18. März 2012

Nette Nachbarn

Vorestern ging ich, nachdem ich den ganzen Tag unterwegs gewesen war, noch kurz vor Ladenschluss schnell in den Kupsch. Dort bemerkte ich, dass ich meinen Schlüsselbund nicht mehr hatte. Sofort wurde mir heiß und kalt. Ich rief zuerst meinen Freund an, der praktischerweise just an diesem Tag Überstunden schob und in frühestens 40 Minuten nach Hause kam, so dass ich nicht ins Haus kam... Dann rief ich bei meiner Bekannten an, bei der ich zu Besuch war, in der Hoffnung, ich hätte dort den Schlüssel verloren - doch auch sie fand nichts. Ich drehte nochmal eine Runde im Kupsch und fragte die Angestellten, ob ein Schlüssel abgegeben wurde. Fehlanzeige!
Der Schlüssel konnte auch auf keinen Fall in der Wohnung liegen, denn ich hatte ja noch beim Rausgehen den Briefkasten aufgemacht. Dass ich den Schlüssel im Briefkasten hatte hängen lassen, kam mir sehr unwahrscheinlich vor, denn der kleine Briefkastenschlüssel kann das Gewicht der restlichen Schlüssel gar nicht halten und er wäre sofort runtergekracht. Somit war mein Schlüsselbund verloren und ich malte mir aus, welch nervige Aktionen mir nurnbevorstanden. Denn am Bund hingen nicht nur Auto- und Wohnungsschlüssel, sondern auch noch ein Schlüssel von der Uni, und auch wenn man den Schlüsselbund niemandem zuordnen konnte, wer weiß, ob die nicht mal eben die Schlösser austauschen lassen wollen...

Völlig verzweifelt harrte ich vor dem Haus - Zum Glück war es nicht zu kalt. - aus, bis das Männchen nach Hause kam und mich aufgelöst vorfand. Ich suchte nochmal unten im Hausflur, doch wieder nichts.

Als wir oben an der Wohnung ankamen, hörte ich von meinem Freund ein überraschtes: "Ach, was haben wir denn hier?!" Da lag vor der Tür mein Schlüsselbund! :-) Tatsächlich habe ich den Schlüssel wohl doch im Briefkasten hängen lassen, wo ihn jemand im Haus fand und vor unsere Wohnungstür legte. (Was im Übrigen nicht sooo leichtsinnig ist, denn unsere Wohnung ist die oberste und letzte Wohnung im Haus, an der niemand vorbeikommt außer uns. Aber natürlich wäre es sicherer gewesen, ihn in den Briefkasten zu schmeißen, wobei ich glaube, dass er nicht durch den Schlitz gepasst hätte...)

Zwar wusste ich nicht, wer den Schlüssel letztendlich gefunden hatte, doch ich wollte mich auf jeden Fall bedanken. Also hängte ich am nächsten Tag einen Zettel im Flur auf, wo ich mich beim anonymen Finder bedankte. Am nächsten Morgen hatte ich eine handschriftliche Notiz im Briefkasten: "Bitte, hab ich doch gern gemacht. Ich habe richtig mitgelitten, ätzend, wenn sowas passiert. Ich wünsche dir einen schönen Frühlingstag." :-)

Leider ohne Namen, so dass ich mich nicht nochmal persönlich bedanken konnte. Vielleicht wollte die Person einfach anonym bleiben? Von der Handschrift her handelt es sich ganz sicher um eine junge Dame, was immerhin schonmal die sehr betagte Frau Müller ausschließt, aber ansonsten leben hier in so ziemlich jeder Wohnung junge Damen.

Auf jeden Fall bin ich heilfroh, dass ich meinen Schlüssel wiederhabe! Man soll nicht meinen, wie tragisch der Verlust des eigenen Schlüsselbundes sein kann... ich werde mir wohl so ein Finddingens zulegen, wo man Schlüssel dem Besitzer zuordnen kann. Und ich bin froh, dass es noch ehrliche und hilfsbereite Menschen gibt.

3 Kommentare:

  1. Ja ehrlich da kannst Du auch wirklich sehr froh sein, denn unter Umständen wäre es in der heutigen Zeit auch nicht auszuschliesen gewesen das Du nach Hause kommst und eine leere Wohnung vorfindest ! Sei froh alles ist gut ausgegangen und glaub mir: Auf Deinen Schlüsselbund wirst Du in Zukunft besser denn je aufpassen :D :) LG

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  2. ... und so 'ne geschichte in einem misanthropen-blog? :-D

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  3. @Rebellin: Ich hüte ihn wie meinen Augapfel!... Wo isser denn schon wieder?! *such*
    @typ: Ich bin ja eine freundliche Misanthropin. Quasi persönlichkeitsgespalten. Ich darf das.

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