte. Das machte mich wütend, denn Arbeitslosigkeit und fehlende Zukunftsperspektiven, ja, ich möchte theatralisch sagen, Existenzängste mit Stress auf der Arbeit zu vergleichen ist schon mehr als unsensibel. Oder empfinde nur ich das so?! Der Gute hat einen unbefristeten, todsicheren Job, verdient 2000 netto, kriegt 13,5 Monatsgehälter, kann Überstunden abfeiern trotz Vertrauensarbeitszeit (Sprich, er darf kommen und gehen, wann er will.), hat keine Familie zu ernähren und wird er auch nie (schwul) und ist zukünftiger Haupterbe eines 3stöckigen Eigenheimes und eines sicherlich nicht unbeträchtlichen Vermögens. Diese mentale Unterstützung konnte ich mir also in den Allerwertesten stecken.
Meine beste Freundin hat auch noch jetzt nach 24h keinerlei Reaktion auf meine Verzweiflungs-SMS gezeigt. Sollte ich mal meinen Freundeskreis überdenken? Immerhin bin ich auch immer gleich zur Stelle mit einem offenen Ohr und tröstenden Worten, wenn jemand am Ende ist.
Nach ein paar Tränen überlegte ich fieberhaft, wie ich mich ablenken könnte. Ich bin nicht so der "Ich gehe jetzt mal alleine spazieren oder ins Kino"-Typ. Die einzige Freundin, die hier wohnt und nicht arbeiten muss, konnte ich nicht treffen, da sie gerade mal wieder ihrem monatlichen Frauenleiden erlag. So war ich nicht nur verzweifelt, sondern auch einsam. Und da kommt man manchmal auf die blödesten Ideen...
Irgendwann kam mir die grandiose Idee, ich könne mal austesten, wieso so viele Menschen dem Alkohol verfallen, wenn sie Probleme haben. Zum Glück hatten wir eine Flasche Wodka im Haus... Ich legte eine traurige DVD ein und schüttete mich mit Wodka-Orangensaft zu. Um 14 Uhr!
Das Fatale an der Sache ist: Ich trinke keinen Alkohol! Normalerweise. Das Maximum ist vielleicht 3x im Jahr ein alkoholhaltiger Cocktail. Betrunken bzw. angeheitert war ich in meinem 30jährigen Leben bislang ganze 2x. Dementsprechend fehlte mir der gekonnte Umgang mit Alk. Ich trank und trank und trank, und am Ende war die Wodka-Flasche um 0,4 l leichter und ich voll wie eine Haubitze. Bei der einzigen witzigen Szene des Films lachte ich fröhlich, als gäbe es kein Morgen mehr. Doch ansonsten bekam ich alle 5 Minuten einen Heulkrampf, als würde ich gerade live die Kreuzigung Jesu mitverfolgen müssen. Dazwischen musste ich gefühlte 85x auf Toilette, wo ich mir viel Zeit ließ und Selbstgespräche führte, in denen ich u. a. erklärte, dass ich nicht betrunken sei, denn ich könne zwar nicht mehr geradeaus laufen, aber ich sei im Kopf noch voll da. (Was ja auch stimmt, immerhin kann ich mich noch an jeden Quatsch erinnern!) Später schrieb ich meinem Freund SMS, in denen ich mich damit brüstete, noch SMS schreiben zu können, und ob er nicht noch eine Flasche Wodka mitbringen könnte. Alles in Allem wäre ich an dem Tag eine würdige Nachfolgerin für Bridget Jones gewesen...
Um 18 Uhr fand mein Freund mich dann völlig aufgelöst auf dem Boden vor dem Fernseher wieder, wo ich wie ein verwundetes Tier laut aufheulte, weil ich gerade bei der herzergreifenden Schlussszene versehentlich den Film ausgeschaltet hatte. Ich schaffte es erstaunlicherweise irgendwie, doch wieder an die Stelle zu spulen, und ließ dann in seinen Armen meinen Tränen freien Lauf, bis ich mich nun endgültig ausgeheult hatte.
Im Anschluss kam ich gaaaaanz langsam wieder zu mir, torkelte ein bisschen in der Gegend herum mit deutlich besserer Laune, während mein Freund, die fiese Sau, sich über mich ablachte. Er hat nämlich im Gegensatz zu mir schon sein halbes Leben lang zahlreiche Erfahrungen mit Alkohol gemacht. Er stellte mir erstmal einen Eimer hin, als ich ihm zeigte, wie voll die Flasche vor meiner nachmittäglichen Eskapade war. Aber mehr als böse Bauch- und Kopfschmerzen hatte ich dann doch nicht. Die Nachwirkungen waren, dass ich nachts ständig aufstand, um was zu trinken (Antialkoholisches natürlich!) und noch immer ein Frischluftfanatiker bin. So richtig fit bin ich immer noch nicht, glaube ich, aber 3h muss ich arbeiten und wieder funktionieren, denn auf die paar Kröten bin ich nun noch mehr angewiesen als zuvor.
Nun ja, mein Fazit: Nun hatte ich meinen ersten Vollrausch nach 30 Jahren. Dass ich ihn mir mutwillig selbst zuführte, obwohl ich es doch hätte besser wissen müssen, ist so 'ne Sache... Aber ein kleines bisschen kann ich schon verstehen, wieso Menschen in die Alkoholabhängigkeit abrutschen, wenn es ihnen dreckig geht und sie keinen Halt haben, denn während des Rauschzustandes - Ich weiß, für viele altbekannt, für mich aber wirklich neu! - fühlte ich mich trotz hemmungsloser Heuleskapaden irgendwie freier und wie von einer Watteschicht eingelullt. Aber natürlich bin ich von einem Alkoholproblem noch sehr sehr weit entfernt, denn der 1. Rausch brachte auch meinen 1. Kater mit sich, und nach dem bösen Erwachen rühre ich auch nie wieder Wodka an oder betrinke mich absichtlich, ich schwör!
Gestern dann also noch ein paar unschöne Dinge zusätzlich zu der eh schon etwas bescheidenen Situation:
- Mein Nebenjob, der mir meine Lebensexistenz sicherte, wurde nicht mehr verlängert.
- Die Krankenkasse machte mich passenderweise zeitgleich darauf aufmerksam, dass ich nun 30 sei und ab sofort 40 € mehr im Monat abdrücken müsse, weil man mit 30 zu alt für eine studentische Krankenversicherung sei. (Bin ja immer noch überbrückungsweise als Doktorandin eingeschrieben.)
- Ein Job bei einem renommierten Unternehmen unseres Fachbereiches, auf den ich mich beworben hatte und der ein gutes Sprungbrett für weitere Jobs im Fachbereich gewesen wäre, ging an eine Kommilitonin von mir, die nicht wirklich mehr vorzuweisen hat als ich, die sich aber neulich ein einmonatiges Praktikum in London für 1.000 € geleistet hat und nun wohl die richtigen Leute kennt. Ja, so läuft das bei uns, wieso also wundere ich mich noch... Im Übrigen habe ich noch nichtmal eine poblige Absage bekommen, obwohl ich nachgehakt hatte...
Und dann noch ein paar andere Sachen, die jetzt aber zu weit führen.
Jedenfalls forstete ich nach diesen Hiobsbotschaften verbissen in gefühlten 80 Jobbörsen nach irgendwas, was ich machen könnte. Und als ich ENDLICH mal ein Projekt fand, das mir was gebracht hätte, stand da: "max. 27 Jahre alt". Danke auch.
Doch am meisten machte mir erstmal der Verlust meines Jobs und damit meiner Lebensgrundlage zu schaffen. Es ist ja nicht so, dass ich mich auf dem Job ausgeruht hätte und dass ich nicht wusste, dass er IRGENDWANN mal zu Ende ginge, wenn die Forschungsgelder nicht mehr fließen. Nur habe ich ja in der Zwischenzeit leider auch keinen anderen Job gekriegt, und wie lange die Gelder fließen konnte auch nie jemand im Vornherein sagen. Von heute auf morgen arbeitslos zu sein ist schon irgendwie gemein, man hätte doch zumindest gerne eine gewisse Vorlaufzeit, um sich darauf einzustellen.
Ich simste verzweifelt meine beiden besten Freunde an. Mein bester Freund konterte damit, dass er auf der Arbeit auch gerade jede Menge Stress hätte. Das machte mich wütend, denn Arbeitslosigkeit und fehlende Zukunftsperspektiven, ja, ich möchte theatralisch sagen, Existenzängste mit Stress auf der Arbeit zu vergleichen ist schon mehr als unsensibel. Oder empfinde nur ich das so?! Der Gute hat einen unbefristeten, todsicheren Job, verdient 2000 netto, kriegt 13,5 Monatsgehälter, kann Überstunden abfeiern trotz Vertrauensarbeitszeit (Sprich, er darf kommen und gehen, wann er will.), hat keine Familie zu ernähren und wird er auch nie (schwul) und ist zukünftiger Haupterbe eines 3stöckigen Eigenheimes und eines sicherlich nicht unbeträchtlichen Vermögens. Diese mentale Unterstützung konnte ich mir also in den Allerwertesten stecken.
Meine beste Freundin hat auch noch jetzt nach 24h keinerlei Reaktion auf meine Verzweiflungs-SMS gezeigt. Sollte ich mal meinen Freundeskreis überdenken? Immerhin bin ich auch immer gleich zur Stelle mit einem offenen Ohr und tröstenden Worten, wenn jemand am Ende ist.
Nach ein paar Tränen überlegte ich fieberhaft, wie ich mich ablenken könnte. Ich bin nicht so der "Ich gehe jetzt mal alleine spazieren oder ins Kino"-Typ. Die einzige Freundin, die hier wohnt und nicht arbeiten muss, konnte ich nicht treffen, da sie gerade mal wieder ihrem monatlichen Frauenleiden erlag. So war ich nicht nur verzweifelt, sondern auch einsam. Und da kommt man manchmal auf die blödesten Ideen...
Irgendwann kam mir die grandiose Idee, ich könne mal austesten, wieso so viele Menschen dem Alkohol verfallen, wenn sie Probleme haben. Zum Glück hatten wir eine Flasche Wodka im Haus... Ich legte eine traurige DVD ein und schüttete mich mit Wodka-Orangensaft zu. Um 14 Uhr!
Das Fatale an der Sache ist: Ich trinke keinen Alkohol! Normalerweise. Das Maximum ist vielleicht 3x im Jahr ein alkoholhaltiger Cocktail. Betrunken bzw. angeheitert war ich in meinem 30jährigen Leben bislang ganze 2x. Dementsprechend fehlte mir der gekonnte Umgang mit Alk. Ich trank und trank und trank, und am Ende war die Wodka-Flasche um 0,4 l leichter und ich voll wie eine Haubitze. Bei der einzigen witzigen Szene des Films lachte ich fröhlich, als gäbe es kein Morgen mehr. Doch ansonsten bekam ich alle 5 Minuten einen Heulkrampf, als würde ich gerade live die Kreuzigung Jesu mitverfolgen müssen. Dazwischen musste ich gefühlte 85x auf Toilette, wo ich mir viel Zeit ließ und Selbstgespräche führte, in denen ich u. a. erklärte, dass ich nicht betrunken sei, denn ich könne zwar nicht mehr geradeaus laufen, aber ich sei im Kopf noch voll da. (Was ja auch stimmt, immerhin kann ich mich noch an jeden Quatsch erinnern!) Später schrieb ich meinem Freund SMS, in denen ich mich damit brüstete, noch SMS schreiben zu können, und ob er nicht noch eine Flasche Wodka mitbringen könnte. Alles in Allem wäre ich an dem Tag eine würdige Nachfolgerin für Bridget Jones gewesen...
Um 18 Uhr fand mein Freund mich dann völlig aufgelöst auf dem Boden vor dem Fernseher wieder, wo ich wie ein verwundetes Tier laut aufheulte, weil ich gerade bei der herzergreifenden Schlussszene versehentlich den Film ausgeschaltet hatte. Ich schaffte es erstaunlicherweise irgendwie, doch wieder an die Stelle zu spulen, und ließ dann in seinen Armen meinen Tränen freien Lauf, bis ich mich nun endgültig ausgeheult hatte.
Im Anschluss kam ich gaaaaanz langsam wieder zu mir, torkelte ein bisschen in der Gegend herum mit deutlich besserer Laune, während mein Freund, die fiese Sau, sich über mich ablachte. Er hat nämlich im Gegensatz zu mir schon sein halbes Leben lang zahlreiche Erfahrungen mit Alkohol gemacht. Er stellte mir erstmal einen Eimer hin, als ich ihm zeigte, wie voll die Flasche vor meiner nachmittäglichen Eskapade war. Aber mehr als böse Bauch- und Kopfschmerzen hatte ich dann doch nicht. Die Nachwirkungen waren, dass ich nachts ständig aufstand, um was zu trinken (Antialkoholisches natürlich!) und noch immer ein Frischluftfanatiker bin. So richtig fit bin ich immer noch nicht, glaube ich, aber 3h muss ich arbeiten und wieder funktionieren, denn auf die paar Kröten bin ich nun noch mehr angewiesen als zuvor.
Nun ja, mein Fazit: Nun hatte ich meinen ersten Vollrausch nach 30 Jahren. Dass ich ihn mir mutwillig selbst zuführte, obwohl ich es doch hätte besser wissen müssen, ist so 'ne Sache... Aber ein kleines bisschen kann ich schon verstehen, wieso Menschen in die Alkoholabhängigkeit abrutschen, wenn es ihnen dreckig geht und sie keinen Halt haben, denn während des Rauschzustandes - Ich weiß, für viele altbekannt, für mich aber wirklich neu! - fühlte ich mich trotz hemmungsloser Heuleskapaden irgendwie freier und wie von einer Watteschicht eingelullt. Aber natürlich bin ich von einem Alkoholproblem noch sehr sehr weit entfernt, denn der 1. Rausch brachte auch meinen 1. Kater mit sich, und nach dem bösen Erwachen rühre ich auch nie wieder Wodka an oder betrinke mich absichtlich, ich schwör!
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